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Integrativer Kindergarten: Engagiert und liebevoll durch den Kindergartenalltag.

Integrativer Kindergarten: Engagiert und liebevoll durch den Kindergartenalltag.

Familie

09-2023

In dieser Artikelserie stelle ich Menschen vor, die mit viel Liebe und Leidenschaft das Leben unserer Kinder verbessern. Nach den bedrückenden Ereignissen des Jahres 2020/21 ist mir umso mehr aufgefallen, wie viel Gutes es doch auf dieser Welt gibt – und dass es bei allen erschütternden Nachrichten auch immer Helden gibt, die sich direkt ins Geschehen stürzen, um gerade den kleinen Menschen in unserer Mitte zu helfen.

Diese Alltagshelden haben manchmal Arztkittel an, manchmal schreiben sie (noch) mit Kreide auf Tafeln und manchmal nennen wir sie ‚Mama‘. Doch bei allen Unterschieden haben sie eines gemeinsam: Eine unermüdliche Leidenschaft dafür, Kindern mit viel Liebe zu begegnen und die Welt und ihre Zukunft damit ein Stückchen besser zu machen.

Und noch eine Eigenschaft haben sie gemein: Alle stutzten, als ich ihnen den Titel dieser Serie nannte und entgegneten: „ Ich sehe mich eigentlich gar nicht als Held, denn ich tue doch nur meine Arbeit.“ oder die Mütter sagten „… ich bin doch kein Held, nur weil ich für mein Kind das Beste will und mir wünsche, dass es glücklich ist. Das ist doch normal!“

Natürlich ist das für einen Held für kleine Herzen „normal“, doch was wäre das kleine Herz ohne tatkräftige Unterstützung?

Integrativer Kindergarten - Interview mit einer Erzieherin

Unsere nächste Heldin: Karin, Erzieherin in einem integrativen Kindergarten.

Integrativer Kindergarten: In diesem Interview erhältst du einen spannenden Einblick in den Alltag einer Erzieherin. Das Interview gibt dir Impulse für dich und deine Kinder mit, die du selbst vielleicht umsetzen kannst oder damit (deine) Kinder noch besser unterstützen kannst.

» Weshalb sind Sie eine Heldin für kleine Herzen?

Karin: Zunächst habe ich mich nicht als Held in meiner Arbeit bezeichnen wollen, aber je mehr ich darüber nachdachte, umso mehr konnte ich mich mit dem Wort Held, im Zusammenhang mit „für kleine Herzen“, identifizieren.

Jedes einzelne Kind trägt etwas Wunderbares in sich, denn, es ist ein Geschöpf ganz unterschiedlich von allen anderen menschlichen Geschöpfen die es gibt und schon gab!

Es ist für mich ein Geschenk, diese Geschöpfe, diese kleine Herzen Tag für Tag und das drei bis vier Jahre lang, zu begleiten in derer Entwicklung. So gesehen gleicht kein Tag dem anderen, denn jeden Tag gibt es für die Kinder wieder Neues; neue Freude, neue Herausforderungen.

Ich als erwachsene Frau mit einer gewissen Lebenserfahrung darf mich stets wieder neu auf Kinderhöhe befinden. Mit meinen Hintergründen, mit meinen Freuden, mit den Herausforderungen vor denen ich stehe in meinem Leben. Die Kinder haben ihre Sorgen, Ängste, Trauer und die sind ernst zu nehmen!

Es ist schnell gesagt, „das ist nicht so schlimm“, aber für ein Kind ist es schlimm, wenn zum Beispiel das Kleid nass wird oder es im Kreis nicht neben einem bestimmten Kind sitzen kann. Ich nehme das Kind ernst mit seiner Trauer, mit seinen Ängsten, mit seinem Frust und mit seinen Freuden.

» Wie sind Sie zu Ihrer Arbeit in einem integrativen Kindergarten (anstatt in einem herkömmlichen Kindergarten) gekommen?

Karin: Ich bin Erzieherin und Sozialpädagogin und habe die Ausbildung und das Studium in den Niederlanden gemacht. Ich bin aus privaten Gründen nach Deutschland gekommen und habe mich „der Einfachheit halber“ in Kindergärten beworben, was ich zuerst nie vorhatte zu tun.

Doch um die Sprache besser zu lernen, hat mir das enorm geholfen. Ich bin damals (2003) schon in Frankfurt am Main bei der Lebenshilfe gelandet. Ich konnte zwischen zwei Einrichtungen wählen und habe mich direkt für den Kindergarten bei der Lebenshilfe entschieden. Dort war damals eine Gruppe von 15 Kindern, davon 5 mit Sonderförderbedarf.

Mir hat es dort schon sehr gut gefallen und als ich nach Heidelberg umgezogen bin, stand für mich fest, entweder wieder bei der Lebenshilfe zu arbeiten oder was ganz anderes zu suchen. Dieser Wunsch bei der Lebenshilfe zu arbeiten wurde erfüllt und somit bin ich schon wieder seit 12 Jahren in der Pusteblume der Lebenshilfe Heidelberg.

» Was macht die Arbeit in einer integrativen Gruppe so besonders?

Karin: Das ist eine ganz besondere Frage und ich könnte vielleicht fast schon ein Buch darüberschreiben.

Die Arbeit in einer integrativen Gruppe ist sehr wertvoll. Ich habe schon so viele wunderbare Sachen erlebt! Ja, auch herausfordernde, aber das Schöne überwiegt!

In meiner Gruppe habe ich 16 Kinder, davon sind 4 Kinder mit erhöhtem Förderbedarf und 12 sogenannte Regelkinder. Mittlerweile ist es so, dass viele Kinder, sowohl die mit, als auch ohne Sonderförderbedarf, aus unserer inklusiven Krippe kommen. Somit haben die meisten Kinder schon eine inklusive Erfahrung gemacht.

Die Kinder in diesem Alter haben selten bis nie Berührungsängste zu Kindern, die anders sind und manchmal werden sie als gar nicht anders wahrgenommen.

Es ist wunderbar zu sehen, zu hören, wenn ein Kind mit Sonderförderbedarf von einem anderen Kind genauso begrüßt wird wie jedes andere Kind, wenn die Kinder sich im Morgenkreis wahrnehmen, sich aussuchen miteinander zu Tanzen, zu Spielen!

Es ist so besonders, wenn wir im Adventskreis einander eine Kerze schenken und kein Kind ausgelassen wird.Die Kinder sind so aufmerksam, wer war schon dran und wer noch nicht! Das erfüllt mich mit Freude und Dankbarkeit, sowas miterleben zu dürfen!

Rückblicke

» Gibt es eine Geschichte, an die Sie sich gerne zurückerinnern, bei der Ihre Arbeit besonders wertvoll war?

Karin: Ich habe viele besondere Momente mit Kindern erlebt, aber eine Geschichte möchte ich hier hervorheben.

Als L. schon 4 war, kam er zu uns in die Gruppe, weil er in seinem alten Kindergarten nicht bleiben konnte. Er war dort quasi herausgeworfen worden. Ich habe sehr mit diesem Kind mitgefühlt und gespürt, dass dieses Kind sehr viel Liebe und Aufmerksamkeit bräuchte. Auf sehr intensive Weise habe ich ihn begleitet.

Er hat am Anfang sehr viel geschrien, er konnte sich nicht auf etwas einlassen. Ich bin immer in seiner Nähe geblieben und habe ihn nicht für sein Verhalten bestraft. Ganz im Gegenteil, ich habe gesagt, dass ich ihn verstehe, weil er zurück wollte zu seinem alten Kindergarten. Dann sprach er von Sachen, die nicht alle verstanden haben, aber dadurch, dass ich im gleichen Ort wohnte, konnte ich mit ihm darüber reden und das hat ihm sehr geholfen, sich mir gegenüber zu öffnen.

So habe ich ihn 2,5 Jahre begleitet - mehr als intensiv - mit Höhen und Tiefen. Sein Lächeln hat immer ein Lächeln in mein Gesicht gezaubert, dafür haben seine Schreiattacken mich auf dem Rückweg nach Hause auch viele Tränen und Energie gekostet. Dennoch war eine leichte Veränderung spürbar.

Ich wusste, dass ich ihn am Ende der Kindergartenzeit gehen lassen musste und ich ihn nicht länger auf seinem Weg begleiten kann. Ich konnte mir ausmalen, dass es sehr schwierig werden würde in der Schule. In den letzten Tagen vor den Sommerferien haben wir die Abschiedsbriefe für die Vorschulkinder vorgelesen. Ich hatte einen Brief für ihn geschrieben, worin stand, was für ein toller Junge er ist und dass sein Lächeln so schön sei und ….. Er hörte zu und sog alles wie ein Schwamm in sich auf.

Als ich fertig war mit lesen, fragte er mich sofort, ob ich das nochmals vorlesen könnte! Später, wenn er selber lesen kann, hoffe ich, dass er das noch oft lesen wird und zurück denken kann an eine schöne Kindergartenzeit.

Beim Sommerfest habe ich ihm seine Schultüte mit Bagger überreicht und ihm gesagt, dass wir ihn nicht vergessen werden! Da sagte er, so dass jeder es hören konnte „ich werde dich auch nicht vergessen!“ Das war das schönste Geschenk, das ein Kind mir jemals gemacht hat. Wer weiß, welchen Samen ich in dieses Kind legen konnte und der später hoffentlich mal blühen wird!

Wenn ich dann im Spiel zwischen den Kindern in Rollenspielen beobachte oder höre, wie die Kinder untereinander sprechen, dann höre ich uns Erwachsene: Sie spielen das, was sie bei uns sehen und hören!

» Gibt es eine Geschichte, bei der Sie klar erkannt haben, dass das Kind hätte besser unterstützt werden können, doch das nicht möglich war? Wenn ja, was behinderte Ihre Arbeit?

Karin: Ja, auch solche Geschichten gibt es leider. Direkt ein Jahr nach L, kam ein Mädchen zu uns in die Gruppe. Auch sie war sehr schwierig in ihrem Verhalten. Es gab keine Diagnose.

Mehr und mehr kamen wir an unsere Grenzen, denn wir hatten den Eindruck, sie nicht zu erreichen. Wir haben die ganze Situation in der sich das Kind befand als sehr schwierig empfunden und wünschten uns eine psychologische Beratung für die Eltern und eine Behandlung für das Kind und auch eine Beratung für uns. Dies hat sich als sehr schwierig herausgestellt.

Angeblich hatten die Eltern Hilfe in Anspruch genommen, aber waren hiermit nicht zufrieden. Auch hier habe ich sehr viel Energie reingesteckt, allerdings mit weniger „Erfolg“. Als sich herausstellte, dass das Kind von der Schule noch ein Jahr zurückgestellt werden sollte, waren wir mit unseren Nerven schon am Anschlag. Dies haben wir auch im Team kommuniziert.

Die Eltern wünschten sich in der Zeit wieder einen Wechsel in ihre alte Gruppe (die aber nicht als solche wieder sein würde). Wir fühlten uns wie Versager. Wir sprachen noch darüber, ob dies nun wirklich eine gute Lösung für das Kind sein würde. Einerseits hätten wir es nicht noch ein Jahr kräftemäßig gepackt, andererseits wollten wir es auch nicht einer anderen Gruppe und somit den Kolleginnen aufdrängen. An diese Stelle haben wir uns gefragt, ob eine kinderpsychiatrische Behandlung sinnvoller gewesen wäre. Dies ist im Kindergartenalter wohl noch sehr schwierig.

Hier fühlte ich mich sehr alleine, denn die Hilfe, die wir benötigt hätten an Beratung und Unterstützung hat einfach gefehlt und hat auch im Jahr darauf in der anderen Gruppe gefehlt.

» Welche Voraussetzungen sind besonders wichtig für ein gesundes und glückliches Kinderleben?

Karin: Eine gute, starke und gesunde Bindung zwischen Eltern und Kind beginnend in der Schwangerschaft!

Dass es geliebt wird, so wie es ist! Dass ein Kind angenommen wird, so wie es ist! Dass das Kind fühlt, es ist gewollt! Dass ein Kind erfährt, dass es gut ist!

Dass es gesund ernährt wird, dass es genug Bewegung hat, dass die Eltern dem Kind Vertrauen schenken und es so auch andere Vertrauensbeziehungen aufbauen kann.

Wenn die Bindung zwischen Kind und Eltern stark ist, können die Eltern dem Kind Stärke vermitteln.

Integrativer Kindergarten: Gesellschaftliche Vorurteile?

» Wie sehen Sie gesellschaftliche Vorurteile gegenüber integrativen Kindergärten und Schulen? Was sind die Vorteile und ggf. Nachteile?

Karin: Integration ist in der Krippe und im Kindergarten gut zu leben. Allerdings braucht es auch genügend gutes und geschultes Personal.

Im integrativen Kindergarten gibt es viele Vorteile! Alle lernen voneinander und nicht „nur“ das Kind mit Behinderung von einem Kind ohne Behinderung! Kinder lernen viele soziale Fähigkeiten, zum Beispiel Geduld zu haben, wenn ein Kind nicht so schnell oder etwas noch nicht so gut kann. Sie lernen mit Stärken und Schwächen umzugehen und Freude an den kleinen Dingen zu haben, welche die Kinder erlernen.

Sie lernen, dass jedes Kind wichtig ist und seinen Platz hat. Sie erleben Unterschiede und lernen diese zu akzeptieren und anzunehmen. Sie lernen, dass jedes Kind angenommen wird - so wie es ist. Und sie lernen, dass jedes Kind seinen eigenen, individuellen Weg hat zu lernen.

Im Kindergarten habe ich es bisher sehr selten erlebt, aber von Schulen, an denen es Inklusionsklassen gibt, gehört, dass Eltern von nicht behinderten Kindern Angst hatten, dass die Kinder mit Behinderung die anderen ablenken. Dazu kann ich selbst wenig sagen, denn hier kommt es sehr auf die Behinderungsform an. Sicherlich haben auch Lehrer*innen großen Respekt vor dem Unterrichten in integrativen Klassen, denn sie sind oftmals nicht ausreichend geschult.

Es ist für Eltern von Kindern mit Behinderung auf jeden Fall eine sehr schwierige Entscheidung, auf welche Schule und in welcher Form sie ihr Kind einschulen können. Und nicht nur die Wahl der Schule ist eine große Frage, zusätzlich wartet auf die Eltern die ganze Bürokratie vorab, die sehr arbeits- und zeitintensiv ist. 

Schon mehr als einmal habe ich von ehemaligen Kindergartenkinder aus meiner Gruppe gehört, dass sie, nach einer inklusiven Einschulung, nach einer gewissen Zeit dann doch zu einer „Sonderschule“ (SPBZ) gewechselt haben.

» Was bringt den Kindern in ihrem alltäglichen Umfeld gerade am meisten Freude?

Karin: Die kleinen Highlights in einem normalen Alltag! Das können Erdnüsse beim Snack am Nachmittag sein, eine Turnstunde oder der Schwimmunterricht, eine Malaktion oder auch der Besuch in der Kinderwerkstatt sein.

Es kann auch die Begleitung von einem Kind zur Physiotherapie sein. Es kann ein intensives Spiel sein. Eine Handpuppe oder eine „Spielfigur“, die ein bestimmtes Thema oder Projekt für eine gewisse Zeit in der Gruppe begleitet.

Es kann aber auch das Vorlesen eines Buches sein. Das Spielen im Flur. Das Gespräch mit der Erzieherin. Das Quatsch machen mit den Erwachsenen.

Integrativer Kindergarten

Bild von tolmacho

» Was hat Sie zu Beginn Ihrer Arbeit überrascht / ist anders als erwartet?

 Karin: Je mehr Arbeitserfahrung ich habe, umso lebendiger und vielseitiger wird die Arbeit. Am Anfang meiner Berufszeit kam mir öfters mal der Gedanke: „Tag ein, Tag aus, Monat für Monat und Jahr für Jahr immer die gleichen Sachen, wie zum Beispiel Bastelarbeiten zu machen und die gleichen Lieder zu singen. Streitereien unter Kinder, Ausflüge und Feste, wiederholen sich immer.“ Wenn man es so betrachtet, stimmt das in gewisser Weise natürlich auch. Doch die Kinder, die Kolleginnen, die Umstände, die persönliche Entwicklung, usw., sind immer anders und das macht dann auch die Arbeit abwechslungsreich.

» Was würden Sie jemandem raten, der sich für Kinder einsetzen möchte und nicht weiß, wo er anfangen soll oder in welchem Bereich er oder sie das gerne tun würde?

Karin: Ich würde der Person raten, diverse Praktika in verschiedenen Bereichen, in denen mit Kindern gearbeitet wird, wie im Kindergarten, Krippe, Schule, Ergotherapie-Praxis, Hort, Kinderturnen, etc. zu machen.

Tipps für Eltern

» Was möchten Sie gerne Eltern mitgeben? Was können Sie jungen Eltern mitgeben, die diesen Artikel lesen.

Karin: Jedes Kind hat eine individuelle Entwicklung. Vergleichen Sie Ihr Kind nicht mit anderen Kindern. Folgen Sie Ihrem Bauchgefühl! Es muss nicht alles so laufen, wie es in einem Ratgeber steht.

Reden Sie mit Ihrem Baby schon während der Schwangerschaft, aber auch nach der Geburt. Auch wenn es noch nicht versteht, was Sie erzählen, ist es dennoch wichtig für die Sprachentwicklung. Lassen Sie Ihr Kind so oft wie möglich auf dem Boden liegen, auch in Bauch- und Seitenlage. Machen Sie Babygymnastik. Gehen Sie viel mit Ihrem Kind raus.

Lassen Sie Ihr Kind sich in seinem Tempo entwickeln. Das bedeutet, dass es krabbelt, wenn das Kind so weit ist, dass es anfängt zu laufen, wenn das Kind soweit ist, ganz ohne Gehhilfen und Laufwagen, usw.

Und falls Sie merken, dass Sie an Ihre Grenzen stoßen oder mit Fragen herumlaufen, oder Ihr Bauchgefühl Ihnen sagt, dass etwas nicht stimmt, dann scheuen Sie sich nicht Hilfe in Anspruch zu nehmen. Machen Sie sich stark für Ihr Kind!

Seien Sie für Ihr Kind ein Beispiel, denn Kinder lernen durch Nachahmung. Darum hat unser Vorbild einen großen Einfluss auf das Kind.

Der Schriftsteller Pearl S. Buck drückt das so aus: „Wenn Sie Ihren Kindern unbedingt etwas geben wollen, dann geben Sie ihnen ein gutes Beispiel.“

Der chinesische Philosoph Konfuzius hat es so formuliert: „Erzähle es mir – und ich werde es vergessen, Zeige es mir – und ich werde mich erinnern, Lass es mich tun – und ich werde es behalten.

Haben Sie den Mut bereit zu sein an sich selbst zu arbeiten, um Kindern ein gutes Beispiel zu sein.

Kinder dürfen auch Grenzen erfahren. Wichtig ist es, sie ihnen zu erklären. Es gibt überall Regeln und Grenzen. Denn Kinder, die in einem sozialen Umfeld mit überschaubaren Grenzen aufwachsen, haben erwiesenermaßen weniger Angst. Sie entwickeln mehr Vertrauen in sich und ihre Umwelt und werden so auch konfliktfähiger.

» Welche Möglichkeiten Sehen Sie, dass Eltern und Erzieherinnen zusammen an einem Strang ziehen?

Karin: Eltern sind die Experten für ihre Kinder! Die Erzieherinnen haben eine Ausbildung, manchmal ein Studium, machen Fortbildungen in verschiedenen Bereichen und haben mehr oder weniger Berufserfahrung. Wichtig in der Zusammenarbeit zwischen Eltern und Erziehrinnen, finde ich, dass es eine gegenseitige Wertschätzung gibt und dass es in der Zusammenarbeit um das Wohl des Kindes geht.

Es geht nicht darum, dass wir als Erziehrinnen etwas besser wissen oder jemand belehren wollen, sondern vielmehr darum, dass wir die Kinder viele Stunden am Tag in einer anderen Umgebung beobachten und erleben. Wir sehen, wie es sich entwickelt oder wo die Entwicklung stockt. Ich habe nie die Absicht defizitorientiert zu bewerten, sondern unser Ziel ist es, das Potenzial eines jeden Kindes zu sehen und ihm die Möglichkeit zu geben, dass es in seinem vollen Potenzial leben kann.

Für mich sind regelmäßige Entwicklungsgespräche eine optimale Möglichkeit. Wir berichten den Eltern von unseren Beobachtungen und im Gespräch merken wir, ob diese mit den Beobachtungen der Eltern, übereinstimmen. Hinzu kommen die "Tür und Angel"-Gespräche. Diese empfinde ich ebenfalls als sehr wichtig. Dabei muss es noch nicht einmal immer um das Kind gehen. Sondern hier habe ich die Möglichkeit, mit den Eltern in Kontakt zu treten, um sich besser kennen zu lernen.

Eine weitere Möglichkeit ist eine Hospitation von einem Elternteil in der Gruppe. Und auch Hausbesuche sind oftmals sehr hilfreich für alle Beteiligten.

» Wo stoßen Sie an Ihre Grenzen, was frustriert Sie bei Ihrer Arbeit?

Karin: Wenn wir als Erzieherinnen in Elterngespräche schwierige Dinge ansprechen, z.B., wenn wir uns nicht vorstellen können, auf Grund unserer eigenen Beobachtung und Erfahrung mit dem Kind, dass das Kind noch nicht eingeschult werden soll (abgesehen davon, dass wir das sowieso nicht entscheiden) und die Eltern das nicht annehmen können und eine ganz andere Wahrnehmung haben.

Oder auch, wenn unsere Anliegen nicht angenommen werden, z.B. was ein gesundes Frühstück angeht.

Es passiert auch, dass wir immer die gleichen Eltern an Dinger erinnern müssen, seien es Unterschriften oder sonstige Dinge. Das ist sehr frustrierend. Also, eigentlich eher die Arbeit mit den Eltern, wenn sie nicht gut läuft, als die mit den Kindern.

Ich möchte nicht noch die Eltern „miterziehen“.

» Was würden Sie sich für die Kinder in Zukunft wünschen?

Karin: Das immer mehr Erwachsenen, seien es Eltern als auch Pädagogen, sich mehr bewusst werden, wie sie mit Kindern umgehen und welche negative und positive Folgen unser Umgang mit den Kindern hat.

Die Art der Kommunikation, die Art der Wertschätzung und Anerkennung. Sodass immer mehr Kinder das Glück erfahren dürfen, dass sie angenommen, gewollt und geliebt werden, so wie sie sind. Dass sie mehr positive Erlebnisse habe, auch in der Schule. Dass das, was richtig war, unterstrichen wird, statt immer auf Fehler hinzuweisen. Dass Kinder in ihren Stärken gestärkt werden und bei den Dingen, in denen sie sich noch schwertun, die nötige Unterstützung bekommen. Dass Lernen mehr mit Bewegung kombiniert wird! Und das weniger bewertet wird.

Und ich wünsche mir, dass die Kinder sich so entwickeln können, dass sie zu glücklichen Menschen werden, die wissen, dass sie etwas bewegen können, weil sie stark sind!

» Karin, ich danke Ihnen von Herzen für dieses Interview.

Du möchtest noch weitere Helden für kleine Herzen kennenlernen?

Hier kannst du Teil 1 & 2 nachlesen:

Mit Liebe und Geduld zu einer glücklichen Familie

Tirza hat als Mutter eines Sohnes mit neuro-psychiatrischen Problemen einen langen Weg des Lernens hinter sich. Ihre Geschichte ist dennoch aufmunternd für uns alle

>> Teil 1 lesen

Gutes Sehen: Den ganzen Menschen im Blick haben.

Augenarzt Dr. med. Thomas Katlun behandelt in seiner Praxis in
Heidelberg Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit einem ganzheitlichen Ansatz.

>> Teil 2 lesen

Kennst du auch Menschen, die das Leben unserer Kinder verbessern? Wer ist für dich ein Held für kleine Herzen? Hinterlasse mir gerne einen Kommentar.

Und wenn auch du einen Beitrag zu dieser Blog Serie durch (d)eine Geschichte leisten möchtest, die vielleicht für andere Eltern die Initialzündung für einen für sie Heilung bringenden Weg sein kann, schreibe mir gerne eine Nachricht.

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Ich bin Silke Krämer.

Kinder- und Jugendcoach Professional, NLP Master und Coach, EMDR Traumatherapeutin und Gymnasiallehrerin

Ich helfe Familien, wenn es Schulstress gibt und daheim die Fetzen fliegen. Außerdem unterstützte ich Mütter und Väter dabei, sich den Herausforderungen des Familienlebens selbstbewusst zu stellen.

Als Trainerin für Reflexintegration helfe ich deinem Kind, damit ihm die Schule bei Konzentrations­schwächen, Lern- und motorischen Problemen leichter fällt.

Hol dir meine Familienpost!

Erhalte kostenlos etwa alle zwei Wochen nützliches Wissen, Tipps und Denkanstöße für dich und deine Familie aus meiner Coachingpraxis. Für weniger Stress mit der Schule, ein gutes Miteinander und eine starke Persönlichkeit.

Gutes Sehen: Den ganzen Menschen im Blick haben

Gutes Sehen: Den ganzen Menschen im Blick haben

Familie

07-2023

In dieser Artikelserie stelle ich Menschen vor, die mit viel Liebe und Leidenschaft das Leben unserer Kinder verbessern. Nach den bedrückenden Ereignissen des Jahres 2020/21 ist mir umso mehr aufgefallen, wie viel Gutes es doch auf dieser Welt gibt – und dass es bei allen erschütternden Nachrichten auch immer Helden gibt, die sich direkt ins Geschehen stürzen, um gerade den kleinen Menschen in unserer Mitte zu helfen.

Diese Alltagshelden haben manchmal Arztkittel an, manchmal schreiben sie (noch) mit Kreide auf Tafeln und manchmal nennen wir sie ‚Mama‘. Doch bei allen Unterschieden haben sie eines gemeinsam: Eine unermüdliche Leidenschaft dafür, Kindern mit viel Liebe zu begegnen und die Welt und ihre Zukunft damit ein Stückchen besser zu machen.

Und noch eine Eigenschaft haben sie gemein: Alle stutzten, als ich ihnen den Titel dieser Serie nannte und entgegneten: „ Ich sehe mich eigentlich gar nicht als Held, denn ich tue doch nur meine Arbeit.“ oder die Mütter sagten „… ich bin doch kein Held, nur weil ich für mein Kind das Beste will und mir wünsche, dass es glücklich ist. Das ist doch normal!“

Natürlich ist das für einen Held für kleine Herzen „normal“, doch was wäre das kleine Herz ohne tatkräftige Unterstützung?

Teil 2

Unserer nächster Held: Dr. med. Thomas Katlun 

In seiner Praxis in Heidelberg behandelt Dr. med. Thomas Katlun Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit einem ganzheitlichen Ansatz, der neben der direkten Verbesserung gesundheitlicher Probleme auch die Möglichkeiten aufzeigt, die trotz einer Erkrankung entstehen können.

Das Interview mit ihm bringt die ein oder andere unerwartete Antwort hervor und ist sehr aufschlussreich. Bestimmt ist in diesem Gespräch auch die eine oder andere interessante Anregung für dich dabei.

Einführung

» Dr. Katlun, sehen Sie sich als Held für kleine Herzen?

Dr. Katlun: Nein, Helden sind für mich Menschen, die Außergewöhnliches leisten. In unserer Praxis machen wir einfach unsere Arbeit so gut wie möglich und haben Kinder, Jugendliche und Erwachsene immer als Menschen in Ihrer Gesamtheit im Blick.

» Wie helfen Sie mit Ihrer Arbeit, das Leben von einem Kind zu verbessern?

Dr. Katlun: Oft müssen wir erst einmal versuchen, dem Kind die Angst vor Veränderungen zu nehmen, die zum Beispiel durch das Tragen einer Brille entstehen können. Zudem versuchen wir, mit Kindern und Eltern zusammen zu arbeiten, um ihnen die Möglichkeiten zu zeigen, die sich trotz Erkrankungen für sie bieten.

» Was liegt Ihnen inhaltlich besonders am Herzen?

Dr. Katlun: Bildung, Gesundheit und Wohlbefinden stehen in einem nachgewiesenen Zusammenhang. Für mich sind diese drei Dinge alle gleich wichtig – und es gilt, jeden Patienten und jede Patientin dort abzuholen, wo er oder sie steht. So kann jedem Menschen individuell geholfen werden, auch wenn alle Bereiche eigentlich gleich wichtig sind.

Gutes Sehen: Den ganzen Menschen im Blick haben 1

Bild von Brian Holmes

Sehprobleme bei Kindern erkennen

» Wann entwickelt sich die visuelle Fähigkeit? Klar, wir kommen nicht blind zur Welt, doch sehen Babys anders als Erwachsene oder ältere Kinder?

Dr. Katlun: Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass das Sehen schon sehr früh im Leben vorhanden ist, auch zum Beispiel das Farbsehen. Was sich im Nachgang entwickelt ist der Vorgang, dass das Gesehene auch verarbeitet, wie zum Beispiel wiedererkannt oder benannt werden kann.

Es gibt das periphere Sehen für das Seitenblickfeld, welches zuerst vorhanden ist, und das zentrale Sehen, das sich danach entwickelt. Das Akkommodieren, die natürliche Fähigkeit Dinge in unterschiedlichen Entfernungen sehen zu können, ist angeboren und kommt nur sehr selten nicht vor.

» Gibt es eine Altersgruppe, in der die Kinder am häufigsten mit Problemen zu Ihnen kommen?

Dr. Katlun: Im Alter bis zu 2 Jahren ist es häufig ein erstes Screening. Im Alter zwischen 6 und 8 Jahren führen eher die ersten Schulprobleme zu uns in die Praxis und ab der weiterführenden Schule geht es meist um die Sehschwächen in der Ferne. Eine Beratung folgt dann den Befunden und wir passen unsere Fragestellungen an, um jeder Person helfen zu können.

» Woran kann es liegen, dass Probleme entstanden sind?

Dr. Katlun: Darauf gibt es leider keine einfache und allgemeine Antwort. Es zählt immer die individuelle Situation. So kann es sein, dass Ursachen angeboren sind oder es ist auch möglich, dass gewisse Probleme durch einen ungeeigneten Lebensstil ungünstig verstärkt werden, wie beispielsweise zu wenig Sport oder zu viel Bildschirmzeit.

» Anhand welcher Merkmale könnten Eltern merken, dass ihre Kinder nicht so sehen, wie sie sollten?

Dr. Katlun: Dies kann sehr unterschiedlich sein. Wichtige Zeichen sind zum Beispiel Kopfschmerzen, Reiben und Zwinkern sowie zusammenkneifen der Lider. Auch ein unerklärlicher Leistungsabfall in der Schule kann ein Signal sein. Wir empfehlen auch den bestätigenden Gang zur Augenärztin oder zum Augenarzt, wenn eine Ergotherapie oder andere Therapien durchgeführt werden sollen.

Bei cerebral* bedingten Erkrankungen wie LRS, Autismus und AD(H)S erleichtert optimales Sehen die Gesamtsituation, zum Beispiel mit Hilfe einer Brille für die Schule oder das Lesen. So benötigt das Kind dann weniger Energie für das Erreichen der besten Sehleistung und ist insgesamt zufriedener.

 

*cerebral = das Großhirn betreffend

Lernprobleme durch Sehstörungen?

» Welche körperlichen Voraussetzungen müssen gegeben sein, damit ein Mensch lesen lernt?

Dr. Katlun: Zum Lesen lernen gehört erst einmal ein ausreichend guter Visus - das bedeutet, dass Sehstärke und Sehschärfe richtig vorhanden sind. Doch natürlich können auch Menschen mit einer Sehleistung von wenigen Prozent mit Hilfe von sehvergrößernden Hilfen das Lesen lernen – hier muss eben nur die richtige Unterstützung gegeben werden. Das eigentliche Sehen (Visus) kann durch Brille oder Kontaktlinsen verbessert oder erleichtert werden.

Die zweite Voraussetzung ist dann natürlich die kognitive* Verarbeitungsmöglichkeit und auch hier ist die richtige Unterstützung des Kindes durch Eltern, Lehrer und andere Bezugspersonen äußerst wichtig.

Doch wichtig ist es auch im Kopf zu behalten, dass nicht jeder Mensch und nicht jedes Kind gerne liest! Jedem sollte sein eigenes Entwicklungstempo gelassen werden. Ist jedoch keine Entwicklung sichtbar oder hat das Kind im Vergleich zu den anderen Jungen oder Mädchen deutliche Schwierigkeiten, sollte der Kinderarzt oder Augenarzt aufgesucht werden, um Unterstützungsmöglichkeiten zu finden.

*kognitiv: bewusste und unbewusste Vorgänge, die bei der Verarbeitung externer und interner Vorgänge ablaufen. Dazu gehören Erkennen, Wahrnehmung, Gedächtnis, Denken, Vorstellen, Handlungsplanung und Kommunikation. Kurz gesagt: die geistige Leistungsfähigkeit.

» Wie können Eltern die Sehfähigkeit ihrer Kinder unterstützen?

Dr. Katlun: Während die Ernährung natürlich eine wichtige Rolle bei der gesamten Entwicklung des Menschen spielt, gibt es für die Augen oder das Sehen in den ersten Lebensjahrzehnten momentan keine medizinisch begründeten Anhaltspunkte, dass zum Beispiel Karotten die Sehfähigkeit direkt verbessern würden.

Auch das Thema Sehtraining beispielsweise funktioniert nur mit einer gründlichen augenärztlichen Untersuchung vorher, inklusive Weittropfen der Pupillen. Mit dem Sehtraining kann man in bestimmten Fällen durchaus eine Verbesserung der Wahrnehmung erreichen, jedoch ist es nicht möglich, den besten Visus zu steigern.

Aus unserer Sicht ist erst einmal die Förderung und Forderung aller Sinne (Hören, Tasten, Riechen, Schmecken, Sehen und Gleichgewicht) wichtig und legt gute Grundlagen auch für die Entwicklung von Sehen und Verarbeiten.

Und eine große Bitte: lassen sie Ihre Kinder sich mindestens 2 Stunden täglich an der frischen Luft, draußen, ohne digitale Medien bewegen. Dazu wären natürlich auch mehr Sport und Bewegung in der Schule wünschenswert.

» Wie gehen Sie mit den schlechten Nachrichten / dem Schlimmen auf dieser Welt um, was gibt Ihnen die Kraft weiter zu machen und eine Perspektive?

Dr. Katlun: Manchmal wütend sein. Aber oft nur im ersten Moment. Dann ein wenig nachdenken, diskutieren in der Familie und mit Freunden, Sporttreiben. Eine grundsätzliche Dankbarkeit, dass ich zu den bevorzugten Menschen auf dieser Welt gehöre und das Gute in den Menschen da ist, lässt mich ruhig werden.

Und zudem versuche ich den anderen erst zu verstehen, dann mein Urteil zu bilden. Man sollte mit vielen Menschen das Gespräch suchen, man muss ja nicht mit allen deren Ansichten teilen 😉 ...

» Herr Dr. Katlun, ich danke Ihnen von Herzen für dieses Interview.

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Ich bin Silke Krämer.

Kinder- und Jugendcoach Professional, NLP Master und Coach, EMDR Traumatherapeutin und Gymnasiallehrerin

Ich helfe Familien, wenn es Schulstress gibt und daheim die Fetzen fliegen. Außerdem unterstützte ich Mütter und Väter dabei, sich den Herausforderungen des Familienlebens selbstbewusst zu stellen.

Als Trainerin für Reflexintegration helfe ich deinem Kind, damit ihm die Schule bei Konzentrations­schwächen, Lern- und motorischen Problemen leichter fällt.

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Gutes Sehen: Den ganzen Menschen im Blick haben

Mit Liebe und Geduld zu einer glücklichen Familie

Familie

06-2023

Helden für kleine Herzen - Die Serie über Alltagshelden

In dieser Artikelserie möchte ich Menschen vorstellen, die mit viel Liebe und Leidenschaft das Leben unserer Kinder verbessern. Nach den bedrückenden Ereignissen des Jahres 2020/21 ist mir umso mehr aufgefallen, wie viel Gutes es doch auf dieser Welt gibt – und dass es bei allen erschütternden Nachrichten auch immer Helden gibt, die sich direkt ins Geschehen stürzen, um gerade den kleinen Menschen in unserer Mitte zu helfen.

Diese Alltagshelden haben manchmal Arztkittel an, manchmal schreiben sie (noch) mit Kreide auf Tafeln und manchmal nennen wir sie ‚Mama‘. Doch bei allen Unterschieden haben sie eines gemeinsam: Eine unermüdliche Leidenschaft dafür, Kindern mit viel Liebe zu begegnen und die Welt und ihre Zukunft damit ein Stückchen besser zu machen.

Und noch eine Eigenschaft haben sie gemein: Alle stutzten, als ich ihnen den Titel dieser Serie nannte und entgegneten: „ Ich sehe mich eigentlich gar nicht als Held, denn ich tue doch nur meine Arbeit.“ oder die Mütter sagten „… ich bin doch kein Held, nur weil ich für mein Kind das Beste will und mir wünsche, dass es glücklich ist. Das ist doch normal!“

Natürlich ist das für einen Held für kleine Herzen „normal“, doch was wäre das kleine Herz ohne tatkräftige Unterstützung?

Helden für kleine Herzen

Unsere erste Heldin: Tirza

Heute möchte ich euch Tirza vorstellen. Sie hat als Mutter eines Sohnes mit neuro-psychiatrischen Problemen einen langen Weg des Lernens hinter sich. Ihre Geschichte ist dennoch aufmunternd für uns alle: Mit viel Liebe und Geduld haben sie und ihre Familie es geschafft, auf die Erkrankung einzugehen und verstehen in diesem Prozess der Heilung immer besser, wie sie alle den Sohn unterstützen können.

Danke Tirza, dass du deine Geschichte mit uns allen teilst!

„Mein Sohn war zu Beginn nicht in der Lage, mit anderen zu kommunizieren oder Augenkontakt herzustellen. Er war aggressiv anderen Kindern gegenüber, hatte täglich Bauchschmerzen, motorische Entwicklungsverzögerungen, schlechte Konzentration, mangelhafte Impulskontrolle und vieles mehr – deshalb wurde er im Grunde überall abgelehnt.

Nun ist er ein fröhliches und gesundes Kind, bewegt sich altersgerecht, schreibt ordentlich, malt, geht auf andere zu, versteht nonverbale Kommunikation und schläft viel besser.

Über diese und viele andere Verbesserungen sind wir überaus glücklich und dankbar. Unter anderem geht er nun auch vorsichtig mit seinen geliebten Brüdern um und zerstört zu Hause nur noch sehr wenig. Als Mutter hilft mir das enorm, jetzt muss ich nicht alle fünf Sekunden befürchten, dass er jemandem etwas tut, sich verletzt oder auf die Straße läuft.

Wir hatten auf unserem langen Weg der Heilung wirklich die ganze Palette. Heute macht es mich traurig, dass es solche Zustände überhaupt geben kann. Deshalb möchte ich gerne für andere Prävention betreiben und Eltern Hoffnung machen.

Ich hätte nie gedacht, dass mein Sohn, der in der Schule oft ausgeflippt ist und auch andere damit gefährdet hat, in Ruhe in der Garderobe oder auf dem Pausenhof mit vielen anderen Kindern sein kann und selber sagt, er fühlt sich dadurch gar nicht mehr so gestresst. Ich habe heute ein wunderbares Gefühl für seinen neuen Start in der Schule, wo er sich viel meldet und auch gescheites Zeug sagt.“

Tirzas Weg mit ihrer Familie

» Wie hast du es z.B. konkret geschafft, zu deinem Kind zu halten und ihm liebevoll den Rücken zu stärken?

Tirza: Seit Sommer 2018 haben so viele Bausteine zu der Heilung beigetragen. Das ist tatsächlich nicht leicht. Man braucht das Vertrauen, dass die Heilung vollständig kommt und muss so gelassen wie möglich an alles herangehen.

Es dauerte eine Weile, aber mit der Zeit ging es auch mir viel besser, ich konnte und kann wieder in eine entspannte Haltung hineinkommen. Wir haben immer versucht, unsere glücklichen Zeiten zu genießen, waren aber im Grunde komplett absorbiert durch unseren ersten Sohn.

Inzwischen haben wir drei Buben, sie sind glückliche Brüder, lieben sich, spielen süß miteinander und wir müssen nicht mehr mit der ständigen Angst leben, der Große tut dem Kleinen etwas Schlimmes an.

» Wie wichtig war Gemeinschaft auf deinem Weg? Das afrikanische Sprichwort ‚It takes a village to raise a child‘ besagt, dass man ein Dorf braucht, um ein Kind groß zu ziehen – war das bei euch der Fall, oder habt ihr euch mehr auf eure Kernfamilie verlassen?

Tirza: Mein Sohn war so heftig beieinander, dass enge, vertraute Personen kaum noch Kontakt zu ihm halten konnten und zum Teil nichts mehr mit ihm zu tun haben wollten. Wir mussten ihn total abschirmen und beschützen vor all den Vorwürfen, die alles nur noch schlimmer gemacht haben.

Im Nachhinein bin ich noch etwas schlauer geworden, aber das ist wohl grundsätzlich so. Wir hatten den Kindergarten gewechselt und da die Ernährung meines Sohnes einen großen Einfluss auf sein Verhalten hat, war mir dies sehr wichtig.

Mir wurde x-mal hoch und heilig versichert, dass täglich frisch gekocht wird, die Brühen selbst ausgekocht werden und kein Glutamat im Essen landete. Leider musste ich circa ein-ein-Viertel Jahre später herausfinden, dass dies eine Lüge war, das Pulver immer obendrauf landete und mein Sohn auch glutenhaltiges Essen bekam, worauf er reagierte.

Am Ende waren wir dadurch relativ froh über den Lockdown, so hat sich die Sache auf andere Weise entschieden und er konnte hier total zur Ruhe kommen und gesund werden. Er hatte vor dem Kindergartenwechsel wieder 6 Monate zu Hause verbracht, extrem große Fortschritte gemacht, war dann in der Lage, in einen Kindergarten zu gehen. Allerdings flachten die Fortschritte sehr bald deutlich ab.Ich hätte sofort merken müssen, dass ich belogen werde, hatte das als naiver Mensch aber nicht für möglich gehalten.

» Wie wirkten sich die Probleme mit eurem Kind auf die Partnerschaft aus? Gab es da auch Differenzen und unterschiedliche Meinungen/Erwartungen, oder konntet ihr als Kernfamilie euch stärken?

Tirza: Eine sehr wichtige und komplexe Frage. Anfangs wussten wir gar nicht, woher die Probleme kamen. Da mussten wir wirklich aufpassen, wie wir miteinander sprechen und nicht dem anderen plötzlich für irgendetwas die Schuld zu geben.

Wir führten eine sehr glückliche und friedliche Ehe, doch nun war es so, als würde ständig auf einen geschossen werden. Vor abwertenden Äußerungen von außen nahm mich mein Mann stets in Schutz, denn er wusste, wie sehr ich kämpfte und das Beste gab.

Tatsächlich waren wir aber beide am Ende unserer Kräfte und gefühlt darüber hinaus, denn ein schwieriges Kind ist nicht alles, was man im Leben stemmen muss. Anstrengende Arbeit, Schwangerschaft, Haushalt und andere psychische Belastungen kommen dazu.

Wir haben erst im Alter von vier Jahren erkannt, dass es sich bei unserem Sohn um eine neuro-psychiatrische Erkrankung (in unserem Fall wohl mehrere gleichzeitig) handelte.

Mein Mann kaufte mir ein Ticket für eine online Mama-Konferenz in den USA. Er kam darauf, weil er sich in all seinen Erziehungsfragen bei einer amerikanischen Mama-Bloggerin angemeldet hatte und regelmäßig ihre Artikel las. Über diese Mama kam Werbung für besagte Konferenz, die er mir weiterleitete und wofür ich mich sofort interessierte. Nach den kostenlosen Vorträgen kaufte er mir das Ticket für die restlichen. Ein Tag war beschrieben mit „Kinder mit Problemen“.

Ich musste mir eingestehen, ja, wir haben Probleme. Ich selbst war völlig kaputt, müde, überarbeitet, an der psychischen Belastbarkeitsgrenze und hörte gespannt zu. Ich wurde sehr angesprochen von einem angesehenen Neurologen, Dr. Robert Melillo, der in den USA BrainBalance-Zentren aufgebaut hat, um Kindern mit Schwierigkeiten zu helfen. Da wir dort nicht hinkonnten, besorgte ich mir sein Buch Disconnected Kids* und Hörbuch für das Programm zu Hause.

Ich war zu Tränen gerührt, als ich Erfahrungsberichte anderer Mütter las und hörte, in denen ich mich komplett wiederfand. Diese Kinder konnten am Ende wieder gesund und glücklich sein. So begann ich das umfangreiche, genau beschriebene neurologische Programm und hielt daran fest.

Kaum war das Problem erkannt und ein Ausweg gefunden, konnten wir uns gegenseitig sehr stärken und zogen an einem Strang. Wenn schwierigere Zeiten kamen, glaubte ich Dr. Melillo, der schrieb, dass auftretende Schwierigkeiten ein Zeichen dafür sind, dass sich was tut, das Gehirn sich umstrukturiert und wir bitte durchhalten sollen

» Wie gehst du mit dem Thema Schuld und Selbstvorwürfe um? Oftmals weiß man ja rational, dass man sein Bestes gibt aber verspürt trotzdem eine emotional hohe Belastung gegenüber seinem hilflosen Kind.

Tirza: Bis ich all dies gelassen hinnehmen konnte, war ich wirklich auch zu oft sehr ungeduldig und nicht so nett wie sonst eigentlich. Da erinnerte ich mich immer wieder an unseren liebevollen und gütigen Schöpfer und vertraute darauf, dass er uns, wie in der Genesis beschrieben, nach seinem Ebenbild, also wundervoll geschaffen hat.

Alles, was wir zur Gesundheit brauchen, hat er in uns hineingelegt, darauf vertraue ich. Und das Osterfest bekam umso mehr Kraft für uns. Ich konnte meine Sorgen ’nach oben' abgeben.

» Häufig werden die klassische Schulmedizin und alternative Heilmethoden als Gegensätze dargestellt anstatt als Ergänzung. Was war hier deine Erfahrung?

Tirza: Meine Erfahrung in diesem Bereich war relativ einseitig. Die Schulmedizin ist vermutlich für einen großen Teil der Misere verantwortlich, das fing bereits direkt nach der Geburt an mit Sab Simplex gegen meinen Willen (schädigt den Darm), fehlende Aufbaukur, und den vielen frühen Impfungen.

Die Konzepte der Heilpädagogik brachten mir auch kaum Lösungen. Statt dessen wollte man mich überzeugen, dass sich bei meinem Kind keine Besserung einstellen kann, sondern dass ich lernen muss, mein Kind zu verstehen und ihm den passenden Rahmen dafür bieten muss, sprich, es niemals auf eine Regelschule gehen wird etc.

Wir Eltern waren entschlossen, den alternativen Heilmethoden Glauben zu schenken und haben wirklich alles probiert, was uns Besserung versprach - besseres Essen, Nahrungsergänzungsmittel, Reflexintegrationskurs Rexi bei Silke, besondere Bettdecken.

Ich blieb seitdem auch wieder ohne Einkommen zu Hause, eine gemeinsame Entscheidung von mir und meinem Mann. Für uns war es all dies gemeinsam, was langsam Heilung brachte.

» Hast du aus deiner Erfahrung konkrete präventive Tipps für ein gesundes Kinderleben gewonnen?

Tirza: Immer mehr Eltern haben inzwischen ein sehr gutes Bewusstsein für die Umweltgifte, denen wir und unsere Sprösslinge ausgesetzt sind. Jedoch bringen wir sie nicht in Zusammenhang mit Verhaltensauffälligkeiten und daraus resultierenden Behinderungen oder seien es nur ständige Kopfschmerzen.

Hier sehr bewusst zu ernähren und auf künstliche Zusatzstoffe und Zucker zu verzichten. Leider betrifft das auch normale Nahrungsmittel wie Getreide und Milch. Das ist sehr wichtig. Ich empfehle zu überlegen, ob man sich Bio-Produkte leisten kann oder will.

Ebenso bei anderen Dingen, denen man ausgesetzt ist achtsam sein, wie zum Beispiel Teppichen, Windeln, Stofftieren, Plastikflaschen, Plastikschüsseln/Tupperdosen und auf ungiftige Alternativen umsteigen. Die Kinder anleiten, warum man was wie macht, wie man Dinge selbst herstellen und kochen kann.

Unbedingt Brühe vermeiden, die Geschmacksverstärker (Mononatriumglutamat) enthält. Stattdessen sollte man lernen, wie man selbst Knochen auskocht, um die wertvollen Inhaltsstoffe zu bekommen. Viel an die frische Luft gehen, bewegen, Liebe zeigen, denn eine gute Psyche trägt entscheidend zur Gesundheit bei.

Nicht alle Kinder bekommen die gleichen gravierenden Auswirkungen, da sie unterschiedliches genetisches Material haben. Das Wichtigste ist, dass man bei Problemen nicht wegschaut, sondern sie anerkennt und den Weg zur Heilung losgeht. Wissen ist Macht, und sich zu bilden ist äußerst ratsam.

Mit Liebe und Geduld zu einer glücklichen Familie 2

Bild von Hari Mohan  

Ausblick: So geht's weiter

Ich danke dir von Herzen, liebe Tirza, dass du eure Geschichte mit uns teilst! 💚

Im nächsten Blogbeitrag zu der Serie "Helden für kleine Herzen" führe ich ein Interview mit Augenarzt Dr. med. Thomas Katlun. In seiner Praxis in Heidelberg behandelt er Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit einem ganzheitlichen Ansatz, der neben der direkten Verbesserung gesundheitlicher Probleme auch die Möglichkeiten aufzeigt, die trotz einer Erkrankung entstehen können.

Kennst du auch Menschen, die das Leben unserer Kinder verbessern? Wer ist für dich ein Held für kleine Herzen? Hinterlasse mir gerne einen Kommentar.

Und wenn auch du einen Beitrag zu dieser Blog Serie durch (d)eine Geschichte leisten möchtest, die vielleicht für andere Eltern die Initialzündung für einen für sie Heilung bringenden Weg sein kann, schreibe mir gerne eine Nachricht.

 

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Ich bin Silke Krämer.

Kinder- und Jugendcoach Professional, NLP Master und Coach, EMDR Traumatherapeutin und Gymnasiallehrerin

Ich helfe Familien, wenn es Schulstress gibt und daheim die Fetzen fliegen. Außerdem unterstützte ich Mütter und Väter dabei, sich den Herausforderungen des Familienlebens selbstbewusst zu stellen.

Als Trainerin für Reflexintegration helfe ich deinem Kind, damit ihm die Schule bei Konzentrations­schwächen, Lern- und motorischen Problemen leichter fällt.

Hol dir meine Familienpost!

Erhalte kostenlos etwa alle zwei Wochen nützliches Wissen, Tipps und Denkanstöße für dich und deine Familie aus meiner Coachingpraxis. Für weniger Stress mit der Schule, ein gutes Miteinander und eine starke Persönlichkeit.

4+4 Gründe, warum Nein sagen so wichtig und oftmals so schwer ist

4+4 Gründe, warum Nein sagen so wichtig und oftmals so schwer ist

Familie

04-2023

Erfahre, warum es so wichtig und gleichzeitig schwer ist, Nein zu sagen und Grenzen zu setzen. Erfahre außerdem, wie du liebevoll und selbstbewusst Grenzen setzen kannst, um eine gesunde Beziehung zu deinem Kind aufzubauen. Und warum ein Nein auch ein Geschenk an dein Kind sein kann.

nein sagen lernen in der erziehen

Bild von Lisa Runnels

Nein sagen bedeutet Sicherheit geben

„Wissen Sie“, sagt die enttäuschte und erschöpfte Mutter zu mir:

„Am Wochenende habe ich es ihm wieder gesagt, dass er etwas für die Schule tun muss und jetzt nicht raus kann mit seinem Freund, weil er davor den ganzen Tag vor dem Computer gezockt hat.“

Und sie erklärt mir langatmig, was sie ihm gesagt hat.

Ich frage sie, ob sie ihm das zum ersten Mal gesagt hat?

Sie verneint: „Ach was, das habe ich ihm schon hundert Mal gesagt!“

Ich frage sie, warum sie es ihm dann WIEDER erklärt hat?

Sie ist verzweifelt und fragt, was sie denn stattdessen tun solle?

Dann rutscht ihr raus, dass es ihr nie besser gehen wird, solange sich ihr Sohn so verhält.

Sie ist traurig und ratlos.

Und es schwingen Vorwürfe durch den Raum.

 

Die Mutter wünscht sich von ihrem Sohn ein erwachsenes und fürsorgliches Verhalten ihr gegenüber.

Doch er verhält sich wie ein Kind - also eigentlich ganz normal.

Er bewegt sich entlang der Grenzen, die sie ihm setzt.

Da die Mutter es - aufgrund ihrer eigenen Geschichte - nicht schafft, ihrem Sohn Grenzen zu setzen, überschreitet der Junge die „Wunschgrenzen“ der Mutter. Er nimmt ihre Worte nicht mehr ernst, weil sie eine irreale, nicht vorhandene Grenze erklären.

Man kann ihm keinen Vorwurf machen.

Erschwerend kommt hinzu, dass er so langsam in ein Alter kommt, in dem man erwartet, er solle wissen, wo die Grenze sei. Aber das schafft er nicht selbständig, denn er hat es ja nicht gelernt.

Es ist ein bisschen so, als beschliesse mein Mann, ich solle abnehmen. Allerdings stellt er zu jeder Mahlzeit einen Nusskuchen vor meine Nase. Na klar nehme ich jedes Mal ein Stück - ich liebe Nusskuchen! Und es ist ja nur EIN Stückchen. Außerdem wollte er, dass ich abnehme, nicht ich. Meine Motivation ist also relativ gering.

Abends im Bett wirft er mir dann vor, dass ich so viel Kuchen gegessen habe. Dabei sollte ich doch abnehmen. Nun ja, er hat ihn mir doch hingestellt und ich wollte eigentlich gar nicht abnehmen, denn Nusskuchen essen macht mir Spaß.

So in etwa ist es mit der Zockerei.

Dem Jungen macht sie Spaß und Lernen nicht. Also zockt er lieber. Außerdem steht der Computer in seinem Zimmer - so, wie der Nusskuchen vor meiner Nase - und ist immer verfügbar.

Die Situation ist verfahren.

Natürlich wird sich der Junge wehren, wenn man ihm jetzt die Spielzeit einschränkt. Es ist hart, auf einmal seiner „Freiheiten“ beraubt zu werden.

Außerdem hat er gelernt, dass es sich lohnt zu kämpfen, denn er gewann bisher immer. Also wird es einen riesigen Aufstand geben. Das weiß seine Mutter auch und deshalb fällt es ihr noch schwerer, ein NEIN auszusprechen.

Vier Gründe, die dich am Nein sagen hindern können

Doch was ist am Nein sagen so schwierig? Es ist doch nur ein kurzes Wort mit vier Buchstaben. Wo ist das Problem?

Warum das Nein sagen vielen so schwer fällt, hat verschiedene Ursachen. Manchmal kommen auch mehrere Gründe zusammen und die meisten resultieren aus der eigenen Vergangenheit.

1. Angst vor Zurückweisung

Wenn eine Mama Angst vor Zurückweisung hat, weil sie als Kind selbst immer gefallen musste, um von ihren Eltern Zuwendung, Aufmerksamkeit und Liebe zu bekommen, ist dieses Muster sehr fest und tief verankert.

Dann fällt es ihr als erwachsene Frau immer noch schwer, jemandem etwas zu sagen, was dem Gegenüber mißfallen könnte. In solch einem Fall gehen sofort die Alarmglocken los und lösen ein Gefühl der Unsicherheit aus.

Wenn das Kind dann anfängt zu toben und zu schreien und ein Machtkampf beginnt, verliert die Mama irgendwann die Nerven. Sie fühlt sich hilflos, ohnmächtig, verzweifelt und schuldig.

Wenn das immer wieder so ist, ist es genau dieses Muster, das dann immer wieder abläuft: Die Mutter weiß, dass sie Nein-sagen sollte, sie hat jedoch unterbewusst Angst vor Zurückweisung, weil das Nein auf Ablehnung treffen wird. Sie wird unsicher. Die Unsicherheit schwächt sie. Sie gibt am Ende nach.

2. Als Kind wurde die Mama mit ihren eigenen Bedürfnissen nicht gesehen

Sie durfte nie einen Aufstand machen. Das führte dazu, dass sie als Kind gelernt hat, ihre Bedürfnisse zurück zu stecken.

Nun ist das Nein sagen zwar zum Wohle des Kindes, doch fühlt es sich für die Mama so an, als wäre es „ihr“ Nein. Wenn man nie ernst genommen und gehört wird, lernt man nicht, seine Meinung und sich selbst zu vertreten. Also wird man es als Erwachsener auch nicht schaffen.

3. Das schlechte Gewissen

Die Mama hat ein schlechtes Gewissen, weil zum Beispiel die Geburt des Kindes schwierig war, sie getrennt lebt oder eine schwere Trennungsphase hinter sich hat.

Vielleicht galt es eine Tief-Phase im Leben zu durchleben, während derer wenig Zeit und Aufmerksamkeit für das Kind blieb, vielleicht gab es eine Depression in der Familie, oder das Kind war schwer krank.

Sie denkt dann, sie müsse alles wieder gut machen und packt ihr Kind deshalb in Watte.

4. Ein zu großes Harmoniebedürfnis

Durch ein zu großes Harmoniebedürfnis vernachlässigt die Mama ihre eigenen Bedürfnisse, was Stress und psychische Belastungen verursacht. Sie geht Streit und Ärger aus dem Weg.

Ursachen können ihre eigene Erziehung und ihr soziales Umfeld sein. Ein tief verwurzeltes Muster im Erwachsenenalter entsteht oft, wenn man als Kind es anderen immer recht machen musste.

All diese Muster sitzen tief im Unterbewusstsein. Wenn man sie nicht erkennt und auflöst, werden sie immer wieder hoch kommen und der Kreislauf wird so ewig weitergehen, bis das Kind auszieht. Doch dann geht es womöglich mit dessen Kindern genauso weiter.

Schon alleine um den Kreislauf zu durchbrechen lohnt es sich, das Nein sagen zu lernen.

Was passiert, wenn man seine alten Muster aufgelöst hat? Nein, man mutiert nicht zum Oberfeldwebel, der bei jeder Gelegenheit ein Nein durch den Raum schmettert. Man wird seinem Kind eine ruhige, gelassene und liebevolle Führungsperson sein, die sieht, was es wirklich braucht. Der Blick öffnet sich nach außen. Man ist selbstbewusst, konsequent und ehrlich.

Schafft man es, im richtigen Moment ein klares, ehrliches und liebevolles Nein zu sagen, wird das Kind viel lernen.

Vier Gründe, für die es sich lohnt, Nein sagen zu lernen

Kann ein Nein ein Geschenk für ein Kind sein?

Jeder Mensch hat die Grundbedürfnisse nach Nahrung, Schlaf, Wasser und Luft.
Genauso wichtig für das gute Gedeihen eines Kindes ist es, dass seine emotionalen Grundbedürfnisse befriedigt sind.

Diese sind: Liebe, Grenzen und Sicherheit.

1. Nein sagen bedeutet Sicherheit geben

Damit ein Kind sich sicher fühlen kann, sollten seine Hauptbindungspersonen ihm gegenüber zuverlässig, berechenbar und gerecht handeln. Das gibt dem Kind die Sicherheit, die es als junger Mensch braucht. Es möchte sich in sicheren Händen wissen, sich auf seine Eltern verlassen können und nicht die Verantwortung übernehmen müssen, für die es noch gar nicht reif genug ist, sie zu tragen.

In immer der selben Situation Nein zu sagen gibt diese Sicherheit. Das Kind lernt sein Gegenüber einzuschätzen. Das spart viel Energie und Reiberei, weil es nicht ständig hinterfragen muss. Es spürt, dass Mama oder Papa hinter dem stehen, was sie sagen und das gibt einen Rahmen vor. Einen Rahmen, in dem man sich sicher bewegen kann.

Ein Nein auszusprechen, weil man gerade wütend ist, weil der Chef auf der Arbeit einem blöd kam, ist nicht das Nein, um das es hier geht. Das Nein dient nicht zur Demonstration von willkürlicher Macht.

Wir sprechen über das wegweisende Nein.

Es ist in etwa so zu verstehen, wie beim Ostereier suchen das heiß und kalt. Das kalt wird nicht als Bestrafung empfunden, sondern als Wegweiser zum Ei.

2. Nein sagen bedeutet sich ernst nehmen

Wer keine Grenze durch ein klares „nein, das will ich nicht“, einfordert, vermittelt dem anderen, dass man ihn nicht ernst nehmen muss, weil er sich selbst ja gar nicht ernst nimmt.

Das Kind spürt, dass es Mama oder Papa rumkriegen kann durch Wutausbrüche, weil sich die Eltern selbst so unsicher sind. Das Kind übernimmt dann die Führung. Es weiß, dass es schlussendlich doch als Sieger aus dem Ring gehen wird, also bleibt es eisenhart.

Wie soll es auf die Idee kommen, Mama oder Papa zu respektieren, wenn sie sich selbst nicht respektieren?

3. Ein Nein stärkt die Resilienz

Impulskontrolle und Widerstandskraft bzw. Resilienz eines Kindes werden gestärkt, wenn es lernt damit zu leben, dass sich seine Wünsche nicht immer verwirklichen lassen.

Nur durch ein Nein kann es lernen, ein Nein zu akzeptieren.

Sicherlich wird es später im Leben mit einigen Neins klar kommen müssen, sodass sich diese Lektion auf jeden Fall lohnt.

4. Lernen, Grenzen zu respektieren

Im sozialen Miteinander ist es essentiell, die Grenzen der anderen respektieren zu können.

Wer aufgewachsen ist, indem er nur seine eigenen Bedürfnisse einfordert, jedoch nie auf die der anderen eingeht und deren Grenzen respektiert, wird es später schwer haben. Sei es bei der Teamarbeit im Job, im Sportverein oder im Freundeskreis.

Im schlimmsten Fall wird es ausgeschlossen werden.

Man tut dem Kind damit also wirklich keinen Gefallen.

Das Nein sagen lernen und ausprobieren

Auch wenn es viele Erklärungen gibt, warum man nicht Nein sagen kann, ist die Schwere der Konsequenz des Nicht-Nein-Sagens offensichtlich.

Meine Auflistung der Gründe, warum sich Nein sagen immer wieder lohnt, möchte dir dabei helfen, dich zu motivieren, nach deinen eigenen Mustern zu suchen, um sie auflösen zu können.

Nicht immer ist das einfach - und es ist möglich!

Übrigens gibt es auch Kinder, die lange Erklärungen hassen und eine klare Ansage bevorzugen. Probiere doch mal aus, welcher Typ dein Kind ist. Sag einfach mal nein und mache einen Punkt dahinter.

Warte ab, was passiert.

Vielleicht klappt es ja sogar und es ist viel einfacher, als du jemals gewagt hattest zu hoffen. Und du wirst sehen, dass jedes weitere nein immer leichter werden wird.

Gleichzeitig wird sich dein Kind entspannen, weil du zu einer zuverlässigen, berechenbaren und respektvollen Führungsperson geworden bist.

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Ich bin Silke Krämer.

Kinder- und Jugendcoach Professional, NLP Master und Coach, EMDR Traumatherapeutin und Gymnasiallehrerin

Ich helfe Familien, wenn es Schulstress gibt und daheim die Fetzen fliegen. Außerdem unterstützte ich Mütter und Väter dabei, sich den Herausforderungen des Familienlebens selbstbewusst zu stellen.

Als Trainerin für Reflexintegration helfe ich deinem Kind, damit ihm die Schule bei Konzentrations­schwächen, Lern- und motorischen Problemen leichter fällt.

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Hochsensibilität bei Kindern: Wegweiser statt Problem

Hochsensibilität bei Kindern: Wegweiser statt Problem

Familie

02-2023

Was bedeutet eigentlich Hochsensibilität bei Kindern?

Da unsere kleinen Menschen noch stark von uns abhängig sind, ist es uns als Eltern natürlich unglaublich wichtig, sie richtig zu unterstützen. Und da das Zusammenleben mit einem hochsensiblen Menschen manchmal auch das Gegenüber in besonderem Maße fordert, wünschen sich beide Seiten Unterstützung.

Schon lange liegt mir das Thema Hochsensibilität am Herzen. Doch - was genau ist denn Hochsensibilität eigentlich? Ist es nicht auch wieder so ein moderner Firlefanz?

Hochsensibilität ist keine Krankheit oder Diagnose, sondern vielmehr als bunter Blumenstrauß bestimmter Charaktereigenschaften zu verstehen.

Definition von Hochsensibilität

Hochsensibilität ist eine angeborene Verhaltensdisposition gegenüber neuen Umweltreizen, die mit Verhaltenshemmung, sensorischer Sensitivität, vertiefter Informationsverarbeitung, sowie erhöhter emotionaler physiologischer Reaktivität einher geht. (Aron & Aron und Jagiellowicz, 2012)

Entwurzelnder Sturm statt Wind unter den Flügeln: Warum ist hochsensiblen Kindern immer alles zu viel?

Wir alle wissen, was für einen großen Einfluss das Umfeld auf ein Kind haben kann: Wenn die äußere Welt stimmig ist, dann geht alles viel einfacher. Eine geliebte Erzieherin im Kindergarten und tolle Freunde in der Grundschule. Ein Lehrer in der siebten Klasse, der die Neugier weckt und fördert. Das alles wirkt wie Wind unter den Flügeln.

Doch was ist, wenn die Umwelt statt Wind unter den Flügeln zum Sturm wird, der einen Baum zu entwurzeln droht? Wenn wir merken, dass unsere Kinder überfordert sind, sich klein machen oder überkochen und ‚falsch‘ fühlen und gar nichts mehr geht? Oft führt dies, gerade in jungen Jahren, zu einem angespannten Eltern-Kind-Verhältnis.

Du fragst dich vielleicht: Was habe ich falsch gemacht? Warum zieht mein Kind, das in entspannten Situationen so klug und offen und toll ist, sich so oft zurück oder reagiert über? Warum ist immer alles zu viel?

Es kann zur Verzweiflung treiben, wenn man das Gefühl hat, dass das eigene Kind ein zartes Pflänzchen ist, dem die ‚echte Welt‘ zu viel ist. Schließlich wollen wir ja alle glückliche Kinder, die sich richtig entfalten können! Vor allen Dingen im sozialen Umfeld eines Kindes wie Kindergarten und Schule haben hochsensible Kinder oft Schwierigkeiten, weil sie mehr Freiraum und Ruhe brauchen und entweder sehr zurückgezogen oder extrem emotional reagieren, wenn sie überfordert sind.

So können ‚nette‘ Filme ein hochsensibles Kind tagelang wach halten, die ‚lustige‘ Musikstunde wird zum Grund für Kopfschmerzen und der ‚spontane‘ Stuhlkreis verursacht Bauchweh und Schweißausbrüche.

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Bild von Džoko Stach

Vielleicht rennt dein Kind auch bei bunten Geburtstagsfeiern aus dem Zimmer, oder es bricht in Tränen aus, wenn es vor Oma und Opa ein Geschenk auspacken soll – so oder so fällt das Kind auf, weil es in ‚normalen‘ Situationen deutlich reagiert. Und häufig wird das natürlich von anderen Personen kommentiert: Was ist denn jetzt schon wieder los? Warum ist das denn bitte ein Problem? So schlimm ist das doch nicht?

Du und dein Kind bekommen das ungute Gefühl, den tiefen Selbstzweifel, dass das sensible Verhalten ganz falsch ist: Ein Problem, das gelöst werden muss und keinen Zweck im Alltag hat.

An diesem Punkt begegnet uns das Thema Hochsensibilität. Es ist nicht etwa eine Krankheit oder Störung, sondern viel mehr ein Konzept, das uns dabei hilft zu verstehen, weshalb manche von uns sich von äußeren Reizen wie Geräuschen, anderen Menschen oder Unbekanntem schneller überwältigt fühlen. Wissenschaftlich gesehen ist bei diesen Personen nämlich einfach das Nervensystem anders ‚verkabelt‘, sodass diese Reize stärker und tiefer wahrgenommen werden.

Die verschiedenen Typen der Hochsensiblen

So gibt es nicht nur das typische Sensibelchen, den emotional-introvertierten Hochsensiblen, sondern man unterscheidet verschiedene Typen. Dennoch ist dieser Typ mit ca. 70% am häufigsten vertreten. Gerade, weil die anderen Typen nicht so bekannt sind, ist es wichtig, auch sie zu kennen, um die Hochsensibilität nicht mit anderen Störbildern zu verwechseln.

30% der Hochsensiblen sind extrovertiert, manche haben den sogenannten „sensation seeker“ Anteil in sich. Sie sind ständig auf der Suche nach Stimulation ihrer Sinneskanäle. Das kann mitunter zu extremer Risikobereitschaft führen.

Die Introvertierten sind wiederum neben dem empathisch Hochsensiblen in drei weitere Kategorien zu unterteilen: kognitiv hochsensibel, sensorisch hochsensibel (das wäre in extrovertierter Form der sensation seeker) und der spirituell hochsensibel.

 

  • Empathisch Hochsensible verfügen über ein ausgesprochen großes Einfühlungsvermögen für sich und andere. Sie erspüren atmosphärische Stimmungen und können sogar oftmals intuitiv die Beziehungsqualität zwischen den anwesenden Personen erfühlen.
  • Kognitiv Hochsensible: Dieser Typ kann sich sehr in ein Thema vertiefen und es analytisch und intellektuell durchdenken. So erkennt er komplexe Zusammenhänge oder Lücken im System. Seine Emotionen richten sich mehr nach innen und sind für andere Menschen nicht offensichtlich.
  • Sensorisch Hochsensible: Sie sind besonders empfänglich für Reize, die über die Sinne wahrgenommen werden. Sie sind, wenn ein übersensibler Geschmackssinn vorliegt, empfindlich bei der Auswahl von Speisen.
  • Spirituell Hochsensible: Sie haben Zugang zur immateriellen Welt, möglicherweise mit Wahrnehmung ausgestattet, die sich dem Rest der Allgemeinheit verschließt. Können sich von Schamanismus oder Religionen angezogen fühlen.

Wesenszüge von hochsensiblen Kindern: Schwächen, die auch Stärken sind

Selbstverständlich ist diese Erklärung stark vereinfacht und bei Interesse kann man viel, viel Fachliteratur finden, die alle Prozesse im Detail erklärt. Aber hier möchte ich vor allen Dingen eines verdeutlichen:

Hochsensibilität ist kein Fehler, der in Ordnung gebracht werden muss. Sie ist mehr als ein bunter Strauß an Charaktereigenschaften zu sehen, die in Summe unter der Klassifizierung hochsensibel gesehen werden kann. So, wie es eben Frühlingssträuße und Brautsträuße gibt, gibt es auch ‚hochsensible Sträuße‘.

Viel mehr geht es darum, das Umfeld so weit wie möglich anzupassen – beispielsweise durch Wahl eines richtigen Kindergartens – und dann für alle anderen Situationen dem Kind Werkzeuge an die Hand zu geben, damit es sich sicher und glücklich durch die Welt bewegen kann.

Hast du den Verdacht, dass dein Kind sich auf dem Spektrum in Richtung ‚hochsensibel‘ befindet, kannst du jetzt also erst Mal durchatmen. Was sich auf der einen Seite unter anderem als Unkonzentriertheit, Erschöpfung, schlagartigem Bedürfnis nach Rückzug / Ruhe oder psychosomatische Beschwerden äußern kann, bedeutet nämlich auf der anderen Seite, dass dein Kind die unglaubliche Gabe hat, seine Umwelt genau wahrzunehmen und dass es je nach Typ reflektiert, kreativ und/oder empathisch handeln kann! In moderner Sprache sind das ja alles höchst gewünschte ‚Soft Skills‘ ...

 

Stärken und Potenziale hochsensibler Kinder - je nach Subtyp

  • Gutes bis überdurchschnittliches Einfühlungsvermögen
  • Ausgeprägte Detailwahrnehmung
  • Schnelle Auffassungsgabe
  • Sehr gutes intuitives Empfinden (6. Sinn)
  • Kreativität, viel Phantasie
  • Hohe Reflexionsfähigkeit
  • Hohe Empathie-und Feinfühligkeit für eigene und Gefühle anderer
  • Verlässlichkeit
  • Ausgeprägter / starker GerechtigkeitssinnAusgeprägte Sozialkompetenz
  • Ausgeprägte, tiefe sensorische Wahrnehmung von Erlebtem
  • Oft starke Verbindung zu Tieren, Natur, Musik, Kunst, Dichtung
  • Gute Konzentration in ruhiger Umgebung
  • Mögen Ordnung und klare Strukturen
  • Körpergeschick
  • Künstlerische Talente
  • Gewissenhaftigkeit
  • Erst denken ... wollen das Große Ganze verstehen ... dann handeln
  • Hoher Eigenanspruch (Miniperfektionisten)
  • Früher und großer Wortschatz
  • Teilweise Hochbegabung
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Bild von ArsAdAstra

Erkenne die Wesenszüge bei Hochsensibilität als Wegweiser

Zum Glück beschäftigt sich unsere Gesellschaft immer mehr damit, wie wir Kinder je nach Persönlichkeit unterstützen können und so wächst auch das Bewusstsein für Hochsensibilität.

Die Amerikanerin Dr. Elaine Aron prägte den Begriff zwar erst Mitte der 1990er, doch uns fällt sicherlich allen ein Beispiel von einem Familienmitglied oder Bekannten ein, dessen Charakter wir aufgrund seines feinen Gespürs und dem Bedürfnis nach Ruhe als hochsensibel einstufen können. Das Thema ist also nichts Neues und auch nicht selten: es wird geschätzt, dass ca. 2 von 10 Menschen mit diesem vererbbaren Wesenszug ausgestattet sind.

In meinem Coaching-Alltag begegnen mir natürlich auch oft hochsensible Kinder. Über Fragebögen kann man schnell einen ersten Zusammenhang erkennen, auch wenn diese immer nur bis zu einem gewissen Grad zutreffend sind. Doch wenn entweder das Kind selbst, oder (in frühen Jahren) die Eltern, sich darin wieder erkennen, ist oft schon eine große Erleichterung zu spüren: Man hat das Gefühl, gesehen zu werden und plötzlich ist schwieriges Verhalten kein unüberwindbares Hindernis mehr, sondern ein wichtiger Wegweiser. Falls Sätze wie…

  • Die Stimmungen anderer Menschen beeinflussen mich
  • Kunstvolle Musik bewegt mich tief
  • Starke Reize (Geräusche, Chaos, ‚volle‘ soziale Situationen) stören mich
  • Ich bin ein gewissenhafter Mensch
  • Ich brauche Zeit für mich, um meine ‚Batterien aufzuladen‘

…ein Glöckchen klingeln lassen, dann sei beruhigt im Wissen, dass all diese Eigenschaften ‚nur‘ Wissen über die Struktur eines hochsensiblen Menschen sind. Sie sind ein Leitfaden für Lebensstrategien und eine Anleitung dafür, wie du die Umwelt am besten zum Vorteil deines Kindes gestalten kannst. Um mit den Worten der psychologischen Beraterin und Autorin Britta Karres zu sprechen, ist damit der erste große Schritt getan: Komm raus, ich seh dich!

Haben wir Hochsensibilität erst Mal als Wegweiser erkannt, sehen wir als Eltern nämlich auch, dass ein Kind auf keinen Fall in Watte gepackt werden muss und viel Angst fällt aus dem Alltag. Jetzt können wir über Strategien nachdenken: Wie kann ich mein Kind am besten unterstützen, damit aus diesem Wesenszug alle positiven Aspekte strahlen können?

Hochsensibilität ist keine Entschuldigung für jedes Verhalten.

Auch hochsensible Kinder brauchen Struktur und Grenzen. Grenzen, die sie definieren dürfen und die das Gegenüber akzeptieren soll ("Ich will die Tante nicht auf den Mund küssen") sowie Grenzen von außen, die auch von einem hochsensiblen Kind akzeptiert werden müssen im Bezug auf Disziplin und Struktur.

Es ist kein Grund, das Kind nur in Watte zu packen und mitunter kontraproduktiv, weil das Kind sonst das Gefühl bekommt, es hätte eine Art Behinderung/Einschränkung. Gerade das wollen wir nicht, sondern eine ressourcenorientierte Erziehung ist erstrebenswert. Die Erziehung ist ein wichtiger Faktor, ob das hochsensible Kind sein Temperament und seine Wesenszüge annehmen kann.

Wie kann ich mein hochsensibles Kind unterstützen?

Jede Methode, die das sympathische Nervensystem beruhigt und folglich das parasympathische aktiviert, ist hilfreich. Was im Speziellen am besten ist, hängt vom Alter des Kinder ab und von seinen individuellen Vorlieben. Je nachdem können altersgerechte Übungen wie Fantasie-Reisen, Meditationen, bestimmt Körperübungen und Entspannungsübungen unterstützen.

Auch die Reflexintegration kann hier Gutes bewirken.

Bei den Kleinsten helfen schon Entspannungsmusik und greifbare Dinge wie Kuscheltiere oder Knautschbälle oder Heilmittel wie Aromatherapie oder Dr. Bach Tropfen. Besonders hochsensible Kinder brauchen viel Raum für sich und die Möglichkeit für Pausen und Rückzug. Ein ruhiges Umfeld zu Hause ist wie ein sicherer Hafen!

Generell funktioniert das ‚Bauchgefühl-Prinzip‘ am besten: Probiere gemeinsam mit deinem Kind aus, was funktioniert und euch am liebsten ist. Vertraue bei diesen ersten Experimenten darauf, dass ihr eure richtigen Werkzeuge findet und mach dir keine Gedanken, wenn etwas mal nicht klappt!

Der Kern des Erfolgs liegt meiner Erfahrung nach nämlich gar nicht so sehr in der Lösung selbst, sondern vielmehr darin, dass dein Kind sich unterstützt fühlt und merkt, dass es da draußen auf Verständnis trifft. Das stärkt das Selbstbewusstsein ungemein und es wird jedes Mal etwas einfacher, dass dein Kind diese Unterstützung dann auch in sich selbst finden kann.

Auch wenn es immer wieder unangenehme Situationen geben kann, wenn vielleicht ein Lehrer sagt ‚Jetzt reiß dich doch zusammen, so schlimm ist es doch gar nicht‘ oder Ähnliches, so geben eure persönlichen Werkzeuge einen sicheren Halt und das Vertrauen, dass das eben eine blöde Situation war und der Fehler aber nicht bei deinem sensiblen Kind liegt.

Zu sich selbst zurückzukehren wird einfacher und mit jeder erfolgreich gemeisterten Hürde wächst die Resilienz des Kindes, also die Fähigkeit, wie ein Gummiball zurück zur Ruhe zu springen!

Ist ein Kind allerdings über einen längeren Zeitraum ungeeigneten Alltagsbedingungen ausgesetzt und reagieren die Personen in seinem Umfeld nicht adäquat auf seine hochsensible Veranlagung, kann als Resultat eine Verwechslung mit klinischen Störungsbildern auftreten, da sich die Symptome teilweise überschneiden. Oder es kann sich im ungünstigsten Fall gar eine Störung entwickeln.

Symptome, die man leicht verwechseln kann, sind Unkonzentriertheit, Vergesslichkeit, Erschöpfung, Gefühlsausbrüche, Schlagartiges Bedürfnis nach Ruhe/Rückzug, Selbstwertzweifel, psychosomatische Leiden.

Ebenso gibt es Schnittstellen zwischen Hochsensibilität und zum Beispeil AD(H)S, Autismusspektrumstörung, Hochbegabung, Trauma und wiederkehrenden Ängsten. Wenn du das Gefühl hast, dein Kind bewegt sich im Bereich dieser Schnittstellen, empfehle ich euch professionelle Unterstützung, bei der ihr euch gemeinsam wohl fühlt. Oft bringt eine dritte Person viel Klarheit und Ruhe in die alltägliche Struktur einer Familie und schon ein wenig Hilfe und Beratung bringen ungemeine Erleichterung.

So stärkst du die Resilienz eines hochsensiblen Kindes

Ein Kind braucht in jungen Jahren eine gute Bindungsperson als Co-Regulator. Nur so kann es lernen, seine eigenen Gefühle zu kontrollieren. Um diese Fähigkeit entwickeln zu können, ist es entscheidend, dass das Kind sich samt seiner herausragenden und manchmal übersprudelnden Gefühle oder Gefühlsausbrüche angenommen fühlt.

Es ist so wichtig, einen Zugang zur eigenen Gefühlswelt zu haben und vor allem, sich selbst zu spüren und sich dann mit diesem Gefühl angenommen zu fühlen.

Lernt ein Mensch, dass die eigenen Gefühle dafür verantwortlich sind, von den Mitmenschen abgelehnt zu werden, verliert er die Verbindung zu seiner Gefühlswelt. Er schiebt die eigenen Gefühle bei Seite, um sich dadurch nicht noch schlechter durch die Reaktion von außen zu fühlen.

Eine liebevolle und feinfühlige Begleitung durch die Eltern ist daher essentiell.

Zum Schluss möchte ich also nochmal betonen ...

  • Hochsensibilität ist kein Fehler, sondern eine Chance. Gerade, wenn Eltern sich schon frühzeitig damit beschäftigen, bietet das eine tolle Entwicklungsmöglichkeit für ein Kind.
  • Was andere lange verstecken ‚können‘ und sich erst im Laufe des Lebens zeigt, führt hier dazu, dass dein Kind von klein auf lernt, sich selbst neugierig und mit Liebe zu begegnen und ein Verständnis für das eigene Wesen zu entwickeln.
  • So wächst ein zufriedener Mensch heran, der es versteht, seine Umwelt so zu gestalten, dass er mit ihr in Harmonie leben kann. Und ist es nicht toll, dass wir als Eltern (und ich als Coach!) das begleiten dürfen?

Weiterführende Links | Kleidung ohne Nähte

Ich habe schon mehrfach Eltern kennen gelernt, die einfach total verzweifelt waren, weil es morgens zwei Stunden lang dauert, bis sie das Kind so weit hatten, um endlich aus dem Haus gehen zu können. Da könnte zum Beispiel Kleidung ohne Nähte Erleichterung bringen.

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Weiterführende Literatur

Aron, E. „Das hochsensible Kind“ München, mvg Verlag, 2010.

Abriel, K. "Aber ich kann es doch spüren!" Hochsensibilität als Potential nutzen, 2019.

Karres, B. „Komm raus, ich seh dich!“ Wien, Festland Verlag, 2017.

Leuze, J. „Empfindsam erziehen, Tipps für die ersten 10 Lebensjahre des hochsensiblen Kindes“ Witten, Brockhaus Verlag, 2009.

Schorr, B. „Hochsensibilität Empfindsamkeit leben und verstehen“ Witten, Brockhaus Verlag, 2012.

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Ich bin Silke Krämer.

Kinder- und Jugendcoach Professional, NLP Master und Coach, EMDR Traumatherapeutin und Gymnasiallehrerin

Ich helfe Familien, wenn es Schulstress gibt und daheim die Fetzen fliegen. Außerdem unterstützte ich Mütter und Väter dabei, sich den Herausforderungen des Familienlebens selbstbewusst zu stellen.

Als Trainerin für Reflexintegration helfe ich deinem Kind, damit ihm die Schule bei Konzentrations­schwächen, Lern- und motorischen Problemen leichter fällt.

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Selbstfürsorge: 5 starke Begleiter

Selbstfürsorge: 5 starke Begleiter

Familie

11-2022

Innehalten, Reflektion, Besinnlichkeit und innere Einkehr als Selbstfürsorge.

Alle Jahre wieder…

Ich weiß, ich weiß, es fühlt sich immer noch zu früh an, so etwas zu sagen. Doch wir sind wirklich nicht mehr weit von der Weihnachtszeit entfernt und so möchte ich eine Tradition daraus machen, euch einige Gedanken für die bevorstehenden Wochen und das neue Jahr weiterzugeben. Diese sind nämlich voller schöner Momente, wenn man sich nicht von Hektik und Stress anstecken lässt!

Seit einigen Wochen schwebt mir ein Gedanke durch den Kopf: Meine Jungs werden so schnell größer und älter, wachsen im direkten und übertragenen Sinne jeden Tag. Wenn sie mir von ihrem Alltag erzählen, fühle ich mich so oft an meine eigene Kindheit und Jugend zurückerinnert. Wie immer, ist man hinterher schlauer und manchmal wäre es tatsächlich toll gewesen, wenn mein Älteres-Ich mit meinem Jüngeren-Ich hätte sprechen können.

So frage ich mich, was ich meinem Jüngeren Ich gerne sagen würde.

Zeit für Selbstfürsorge: Wenn es irgendwie geht, lasse ich mir in der Vorweihnachtszeit oder zwischen den Jahren gerne bewusst Raum dafür, etwas zu reflektieren und nachzudenken. So oft fallen mir dabei spannende Dinge auf und diese ‚Leuchtturm‘-Momente bringen mich immer wieder zum Staunen und Nachdenken. Ich arbeite dann daran, diese Art von Erkenntnissen in meinen Alltag zu integrieren. Die Veränderungen, die sich daraus ergeben, darf ich erleben und bestaunen.

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Bild von tookapic

Reflektieren als Selbstfürsorge öffnet Raum für neue Wege

Nimm dir doch auch etwas Zeit (und wenn es nur 10 Minuten sind!) und beantworte still und leise für dich selber, mit Stift und Papier, worauf du in diesem Jahr besonders stolz bist und was du deinem Jüngeren Ich gerne sagen würdest!

Vielleicht hilft es dir gedanklich auf die Sprünge, wenn du Monat für Monat durchgehst, indem du deinen Kalender oder deine Handyfotos durchschaust.

Welche Herausforderungen hattest du in welchem Monat zu meistern, von welchen Gefühlen war das Jahr hauptsächlich geprägt, welche Highlights gab es, welche Meilensteine haben deine Kinder erreicht, worauf bist du besonders stolz, was hätte besser laufen können?

Schreiben bringt Klarheit

Schon im letzten Jahr habe ich darüber geschrieben, wie man sich mit einigen Fragen, Stift und Papier toll auf das neue Jahr vorbereiten kann. Lies diesen Beitrag hier gerne auf deinem Weg zur Selbstfürsorge noch einmal nach: »Plane in 5 Schritten dein Jahr im Lebensbereich Familie«

In diesem Jahr lautet mein Brief an mein Jüngeres Ich so:

Liebe Silke,

Ich weiß, dass du sehr stolz sein kannst auf das vergangene Jahr und wie du seine Herausforderungen gemeistert hast. Ich sehe aber auch, dass du es nicht immer fühlen kannst. Du sollst es dir zugestehen dürfen, seine Erfolge zu feiern. Erinnerst du dich noch an früher, als du vor Silvester schon immer deine schönen Jahresrückblicke geschrieben hast?

In der Ruhe liegt die Kraft

So gerne würde ich dir mitgeben, dass du dir ruhig Zeit lassen kannst. An dem Sprichwort ‚In der Ruhe liegt die Kraft‘ ist nämlich was dran. Wenn du unsicher bist, halte inne und spüre in dich rein. Frage dich: ist das in 5 Jahren noch wichtig? In 5 Monaten? 5 Wochen?

Häufig kommen uns alltägliche Entscheidungen viel dringender vor, als sie es eigentlich sind. Und auch die dritte schlechte Schulnote, oder dass du noch nicht weißt, was du studieren sollst, so wie viele andere, sind keine großen Katastrophen. Atme tief durch und vertraue dir selbst, denn du wirst immer deinen Weg finden – auch wenn dieser vielleicht mal nicht geradeaus, sondern durchs Gestrüpp führt und ganz anders verläuft, als erwartet!

Tipp für Eltern: Mach dir keine Sorgen, wenn deinem Kind mal langweilig ist oder es sich beschwert! Das kann bei den Kleinen natürlich einfacher zu ‚trainieren‘ sein als in der Jugend, aber Kinder jeglichen Alters profitieren davon, wenn sie mal auf sich selbst gestellt sind und nicht mit Entertainment oder Schul-Materialien versorgt werden.

Vielleicht könnt ihr wöchentlich eine halbe Stunde oder Stunde einführen, während derer sich die ganze Familie ohne Handys, Tablets usw. am Küchentisch trifft und jeder für sich eine kleine Aktivität macht (Lesen, Malen, …), um Abstand zu gewinnen und den Alltag zu entschleunigen?

Oder ihr baut es bewusst als Adventsritual in den Dezember ein.

Die einzige Konstante ist der Wandel

Außerdem, liebe Silke, möchte ich, dass du dich von dem, was alle anderen machen, nicht so eingeengt fühlst. ‚Sollen‘ und ‚müssen‘ sind zwei ziemlich doofe Erwachsenen-Wörter und ich wünsche mir, dass wir (du damals; ich im kommenden Jahr) diesen Zwang gemeinsam abschütteln!

Du musst keinen Kinderpunsch trinken, wenn dir doch jedes Mal die Nase kribbelt von den ganzen Gewürzen und du kannst auch ruhig ‚Nein Danke‘ sagen, wenn die Lisa dich wieder zum Filme-Abend einlädt, den du nie genießt. Gerade in der Weihnachtszeit merkst du doch, wie viel sich im Vergleich zum Jahr davor geändert hat: Reagiere ruhig auf diese Veränderung und mache dieses Jahr, was dir guttut!

Tipp für Eltern: Gerade in der Weihnachtszeit, wenn alte Freunde und Verwandte aus allen Löchern auftauchen und mit Einladungen winken, kann es schwer sein ‚Nein Danke‘ zu sagen!

Erlaube dir, bewusst zu entscheiden, welche der vielen (wunderbaren!) Traditionen für euch wichtig sind und welche nicht. Der Advents-Spaziergang mit den Großeltern kann beispielsweise Kraft schenken, während wöchentliches Plätzchen-Backen die ganze Küche für Tage ins Chaos stürzt.

Vielleicht reichen auch zwei Plätzchen Sorten, statt sieben?

Team Work Makes The Dream Work

Und zu guter Letzt, mein jüngeres Ich, vergiss nicht, dass du immer um Hilfe bitten kannst! Ich weiß, dass du immer so schnell wie möglich groß und erwachsen und selbstständig sein möchtest. Und von der Heimfahrt mit dem Bus nach dem Training in der 2. Klasse, bis zu deinem ersten Job und selbst verdientem Geld hast du auch bewiesen, dass du auf eigenen Beinen stehen kannst.

Manchmal jedoch ist um Hilfe fragen das Stärkste, was man machen kann. Denke auch heute dran, nicht einfach die Zähne zusammenzubeißen, sondern nach der Unterstützung zu fragen, die du brauchst. Du kannst Unsicherheit ruhig zugeben und wirst dadurch noch viel mehr und viel schneller lernen, als erwartet! Und außerdem noch wunderbare Verbindungen zu tollen Menschen knüpfen, wenn ihr Hand in Hand gemeinsam arbeitet.

Tipp für Eltern: Lass’ dich gerade in den Kindergarten- und frühen Schuljahren nicht davon verunsichern, wenn dein Kind etwas nicht so schnell wie andere kann. Es ist unglaublich schwer, unangenehmen Dingen offen entgegenzutreten und konkret zu formulieren, wobei man Hilfe braucht.

Das wissen wir ja alle – wegschieben ist doch soo viel bequemer! Du musst natürlich keine Gelegenheiten erfinden, in denen du deine Kinder um Hilfe bittest.

Doch manchmal können dir sogar deine Kinder eine Hilfe sein, die du nicht erwartet hättest. Das gemeinsame Gespräch über Geschehnisse, wie du dich als Erwachsener dabei gefühlt hast und wie dein Kind sich in solch einer Situation verhalten würde, bringt ungeahnte empathische Gedanken deiner Kinder zum Vorschein. Und wenn sie noch nicht da sind, dann lassen sie sich so entdecken.

Am besten (und schwersten!) lebst du deinen Kindern das ‚Team Work makes The Dream Work‘ vor und redest offen und ehrlich darüber, wenn du zum Beispiel auf der Arbeit nach Hilfe gefragt und diese angenommen hast.

Und damit wünsche ich dir und deiner Familie eine wunderbare Weihnachtszeit voller neuer Erinnerungen mit deinen Liebsten!

Mache dir ruhig viele Gedanken über die schönen Dinge im Leben und lasse alles, was gut läuft, größer werden – denn dadurch wird der Rest auch kleiner.

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Ich bin Silke Krämer.

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Ich helfe Familien, wenn es Schulstress gibt und daheim die Fetzen fliegen. Außerdem unterstützte ich Mütter und Väter dabei, sich den Herausforderungen des Familienlebens selbstbewusst zu stellen.

Als Trainerin für Reflexintegration helfe ich deinem Kind, damit ihm die Schule bei Konzentrations­schwächen, Lern- und motorischen Problemen leichter fällt.

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