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Kinder und Konzentrationsprobleme

Kinder und Konzentrationsprobleme

Schule und Lernen

01-2025

Als Eltern sehen wir das Thema Konzentration bei unseren Kindern häufig als Problem, das eine Lösung braucht: Es dauert ewig, bis Hausaufgaben gemacht sind (wenn sie denn überhaupt gemacht werden…), alltägliche Aufgaben wie Ranzen packen bereiten größte Schwierigkeiten, oder es kommt sogar Feedback von Außenstehenden, wie beispielsweise Lehrer/-innen, dass das Kind im Unterricht immer wieder abdriftet oder nicht mitarbeitet.  All das kann verständlicherweise sogar die entspanntesten Eltern unruhig werden lassen.

Kommt dir das bekannt vor? Dann kann dir der folgende Blogbeitrag helfen: Nicht etwa mit einem Therapie-Ratgeber, der alle auf dem Markt existierenden Ansätze beleuchtet, sondern dadurch, erst einmal in Ruhe alle Hintergründe zu beleuchten. Denn vielleicht ist es ja sogar so, dass ein Kind nicht nicht kann, sondern aus guten Gründen gar nicht können will…

Ich möchte alle, die jetzt hellhörig geworden sind, dazu ermutigen die Situation neugierig und ohne Angst zu beobachten!

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Bild von Dmitriy Gutarev

Wie zeigt sich das Problem mit der Konzentration

Wenn ein Kind Schwierigkeiten hat sich zu konzentrieren, sehen Eltern oder Lehrer sich oft in der Pflicht, sehr viel Geduld und Aufmerksamkeit in die alltägliche Begleitung zu investieren. Es muss jemand bei den Hausaufgaben nebendran sitzen, immer wieder muss an Kleinigkeiten erinnert werden und alles wird zur Ablenkung – zur Not auch das Zwirbeln der eigenen Haarspitzen.

Die Erwachsenen im Umfeld eines solchen Kindes kommen eindeutig zu der Schlussfolgerung:

Mein Kind KANN sich nicht konzentrieren! Und dann: ICH muss meinem Kind helfen und eine Lösung für dieses Problem finden.

Der gängige Weg zu mehr Konzentration

Oft folgt auf diese Erkenntnis dann die Suche nach einer geeigneten Maßnahme und damit ein endloses Abklappern vieler Stationen. Von Logopädie, Ergotherapie, Psychotherapie, bis hin zu Neurofeedback, Lateralisationstraining, Körpertherapie, Medikinet oder Ritalin Behandlungen, Braingym, Kinflex, Reflexintegration, Visualtraining, LRS-Training, Motopädik, Sensomotorik, und AD(H)S Testung ist da oft alles dabei.

So überwältigend wie diese Liste klingt, ist auch die Erfahrung. Die Eltern wünschen sich nichts sehnlicher, als Entlastung – dass sich ihr Kind besser konzentrieren kann und die Schule endlich kein ständiges, negatives Thema im Familienalltag mehr ist.

Für ein Kind bringt dies viele intensive Testverfahren mit sich. Ohne dass die Eltern dies möchten, beinhaltet all das auch ein konstantes in-Frage-stellen des Selbstwertgefühls des Kindes: häufig kommen dann solche Sätze auf wie »ich bin dumm, immer werde ich nur angemeckert, es wäre besser, mich gäbe es nicht, ich kann das nicht, …«

In diesem emotionalen Dschungel ist es wirklich schwer, das zu finden was dem Kind hilft. In vielen Fällen kann es also sinnvoll sein, zuerst außerhalb der empfundenen ‚Konzentrationsschwäche‘ nach Ursachen zu suchen und der grundlegenden Frage nachzugehen, ob sich ein Kind nicht konzentrieren KANN, weil es körperlich dazu nicht in der Lage ist, oder ob es noch andere Gründe geben könnte.

Die Detektivarbeit vor der Therapie: Welche Fragen sollten bei Problemen mit der Konzentration vorab geklärt werden?

Bevor also Zeit, Geld und – vielleicht am wichtigsten – Energie in Therapien und Trainings investiert wird, sollten folgende Fragen geklärt sein:

Verhalten des Kindes

  • Wie zeigt es sich, dass sich das Kind nicht konzentrieren kann?
    Ist es unruhig, muss es aufstehen, ist es wütend, was genau frustriert es? Wie äußert sich diese Konzentrationsschwierigkeit?
  • Kann sich das Kind in anderen Bereichen konzentrieren und dabei beispielsweise relativ ruhig sitzen? Ist also vielleicht beim Lego Bauen, Computerspielen, Lesen, Hörspiel hören alles in Ordnung, nur beim Thema Schule geht es nicht?
  • Macht das Kind alleine (Haus-) Aufgaben? Wenn nein, warum nicht und seit wann ist das so?

Umgebung des Kindes

Hier können alle Personen wichtige Informationen geben, die das Kind in der Anforderungssituation erleben.

  • Wann und wo werden Hausaufgaben gemacht? Ist die Umgebung dem Kind angepasst? Denn manche lernen lieber mit Hintergrundrauschen, andere brauchen es still und können sich nur konzentrieren, wenn sie alleine in einem Raum sind.
  • Was machen Eltern für „schöne“ Dinge mit dem Kind? Liegt der Fokus im Alltag immer auf der Schule und wird auch während der Mahlzeiten überwiegend über nicht erledigte Aufgaben, anstehende Arbeiten und Schule im Allgemeinen gesprochen?
  • Wie sieht der sonstige Alltag aus (Ernährung, Schlaf, Stress wie z.B. (unbewusster) hoher Leistungsdruck, mangelnde körperliche Fitness, Medienkonsum)? Bestehen die Probleme immer oder nur an manchen Tagen?
  • Kann es sein, dass es sich um Vermeidungsstrategien handelt? Dass das Kind also z.B. lange Hausaufgaben macht, um nicht mit anderen Kindern spielen zu müssen, die es ärgern?

Außerhalb

  • Wie war die Schulkarriere der Eltern, wie haben sie Schule erlebt? Es ist wichtig, sich ins eigene Kind hinein zu versetzen und einen anderen Blickwinkel einzunehmen.
  • Könnte die häusliche Situation das Kind belasten? Wird oft gestritten? Oft ist Sensibilität (auch bei taktilen Reizen) auf Stress und Negativität im sozialen Umfeld zurückzuführen.
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Bild von Francais

Andere Aspekte und Indikatoren zur Unterstützung der Konzentration

Altersabhängig kann man von einer Konzentrationsschwäche ausgehen, wenn ein Kind sich in KEINEM Bereich länger als 15 Minuten konzentrieren kann.

Als Faustregel gilt: »Zwei Mal das Alter« mit einer Pause dazwischen.

Das ist die mögliche Spanne der Konzentration eines Kindes – ein Zehnjähriger sollte sich also zwanzig Minuten konzentrieren, mit einer kleinen Pause dazwischen.

In vielen Fällen jedoch kann das Kind sich auf andere Dinge gut konzentrieren. Hier ist es unglaublich wichtig, dem Kind keine Bockigkeit und Unwillen zu unterstellen, sondern sanft herauszufinden, woher diese ‚Schul-Blockade‘ kommt. Es könnte sein, dass das Kind genau den Anforderungen nicht gewachsen ist, die das Lernumfeld an es stellt: Die Fähigkeiten, die man zum Lego bauen braucht sind eben andere, als diejenigen, die in der Schule gefordert sind. Die vielen Reize eines Schultages, das Schreiben, Lesen, stillsitzen, sich auf einem Arbeitsblatt zurechtfinden, mündliches Wissen auf Papier bringen, von der Tafel abschreiben, Gehörtes verarbeiten… das liegt nicht jedem und das ist auch in Ordnung so.

Wenn das Kind sich z.B. in anderen Bereichen konzentrieren kann, jedoch beim Abschreiben oder Schreiben schnell ermüdet und leicht ablenkbar ist, könnten körperliche Ursachen sein, wie zum Beispiel noch nicht vollständig integrierte frühkindliche Reflexe. Hierbei spielen sich im Hintergrund Prozesse ab, die Energie verbrauchen und das Kind schneller ermüden lassen. Dies führt dann schlussendlich zur Konzentrationsschwäche. Bei Schwierigkeiten wie einem schwachen Muskeltonus, verkrampfter Stifthaltung, oder visuellen, vestibulären und auditiven Schwierigkeiten, kann ein Reflexintegrationstraining, wie Rexi Rockstars, das Kind positiv unterstützen.

Hier stehe ich gerne immer zu weiterer Beratung zur Verfügung!

Prinzipiell gilt, dass eine gute Unterstützung des Kindes immer individuell und nie schwarz und weiß ist. Selten ist ein klar definierter, einzelner Grund für eine bestimmte Erscheinung verantwortlich. Die gute Nachricht: Kinder können sich generell auf das konzentrieren, was sie mögen. Es gilt also, gemeinsam mit Lehrerinnen und Lehrern, einen Weg zu finden, um dem Kind die Freude an etwas näher zu bringen!

Konzentrationsprobleme? Kostenloser Onlinecheck

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Ob frühkindliche Reflexe der Ursprung deiner Sorgen sein könnten, kannst du hier herausfinden.

Du erhältst unmittelbar eine individuelle Auswertung für dein Kind. Der Fragebogen prüft eine Vielzahl von erforschten Symptomen ab, die auf die Aktivität von frühkindlichen Reflexen hindeuten können. Der Check umfasst 105 Fragen in elf Bereichen rund um die Entwicklung deines Kindes.

Du erfährst, wie viele Indikatoren auf aktive Reflexe bei deinem Kind hindeuten und welche frühkindlichen Reflexe möglicherweise noch aktiv sind. Auf Wunsch sende ich dir die Auswertung sofort per E-Mail zu.

Mehr konkrete Hilfsmöglichkeiten bei Problemen mit der Konzentration

Neben den soeben beschriebenen Möglichkeiten kann es sehr hilfreich sein, am Umfeld des Kindes anzusetzen und mit Lehrpersonal, Eltern und dem Kind gemeinsam Beziehungsarbeit und Erziehungsberatung durchzuführen. Manchmal hilft es auch sehr, dem Kind Hilfe durch eine externe Bezugsperson wie einem Coach oder Lerntrainer anzubieten. Hier können detaillierte Konzepte ausgearbeitet werden, die es dem Kind zum Beispiel ermöglichen, Hausaufgaben in Absprache mit Lehrer/-innen in der Schule zu bearbeiten.

Außerhalb dieser spezifischen Lösungsansätze hilft es oft ungemein, Zeit und Raum zur Entspannung anzubieten, auch dies kann die Fähigkeit zur Konzentration verbessern: Techniken wie mit der flachen Hand Stirn und Nacken zu berühren, die Thymusdrüse klopfen, Traumreisen oder Muskelentspannung nach Jacobsen sind empfehlenswert.

Und zu guter Letzt möchte ich dazu ermutigen, den Blick auf das Positive zu lenken. Ein Kind leistet beim Großwerden Unglaubliches, wächst immer und macht vieles toll. Mit dieser Perspektive ist es einfacher, auf das Kind zuzugehen und konkret zu fragen:

Wie siehst du das?

Was kann dir helfen?

Was brauchst du?

Welche Form der Unterstützung wünscht du dir?

Brauchst du überhaupt Unterstützung, oder ist dir alles zu viel?

Die Antwort wird vielleicht nicht so ausfallen wie gedacht, aber alle Beteiligten auf jeden Fall dem gewünschten Ziel näherbringen: entspannte, offene Eltern und neugierige, glückliche Kinder!

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Ich bin Silke Krämer.

Kinder- und Jugendcoach Professional, NLP Master und Coach, EMDR Traumatherapeutin und Gymnasiallehrerin

Ich helfe Familien, wenn es Schulstress gibt und daheim die Fetzen fliegen. Außerdem unterstützte ich Mütter und Väter dabei, sich den Herausforderungen des Familienlebens selbstbewusst zu stellen.

Als Trainerin für Reflexintegration helfe ich deinem Kind, damit ihm die Schule bei Konzentrations­schwächen, Lern- und motorischen Problemen leichter fällt.

Hol dir meine Familienpost!

Erhalte kostenlos etwa alle zwei Wochen nützliches Wissen, Tipps und Denkanstöße für dich und deine Familie aus meiner Coachingpraxis. Für weniger Stress mit der Schule, ein gutes Miteinander und eine starke Persönlichkeit.

Schuldruck: Bin ich in meiner Familie dafür verantwortlich?

Schuldruck: Bin ich in meiner Familie dafür verantwortlich?

Schule und Lernen

12-2024

Zugegebenermaßen ist es nicht leicht, sich von dem gesellschaftlichen Druck bezüglich der schulischen Laufbahn deines Kindes zu befreien, doch genau das solltest du deinem Kind zuliebe tun! Oft geht es schon in der dritten Klasse los, dass sich die Kinder gegenseitig aufstacheln und fragen „auf welches Gymnasium gehst du mal?“ So entsteht Schuldruck.

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Bitte, bitte, mach dich vom Schuldruck frei! Nur so kannst du es schaffen, dein Kind diesen Druck gar nicht erst spüren zu lassen. Wenn es für dich selbst ein Thema ist, ob dein Kind die Gymnasialempfehlung bekommt oder nicht, wirst du diese Erwartung kaum vor deinem Kind verbergen können. Bleibe gelassen!

Natürlich wollen wir, dass unsere Kinder das aus sich holen, was in ihnen steckt und sie ihr Potential optimal ausschöpfen.

Das ist ja völlig normal! Es ist aber eben eine feinfühlige Gratwanderung für uns als Eltern und manchmal eine Frage des richtigen Zeitpunkts. Dazu später mehr.

Schuldruck durch Gesellschaft und Schulsystem

Unser deutsches Schulsystem mag durchaus kritisch gesehen werden, vor allem der wirklich sehr anspruchsvolle G8 Gymnasialzug. Doch der große Vorteil unseres Schulsystems besteht in seiner Durchlässigkeit.

Der Weg, der nach der 4. Klasse eingeschlagen wird muss keinesfalls der letzte sein. Viele Kinder können mit dem großen Tempo, das die Schule früh vorgibt, nicht mithalten. Manche sind verspielter, haben vielleicht noch nicht so den organisatorischen Überblick, können noch nicht so lange still halten und haben vielleicht sogar „den Ernst“ der Schule noch gar nicht so richtig verstanden.

Warum soll man diesen Kindern denn nicht einfach mehr Zeit geben, statt ihnen durch Schuldruck schon früh die Lust an der Schule und am Lernen zu verderben? Was erreichen wir mit zu viel Druck? Meist doch nur Gegendruck. Wenn ich dich an deinem Ärmel ziehe, wirst du dagegen ziehen.

Warum müssen wir unsere Kinder alle im gleichen Tempo durch die Schule peitschen?

Und warum müssen alle Akademiker werden? Wer sagt, dass unser Kind nicht vielleicht viel glücklicher mit einer Schreinerlehre oder einer Ausbildung zur Floristin wäre? Wer weiß das schon!?

Weniger Schuldruck? Ein verspielter Junge geht seinen Weg

Als ich Klassenlehrerin einer fünften Klasse war, hatte ich einmal einen ganz lieben und goldigen Schüler. Aus Lehrersicht war er „leider“ noch sehr verspielt und verträumt. Er war jedes Mal der Letzte, weil er hingebungsvoll seine Stifte in sein Mäppchen nach Farben einsortierte, während alle anderen Kinder das Klassenzimmer längst verlassen hatten.

Ich stand in der Türe und wartete auf ihn, weil ich das Klassenzimmer abschließen musste. Vor der Sporthalle stand schon eine andere Klasse, die bereits auf mich wartete und denen ich wieder aufschließen musste.

Mit blieb nichts anderes übrig, als den Jungen etwas anzutreiben.

Diese Art spiegelte sich in anderen Bereichen wieder. Er bekam oftmals nicht mit, welches Buch aus dem Ranzen geholt werden sollte, wurde in Klassenarbeiten nicht fertig oder brauchte länger beim Abschreiben von der Tafel.

Seine Mutter suchte das Gespräch zu mir. Sie wollte von mir wissen, ob ihr Sohn von der Schule überfordert sei? Diese Frage konnte ich nicht eindeutig mit Ja beantworten. Zwar war offensichtlich, dass ihm das organisatorische Tempo zu schaffen machte, doch dass er intellektuell oder fachlich überfordert sei, konnte ich nicht bestätigen.

Ich sagte der Mutter, dass ich es ihrem Sohn durchaus zutrauen würde sein Abitur zu schaffen, doch wäre für mich auch offensichtlich, dass er nicht sehr glücklich hier auf dem Gymnasium sei.

Die Mutter war erleichtert, dass ich das sagte, weil sie über einen Schulwechsel auf die Realschule nachgedacht hatte. Als sie das sagte, war ich der Mutter wiederum dankbar, dass sie das Wohl ihres Sohnes im Blick behielt, anstatt sich dem Schuldruck zu beugen. Der Junge wechselte auf die Realschule.

Viele Jahre später stellte sich heraus, dass seine Schwester bei mir im Sportunterricht war. Natürlich erkundigte ich mich nach ihrem Bruder. Das Mädchen erzählte mir strahlend, dass er letztes Jahr sein Abitur gemacht habe.

Das freute mich wirklich sehr und es bestätigte mich in meiner Ansicht, dass es nicht schadet, in jungen Jahren den Kindern den Schuldruck zu nehmen. Dieser Junge hatte einen anderen Weg eingeschlagen, der ihn auch an sein Ziel gebracht hatte. Für ihn war es der passendere Weg gewesen. Das ist der Vorteil unseres Schulsystems!

Alle wollen doch nur das „Beste“

Natürlich ist es selbstverständlich, dass Eltern nur das Beste für ihr Kind wollen. Die Situation wird umso verfahrener, wenn für uns als Eltern offensichtlich ist, dass sich unsere Kinder „unter ihren Möglichkeiten“ bewegen. Da ist es doch nur normal, dass wir „das Beste aus ihnen rausholen“ wollen. Dabei stellt sich die Frage: Wie gehe ich dabei vor?

Das eine Kind braucht mehr Druck, um in die Puschen zu kommen, bei dem anderen Kind tritt bei Schuldruck das genaue Gegenteil ein und es verfällt in eine Verweigerungshaltung.

Beim dritten Kind ist es vielleicht sogar so, dass es sich gar nichts anmerken lässt und still vor sich hin leidet. Erst, wenn körperliche Symptome dazu kommen, lässt sich nicht mehr verbergen, dass etwas nicht stimmt. Doch was genau ist es, was dein Kind so unglücklich, lustlos, still, zurückhaltend, ängstlich oder unsicher macht?

Wie kann ich Fehler und Schuldruck vermeiden?

Viele Eltern sind durch diese Fragen verunsichert. Ein Patentrezept vermag der beste Elternratgeber nicht zu geben, weil jedes Kind einzigartig und anders ist. Dennoch gibt es feinfühlige Vorgehensweisen, mit denen wir unser Kind auf jeden Fall unterstützen können:

Glaube daran, dass dein Kind seinen Weg finden wird.

Manch einer bevorzugt den direkten und schnellsten Weg ans Ziel, ein anderer verweilt gerne links und rechts des Wegesrandes und geht sogar gerne einen kleinen Umweg, um unterwegs noch mehr erleben zu können.

Zeige deinem Kind, dass es noch viele andere tolle und wichtige Dinge im Leben gibt und nicht alleine die schulischen Leistungen entscheidend sind.

Werte wie Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, Mitgefühl, Toleranz uvm. sollten in unserer Gesellschaft einen mindestens genauso großen Stellenwert einnehmen. Wenn sich dein Kind ausschließlich über seine Leistung in der Schule definiert ist es nicht verwunderlich, dass sein Selbstwertgefühl stark leidet, wenn es in der Schule nicht läuft.

Finde in feinfühligen und ernsthaft aufmerksamen Gesprächen mit deinem Kind heraus, was es selbst möchte.

Wenn ihr an diesem Punkt nicht weiter kommt, weil ihr merkt, dass ihr beide in euren Rollen gefangen seid und die Erwartungen des Gegenüber nicht enttäuschen möchtet, kann euch eine neutrale Person, wie ein Kinder- und Jugendcoach zum Beispiel, dabei helfen. Meistens reichen wirklich schon wenige Coaching Sitzungen dafür aus.

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Ich bin Silke Krämer.

Kinder- und Jugendcoach Professional, NLP Master und Coach, EMDR Traumatherapeutin und Gymnasiallehrerin

Ich helfe Familien, wenn es Schulstress gibt und daheim die Fetzen fliegen. Außerdem unterstützte ich Mütter und Väter dabei, sich den Herausforderungen des Familienlebens selbstbewusst zu stellen.

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So lernt unser Gehirn am besten: Der Trick mit allen Sinnen.

So lernt unser Gehirn am besten: Der Trick mit allen Sinnen.

Schule und Lernen

09-2024

Möglicherweise hast du dich schon einmal gefragt, warum sich bestimmtes Wissen oder so manche Erlebnisse aus deiner Schulzeit besonders gut in deinem Gehirn verankert haben? Woran das liegt und wie du diesen Mechanismus dazu nutzen kannst, dein Kind optimal beim Lernen zu unterstützen, verrate ich dir in diesem Artikel.

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Bild von Prawny

Wir lernen über Gefühle

Wir alle wissen aus eigener Erfahrung, dass Erinnerungen sehr starke Emotionen in uns hervorrufen können. Diese Gefühle hängen eng mit unseren Sinnen zusammen und so kann ein bestimmtes Bild, ein Geruch oder ein Geschmack uns sofort in lang vergangene Situationen zurückversetzen.

Auch für Erinnerungen aus der Schulzeit gilt das: an Gelerntes können wir uns dann auch Jahrzehnte später noch erinnern, wenn der Inhalt mit einem bestimmten Ereignis in unserem Lieblingsfach oder zum Beispiel einem komischen Merkspruch verknüpft war.

Im Zusammenhang damit möchte ich jetzt über ein ebenso alltägliches wie kompliziertes Thema schreiben: das Lernen. Gerade in der Schulzeit, wenn man als Kind eben nun einmal lernen muss, ist es von großem Vorteil, wenn sowohl Eltern als auch Kinder wissen, wie Lernen am besten funktioniert.

Den Lernstoff ganzheitlich erfahren

Ich persönlich erinnere mich hierfür gerne an ein Beispiel aus meiner eigenen Schulzeit: Ganz genau weiß ich nämlich noch, welche Bilder ich gemalt habe, als unsere Musiklehrerin in der zweiten Klasse die ‚Moldau‘ von Bedrich Smetana abspielte und uns zu der Musik den Inhalt der einzelnen Stücke erzählte. Ich kann mich an die Stromschnellen erinnern, an die Bauernhochzeit, an den ruhigen Bachlauf durch den Wald und daran, wie die Moldau schlussendlich ins Meer fließt.

Dieses Ereignis ist, obwohl es so lange zurück in der Vergangenheit liegt, fest in meinem Kopf verankert – weil ich es mit allen Sinnen erlebt habe.

Und darin liegt auch der Schlüssel zum erfolgreichen Lernen: weil ich mich damals in der Situation komplett wohlgefühlt habe und wusste, dass meine Leistung nicht mit Druck erzeugt werden muss, konnte ich mich voll und ganz auf meinen Lernauftrag konzentrieren und all meine Fähigkeiten ausnutzen.

Genau diese Art und Weise wie ich gelernt habe, hat dafür gesorgt, dass sich der Lernstoff nachhaltig in mein Gehirn geprägt hat. Wenn du deinem Kind (oder natürlich auch dir selber) also ermöglichen möchtest, dass es seine/ihre Fähigkeiten voll ausschöpfen und so gut wie möglich lernen kann, gibt es einige Tipps, die dabei unterstützen.

Entspannt lernt sich's einfach besser

Generell ist eine entspannte Grundatmosphäre wichtig, um bestes Lernen zu erlauben.

Das gilt einerseits natürlich für die körperliche Umgebung: Schaffe einen gemütlichen Ort, an dem man bequem länger und in Ruhe sitzen kann und wo bei Bedarf zum Beispiel Musik mit Alphawellen läuft.

Und andererseits sollte auch die emotionale Umgebung eine positive Grundeinstellung zum Lernen erlauben: nach einem Streit zu lernen oder im Liebeskummer Konzentration zu finden, ist nahezu unmöglich. Das Gehirn schwirrt in diesen Fällen oft überall herum (nur nicht dort, wo es sein soll) und der Lernstoff wird schnell zu einer weiteren Last.

Nutze alle deine Sinneskanäle zum Lernen

Wenn diese ersten Bedingungen gegeben sind, gibt es noch weitere Tricks die dem Gehirn dabei helfen können, sich Dinge zu merken.

Hier kommen die sogenannten VAKOG-Kanäle ins Spiel: das Gehirn kann man Visuell, Auditiv, Kinästhetisch, Olfaktorisch und Gustatorisch anregen. Hinter diesen ganzen komplizierten Wörtern verstecken sich eigentlich nur unsere fünf Sinne: das Sehen, Hören, Fühlen, Riechen und Schmecken.

Wenn wir also unseren Lernstoff nicht nur auswendig lernen, sondern ihn uns wirklich einprägen wollen, dann hilft es enorm wenn andere Sinne mit angesprochen werden.

Damals in der zweiten Klasse, als die Lehrerin uns erlaubte, der Musik und ihren Erzählungen zu zuhören und diese dann in visuelle Bilder weiterzuverarbeiten, haben wir genau dieses Prinzip genutzt – und Jahrzehnte später kann ich mich noch genau an das Gelernte erinnern.

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Bild von Ibrahim Özdemir

Erforsche alle Kanäle zu deinem Lernthema

Es hilft also enorm, den Lernstoff mit allen Sinnen zu erfassen. Im Fach Biologie kann das bedeuten, dass man sich bei der Beschäftigung mit Bienen deren Summen vorstellt und Bilder ansieht, wie sie fleißig ihren Honig in den Waben herstellen.

In Geschichte könnte man sich Szenen im alten Rom ausmalen, wie Cäsar in seiner Toga vor dem Senat Reden schwingt.

Für Englisch könnte man sich in den Cornershop aus dem Englischbuch reinbeamen, bis man die Fish and Chips fast selber schmecken kann.

Der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt und all dies hilft dem Gehirn dabei, das Gelernte zu verknüpfen und in der Erinnerung zu behalten.

Leichter Vokabeln und Rechtschreibung lernen

Wenn beim Vokabellernen und anderen sprachlichen Aufgaben wie zum Beispiel Rechtschreibung Schwierigkeiten bestehen, kannst du gemeinsam mit deinem Kind die Augen schließen und ihr könnt euch vorstellen, dass ihr Wörter mit schwierigen Buchstaben in bunten Farben an eine weiße Wand malt oder die schwierigen Stellen farbig absetzt.

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Auch kann es helfen, das schwierige Wort rückwärts in einzelnen Buchstaben abzulesen und sich so mit dem Aufbau des Wortes zu beschäftigen.

Bei Lernwörtern lassen sich tolle Bilder erfinden: das Wort Sammelbiene zum Beispiel, mit seinen zwei ‚M‘ in der Mitte, lässt sich viel einfacher merken, wenn man sich ein Bienchen mit zwei Sammeltaschen für seine Pollen vorstellt, in der es jeweils ein ‚M‘ trägt.

Und Vokabeln bleiben gleich besser im Kopf, wenn sie mit einem gerappten, gesungenen oder geklopften Rhythmus oder anderen Gesten gelernt wurden.

An das jeweilige Alter angepasst können lustige oder merkwürdige Eselsbrücken und Merksprüche auch super funktionieren – ich erinnere mich hier an ein lustiges Beispiel meines badischen Englischlehrers, der in der Grammatikstunde sagte: ‚If und Would, du gehsch kaputt‘, um uns zu verdeutlichen, dass im Englischen auf ein ‚if‘ nicht direkt ein ‚would‘ folgen darf.

Lernen funktioniert also am besten, wenn der Lernstoff mit möglichst vielen Sinnen erfasst wird. Mit einer entspannten Grundstimmung und einer positiven Einstellung lässt sich dann so manche Hürde meistern und schwierige Dinge finden endlich ihren Platz im Kopf!

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Mobbing in der Schule – ein Thema, das längst keines mehr sein sollte!

Mobbing in der Schule – ein Thema, das längst keines mehr sein sollte!

Schule und Lernen

05-2024

Mobbing in der Schule ist nach wie vor ein großes Thema, im echten Leben und online in Form von Cybermobbing: Unabhängig von Schulform und Geschlecht wird in Deutschland laut einer PISA-Studie der OECD aus dem Jahr 2017 jede*r sechste 15-Jährige regelmäßig Opfer von Mobbing an seiner bzw. ihrer Schule.

In diesem Beitrag schildert Elisa ihre eigene, bewegende Erfahrung als Mobbing Opfer: Ihr Fall liegt bereits ungefähr 30 Jahre zurück, doch grundsätzlich hat sich nichts geändert. Viele sagen einfach immer noch „lass dich nicht ärgern“ oder „schlag einfach zurück“. Dass es so einfach nicht ist, berichtet uns Elisa.

Außerdem findest du im Anschluss an das Gespräch mit Elisa konkrete Tipps, wie du Anzeichen von Mobbing bei deinem Kind erkennen kannst, was du tun solltest und wo du Hilfe findest.

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Bild von Anemone123 

Mobbing - Eine wahre Begebenheit

Silke: Liebe Elisa, ich danke dir ganz herzlich, dass du dich für dieses Interview bereit erklärt hast, denn über Mobbing zu sprechen ist nicht leicht und schon gar nicht, wenn man selbst davon betroffen ist, so wie du.

Du bist inzwischen erwachsen, Mutter eines Sohnes und Geschäftsführerin eines Verlags. Dennoch schreibe ich bewusst „betroffen bist“, denn obwohl die Ereignisse schon viele Jahre zurück liegen glaube ich, dass sie immer noch Einfluss auf dein heutiges Leben haben.

 Liebe Elisa, keiner kennt dich so gut wie du dich selbst. Wer ist Elisa?

Elisa: Ich bin Elisa, 37 Jahre alt, ich liebe Musik, Kunst, Fremdsprachen, Bücher und Pferde über alles. Ich bin ein totaler Japanfan, spiele Gitarre, singe für mein Leben gern und habe gefühlt tausend Hobbies, u.a. Handarbeiten.

Ich bin seit 10 Jahren verheiratet, seit 20 Jahren mit meinem Mann zusammen, wir haben einen 9-jährigen Sohn und einen 16-jährigen Hund sowie ein Häuschen mit Garten im Grünen.

Ich bin zwar gelernte Fremdsprachenkorrespondentin für Englisch aber seit 8 Jahren leite ich meinen eigenen Verlag. Die Arbeit im Verlag beinhaltet so ziemlich alles außer Bücher schreiben aber ist mein absoluter Traumjob. Ich helfe sozusagen Büchern auf die Welt.

Ich wünschte mir so sehr jemanden, der mich verstand!

Silke: Das klingt sehr interessant und vielseitig, doch dein Leben war nicht immer so bunt. Als Schülerin warst du ein Mobbing Opfer. Wie fing das bei dir an und was glaubst du, waren die Gründe dafür? 

Elisa: Ich bin in Bulgarien geboren und aufgewachsen. Als ich acht Jahre alt war, kam ich am 21.12.1991 nach Deutschland.  Meine Eltern ließen mich bei meinen Großeltern in Berlin alleine, um sich um den endgültigen Umzug und alles Organisatorische zu kümmern.  Ich konnte kein Wort Deutsch und musste es von meinen Großeltern lernen.

Aus meiner gewohnten Umgebung herausgerissen zu werden und in ein Land zu kommen, das so anders war als das, was ich bisher kannte, war ein Schock für mich: Sprache, Schrift, Mentalität und Klima – alles war anders.

Es machte mich traurig, meine mir bekannte Familie zurück zu lassen. Die deutsche Hälfte der Familie würde ich erst kennen lernen.

Meine Oma brachte mir das lateinische Alphabet bei, denn in Bulgarien schreibt man kyrillische Buchstaben und mein Opa lehrte mich das Rechnen auf Deutsch.
Als Bücherwurm, der ich schon immer war, füllte sich mein Wortschatz zum Glück so schnell, dass ich bereits im August 1992 in die Grundschule gehen sollte.

Dennoch traute man mir nicht zu, direkt in die dritte Klasse einzusteigen und so musste ich „zurück“ in die zweite Klasse, die ich in Bulgarien schon ein halbes Jahr lang besucht hatte. Jetzt war ich die Älteste in der zweiten Klasse.

Mein Papa und ich zogen in den grünen Südosten von Berlin. Ein Stadtteil mit der allerniedrigsten Ausländerquote überhaupt.

Sie machten sich über alles an mir lustig

Silke: Du hast dir unglaublich viel angeeignet während deiner ersten Monate in Deutschland. Eigentlich Grund genug, um stolz auf dich zu sein. Warum war das nicht möglich?

Elisa: Es war nicht möglich, weil es niemanden in meinem Umfeld gab, der das Positive anerkannte. Im Gegenteil – alles an mir wurde „rausgestellt“.

Das Mobbing begann, weil man sich über mich lustig machte, dass ich sitzengeblieben sei. Sie dachten, ich gehörte zu den Kindern, die fachlich nicht gut genug waren – sie wussten nicht, was der eigentliche Grund dafür war, dass ich als Zweitklässlerin schon so alt war.
Die anderen Kinder machten sich darüber lustig, dass ich nicht alles verstand, dass meine Grammatik nicht gut war und dass ich einen fremdländischen Akzent hatte.

Auch, dass ich fast nichts von dem kannte, was die anderen Kinder als Alltag kannten, war Grund genug, mich vorzuführen.

Als neugieriges und wissbegieriges Kind hatte ich Spaß in der Schule. Ich war fleißig und sehr ehrgeizig – auch das fand keinen Anklang bei meinen Mitschülern.

Nach einem Jahr konnte ich zwar nicht alles verstehen, was ich las, doch als Leseratte wurde ich tatsächlich Klassenbeste im Lesen. Ich konnte besser lesen als meine deutschen Mitschüler. Ich war darüber eigentlich nur verwundert aber offenbar fühlten sich die Anderen so vorgeführt, dass sie mich auch aus diesem Grund hassten.

Sie begannen mich zu hänseln und aufzuziehen. „Streber“ war eine der netteren Bezeichnungen, die ich mir gefallen lassen musste.

Neben dem offensichtlichen Schielen wurde festgestellt, dass ich auch Kurzsichtig war und so bekam ich eine dicke fette Brille. Auf dem Rahmen waren rosa Buchstaben – das hatte ich mir so ausgesucht. Das Schielen verschwand zwar nach sechs Monaten, doch kurzsichtig blieb ich. So bot meine Brille eine weitere Angriffsfläche für Hänseleien wie etwa „Brillenschlange“.

Leider war ich grobmotorisch sehr ungeschickt und so wurde ich durch die daraus resultierenden Gemeinheiten doppelt gestraft.

Und dann war da noch mein deutscher Familienname Stulpe, der den anderen zur Verballhornung à la „Stulle“ zuspielte.

Vermutlich spielte es auch eine große Rolle, dass ich sozial unbeholfen war. Woher das kam, stellte sich allerdings erst 2008 heraus, als ich eine Asperger Autismus und ADS Diagnose bekam. Als Asperger Autistin war ich nicht in der Lage, intuitiv gesellschaftliche Regeln zu durchschauen und sie befolgen zu können. Emotionen aus den Gesichtern anderer abzulesen, sowie Körpersprache und Tonfall zu deuten, ist eine große Herausforderung, die mir bestimmt lange nicht gelang.

Erschwerend kam hinzu, dass wir bitterarm waren.
Zunächst lebten wir zu viert auf 64 Quadratmetern im Plattenbau, bis mein Bruder nach einem Jahr auszog.

Silke: Inwiefern hat dich die Zeit in Bulgarien geprägt, bevor du nach Deutschland kamst?

Elisa: Wir waren so arm, dass wir uns nicht einmal Milch leisten konnten.  Ich war froh, wenn ich Kakaopulver bekam, das ich mit heißem Wasser trinken konnte. Warme Mahlzeiten gab es nicht.

In den Sommerferien vor der 2. Klasse arbeitete mein Vater als Aufseher in einer kleinen Galerie in Berlin. Sehr viele Stunden saßen wir dort und ich hatte nur 2 Klappbrote für den ganzen Tag. Mir knurrte rund um die Uhr der Magen. Ich war ohnehin nach Meinung des Kinderarztes mit 10 kg Untergewicht nach Deutschland gekommen.

Im kommunistischen Bulgarien war es uns noch schlechter gegangen. Wir hatten nur wenige Stunden am Tag Wasser und Strom. Essen gab es nur mit Lebensmittelmarken und auch davon war immer zu wenig da. Meine Mundwinkel waren eingerissen, ich war ständig krank.  Kleidung bekam ich von meinen beiden Cousins, die noch in der Nähe wohnten und nur wenige Jahre älter waren.

Selbstverständlich waren auch das „wunderbare“ Anlässe für meine Mitschüler und Mitschülerinnen, um sich über mich lustig zu machen.

Weder von Lehrern noch von meinen Eltern habe ich hier Unterstützung und Hilfe bekommen.

Hilflos und nicht ernst genommen

Silke: Der Hintergedanke dieses Blogbeitrags ist es, Menschen zu sensibilisieren, dass Mobbing leider immer noch ein alltägliches Thema in unserer Gesellschaft ist. Sowohl Eltern möchte ich darin stärken, kleine Anzeichen leichter erkennen zu können und Kindern indirekt dadurch helfen, indem ihre Nöte erkannt werden!

Wie war das bei dir, Elisa, haben deine Eltern davon gewusst, wie sehr du in der Schule gelitten hast? Hast du dich getraut, mit ihnen darüber zu sprechen?

Elisa: Ich war völlig hilflos und wusste mir nicht anders zu helfen, als mit ihnen darüber zu sprechen. Aber entweder war es ihnen egal, oder sie nahmen es nicht ernst.
Gelegentlich sagten sie auch, ich solle es einfach ignorieren – was mir überhaupt nicht gelang. Sie sagten zu mir, dass es sich schon von alleine lösen würde. Für mich war es, als würden sie mich nicht ernst nehmen. Das war besonders schlimm für mich.

Ein einziges Mal sprach meine Mutter mit einer Mitschülerin und der Schule, doch das machte alles danach nur noch schlimmer für mich. Ich habe fast jeden Tag geweint.

Silke: Ich kann mir gut vorstellen, wie alleine gelassen und einsam du dich gefühlt haben musst. Bestimmt ist es so, dass viele Kinder sich nicht trauen, das Thema in der Schule anzusprechen, weil sie befürchten, dass es eh nichts bringt oder sogar noch verschlimmert.

Wie haben die Schule und die Mitschüler auf das Gespräch deiner Mutter reagiert?

Elisa: Eigentlich gar nicht – aber vielleicht lag das auch an meiner Mutter? Sie war zum Hospitieren in der Grundschule und sympathisierte mit einer meiner schlimmsten Mobberinnen!!! Das war grausam für mich. Als ob deren Autounfall, ihr Auslandsaufenthalt und der Drill, dem sie unterlag die perfekte Begründung war, andere wegen u.a. Kleidung zu schikanieren!

Meine Mutter hatte VERSTÄNDNIS. Na klar, dieses Mädchen entsprach so ziemlich ihrer Idealvorstellung einer Tochter – ich scheinbar nicht!

Mögliche Warnsignale richtig erkennen und angemessen darauf reagieren

Silke: Das ist natürlich doppelt schlimm. In meiner Praxis habe ich mit Eltern zu tun, die wollen, dass es ihrem Kind gut geht. Sie leiden selbst sehr darunter, wenn sie das Gefühl haben, dass ihr Kind nicht glücklich ist. In deinem Fall hattest du nicht einmal deine Eltern auf deiner Seite. Das ist sehr schlimm für ein Kind!

Wenn wir davon ausgehen, dass Eltern wollen, dass es ihren Kindern gut geht, was würdest du ihnen raten? Auf welche Zeichen sollten sie achten, woran könnten sie merken, dass ihr Kind möglicherweise gemobbt wird, wenn es sich nicht traut, offen darüber zu sprechen?

Elisa: Sie könnten auf Kleinigkeiten achten, wie zum Beispiel, ob alle Schulsachen heil daheim ankommen. Auch, ob zu Hause Spielsachen oder Geld fehlen. Kommen alle Kleidungsstücke vollzählig wieder heim und sind sie in einem guten Zustand oder möglicherweise kaputt?

Wenn das häufiger passiert, könnte es ein Anzeichen dafür sein, dass andere Kinder die Kleidungsstücke absichtlich kaputt machen.

Oder kommt es gar in seinen Sportsachen wieder heim oder ohne Schuhe? Wird die Brille permanent „vergessen“ oder kommt kaputt nach Hause? Ich wurde oft beklaut, erpresst, in den Dreck geworfen, meine Sachen wurden zerrissen, weggeworfen, versteckt…

Bringt das Kind Essen und/Trinken mit nach Hause? Manchmal will es nicht trinken weil es nicht auf die Toilette gehen müssen will. Oder ist alles leer aber es kommt mit einem übernatürlichen Heißhunger und Durst nach Hause? Dann wurde Essen/Trinken geklaut oder weggeworfen.

Hat das Kind 1000 Gründe warum es nicht in die Schule will? Hat es Freunde? Spielt es oft krank, wenn es ums losgehen geht, aber ist plötzlich kerngesund, wenn es gehört hat, wie die Eltern in der Schule angerufen und es krankgemeldet haben? Musste es „krank“ aus der Schule abgeholt werden, nachdem die Schule angerufen hat, ist dann aber bereits auf dem Weg nach Hause wieder quietschfidel?

Hat es Probleme am Tagesende positive Dinge zu finden, die an dem Tag passiert sind?

Hat es beim Kuscheln Schmerzen und ungewöhnlich viele blaue Flecken und Beulen? Freut es sich über Knochenbrüche und Fieber, weil es dann nicht in die Schule/nach Draußen muss, auch wenn es schlimm wehtut und nicht mehr spielen kann?

Wirkt es apathisch, weggetreten, zuckt ängstlich zusammen, wenn du schulbezogene Dinge ansprechst?

Will es nicht über die Schule reden und kann sich grundsätzlich nicht an das erinnern, was am Tag in der Schule gemacht wurde?

Es gibt so viele Anzeichen, wenn Eltern feine Antennen haben.

Silke: Und wie sieht es in deinem Fall aus? Du hattest nicht die Unterstützung und Hilfe deiner Eltern, was ich unglaublich traurig finde. Ich mag mir gart nicht ausmalen, was alles in dir vorgegangen sein muss.

Was hat das Mobbing mit dir gemacht, was ist dadurch in dir zerbrochen?

Elisa: Das Unbeschwerte. Das Vertrauen in meine Eltern. Der Respekt vor manchen Lehrern.
Die Hoffnung darauf, jemals Freunde zu haben. Der Ehrgeiz in der Schule gut zu sein, weil das selbst im Gymnasium negative Reaktionen mit sich brachte.

Es sind sehr viele Träume zerplatzt, die ich hatte.
Und ich habe sehr viel Spaß bei Hobbies verloren.

Traue dich, dir Hilfe zu holen

Silke: Wie bei anderem Missbrauch auch glaube ich, dass Vieles gar nicht wirklich wahrgenommen wird und die Kinder still vor sich hin leiden. Das macht es mit unter so gefährlich.

Wie können sich Kinder Hilfe holen, wenn ihre Eltern ihnen nicht zur Seite stehen und keinerlei Unterstützung von zu Hause bekommen?

Elisa: In der Schule gibt es Vertrauenslehrer, falls die Klassenlehrer auch mobben (ja, auch das gibt es!). Es gibt den Schulpsychiatrischen Dienst. Die AWO hat manchmal so Sprechstunden. Den Weißen Ring gibt es auch, die sind sehr nett. Auch der Kinderarzt kann einbezogen werden. Und heutzutage gibt es sogar die Nummer gegen Kummer und das Kinder- und Jugend Sorgentelefon

Carsten Stahl von CAMP STAHL, der sich öffentlich gegen Mobbing einsetzt berichtete, dass sich in Deutschland jeden zweiten Tag ein Kind wegen Mobbings das Leben nimmt. Das sind schlimmere Zahlen, als uns das Corona Virus derzeit liefert, doch darüber spricht kaum jemand!

Silke: Liebe Elisa, dein Schicksal hat mich sehr bewegt und ich danke dir unendlich für deine Offenheit. Ich wünsche mir sehr, dass wir beide durch deine Geschichte die Sensibilität für dieses Thema steigern können.

Umso bewundernswerter finde ich es, was du aus deinem Leben gemacht hast.

Im Übrigen ist in deinem Carow Verlag, der ganz im Nordosten Deutschlands angesiedelt ist, ein wunderschönes Kinderbuch von der in Heidelberg lebenden Autorin Dani Vanreusel erschienen. Es ist das Buch: „Euko und die fliegenden Füchse“.

Sechs Warnzeichen bei Mobbing auf einen Blick: Dein Kind ...

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... zieht sich zurück, wirkt niedergeschlagen und antriebslos

... klagt oft über Bauch- oder Kopfschmerzen, schläft schlecht ein und ist appetitlos

... möchte Dinge nicht mehr alleine tun, die es vorher schon konnte, wie z.B. alleine zur Schule oder zum Sport gehen

... gibt häufig an, Sachen verloren zu haben oder Dinge gehen kaputt

... bleibt nachmittags lieber alleine zu Hause und meidet seine „Freunde“ und Klassenkameraden

... wird schlechter in der Schule

Diese acht Dinge sollten Eltern bei Verdacht auf Mobbing tun

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Sprich auf jeden Fall mit den Lehrern

Sei verständnisvoll mit deinem Kind und sprich mit ihm

Biete ihm Hilfe von außen an (Psychologe, Kinder- und Jugendcoach, Sozialer Dienst)

Schreibe ein genaues Mobbing-Tagebuch, in dem du alles festhältst, was deinem Kind passiert

Mach deinem Kind klar, dass es keine Schuld an der Situation hat

Sprich nicht direkt mit den Tätern, denn das schwächt die Position deines Kindes

Stärke das Selbstbewusstsein deines Kindes durch Erfolge außerhalb der Schule

Mobbing: Hier bekommst du Hilfe für dein Kind

Nummer gegen Kummer e.V.

Rufnummer 116111. Der Verein bietet Kinder-, Jugend- und Elternberatung durch ehrenamtliche Experten. Online und über das Notfalltelefon.

Weisser Ring e.V.

Rufnummer 116006. Hilfe für Opfer von Kriminalität und Gewalt, Hilfe auch bei Cybermobbing, Online-Beratung und Hilfe vor Ort.

Forensische Ambulanz Heidelberg

Opfer von Gewalt können sich in Heidelberg an die Forensische Ambulanz der Uniklinik wenden. Wofür genau sie zuständig ist, kannst du hier nachlesen.

Jugendschutz.net

Das Kompetenzzentrum von Bund und Ländern bietet auch Hilfe bei Beschwerden an Provider und Links zu aufklärenden Webseiten.

Bündnis gegen Cybermobbing

Der Verein bietet umfangreiche Aufklärungsangebote, Informationen und Hilfen zum Cybermobbing. 

Zeichen gegen Mobbing e.V.

In Schulen klärt der Verein präventiv über Mobbing auf und bietet Hilfestellungen in akuten Fällen an. Bundesweit steht Zeichen gegen Mobbing Betroffenen, Eltern und Lehrkräften mit Empathie und Fachwissen zur Seite.

In diesem Interview ging es ausschließlich um Mobbing in der Schule. Durch die Digitalisierung hat Mobbing jedoch  eine ganz andere Dimension angenommen: Per Smartphone, über soziale Netzwerke und über E-Mail gibt es keine Grenze mehr, die das Mobbing nur auf die Schule beschränkt. Die Hemmschwelle ist deutlich gesunken, weil viele Mobber im Netz unerkannt bleiben. Die Anzahl potentieller Mobber ist dadurch gestiegen. Bei Cybermobbing hilft auch kein Schulwechsel mehr.

Und wie in jedem Bereich des Missbrauchs, trauen sich die Opfer sehr oft nicht direkt darüber zu sprechen. Mobbing kann überall dort entstehen, wo größere Menschengruppen zusammen sind. Was in der Schule beginnt, geht am Arbeitsplatz oft weiter. So sollten Lehrer eigentlich Experten sein, um gegen Mobbing vorzugehen, doch leider fallen auch sie immer wieder selbst Mobbing zum Opfer.

Ich hoffe, ich konnte dich mit diesem Beitrag für das Thema Mobbing sensibilisieren und dich ermutigen, dir gegebenenfalls Hilfe für dich und dein Kind zu holen. Schreib' mir gerne falls du noch Fragen zum Thema Mobbing oder Feedback zu diesem Beitrag hast.

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Ich bin Silke Krämer.

Kinder- und Jugendcoach Professional, NLP Master und Coach, EMDR Traumatherapeutin und Gymnasiallehrerin

Ich helfe Familien, wenn es Schulstress gibt und daheim die Fetzen fliegen. Außerdem unterstützte ich Mütter und Väter dabei, sich den Herausforderungen des Familienlebens selbstbewusst zu stellen.

Als Trainerin für Reflexintegration helfe ich deinem Kind, damit ihm die Schule bei Konzentrations­schwächen, Lern- und motorischen Problemen leichter fällt.

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Noten: Leid oder Freud? Zeugnis-Zeit

Noten: Leid oder Freud? Zeugnis-Zeit

Schule und Lernen

06-2022

Vor einigen Tagen habe ich einen Bericht im Radio gehört, in dem es um das Thema Grundschule ohne Noten ging. In Baden-Württemberg soll es 39 Modellschulen geben, die ab dem nächsten Schuljahr (SJ 22/23) ohne Noten arbeiten werden. Der Versuch soll wissenschaftlich begleitet werden. Experten und Politiker wägten bedacht ab, diskutierten hin und her und beleuchteten alle möglichen Seiten des Themas. Als die Sendung vorbei war, hatte ich gemischte Gefühle:

 

Auf der einen Seite fielen mir all die vielen Kinder aus meiner Coaching Praxis inklusive deren Mütter ein, die so sehr unter dem Notendruck litten: Kinder mit Schulangst, endlosem Familienstress und Diskussionen wegen Stunden vereinnahmenden Hausaufgaben, Kummer um schlechte Noten, das Gefühl, nicht gut genug zu sein, schlechter als die Freundin zu sein …. die Liste ist lang. Und da dachte ich mir: Warum nur 39 Schulen? Schade, dass es nicht mehr sind und wie cool wäre es, wenn mein Sohn nächstes Jahr auf genau so eine Schule gehen könnte.

Andererseits kamen mir zwei Einwände: Erstens, wie soll man die Kinder denn dann zum Lernen bringen, wenn sie keine Noten bekommen - obwohl sie theoretisch nicht für die Schule und die Noten, sondern fürs Leben lernen sollten (*räusper*)? Zweitens, wie bekommen Eltern die Gewissheit, dass ihre Kinder auf dem notwendigen Lernstand sind?

In meiner Praxis begegne ich genau diesen beiden Sorgen häufig. Überwiegend Mütter haben sie, da sie sich in der Verantwortung sehen, dem Kind einen guten Schulabschluss angedeihen zu lassen.

2 Mädchen beugen sich über ein Buch und lernen.

Bild von svklimkin  

Wenn auch euch in deiner Familie das Thema Noten oft in die Quere kommt, dann habe ich im Folgenden einige Gedanken für dich zusammengetragen, die ich aus meiner persönlichen Erfahrung als Mutter und meinen beruflichen Erfahrungen als Coach und als Gymnasiallehrerin gesammelt habe.

Noten: ein unvermeidbarer Bestandteil des Groß-Werdens

Das Fieseste an Noten ist wohl ihre Unvermeidbarkeit: Jedes Jahr aufs Neue muss ein Kind sich in der Schule vor Erwachsenen und Mitschülern beweisen. Ab dem Schuleintritt beginnt das große Vergleichen. Das führt unweigerlich dazu, sehr viel „im Außen“ zu sein. Schon sechs oder siebenjährigen Kindern wird von unserer Gesellschaft abverlangt, die Leistung zu erbringen, die für alle GLEICH vorgesehen ist - und das, obwohl in diesem Alter gar NICHT alle GLEICH sind. Das ist schon ordentlich.

Und gleichzeitig bietet sich für uns als Eltern eine große Chance, unseren Kindern wirklich etwas beizubringen. Schließlich wird man sein ganzes Leben lang von anderen bewertet oder beurteilt. Klar, im Job mag das nicht mehr so direkt sein wie mit Noten in der Schule und in sozialen Situationen hat man hoffentlich meistens eher ein Verhältnis auf Augenhöhe (das zwischen Lehrern und Schülern leider selten der Fall ist). Doch hier können unsere Kinder gleich lernen: eine externe Bewertung, in diesem Fall Noten, sind kein objektives Messinstrument dafür, wie viel ich kann oder gar wie viel ich wert bin! Um das lernen zu können, braucht es eine feinfühlige und liebevolle Begleitung durch Lehrer und Eltern. Weil die meisten Lehrer Teil des Systems sind, tragen die Eltern den Löwenanteil.

Allerdings kann die Erwartungshaltung der eigenen Eltern im Weg stehen, die es Eltern erschwert, mit dem Thema Noten unbeschwert umzugehen.

Die Probleme mit der Bewertung nach Noten

Für uns als Eltern war es bis zum Schuleintritt völlig klar, dass sich jedes Kind in seinem individuellen Tempo entwickelt.

Ab diesem Zeitpunkt scheinen es viele Eltern leider schlagartig zu vergessen. Sie wünschen sich (verständlicherweise) nichts sehnlicher, als dass ihr Kind mithalten kann und „nicht unter geht“. Dadurch ist es dann plötzlich nicht mehr OK, wenn es langsam - langsamer - zu langsam ist -  und es wird erwartet, dass alle das Gleiche können und sich gleich schnell entwickeln. Zusätzlich wird das gleiche Ausgangsniveau vorausgesetzt. Noten suggerieren, alle Kinder hätten die gleichen Chancen (z.B. ein ruhiges Lernumfeld zuhause). Leider ist das nicht der Fall und dadurch werden Noten zu einem ungerechten Spiegel dessen, anstelle einer echten Leistungsbewertung des Kindes.

Sie sind eine Momentaufnahme der Prüfungssituation. Derjenige, der es am besten schafft, in diesem Moment das zu zeigen, was der Lehrer hören will, bekommt eine gute Note. Hat das Kind die Partizipialkonstruktion hingegen erst zwei Wochen nach der Klassenarbeit verstanden und ist jetzt ein echter Meister, kann es das nicht mehr zeigen und der vorherige Misserfolg fließt in die Endjahresnote ein - nicht jedoch seine Lernentwicklung und sein Fortschritt.
Außerdem wird die Persönlichkeit des Kindes in diesem System kaum bis gar nicht einbezogen: Ist es schüchtern und kann sich deshalb mündlich nicht so gut einbringen?

All diese Erfolge und Hürden werden in diesem System nicht erkannt und deshalb auch nur selten belohnt. Kein Wunder, dass Kinder dann frustriert und lustlos lernen.

 

Darüber hinaus brauchen unterschiedliche Berufe andere Fähigkeiten. So haben ja zum Beispiel Rechts-, Wirtschafts-, Gesellschafts- und Sozialwissenschaften alle einen Numerus Clausus. Doch die Anforderungen, die im Berufsalltag gestellt werden, sind völlig unterschiedlich. Ein Arzt sollte auf jeden Fall empathisch sein, für einen Rechtswissenschaftler ist das jedoch nicht unbedingt in besonderem Maße erforderlich. Den unterschiedlichen Anforderungen wird alleine durch eine gute Abitursnote nicht Rechnung getragen.

Ich weiß: für jeden gibt es in dieser Welt einen richtigen Platz an dem man sich wohl fühlt, gute Noten hin oder her.

Was tun als Eltern?

Wie so oft bei gesellschaftlich bedingten Ungerechtigkeiten bleibt uns als Eltern also nur eines übrig: Die innere Arbeit machen!

Für mich heißt das konkret, dass ich mir immer wieder deutlich mache, welchen Stellenwert Noten haben.

Ich weiß: Was mein Kind später im Leben erreichen kann, wie schlau oder zielstrebig es ist, das zeigt sich nicht in den Noten. Das zeigt sich in der Persönlichkeit: Darin, wie neugierig mein Sohn neue Dinge über das Computer Programmieren lernen möchte, wie groß seine Anstrengungsbereitschaft ist, dass er gelernt hat, Verantwortung für sich und sein Handeln zu übernehmen oder wie lieb sein Bruder mit ihm Spielsachen teilt.

 

Der Schulweg ist lange und wenn ein Kind bereits in der Grundschule so frustriert ist, dass es nur noch Negatives mit der Schule verbindet, wird es ein harter Weg werden. Das wünscht man keinem Kind.

Statt dem Kind zusätzlichen Druck zu Hause zu machen, ist es unerlässlich, dem Kind schrittweise mehr zuzutrauen und ihm Verantwortung zu übergeben. Dass wir als Eltern trotzdem da sind, wenn es nach Hilfe fragt, ist ja klar!

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Bild von Juraj Varga

Konkrete Tipps für euren Alltag

Ich gebe mir sehr Mühe, im Alltag nicht zu viel Fokus auf die Noten zu legen. Obwohl ich natürlich neugierig bin, frage ich nicht immer wieder „und, habt ihr die Arbeit schon zurück?“. Und genauso wie schlechte Noten nicht bestraft werden, werden gute Noten nicht übermäßig belohnt, um dem ganzen Thema an Bedeutung zu nehmen. Klar, wir freuen uns gemeinsam darüber – schließlich ist eine gute Leistung ja was Tolles. Ich möchte es auch unterstützen, dass mein Ältester zum Beispiel super im Unterricht aufpasst und deshalb ohne viel Lernen gute Noten schreibt. Doch ist es mir wichtig, dass er das aus eigener Motivation tut, da er sich an mehr Freizeit mit schönen Dingen erfreut und nicht, weil er muss und von außen Druck verspürt. Sein Selbstwert und seine Zuversicht im Leben sollen darauf aufgebaut sein, wer er als Mensch ist und weil er Dinge tut, die seinem Herzen Freude bereiten.

 

Wenn du also das Gefühl hast, dass dein Kind sich von diesem Druck beeindruckt ist und vielleicht sogar schlechte Noten als Versagen sieht, dann sprich gerne offen mit ihm darüber, was so ein Zeugnis wirklich bedeutet. Schreibt gemeinsam die Stärken eures Kindes auf (auch wenn das zuerst kitschig oder übertrieben vorkommt) und richtet bewusst den Blick auf all das, was du an deinem Kind toll findest. Mache deinem Kind bewusst, dass auch der Einser Schüler nicht immer glücklich ist und auch seinen eigenen Rucksack an Problemen mit sich trägt.

 

Ob Motivation durch gute Noten, Geld oder beispielsweise mehr Zeit mit dem neuesten Computerspiel als Belohnungsprinzip funktioniert, hängt stark vom Persönlichkeitstyp des Kindes ab. Die einen finden es super, die anderen verspüren hierdurch nur noch mehr Druck. Als Extrembeispiel kannte ich eine Familie, in der die Oma bestimmte Geld-Beträge für beste Noten verteilt hat. Ich muss sicher nicht sagen, was für eine Rivalität und Leistungsdruck die Enkel hierdurch verspürt haben.

 

Und auch im Vergleich mit Mitschülern sollten Kinder lernen, in der Schule die Stärken der anderen zu sehen, statt sich in Konkurrenz zu sehen. Schließlich möchten wir als Eltern ja auch lieber mehr soziales Miteinander statt Ellenbogen Einsatz. Der Misserfolg einer schlechten Note ist im Netzwerk eines ausgeglichenen, glücklichen Kinder-Lebens einfacher zu verkraften, als eine schlechte Note, die für das Kind komplettes Versagen bedeutet. So darf ein gemeinsames Eis essen am Zeugnistag eine Feier eines wichtigen Schrittes sein, viel mehr als eine Belohnung für bestimmte gute Noten!

Wie unterstütze ich mein Kind in seinem Wachstum?

Obwohl Schulen die Noten wohl kaum in der nächsten Zeit komplett abschaffen werden, um sie durch faire Berichte zu ersetzen, können wir unsere Kinder in ihrer persönlichen Entwicklung unterstützen. Macht keine große Sache aus dem Zeugnis. Reflektiere viel eher mit deinem Kind, was es alles gelernt hat und konzentriert euch so auf das sogenannten ‚growth mindset‘, also die ‚Wachstums-Einstellung‘. Das wird in vielen Ländern und von vielen sehr erfolgreichen Leuten so praktiziert. Wie habe ich gelernt, was hat mir geholfen, was kann ich wiederholen? Was hat gut funktioniert, was will ich lieber lassen, was waren meine Highlights in diesem Jahr? All diese Sachen können wir natürlich auch im gemeinsamen Coaching durcharbeiten und herausfinden, wie ihr diese positive und erfolgsorientierte Herangehensweise in euren Alltag integrieren könnt!

 

Denn letztendlich ist mir als Mutter vor allem eines wichtig: dass die Kindheit meines Kindes schön und frei ist, ohne Nachmittage mit stundenlangem Sitzen und Aufgaben machen (es sei denn, das ist der Herzenswunsch eines kleinen Bücherwurms 😉 ). Für die gesunde Entwicklung von Kindern ist es essentiell, dass sie sich viel bewegen, ihrer Kreativität und ihrem Entdeckergeist freien Lauf lassen und sie nicht immer nur in die Anpassung gezwungen werden. Ein ausgeglichenes Leben spiegelt sich nicht zwangsläufig in einem ausgeglichenen Zeugnis wider und das möchte ich meinen Kindern vorleben!

Hier noch einmal meine Tipps

  • Gib Noten keine zu große Bedeutung - weder durch überschwängliches Lob, noch durch Bestrafung.
  • Erkläre deinem Kind das Prinzip des „growth-mindset“.
  • Sprich mit deinem Kind über Werte und worauf es noch im Leben ankommt.
  • Reflektiert gemeinsam die Note: Was hat gut geklappt, was hat mir geholfen, was kann ich beim nächsten Mal anders machen?
  • Hinterfrage dein Belohnungsprinzip.
  • Lass deinem Kind seine Individualität und hilf ihm dabei, in dem vorgegebenen System zurecht zu kommen.
  • Verbringe mit deinem Kind nicht nur Zeit beim Lernen, sondern macht schöne Sachen zusammen.
  • Wenn du Wert auf entspannte und harmonische gemeinsame Familienmahlzeiten legst, dann frag dein Kind dort nicht über anstehende Arbeiten und noch ausstehende Pflichterfüllung aus, wenn es nicht von sich aus von der Schule erzählen mag.
  • Motiviere dein Kind, sich mit Freunden zu treffen und möglichst viel Zeit Draußen zu verbringen.

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Ich bin Silke Krämer.

Kinder- und Jugendcoach Professional, NLP Master und Coach, EMDR Traumatherapeutin und Gymnasiallehrerin

Ich helfe Familien, wenn es Schulstress gibt und daheim die Fetzen fliegen. Außerdem unterstützte ich Mütter und Väter dabei, sich den Herausforderungen des Familienlebens selbstbewusst zu stellen.

Als Trainerin für Reflexintegration helfe ich deinem Kind, damit ihm die Schule bei Konzentrations­schwächen, Lern- und motorischen Problemen leichter fällt.

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(Zeugnis-)Noten: So gehst du entspannt mit ihnen um

(Zeugnis-)Noten: So gehst du entspannt mit ihnen um

Schule und Lernen

02-2022

Alle Halbjahre wieder kommt… das Zeugnis. Und damit leider oft auch ein mulmiges Gefühl, wenn man als Schüler die Noten der Lehrer ausgeteilt bekommt.

Hat die mündliche Arbeit ausgereicht, um diesen blöden Test von vor ein paar Wochen auszugleichen? Findet die Frau Müller, dass ich mich genug angestrengt habe, um doch noch eine 3 zu kriegen? Warum steht hier in Deutsch eine 2? Ich habe mich doch immer gemeldet, obwohl ich nicht gern vor anderen rede. Hoffentlich fragt mich jemand nach meiner guten Mathe-Note. Und hoffentlich fragt mich niemand, was ich in Biologie habe…

zeugnis-noten-entspannter-umgang

Ein jeder von uns kann sich sicher an diese vielen, vielen Gedanken zurückerinnern, die über einen hereinbrechen, wenn man in der Schule bewertet wird. Doch der heutige Blogpost richtet sich nicht an diejenigen, die schon gar nicht mehr in der Schule sind. Heute möchte ich direkt an die Schülerinnen und Schüler schreiben, die noch mitten in diesem Noten-Wald stecken. Und ich möchte euch, als jemand der auf der anderen Seite des Dschungels angekommen ist, Mut machen!

Denn was sind Noten eigentlich?

Sie sind ein Bewertungssystem, das von der Schule (und darüber hinaus, der Regierung) festgelegt wurde. Irgendwann saß also mal irgendwo ein wichtiger, erwachsener Mensch in seinem Gebäude und hat mithilfe von Büchern und anderen erwachsenen Menschen festgelegt und dann aufgeschrieben, was ein Kind in der Schule alles so können sollte. Dazu gehört neben Stillsitzen, aufpassen, Hausaufgaben machen, nur-reden-wenn-man-gefragt-wird und der Lehrplan, mit dem eure Lehrer ins Klassenzimmer spazieren. Bitte versteht mich nicht falsch – ich bin mir sicher, dass sich all diese Menschen viel Mühe gegeben haben, ihre Arbeit gut und richtig zu machen!

Aber bei all den Plänen wird eines oft vergessen:

Menschen, egal in welchem Alter, sind keine Roboter. Jeder lernt unterschiedlich viel und schnell.

Wie gut du einen bestimmten Lerninhalt zu einem bestimmten Zeitpunkt (zum Beispiel auswendig gelernt in einer Klassenarbeit) wiedergeben kannst, sagt nichts darüber aus, wie schlau du bist. Wenn dir das leicht fällt und Spaß macht, liegt dir diese Art des Lernens und das ist toll! Aber wenn du damit Schwierigkeiten hast, bist du deshalb nicht weniger intelligent. So wie manche Leute gerne Äpfel essen und manche Leute eben einfach nicht, gibt es unterschiedliche Lerntypen.

Falls du einmal eine schlechte Note schreibst und traurig darüber bist, denke daran, dass das nur eine Momentaufnahme war und nicht automatisch etwas darüber aussagt, ob du dich angestrengt hast oder wie gut du bist.

Vielleicht hattest du vor der Klassenarbeit Ärger mit deinen Mitschülern? Mit negativen Gefühlen im Bauch kannst du dich nämlich ganz schlecht konzentrieren, egal, wieviel du vorher gelernt hast. Oder du hast etwas anderes gelernt, als die Lehrerin in der Klassenarbeit abgefragt hat? Oder du warst vom lauten Schnaufen der Schnupfen-Nase deines Sitznachbarn abgelenkt? Oder du konntest am Vorabend ganz schlecht einschlafen und bist müde? Oder …. .

Du siehst, es kann viele verschiedene Gründe dafür geben, warum du eine schlechte Note in einer Klassenarbeit bekommen hast. Bitte danke dabei daran, dass es vor allem darauf ankommt, wie du dich mit deiner Vorbereitung fühlst. Wenn du dich gut auf eine Arbeit vorbereitet hast, regelmäßig und konzentriert gelernt hast, dann hast du dein Ziel erreicht. Denn das ist es, worauf du stolz sein solltest.

Wenn du das geschafft hast, dann kannst du sehr zufrieden mit dir sein - auch, wenn die Note nicht so ausfällt, wie du es dir gewünscht hast, weil „das Leben“ dazwischen kam.

Wenn du an dieser Stelle denkst: Hm, eigentlich weiß ich gar nicht so genau, wie ich effektiv und konzentriert lernen kann, dann suche dir jemanden, der dir das zeigt. Das sollte immer der erste Schritt sein, bevor du fachliche Nachhilfe in Anspruch nimmst, denn vielleicht liegt es nur an der Art, wie du lernst, dass es mit den Wunschnoten nicht klappt.

 

Schule ist nur ein ganz kleiner Teil von deinem Leben

Und wenn du dich in der Schule oft nicht verstanden und frustriert fühlst, denk daran, dass Schule nur ein ganz kleiner Teil von deinem Leben ist – auch wenn es dir momentan vielleicht nicht so vorkommt. Bist du sonst stolz darauf, wer du bist? Vielleicht hast du ein schönes Bild gemalt, einen tollen Film geschaut, deine Schwester zum Lachen gebracht oder deine Katze schnurren hören, weil du sie so gut hinter den Ohren kraulen kannst? Vielleicht hast du deine Freundin oder deinen Freund getröstet, als er traurig war und ihn dann wieder zum Lachen gebracht? Oder du hast jemandem geholfen, vielleicht sogar deinen Eltern?
Außerhalb der Schule sind all diese Dinge wirklich wichtig, damit du dein Leben genießen kannst.

Wirf also nicht nur die Schule in die Waagschale, die darüber entscheidet, ob dein Leben ausgeglichen und glücklich ist, sondern wirf in die andere Schale die vielen anderen wunderbaren Dinge, die dich als etwas Besonderes und Einzigartiges ausmachen.

(Zeugnis-)Noten: So gehst du entspannt mit ihnen um 2

Bild von Pexels

Helfende Tipps

Die folgende Liste soll dir dabei helfen, dich auf das Große, Ganze zu konzentrieren, wenn du das Gefühl hast, dass dir in der Schule und mit den Noten alles zu viel wird:

  • Du kannst gut lernen und hast ein tolles Gehirn: überlege dir mal, was du als Baby konntest. Nicht besonders viel, richtig? In deiner kurzen Zeit hier auf diesem Planeten hat sich dein Körper alles Mögliche beigebracht, vom Sprechen und Laufen bis hin zu komplizierten Dingen ,wie alleine Bus fahren oder einkaufen gehen. Das ist schon eine Menge und auch wenn es dir selbstverständlich vorkommt, kannst du darauf stolz sein!
  • Noten sind nicht nur deine Leistung: wie gut man in der Schule sein kann, hängt auch ganz stark davon ab, wie viel man unterstützt wird. Vielleicht hat der Alex, der immer in allem so gut ist, ein großes Zimmer in dem er ganz in Ruhe lernen kann. Oder die Lisa, die immer eine 1 in Mathe hat, einen großen Bruder, der am Wochenende zu Besuch kommt und mit ihr lernt. Wo du herkommst und wo du lernst, hat auch damit zu tun, wie stark du dich auf die Schule konzentrieren kannst.
  • Gute Noten zeigen nicht, ob du toll lernen kannst: stell dir vor, du ziehst nach Frankreich, ohne ein Wort Französisch zu sprechen. Wenn du nach ein paar Monaten schon alleine in der Bäckerei einkaufen kannst, ist das toll, oder? Du hast schließlich einen riesigen Fortschritt gemacht! Vergleiche ich jetzt aber deine Französischkenntnisse mit jemandem, der dort geboren wurde, sieht es auf einmal so aus, als wärst du richtig schlecht. Und so ist das in der Schule auch. Deine Leistung wird nicht daran festgemacht, wie sehr du dich anstrengst und verbesserst, sondern du wirst mit einem allgemein festgelegten Maßstab verglichen.

Ich hoffe, mit diesem Artikel konnte ich dir helfen, etwas Abstand vom Noten-Chaos zu gewinnen. Auch wenn sich das vielleicht etwas kitschig anhört und du dich erst Mal komisch bei dem Gedanken fühlst oder dir keine bestimmte Leistung einfällt, mit der du besonders zufrieden bist: sei stolz darauf und dankbar darüber, wer du bist – gute Noten hin oder her.

Auch die Einser-Schüler, die du vielleicht gerade bewunderst und beneidest, werden früher oder später in irgendetwas nicht gut sein. In der Schule, während der Uni oder Ausbildung und bei der Arbeit wird es immer wieder Momente geben, in denen du an deiner Arbeit zweifelst, das ist ganz normal.

Es ist viel wichtiger, dass du mit dir selbst zufrieden bist, weil du weißt, was dir Freude bereitet und dass du zum Beispiel für deine Familie und Freunde da bist, wenn sie dich brauchen.

Und denke daran, es gibt eine lange Liste von berühmten und erfolgreichen Leuten (zum Beispiel Steve Jobs oder Walt Disney), die nicht gut in der Schule waren. Ob die glücklich waren, weiß ich natürlich nicht, aber sie zeigen auf jeden Fall, dass Noten nichts über Intelligenz aussagen. Falls du dich also nach dem Halbjahreszeugnis gerade etwas niedergeschlagen fühlst: Kopf hoch!

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Ich bin Silke Krämer.

Kinder- und Jugendcoach Professional, NLP Master und Coach, EMDR Traumatherapeutin und Gymnasiallehrerin

Ich helfe Familien, wenn es Schulstress gibt und daheim die Fetzen fliegen. Außerdem unterstützte ich Mütter und Väter dabei, sich den Herausforderungen des Familienlebens selbstbewusst zu stellen.

Als Trainerin für Reflexintegration helfe ich deinem Kind, damit ihm die Schule bei Konzentrations­schwächen, Lern- und motorischen Problemen leichter fällt.

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