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Zwischen Lichterglanz und Reizüberflutung: Wie du im Advent dein Nervensystem schützt – und deinem Kind das Wertvollste schenkst

Zwischen Lichterglanz und Reizüberflutung: Wie du im Advent dein Nervensystem schützt – und deinem Kind das Wertvollste schenkst

Lesen und Schreiben

12-2025

Jedes Jahr nehme ich mir wieder auf’s Neue vor, es endlich mal ruhiger angehen zu lassen im Dezember, damit ich nicht völlig auf dem Zahnfleisch die Ziellinie Heiliger Abend erreiche. Dabei habe ich prinzipiell verstanden, dass hier nicht das klassische Trainingsprinzip hilft, bei dem es gilt, die Fülle der Trainingsreize zu steigern, sondern dass es genau des Gegenteils bedarf.

In meinem Kopf schreit der Wunsch: „Diese Jahr genieße ich mit meinen Kindern die Vorweihnachtszeit und wir machen es uns richtig gemütlich zusammen an den Wochenenden mit viel Familienzeit. Schließlich ist die gemeinsame Zeit das Kostbarste, das wir neben Gesundheit haben und noch dazu begrenzt!“.

Doch in der Realität wird es dann doch wieder anders, WENN ich nicht bewusst auf mein Bauchgefühl nach Ruhe höre (und zum Beispiel konsequent keine 1:1 Coachings mehr im Dezember zulasse und nicht wirklich super streng priorisiere).

In meiner Mastermind-Gruppe habe ich dieses Jahr die Challenge ausgerufen: Wer wird die Dezember-Chill-Queen und kann uns in unserem letzten Meeting des Jahres eine Woche vor Weihnachten überzeugend erklären, warum ausgerechnet sie es sein soll, die diesen Titel durch einen Höchstgrad an Entspannung erhalten soll. Denn: Erwarten die Gesellschaft und unser innerer Kritiker nicht immer genau das Gegenteil von uns? „Wer nichts leistet, ist nichts wert!“. Also lautet meine Meßlatte an die Teilnehmerinnen: Wer fühlt sich auf einer Skala von 0-10 am wenigsten gestresst?

Wie schön wäre es, wenn diese Challenge auch in der Schule stattfände, statt „noch schnell“ in jedem Fach eine Klassenarbeit reinzuquetschen neben Weihnachtsnachmittag und all den anderen Dezember-Aktivitäten.

Weihnachtsbäckerei

Adventszeit: Wenn die Natur leiser wird – und wir lauter

Denn, ist es nicht paradox? Draußen wird es leiser. Die Bäume haben ihre Blätter abgelegt, viele Tiere ziehen sich zurück, die Natur fährt spürbar herunter und meine Schildkröte ist schon seit Ende Oktober abgetaucht (wie oft habe ich mir schon gewünscht, ihr gleichtun zu können!).

Doch wir Menschen? Wir drehen im Dezember oft noch mal so richtig auf.

Wir planen Weihnachtsfeiern, organisieren Adventsbasteln und Weihnachtskränze-flechten, hetzen über Weihnachtsmärkte, kaufen Geschenke, schreiben Weihnachtskarten, verpacken Geschenke, backen Plätzchen, treffen jeden Bekannten, als wäre es die letzte Chance im Leben … und all das unter ziemlich viel Zeitdruck und mit wenig Muse.  Der Dezember, der im Außen so still wirkt, ist oft der lauteste Monat in unserem Inneren.

Viele Eltern spüren sehr klar: „Eigentlich würde uns Rückzug gerade so gut tun.“

Wer hat sie nicht, diese Sehnsucht nach Gemütlichkeit? Gemeinsam Tee trinken bei Kerzenschein und Weihnachtsduft, lesen, Geschichten erzählen, zusammen einkuscheln, alles von allem ein bisschen langsamer und weniger und es der Natur gleichzutun.

Ja, das sind Klischees – aber oft sind sie genau das, wonach unsere Seele ruft und was so wichtig für uns wäre. Auf die innere Stimme zu hören fällt schwer, wenn die Stimmen von außen doch alle viel lauter sind.

Warum der Dezember so anstrengend sein kann

Hinzu kommt: Der Dezember ist meistens kein „normaler“ Monat. Er ist vollgestopft mit Besonderheiten:

  • Adventssingen, Weihnachtsfeiern, Nikolaus, Wichteln
  • extra Süßigkeiten, Zucker, spätes Zu-Bett-Gehen
  • laute Musik in Geschäften, volle Innenstädte, blinkende Deko

Gerade feinfühlige oder reizoffene Menschen reagieren darauf oft mit innerem Stress. Sie spüren jede Stimmung, jeden Ton, jedes „zu viel“. Leider häufig ohne zu wissen, warum sie so gereizt oder erschöpft sind.

Kinder können das noch viel weniger einordnen. Sie zeigen es auf ihre Weise: Sie drehen völlig auf, sie reagieren aggressiv oder weinen schnell, sie sind „drüber“, kommen schlecht runter, schlafen unruhig.

Und viele Eltern fragen sich dann: Was ist denn jetzt los mit meinem Kind?“

Dabei ist oft genau das passiert: Das Nervensystem ist überlastet.

Wenn sich Eltern aus unserem Rexi Rockstars Eltern-Kind-Kurs zur Reflexintegration während dieser Zeit an uns wenden, weil ihr Kind außer Rand und Band ist, raten wir ihnen zu den Basis Rexi-Übungen, die das Nervensystem beruhigen: Schaukelübungen und jene, die die Integration des Moro Reflexes anregen. Denn besonders bei hochsensiblen und reizoffenen Kindern, also jenen, denen der Dezember besonders zusetzt, kann sich der Moro Reflex unter diesen Bedingungen reaktivieren.

So sind die Rexi-Übungen nicht nur als Momentaufnahme, sondern vielmehr als lebenslanges Kompendium nützlich.

Weihnachtsbäckerei

Konsum als Ersatz – Geschenke gleichen fehlende Zeit nicht aus

Ein weiterer Punkt, der im Dezember gerne belastend mitschwingt: Das schlechte Gewissen vieler Eltern.

Vielleicht kennst du Gedanken wie:

  • „Ich war dieses Jahr so viel arbeiten.“
  • „Ich war oft gestresst und nicht so geduldig, wie ich sein wollte.“
  • „Ich habe meinem Kind so oft später gesagt.“

Und dann kommt Weihnachten und mit ihm die Möglichkeit, „es wieder gut zu machen“. Mehr Geschenke, größere Überraschungen, noch ein „Highlight“. Man glaubt, dem Kind durch ein besonders teures Geschenk zeigen zu können, wie wertvoll man es findet.

Ich verstehe dieses Bedürfnis sehr. Und gleichzeitig bin ich überzeugt: Materielles kann fehlende echte Zeit, emotionale Präsenz und innere Ruhe nicht ersetzen. Im Gegenteil: Ein „zu viel“ macht es den meisten Kindern schwerer, nicht leichter.

Im Grunde wissen wir das alle. Umso mehr sollten wir es uns immer wieder bewusst machen, denn das Außen verschleiert das immer wieder.

Ein erster konkreter Schritt: ein Termin weniger, ein Abend mehr

Statt dich zu verurteilen, kannst du dir eine liebevolle, ganz praktische Frage stellen: „Was ist eine winzige Veränderung, die uns im Dezember wirklich gut tun würde?“

Zum Beispiel:

  • Du entscheidest dich bewusst, eine Einladung abzulehnen. Statt zur dritten Weihnachtsfeier in einer Woche zu fahren, bleibt ihr zu Hause, macht euch einfache Abendbrote, schaut gemeinsam ein Bilderbuch an oder hört Musik.
  • Du gehst mit deinem Kind auf den Weihnachtsmarkt – aber ihr habt vorher vereinbart: ein Karussell, ein Getränk, einmal schauen, dann nach Hause. Du achtest nicht auf „Wir müssen das aber ausnutzen“, sondern auf den Moment, in dem ihr beide satt und müde seid – und dann geht ihr.
  • Du führst einen wöchentlichen „Familien-Abend ohne Termine“ ein: Handy weg, keine Verabredungen, nur ihr. Vielleicht ein Ritual wie „Highlight des Tages erzählen“, ein kleines Spiel, eine Massagegeschichte.

Solche Entscheidungen sind nicht egoistisch – sie sind achtsam. Du traust dich, dein Nervensystem und das deines Kindes wichtiger zu nehmen als Erwartungen von außen.

Methoden, die das Nervensystem regulieren

 

Es gibt viele kleine Werkzeuge, die du im Alltag nutzen kannst:

  • Atmung: Mehrmals am Tag bewusst tief ein- und lang ausatmen. Kinder kannst du spielerisch mitnehmen: eine Kerze auspusten, „Heißluftballon“ spielen, gemeinsam Atmen, wobei einer den ruhigen Atemrhythmus vorgibt und der andere diesem folgt.
  • Bewegung: Hüpfen, schaukeln, sich in eine Decke einrollen, rollen wie ein Igel – das sind nicht nur Spiele, sie helfen auch, Spannungen im Körper abzubauen. Genauso gut ist ein einfacher Spaziergang, der in der Dämmerung besonders winterlich und gemütlich sein kann. Danach rein in die gute Stube und eine Tasse Tee zum Aufwärmen kochen.
  • Sinnesreduktion: Abends Licht dimmen, Musik leise, Screens aus, gemeinsame ruhige Beschäftigung (lesen, malen, puzzeln).

Und dann gibt es Reflexintegration, die noch tiefer ansetzt.

Frühkindliche Reflexe sind Bewegungsmuster, mit denen wir auf die Welt kommen. Sie helfen uns in den ersten Lebensmonaten beim Überleben und bei der Entwicklung. Wenn sie jedoch später nicht ausreichend integriert sind, kann das Nervensystem dauerhaft „auf Habacht“ stehen.

Rexi Training setzt genau hier an: Mit gezielten Bewegungsübungen unterstützt du dein Kind dabei, diese Reflexe nachzureifen und besser zu integrieren. Das kann dazu beitragen, dass dein Kind:

  • sich besser regulieren kann
  • ruhiger und konzentrierter wird
  • sich im eigenen Körper wohler fühlt

Viele Eltern berichten, dass ihr Familienalltag durch Reflexintegration langfristig entspannter wird, weil die Basis stabiler ist und nicht, weil „alles perfekt“ ist.

Schenken, was wirklich bleibt: Zeit, Verbundenheit und ein gemeinsames Projekt

Wenn wir über Weihnachtsgeschenke sprechen, geht es oft um Dinge. Aber das Wertvollste, was du deinem Kind schenken kannst, lässt sich nicht einpacken: Deine Zeit, deine liebevolle Präsenz und deine Bereitschaft, mit ihm gemeinsam zu wachsen

Stell dir vor, du würdest dieses Jahr sagen:

„Ich schenke meinem Kind (und mir) etwas, das unseren Alltag langfristig leichter macht.“

Das könnte zum Beispiel sein:

  • ein Jahr, in dem ihr euch bewusst mehr Rückzugsmomente erlaubt.
  • kleine Rituale, die euch verbinden (jeden Abend Kuschel- und Rexizeit, ein Gute-Nacht-Gespräch).
  • oder gar der Einstieg ins Rexi Rockstars Training zur Reflexintegration als gemeinsames Projekt. Ja! Auch Erwachsene profitieren von einem Reflexintegrationstraining und viele Eltern machen den Kurs aktiv gemeinsam mit ihren Kindern.

Reflexintegration ist kein „Schnell-mal-eben“- Programm. Aber genau das ist seine Stärke: Die Effekte können nachhaltig und langfristig sein und das weit über die Adventszeit hinaus.

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Dein nächster Schritt: Einladung in meinen Workshop

Wenn du spürst: „Ja, das spricht mich an. Ich möchte mehr darüber wissen, wie ich mein Kind auf nervensystemischer Ebene unterstützen kann“, dann lade ich dich herzlich in meinen kostenlosen, viertägigen Onlineworkshop ein.

In diesen vier Tagen erfährst du ... was frühkindliche Reflexe sind, wie sie Verhalten, Emotionen und Lernen beeinflussen können, wie das Rexi Rocktars Training zur Reflexintegration funktioniert und wie du selbst einschätzen kannst, ob Reflexintegration für dein Kind sinnvol sein könnte.

Du bekommst einen Einblick, der dir hilft, besser zu verstehen, was in deinem Kind – und vielleicht auch in dir – im Dezember (und darüber hinaus) passiert. Und du erfährst, wie du Schritt für Schritt mehr Ruhe und Stabilität in euren Alltag bringen kannst.

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    Workshop Reflexintegration


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    Ich bin Silke Krämer.

    Kinder- und Jugendcoach Professional, NLP Master und Coach, EMDR Traumatherapeutin und Gymnasiallehrerin

    Ich helfe Familien, wenn es Schulstress gibt und daheim die Fetzen fliegen. Außerdem unterstützte ich Mütter und Väter dabei, sich den Herausforderungen des Familienlebens selbstbewusst zu stellen.

    Als Trainerin für Reflexintegration helfe ich deinem Kind, damit ihm die Schule bei Konzentrations­schwächen, Lern- und motorischen Problemen leichter fällt.

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    So hängen ADHS und frühkindliche Reflexe zusammen

    So hängen ADHS und frühkindliche Reflexe zusammen

    Lesen und Schreiben

    06-2025

    Wenn der Verdacht besteht, dass dein Kind ADHS hat oder die Diagnose bereits bekommen hat, stehst du als Mutter oder als Vater vor vielen neuen Herausforderungen. Du fragst dich vielleicht: Woher kommt das? Was bedeutet das für unseren Alltag? Was können wir nun tun? Während es zahlreiche Informationen über Strategien zur Bewältigung der Symptome gibt, wird eine entscheidende Dimension oftmals übersehen: die Rolle frühkindlicher Reflexe.

    In diesem Artikel bringe ich euch als Eltern die Zusammenhänge zwischen ADHS und nicht vollständig integrierten frühkindlichen Reflexen näher. Ich erkläre spezifische Reflexe, deren Auswirkungen und biete dir praktische Tipps zur Reflexintegration und Stressreduktion an.

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    Was sind frühkindliche Reflexe?

    Frühkindliche Reflexe, auch primitive Reflexe genannt, sind automatische Bewegungsmuster, die in der frühen Kindheit auftreten und in den meisten Fällen innerhalb der ersten Lebensmonate integriert werden. Diese Reflexe sind evolutionär bedingt und sichern das Überleben eines Neugeborenen. Zum Beispiel sorgt der Suchreflex dafür, dass ein Baby die Brust oder Flasche findet. Der Greifreflex hilft ihm, sich festzuhalten, und der Schluckreflex sorgt dafür, dass der Säugling automatisch Nahrung schluckt, sobald sie seinen Mund innen berührt.

    Diese Reflexe sind wie kleine „Programme“ im Nervensystem, die in der frühen Entwicklung aktiviert und dann im besten Fall nach und nach „integriert“ werden. Das bedeutet: Das Gehirn lernt, diese automatischen Reaktionen zu hemmen, weil sie im späteren Alltag nicht mehr gebraucht werden. Diese Hemmung ist vor allem Aufgabe des Frontallappens, also des Bereichs im Gehirn, der auch für Konzentration, Planung, soziale Kompetenz und Impulskontrolle zuständig ist.

    ADHS, Impulskontrolle und frühkindliche Reflexe

    Lass mich dir Impulskontrolle mit einem Beispiel erklären: Stell dir ein Kind vor, das schnell „ausrastet“, scheinbar grundlos losschreit oder einfach nicht zu stoppen ist. Diese Kinder sind nicht „ungezogen“, sondern sie kämpfen schlicht mit einem Gehirn, das Reize nicht so filtern kann wie bei anderen Kindern. Mehr zu frühkindlichen Reflexen erfährst du in meinem Blogartikel „Frühkindliche Reflexe – auf den Punkt gebracht“ (☛ Hier geht's zum Artikel)

    Manchmal passiert es, dass ein oder mehrere frühkindliche Reflexe nicht vollständig integriert werden. Das kann unterschiedliche Gründe haben, z. B. Entwicklungsverzögerungen, Traumata in der frühen Kindheit oder zu wenig Bewegung in bestimmten Entwicklungsphasen, sowie zu frühes Sitzen oder Gehen mit Unterstützung.

    Bleiben Reflexe aktiv, kann das weitreichende Auswirkungen auf das Verhalten, die Konzentration und die körperliche Entwicklung haben. Ein besonders interessanter Reflex in diesem Zusammenhang ist der symmetrisch-tonische Nackenreflex (STNR).

    Der STNR unterstützt normalerweise den Übergang vom Krabbeln zum Sitzen. Wenn dieser Reflex aktiv bleibt, kann das Auswirkungen auf Haltung, Koordination und vor allem die Fähigkeit zur Selbstregulation haben.

    Kinder mit einem aktiven STNR haben oft Schwierigkeiten, ruhig zu sitzen, den Kopf zu stabilisieren oder ihre Augen ruhig zu führen. All das kann sich auf die Konzentrationsfähigkeit auswirken. Ebenso erschwert ein aktiver Spinaler Galant Reflex das ruhige Sitzen.

    Genau hier wird es interessant, denn Studien zeigen Zusammenhänge zwischen einem nicht vollständig integrierten STNR und typischen Symptomen bei ADHS, also einer Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung, wie ...

      • Konzentrationsprobleme
      • Schwierigkeiten bei der Körperkoordination
      • Impulsives Verhalten
      • Grob- und feinmotorische Ungeschicklichkeit
      • Schwierigkeiten, still zu sitzen

    Wenn wir über ADHS und frühkindliche Reflexe sprechen, kommen wir an einem weiteren Reflex nicht vorbei: dem Moro-Reflex. Er ist eine Art „Alarmanlage“ des Körpers und sorgt dafür, dass wir bei Gefahr blitzschnell auf plötzliche Geräusche oder Bewegungen reagieren können. Bei Babys zeigt er sich u.a. durch das plötzliche Ausbreiten der Arme, wenn sie erschrecken oder den Halt verlieren.

    Wird dieser Reflex nicht gehemmt, bleibt das Nervensystem in ständiger Alarmbereitschaft. Das sympathische Nervensystem (Fight-or-Flight) ist dauerhaft aktiviert, denn Stresshormone wie Adrenalin, Cortisol und Noradrenalin zirkulieren vermehrt im Blut. Der Körper ist auf „kämpfen, totstellen oder fliehen" eingestellt. Das Kind ist ständig überreizt, hyperwachsam und nervös. Sinneseindrücke werden ungefiltert und übermäßig wahrgenommen, was Reizüberflutung und emotionale Überreaktionen zur Folge hat.

    Viele Experten sprechen in solchen Fällen auch vom „Moro-Kind“, einem Kind, das scheinbar ständig „auf hundertachtzig“ ist, alles mitbekommt, auf Kleinigkeiten überreagiert und schwer zur Ruhe kommt. Diese Symptome können das schulische und soziale Leben erheblich beeinträchtigen.

    Studien zu ADHS Symptomen und frühkindliche Reflexen

    Die aktuellen Forschungsergebnisse zeigen einen deutlichen Zusammenhang zwischen nicht integrierten frühkindlichen Reflexen und ADHS-Symptomen. Viele Kinder mit ADHS weisen Anzeichen von motorischen Koordinationsstörungen, sensorischen Verarbeitungsproblemen und emotionaler Dysregulation auf. ADHS-Kinder zeigen häufiger aktive frühkindliche Reflexe, was Symptome verstärken oder komplexer machen kann.

    Diese Symptome können teilweise durch die anhaltende Präsenz primitiver Reflexe erklärt werden, doch entsteht ADHS nicht allein durch aktive frühkindliche Reflexe. ADHS ist eine eingetragene psychische Erkrankung, die zwar nicht geheilt werden kann, aber sehr gut therapierbar ist, und zwar nicht nur durch Medikamente, sondern z.B. auch durch gezielte Reflexintegrationsübungen, also ein Training zur Reflexintegration.

    Das sind Übungen, mit denen man das Nervensystem unterstützen kann, Reflexe nachträglich zu integrieren. Dabei werden durch bestimmte, wiederholte Bewegungsabfolgen die ursprünglichen Muster im Gehirn nochmals durchlaufen, damit das Gehirn die Chance bekommt, sie diesmal zu hemmen.

    In meiner Praxis erlebe ich immer wieder, wie sich Alltagsbelastungen deutlich reduzieren lassen, wenn frühkindliche Reflexe nachträglich gehemmt werden. Die Betroffenen haben dann z. B. weniger Wutausbrüche, ein besseres Konzentrationsvermögen und eine bessere Körperkontrolle.

    So können wir ADHS Symptomen ganzheitlich begegnen

    Durch einen ganzheitlichen Ansatz kann sich das Wohlbefinden deines Kindes erheblich verbessern. Die Unterstützung bei der Reflexintegration kann nicht nur die motorische Kontrolle und das Lernen fördern, sondern auch zur emotionalen Stabilität beitragen. Außer Bewegungsübungen sind u.a. Alltagsstruktur, Resilienzförderung, Stressmanagement und Selbstakzeptanz wesentliche Bausteine.

    Um den Alltag zu strukturieren, sind feste Abläufe und Rituale wichtig, die deinem Kind Sicherheit geben. Für eine Resilienzförderung deines Kindes kannst du seine Selbstwirksamkeit und emotionale Stabilität stärken. Stress bekommst du am besten in den Griff, indem du das Nervensystem deines Kindes beruhigst. Für eine wirkungsvolle Selbstakzeptanz ist es wichtig, dass du und dein Kind erkennen:

    Niemand ist falsch, nur anders.

    Wichtig: Nicht alle Kinder mit ADHS haben aktive Reflexe, und nicht alle Kinder mit aktiven Reflexen haben ADHS. Aber: Beides kann sich gegenseitig verstärken.

    Ob frühkindliche Reflexe für dich oder dein Kind eine Rolle spielen, kannst du übrigens über meinen kostenlosen Onlinecheck herausfinden.

    Kostenloser Onlinecheck Reflex­integration

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    Ob frühkindliche Reflexe der Ursprung deiner Sorgen sein könnten, kannst du hier herausfinden.

    Du erhältst unmittelbar eine individuelle Auswertung für dein Kind. Der Fragebogen prüft eine Vielzahl von erforschten Symptomen ab, die auf die Aktivität von frühkindlichen Reflexen hindeuten können. Der Check umfasst 105 Fragen in elf Bereichen rund um die Entwicklung deines Kindes.

    Du erfährst, wie viele Indikatoren auf aktive Reflexe bei deinem Kind hindeuten und welche frühkindlichen Reflexe möglicherweise noch aktiv sind. Auf Wunsch sende ich dir die Auswertung sofort per E-Mail zu.

    Praktische Tipps zur besseren Selbstregulation

    Körperliche Übungen: Sportarten wie Schwimmen, Klettern oder Tanzen können die motorischen Fähigkeiten und Koordination deines Kindes verbessern. Für die Integration noch aktiver frühkindlicher Reflexe bedarf es eines gezielten Bewegungsprogramms, das auf die noch aktiven Reflexe abgestimmt ist.

    Achtsamkeitsübungen: Führe Achtsamkeitsübungen im Alltag ein, um deinem Kind zu helfen, sich zu entspannen. Atemübungen oder einfache Meditationspraktiken können helfen, innere Ruhe zu finden und emotionale Regulierung zu fördern.

    Pausen: Achte darauf, dass dein Kind im Alltag genug Pausen bekommt. Ständiger Input durch sich jagende tägliche Programmpunkte belasten das Nervensystem deines Kindes zusätzlich. Langeweile ist gesund.

    Regelmäßige Routine: Schaffe eine konsistente Tagesroutine. Vorhersehbarkeit in den täglichen Abläufen gibt deinem Kind ein Gefühl von Sicherheit und Kontrolle, was Stress und Angst reduzieren kann. Wie einzelne Perlen auf einer Schnur kannst du bestimmte Abläufe bildhaft für dein Kind festhalten, so dass es weiß, was es in welcher Reihenfolge tun soll, z.B. bei der Morgenroutine vom Aufstehen bis zum Verlassen des Hauses.

    Ernährung: Achte auf eine ausgewogene Ernährung, die reich an Omega-3-Fettsäuren, Vitaminen und Mineralstoffen ist. Eine gesunde Ernährung kann die neurologische Gesundheit fördern und die Symptome von ADHS verringern.

    Schlafhygiene: Sorge dafür, dass dein Kind ausreichend Schlaf bekommt. Ein fester Schlafrhythmus, freie Zeit vor dem Schlafengehen von Bildschirmen und entspannende Aktivitäten wie Lesen können die Schlafqualität verbessern.

    Offene Kommunikation: Pflege eine offene Kommunikation innerhalb der Familie. Besprich die Herausforderungen, die dein Kind erlebt, und arbeite gemeinsam an Lösungen, so dass dein Kind lernt, eigenverantwortlich zu handeln und seine Situation nicht einfach hinnimmt nach dem Motto: „Ich bin eben falsch und kann nichts dagegen tun.“

    Professionelle Hilfe: Wenn du gefangen bist in deinen Herausforderungen, empfehle ich, professionelle Hilfe von außen anzunehmen, anstatt die Menschen in deinem Umfeld vollzujammern, die nur selten zur Veränderung beitragen können.

    Neben den oben genannten Methoden ist es wichtig, ADHS nicht isoliert, sondern im Kontext einer ganzheitlichen Herangehensweise zu betrachten. Das bedeutet, emotionales, physisches und mentales Wohlbefinden miteinander zu verknüpfen.

    Zeige Verständnis für die Herausforderungen deines Kindes und ermutige es, Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl zu entwickeln. Positive Verstärkung kann Wunder wirken.

    kind-familie-werte

    Vier alltagstaugliche Maßnahmen für weniger Stress

    Wenn das Nervensystem in Alarmbereitschaft ist, ist der wichtigste erste Schritt: Beruhigung, und zwar regelmäßig und alltagstauglich. Hier ein paar bewährte Ansätze, die du sofort ausprobieren kannst:

    1. Regelmäßige Bewegung – am besten an der Luft

    Kinder brauchen Bewegung, um ihr Nervensystem zu regulieren. Besonders hilfreich sind Schaukeln, Hüpfen und Balancieren, also alles, was das Gleichgewichtssystem anspricht. Das können einfach ganz natürliche Bewegungen im Freien sein.

    2. Ruhige, wiederholte Bewegungsübungen

    Bestimmte Übungen aus der Reflexintegration, wie z. B. die Faultier-Übungen aus meinem Rexi-Kurs, helfen dem Gehirn, sich neu zu organisieren. Sie sind einfach durchzuführen, wirken aber tief.

    3. Zuckerarme Ernährung

    Zucker – besonders in Form von einfachen Kohlenhydraten – fördert Entzündungen im Körper und beeinflusst den Blutzuckerspiegel. Ein instabiler Blutzucker = instabile Emotionen. Achte daher darauf, dass sich dein Kind mit viel Gemüse, hochwertigen Fetten, Proteinen und komplexen Kohlenhydraten ernährt.

    4. Unverträglichkeiten bei Nahrungsmittel prüfen

    Einige Kinder mit ADHS reagieren empfindlich auf bestimmte Nahrungsmittel, z. B. Gluten, Milchprodukte oder Zusatzstoffe. Eine gezielte Auslassdiät unter fachlicher Begleitung kann hier wertvolle Erkenntnisse liefern.

    Mein Impuls für dich

    Wenn du das Gefühl hast, bei deinem Kind (oder bei dir selbst) könnten nicht integrierte Reflexe mit im Spiel sein, dann lohnt sich ein genauer Blick. Manchmal sind es genau diese „unsichtbaren“ Hintergründe, die erklären, warum Alltagsstrategien nicht greifen oder Verhaltensmuster sich nicht „wegtrainieren“ lassen.

    Indem du die Integration frühkindlicher Reflexe in den Alltag deines Kindes einbeziehst und einen ganzheitlichen Ansatz verfolgst, kann sich die Lebensqualität deines Kindes verbessern und gleichzeitig den Stress, den ADHS mit sich bringen kann, reduzieren. Beginne schon heute, die ersten Schritte zur positiven Veränderung zu unternehmen, und beobachte, wie dein Kind in einer unterstützenden und liebevollen Umgebung wachsen kann.

    Ich ermutige dich, euren individuellen Weg zu finden.

    Es gibt nicht den goldenen Schlüssel bei ADHS, aber viele kleine Werkzeuge, die zusammen genommen einen echten Unterschied machen können.

    Die Reflexintegration ist eines dieser Werkzeuge. Sie wirkt nicht „gegen“ ADHS, sondern für mehr Selbstregulation, Körpergefühl und Lebensqualität. Und oft ist genau das der Unterschied, der den Alltag leichter macht.

    Wenn du mehr zu diesem Thema erfahren möchtest, lies gerne meinen Beitrag über die Hintergründe der Reflexintegration (☛ Hier geht's zum Artikel). Dort erkläre ich verständlich, wie frühkindliche Reflexe funktionieren und warum es sich lohnt, ihnen Aufmerksamkeit zu schenken.

    Wenn du herausfinden möchtest, ob ein Reflexintegrationstraining für dich oder dein Kind hilfreich sein könnte, dann melde dich gerne bei mir für ein unverbindliches Kennenlerngespräch (☛ Hier geht's zum Terminkalender). Gemeinsam schauen wir auf eure individuelle Situation und überlegen, welche Schritte sinnvoll sind.

    Du bist nicht allein. Manchmal braucht es nur den ersten kleinen Schritt in eine neue Richtung.

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    Ich bin Silke Krämer.

    Kinder- und Jugendcoach Professional, NLP Master und Coach, EMDR Traumatherapeutin und Gymnasiallehrerin

    Ich helfe Familien, wenn es Schulstress gibt und daheim die Fetzen fliegen. Außerdem unterstützte ich Mütter und Väter dabei, sich den Herausforderungen des Familienlebens selbstbewusst zu stellen.

    Als Trainerin für Reflexintegration helfe ich deinem Kind, damit ihm die Schule bei Konzentrations­schwächen, Lern- und motorischen Problemen leichter fällt.

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    Frühkindliche Reflexe – auf den Punkt gebracht

    Frühkindliche Reflexe – auf den Punkt gebracht

    Lesen und Schreiben

    04-2025

    Frühkindliche Reflexe - was ist das? Vor allem: Was haben frühkindliche Reflexe mit Lernen, Schule und Impulskontrolle zu tun? In diesem Artikel erfährst du mehr über frühkindliche Reflexe und deren Zusammenhang mit diesen Bereichen.

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    Frühkindliche Reflexe - darum geht's

    Ziel dieses Artikels soll es nicht nur sein, dich mit der Thematik der frühkindlichen Reflexe vertraut zu machen, sondern dir auch zu erklären, wie sich noch aktive frühkindliche Reflexe auf dein Kind und sein Verhalten auswirken können. Denn das ist für mich einer der wichtigsten Aspekte beim Familiencoaching: Dir zu helfen, dein Kind besser zu verstehen und die Ursachen seiner Reaktionen dadurch einordnen zu können.

    So ist es beispielsweise für ein Kind mit sogenannter Rest-Muskelreaktion (also einem noch ‚übrig gebliebenen‘ und nicht vollständig abgebauten frühkindlichen Reflex) viel anstrengender, bestimmten Anforderungen wie stilles oder gerades, ordentliches Sitzen zu befolgen.

    Ohne Verständnis wird das Kind immer wieder von außen ermahnt werden und muss unglaublich viel Konzentration für diese vermeintlich einfache Anweisung aufbringen – das ist dann ungefähr so, wie wenn man jemandem, der nicht gut auf einem Bein stehen kann sagt: „Mensch, jetzt fall doch nicht dauernd um! Wenn du auf einem Bein stehen möchtest, darfst du das andere nicht auf den Boden bringen, sondern musst es oben halten!“ Das ist für beide Beteiligten sehr frustrierend.

    Wenn du nun aber weißt, dass das Verhalten deines Kindes mit seinen frühkindlichen Reflexen zusammenhängt, können wir ihm gemeinsam mit der Reflexintegration zu einem Nachreifen verhelfen. Das nimmt Druck aus eurer Beziehung und bietet deinem Kind eine zweite Entwicklungschance. All diese Zusammenhänge zu frühkindlichen Reflexen werde ich dir im Nachfolgenden genauer erklären.

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    Kostenloser Onlinecheck Reflex­integration

    reflexintegration-fragebogen-frühkindliche-reflexe

    Ob frühkindliche Reflexe der Ursprung deiner Sorgen sein könnten, kannst du hier herausfinden.

    Du erhältst unmittelbar eine individuelle Auswertung für dein Kind. Der Fragebogen prüft eine Vielzahl von erforschten Symptomen ab, die auf die Aktivität von frühkindlichen Reflexen hindeuten können. Der Check umfasst 105 Fragen in elf Bereichen rund um die Entwicklung deines Kindes.

    Du erfährst, wie viele Indikatoren auf aktive Reflexe bei deinem Kind hindeuten und welche frühkindlichen Reflexe möglicherweise noch aktiv sind. Auf Wunsch sende ich dir die Auswertung sofort per E-Mail zu.

    Was sind frühkindliche Reflexe?

    Beginnen wir einmal ganz am Anfang und sehen uns an, was genau frühkindliche Reflexe sind: Hierbei handelt es sich um einen Kunstgriff der Natur, der dafür sorgt, dass Säuglinge trotz ihres noch völlig unterentwickelten Gehirns überlebensfähig sind. Genau genommen kommen Menschenkinder nämlich viel zu früh auf die Welt und können fast nichts ‚bewusst‘ machen. Die frühkindlichen Reflexe sind also ‚automatische‘ Reaktionen, die mit lebenswichtigen Aufgaben wie Nahrungssuche, Nahrungsaufnahme und Selbstschutz zusammenhängen und das Überleben des Säuglings sichern.

    Beispiele für diese frühkindlichen Reflexe sind überall zu finden: Ohne, dass wir es unserem Säugling beigebracht haben, schluckt er automatisch die Nahrung, die seinen Mund im Inneren berührt. Genauso selbständig umklammert er feste unseren Finger mit der Faust, wenn wir die Innenfläche seiner Hand berühren. Streichen wir sanft über seine Wange, dreht er sofort den Kopf in diese Richtung. Das sind alles Reflexe und der Säugling denkt über diese Bewegungsreaktionen nicht nach.

    Wie der Name schon erahnen lässt, bauen sich frühkindliche Reflexe im Normalfall nach und nach ab, wenn die frühen Entwicklungsstufen der Kindheit durchlaufen sind. Sie verschwinden, weil unser Gehirn dann bewusst Entscheidungen treffen kann und wir frühkindliche Reflexe nicht mehr brauchen. Im längeren Entwicklungsverlauf sind frühkindliche Reflexe ein wichtiger Schritt, denn aus ihnen entwickelt sich das Gehör mit dem Gleichgewichtssinn, die visuelle Wahrnehmung, Sprache, Koordination und feinere Motorik.

    Falls diese Schritte in der selbstständigen Entwicklung des Kindes nicht komplett durchlaufen wurden kann es (wie vorhin erwähnt) passieren, dass die übrig gebliebene Rest-Muskelreaktion des frühkindlichen Reflexes das Kind heute noch beeinflusst. Das hört sich schlimmer an als es ist und hängt mit unterschiedlichsten Ursachen (beispielsweise die Art der Geburt) zusammen, die man oft nicht beeinflussen kann und die bei vielen Menschen in verschiedenen Formen auftreten.

    Die Zusammenhänge der frühkindlichen Reflexe und unseren Körpersystemen sind wirklich sehr komplex. Wichtig ist also nicht, eine schuldige Ursache zu finden, sondern mithilfe von tollen Methoden wie der Reflexintegration die Rest-Muskelreaktion des frühkindlichen Reflexes abzubauen!

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    Die Wissenschaft und die frühkindlichen Reflexe

    Vieles in dieser Forschung hat seinen Ursprung in den 1970er Jahren, als Sally Goddart-Blythe und ihr Mann Peter Blythe in England mit der Forschung zu frühkindlichen Reflexen im Zusammenhang mit Lern- und Entwicklungsproblemen bei Kindern begannen. Seitdem haben viele weitere Wissenschaftler wie Vojta, Bobath, die Russinnen Akhmatova und Masgutova, Campbell, Pfeiffer-Meisel sowie Sacher und Michaelis neue Erkenntnisse zu frühkindlichen Reflexen gewonnen.

    Alle haben eines gemeinsam: Sie halten eine zeitgerechte motorische Entwicklung für die Voraussetzung der gesunden Gesamtentwicklung des Kindes. Der vollständige Abbau von frühkindlichen Reflexen, entweder durch selbstständige Entwicklung oder durch Nachreifung mit der Reflexintegration ist also ganz wichtig dafür, dass ein Kind sein volles Potenzial ausschöpfen kann!

    Übrigens kommt von diesem Zusammenhang der frühkindlichen Reflexe mit der motorischen Entwicklung auch der Name meines Online Kurses ‚Rexi Rockstars‘: Das Reflexintegrationstraining basiert auf sich gleichförmig wiederholenden Bewegungsübungen.

    Die Übungen sollen rhythmisch schaukelnd durchgeführt werden. „Schaukeln“ bedeutet auf Englisch „to rock“ (und Rexi ist der Name der Katze, die den Kindern im Übungsheftchen die Übungen vormacht. Durch diese sich wiederholenden Übungen kann das Nachreifen der frühkindlichen Reflexe stattfinden.

    Das Rexi Rockstars Training zur Reflexintegration führt wissenschaftliche Erkenntnisse aus den Bereichen Neurowissenschaft, Physiologie und Bewegungswissenschaft zusammen.

    Wie gehe ich mit ‚übrig gebliebenen‘ frühkindlichen Reflexen bei meinem Kind um?

    Du weißt mittlerweile, dass frühkindliche Reflexe zur richtigen Zeit ein wichtiger Schritt in der Entwicklung deines Kindes sind und deren gründlicher Abbau eine große Rolle im Verhalten eines Kindes spielen.

    Wenn dieser Prozess nicht selbstständig stattfindet, kann es sein, dass ein sonst reifes Kind ungewöhnlich sensibel auf Probleme reagiert, zu depressiven oder ängstlichen Verhaltensmustern neigt, dass es zum Beispiel Schwierigkeiten beim Erlernen grammatikalischer Strukturen und anderen Lese- und Schreibfähigkeiten hat oder dass ihm (wie vorhin erwähnt) eine ‚ordentliche‘ Körperhaltung schwerfällt.

    Falls dir eine oder mehrere dieser Dinge bekannt vorkommen, kannst du meinen Online-Check zu den frühkindlichen Reflexen mit 105 Fragen aus 11 Themenfeldern zu frühkindlichen Reflexen und der Entwicklung deines Kindes nutzen. Er wird dir auf Basis der beobachteten Symptome eine realistische Einschätzung geben, ob bei deinem Kind noch frühkindliche Reflexe aktiv sind.

    Mach dir keine Sorgen, falls der Test als Ergebnis mehrere frühkindliche Reflexe zum Vorschein bringt. Denn die wirklich gute Nachricht ist, dass wir der Entwicklung deines Kindes mit der Reflexintegration gemeinsam auf die Sprünge helfen können! Von den knapp 20 frühkindlichen Reflexen, die es insgesamt gibt, sind für uns besonders jene frühkindlichen Reflexe von Bedeutung, die Auswirkungen auf das Lernen und die Motorik haben.

    Denn hier ist der positive Effekt auf Lernprobleme, Schulprobleme und ADHS-Symptome bei Kindern am größten. Mehr zu diesen speziellen frühkindlichen Reflexe findest du in meinem Blogartikel: 22 Antworten zur Reflexintegration und frühkindlichen Reflexen. Falls du mehr über alle frühkindlichen Reflexe wissen möchtest, findest du eine gute Übersicht einfach bei Wikipedia.

    Wenn du im nächsten Schritt mit deinem Kind zusammen an diesem Problem arbeiten möchtest, führe ich euch in meiner Praxis in Heidelberg oder im Rexi Rockstars Online Kurs über einen Zeitraum von mindestens acht Monaten schrittweise durch Übungen, durch welche diese frühkindlichen Reflexe nachreifen.

    Das ist die Zeit, die das Gehirn in der Regel für die Nachreifung benötigt. Dieser sehr individuelle und selbstständige Lösungsansatz ist gezielt auf frühkindliche Reflexe ausgelegt. Gemeinsam können wir so an den Rest-Muskelreaktionen von aktiven frühkindlichen Reflexen arbeiten, die im Verborgenen ablaufen und dein Kind bei den Dingen stören, die es gerade willentlich tun muss oder möchte.

    So steht der Entwicklung deines Kindes und eurer guten Beziehung nichts mehr im Wege!

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    Ob frühkindliche Reflexe der Ursprung deiner Sorgen sein könnten, kannst du hier herausfinden.

    Du erhältst unmittelbar eine individuelle Auswertung für dein Kind. Der Fragebogen prüft eine Vielzahl von erforschten Symptomen ab, die auf die Aktivität von frühkindlichen Reflexen hindeuten können. Der Check umfasst 105 Fragen in elf Bereichen rund um die Entwicklung deines Kindes.

    Du erfährst, wie viele Indikatoren auf aktive Reflexe bei deinem Kind hindeuten und welche frühkindlichen Reflexe möglicherweise noch aktiv sind. Auf Wunsch sende ich dir die Auswertung sofort per E-Mail zu.

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    Ich bin Silke Krämer.

    Kinder- und Jugendcoach Professional, NLP Master und Coach, EMDR Traumatherapeutin und Gymnasiallehrerin

    Ich helfe Familien, wenn es Schulstress gibt und daheim die Fetzen fliegen. Außerdem unterstützte ich Mütter und Väter dabei, sich den Herausforderungen des Familienlebens selbstbewusst zu stellen.

    Als Trainerin für Reflexintegration helfe ich deinem Kind, damit ihm die Schule bei Konzentrations­schwächen, Lern- und motorischen Problemen leichter fällt.

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    Leichter lernen und weniger Stress! Die Ernährungstipps für Schüler.

    Leichter lernen und weniger Stress! Die Ernährungstipps für Schüler.

    Lesen und Schreiben

    02-2025

    Viele der Grundschüler, die zu mir in die Praxis kommen, machen einen richtig gestressten Eindruck. Die Stresssymptome äußern sich von Angespanntheit bis hin zu Aggressivität ihren Mitschülern, Geschwistern, Eltern oder gar sich selbst gegenüber. Das kann vielfältige Ursachen haben. Und weil es eben so viele verschiedene Stressoren gibt, macht es durchaus Sinn, an verschiedenen Punkten anzusetzen. Auch die richtige Ernährung kann einen Beitrag leisten, um beim Stressabbau unterstützend zu wirken oder ihn zu behindern.

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    Die ganzheitliche Betrachtung der Situation von Kindern und Jugendlichen liegt mir am Herzen. Wie kann die Ernährung Kinder bei Stress und Problemen in der Schule, Lernschwierigkeiten, Konzentrationsproblemen oder ADHS positiv unterstützen? Im Interview erläutert die Ernährungsexpertin Sina Silberberger jede Menge Fragen rund um dieses Thema.

    Leichter lernen und weniger Stress! Die Ernährungstipps für Schüler. 1

    Sina Silberberger ist Ernährungswissenschaftlerin und zertifizierte Ernährungsberaterin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE). Sie hat Ernährungswissenschaften an der Universität Jena (Bachelor) und Ernährungsmedizin in Hohenheim (Master) studiert.

    Ihre Beratungsschwerpunkte sind die Ernährung in der Schwangerschaft und Stillzeit, die Ernährung von Kindern und Jugendlichen sowie die Ernährung im Kraftsport.

    Welche körperlichen Auswirkungen hat Stress auf mein Kind?

    Silke: Ich beobachte, dass der Alltag von Kindern und Jugendlichen heute irgendwie viel stressiger ist, als das wohl zu meiner Kinder- und Jugendzeit noch der Fall war.

    Die Kinder sind oft viel länger in Betreuungseinrichtungen, wo sie vielen Menschen und Lärm ausgesetzt sind. Auch sind nicht immer Rückzugsmöglichkeiten vorhanden oder die Kinder nehmen sich nicht die Zeit, diese zu nutzen aus Angst, dann möglicherweise etwas zu verpassen. Es ist ja auch schwierig runter zu fahren, wenn alle um einen herum spielen oder toben.

    Auch die Schule scheint viel höhere Anforderungen zu stellen. Die Nachmittage der Kinder sind reich mit verschiedenen Terminen gefüllt, sodass wir manchmal tatsächlich Schwierigkeiten haben, einen Termin für das Coaching zu finden. Irgendwie versuchen alle, den Kindern so viel Input wie möglich zu bieten, weil auch die Gesellschaft immer mehr Anforderungen an das Individuum zu stellen scheint.

    Das führt dazu, dass Kinder teilweise einen genauso verplanten und durchgetakteten Wochenplan haben, wie ein Manager. Manager klagen häufig über „Stress“, warum sollte es also bei Kindern anders sein? Welche Auswirkungen hat denn Stress überhaupt auf unseren Körper?

    Sina: Chronischer Stress, auf den sich deine Frage bezieht, führt zur vermehrten Ausschüttung der Stresshormone Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin.

    Diese Hormone wirken sich unterdrückend auf das Immunsystem aus und sorgen gleichzeitig für eine Bereitstellung an Energie im Körper. Die Folgen sind ein erhöhter Blutzuckerspiegel, Bluthochdruck, ein Anstieg der Blutfettwerte sowie gleichzeitiger Abbau von Muskelprotein.

    Langzeitfolgen können die Entstehung eines Diabetes mellitus, Übergewicht, Gefäßschäden, eine erhöhte Infektanfälligkeit und Wachstumshemmung sein. Ein weiteres Problem ist, dass Cortisol die Blut-Hirn-Schranke überwindet und somit negativen Einfluss auf Lern- und Gedächtnisleistung nimmt und depressive Verstimmungen sowie Ängste fördern kann.

    Es kommt zur Störung kognitiver und emotionaler Prozesse.

    Silke: Wow, das ist eine lange Liste. Wenn ich höre „Bereitstellung an Energie“, muss ich sofort an hibbelige Kinder denken. Was genau hat es damit auf sich? Wenn mehr Energie im Körper bereit gestellt wird, muss diese doch auch irgendwie wieder abgebaut werden, ist das richtig?

    Wie macht unser Körper das, wenn er sich doch nicht bewegen darf, weil er den ganzen Vormittag mehr oder weniger still sitzen soll? Und spielt dabei auch der Einfluss von chronischem Stress auf das Gehirn eine Rolle?

    Sina: Da hast du das Problem schon gut erkannt. Zucker, die Hauptenergiequelle unseres Körpers, wird über das Blut zu den Muskeln transportiert, um dort verbraucht zu werden.

    Wenn der Körper sich aber nicht oder nur unzureichend bewegt, wird auch keine Energie durch Muskelarbeit abgebaut. Der Zucker zirkuliert also unablässig in unseren Gefäßen durch den Körper. Der Körper will diese Energie verbrauchen. Wenn die Kinder zum Stillsitzen gezwungen sind, werden sie automatisch hibbelig.

    Hinzu kommt, dass die Kinder sich aufgrund der stressbedingten negativen Auswirkungen auf das Gehirn schlechter konzentrieren können.

    Wie kann ich über die Ernährung meinem Kind helfen?

    Leichter lernen und weniger Stress! Die Ernährungstipps für Schüler. 2

    Silke: Puh, auch die anderen Krankheiten, die du im Bezug auf eine erhöhte Hormonkonzentration im Blut genannt hast, sind ja ziemlich heftig. Wie kann nun die Ernährung diese Erkrankungen beeinflussen? Gibt es da einen Zusammenhang?

    Wie macht unser Körper das, wenn er sich doch nicht bewegen darf, weil er den ganzen Vormittag mehr oder weniger still sitzen soll? Und spielt dabei auch der Einfluss von chronischem Stress auf das Gehirn eine Rolle?

    Sina: Ja, genau den gibt es. Auf die durch Stress verursachten Erkrankungen bzw. Symptome kann über die Ernährung Einfluss genommen werden.

    Silke: Das ist ja super, dann können wir tatsächlich selbst etwas tun, auch wenn wir die äußeren Umstände nicht ändern können. Was sollten wir beachten?

    Sina: Eigentlich ist es ganz einfach und es sind leicht umsetzbare Möglichkeiten: Mahlzeiten, die reichlich frisches Gemüse und so wenig Fertigprodukte wie möglich enthalten, sind besonders wichtig. Vollkornprodukte enthalten wertvolle Ballaststoffe und sind deshalb viel besser als weiße, raffinierte Lebensmittel.

    Hülsenfrüchte als Eiweißquelle sowie regelmäßig fetter Seefisch und mageres Biofleisch in Maßen runden den Speiseplan ab. Als süßer Snack bietet sich frisches Obst an, Süßigkeiten stellen die Ausnahme dar.

    Silke: Warum soll der Fisch fett, das Fleisch aber mager sein und was genau meinst du mit Fertigprodukten?

    Sina: Fetter Fisch enthält Omega-3-Fettsäuren, die besonders wichtige Funktionen für das Gehirn haben. So lässt sich den stressbedingten Veränderungen im Gehirn etwas entgegenwirken. Auch pflanzliche Lebensmittel wie zum Beispiel Walnüsse enthalten Omega-3-Fettsäuren, diese müssen aber erst aufwendig im Körper umgewandelt werden.

    Die Fettsäuren im Fettgewebe des Fleisches hingegen haben entzündungsfördernden Eigenschaften und unterstützen die negativen Auswirkungen chronischen Stresses. Daher sollte Fisch fett, Fleisch aber mager sein.

    Mit Fertigprodukten meine ich die Produkte, bei denen man nicht mehr viel machen muss. Nur noch aufwärmen (Pizza, Mikrowellenprodukte, Dosensuppen , Tütensaucen, …) oder am besten gleich direkt essen. Man muss sich immer vor Augen führen: solche Produkte sind dazu konzipiert, wochenlang im Supermarkt auf den Käufer zu warten. Um das zu erreichen, enthalten solche Produkte eine Vielzahl an Stoffen, die sie haltbar machen und gleichzeitig dafür sorgen, dass der Geschmack über die Zeit nicht nachlässt. Niemand möchte eine fade Mahlzeit essen. Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker und vieles mehr werden den Produkten zugesetzt. Zucker und Salz spielen dabei eine wichtige Rolle. Auch Glutamat ist häufig enthalten (oftmals versteckt als Hefeextrakt). Die Liste ist endlos lang. Solche Produkte sollten nur in Ausnahmefällen konsumiert werden.

    Welche Getränke soll ich meinem Kind anbieten?

    kinder-ernährung-schule-getränke

    Silke: Welche Getränke empfiehlst du? Heute gibt es ja auch tolle „Wassergetränke mit Geschmack“, was hältst du davon?

    Sina: Wasser ohne Geschmack ist immer die beste Wahl. Gerade erobern die von dir genannten Wassergetränke mit Geschmack den Markt. Aber hier verhält es sich wie bei den eben angesprochenen Fertigprodukten. Der Geschmack gelangt mit Sicherheit nicht durch echte Früchte ins Wasser. Da steht niemand und quetscht Kirschen in einen Bottich voller Wasser, um dann Wasser mit Kirschgeschmack zu erhalten. Es ist dasselbe Prinzip wie beim fertigen Fruchtjoghurt. Der Geschmack gelangt durch Aromen hinein, für die angenehme Süße sind entweder Zucker oder Süßstoffe verantwortlich.

    Die sogenannten E-Stoffe sind mittlerweile sicherlich jedem ein Begriff. Die Langzeitfolgen auf den menschlichen Körper bei andauerndem Konsum sind noch nicht hinreichend erforscht und es handelt sich hierbei zweifelsohne um ein sehr strittiges Thema. Somit ist es sicher nicht verkehrt, solche Produkte mit Bedacht zu konsumieren. Ganz besonders, wenn es um Kinder geht, die noch in der Entwicklung stecken.

    Daher rate ich dazu, wenn Getränke mit Geschmack gewünscht sind, hin und wieder eine Schorle mit ca. 1/3 Saftanteil zu reichen. Reiner Fruchtsaft enthält zu viel Zucker.

    Silke: Auch, wenn auf dem Saft „ohne zusätzlichen Zucker“ steht?

    Sina: Ja, auch dann. Früchte enthalten von Natur aus Fruchtzucker sowie eine Vielzahl anderer wichtiger Nährstoffe. Bei der Entstehung von Saft werden die Früchte ausgepresst. Zucker ist ein wasserlöslicher Nährstoff und gelangt daher mit in den Saft, wo er aber durch das Auspressen in hoher Konzentration vorliegt. Andere Nährstoffe werden bei der Saftherstellung leider herausgefiltert.

    Somit ist Fruchtsaft ein sehr zuckerhaltiges Lebensmittel, auch wenn dieser Zucker natürlichen Ursprungs ist. 

    Wie sollte sich mein Kind bei einer Konzentrationsschwäche oder ADHS ernähren?

    Silke: Ich betreue immer wieder Kinder und Jugendliche, die unter einer Konzentrationsschwäche leiden (ADS oder ADHS). Ist hier über die Ernährung ebenfalls ein positiver Einfluss möglich?

    Sina: Ja, wie auch bei dauerhaftem Stress ist eine ausgewogene Ernährung von herausragender Bedeutung.

    Das Problem der westlichen Ernährung ist, dass viel zu viel Zucker konsumiert wird. Nicht nur in Form von Süßigkeiten, sondern auch als sogenannte Weißmehlprodukte wie z. B. süße Stückchen vom Bäcker und helles Brot. Zucker ist der Grundbaustein im Getreide und je verarbeiteter ein Produkt ist, desto schneller geht der Zucker ins Blut über.

    Das Resultat ist ein rascher Anstieg des Blutzuckerspiegels, der ebenso schnell wieder absinkt. Folglich reagiert der Körper mit Heißhunger und dem Gehirn fehlt Energie. Das Kind wird unkonzentriert und beginnt zu zappeln.

    Auch die als Kinderlebensmittel vermarkteten Produkte fallen in diese Kategorie. Sie enthalten viel Zucker und Fett und sind somit alles andere als kindergerecht.

    Mit 5 Tipps für ein gesundes Frühstück und Pausenbrot in den Schultag starten

    Leichter lernen und weniger Stress! Die Ernährungstipps für Schüler. 3

    Bild von Steve Buissinne

    Silke: Das klingt alles sehr einleuchtend, doch ich glaube, dass uns manchmal konkrete Ideen fehlen, unsere Ernährung zu verbessern.

    Welche Vorschläge hast du denn beispielsweise für das Frühstück? Wie sieht ein gelungener Start in den Tag für Kinder aus, die besonders viel Stress und/oder Probleme mit der Konzentration haben?

    Sina: Ein selbstgemischtes Müsli mit verschiedenen Flocken, Nüssen und Beeren bietet beispielsweise tolle Möglichkeiten. Hier kann das Kind wunderbar selber kreativ werden, indem es sich sein Müsli selbst zusammenstellt.

    Je nach Saison kann das Müsli mit verschiedenem Obst aufgepeppt werden. Wird eine breiige Konsistenz bevorzugt, kann das Müsli abends schon vorbereitet und über Nacht im Kühlschrank gelagert werden. So spart man auch die morgens eh schon knapp bemessene Zeit. Auch ein Vollkornbrot mit süßem oder salzigem Aufstrich bietet einen gesunden Start in den Tag.

    Von den gängigen „Kinder-Cerealien“ und der täglichen Tasse Kaba sollte Abstand genommen werden. Denn hier tritt wieder die Zuckerproblematik mit der folglich verschlechterten Konzentration und dem Heißhunger auf.

    Silke: Dann wäre also auch ein Salami- oder Käsebelag in Ordnung, so lange er auf Vollkornbrot liegt?

    Sina: Zumindest kann man sagen, dass das Brot/Brötchen schon mal die halbe Miete ist.

    Natürlich gibt es auch beim Belag geeignetere und ungeeignetere Alternativen. Da passt die von dir angesprochene Salami als hervorragendes Beispiel. Wie auch beim Fleisch gilt bei der Wurst, auf die fettärmeren Sorten zurückzugreifen. Salami ist eine sehr fettreiche Wurstsorte und enthält somit wieder mehr von den entzündungsfördernden Fettsäuren.

    Wenn die Salami aber hin und wieder auf dem Brot landet, ist dies mit Sicherheit kein Weltuntergang. Ein Beispiel zum süßen Aufstrich wäre der weltbekannte Schokoaufstrich. Hier kann man den Verzehr zu einem Wochenend-Highlight machen, während unter der Woche eher zuckerärmere Marmeladensorten aufs Brot kommen. 

    Silke: Also ist es nicht so schlimm, wenn das Kind auch mal fettige Wurst oder weißes Toastbrot isst?

    Sina: Es geht, wie bei allen Empfehlungen zur Ernährung, nicht darum Lebensmittel zu verbieten und zu verbannen, sondern manche Lebensmittel einfach zu bevorzugen, während andere seltener konsumiert werden. Wichtig ist, dass man nicht päpstlicher ist als der Papst.

    Das Kind sollte immer noch Spaß am Essen haben. Stress kann nämlich schnell auf den Magen schlagen und während die einen mit einem Anstieg der Nahrungszufuhr reagieren, essen die anderen plötzlich deutlich weniger. Man muss immer den Einzelfall betrachten, um konkrete Empfehlungen geben zu können. 

    Silke: Meine Ärztin hat mir gesagt, dass sie ihr Müsli immer mit Saft oder Wasser isst. Was meinst du dazu? Bei uns ist es doch eher üblich, das Müsli mit normaler Kuhmilch zu essen. Ist das OK?

    Sina: Generell ist gegen Kuhmilch nichts einzuwenden, allerdings sollte aus ethischen und auch gesundheitlichen Gründen Milch der bekannten Biosiegel wie Demeter, Naturland oder Bioland bevorzugt werden. Kinder, die Probleme mit ihren Eisenwerten haben oder vermehrt darauf achten müssen, weil sie sich vegetarisch ernähren, sollten auf andere Quellen zurückgreifen.

    Der Hintergrund ist, dass Milchprodukte aufgrund des darin enthaltenen Calciums die Eisenaufnahme in den Körper hemmen können und ein zu geringer Eisenwert letztendlich zu einer verminderten Leistungsfähigkeit führt.

    Viele Eltern solcher Kinder, die das Eisen etwas im Blick behalten müssen, entscheiden sich für Müsli auf Basis von Haferflocken, weil diese zu den eisenreichen pflanzlichen Lebensmitteln zählen. Hier wäre es wünschenswert auf pflanzliche „Milch“ umzusteigen. Besonders geeignet ist zum Beispiel ein Haferdrink, der bei vegetarisch ernährten Kindern gerne auch mit Vitamin D und B12 angereichert sein darf. Wenn das Kind aber unbedingt Kuhmilch zum Müsli möchte, kann Vitamin C reiches Obst (Beeren, Kiwis, Zitrusfrüchte) dazu gereicht werden, das die Eisenaufnahme aus pflanzlichen Quellen fördert. 

    Silke: Und wie kann die Konzentrationsfähigkeit in der Schule unterstützt werden?

    Sina: Ein geeigneter Pausensnack wäre ein belegtes Vollkornbrot mit Salat, Gurkenscheiben, Paprikasteifen, etc. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt, alles in Abhängigkeit des Alters und Geschmacks des Kindes. Alternativ kann die Rohkost auch neben dem Brot gereicht werden.

    Im Vollkorn liegt der Zucker in langen verschlungenen Ketten vor, für deren Verdauung der Körper Zeit braucht. Somit steigt der Blutzuckerspiegel nur moderat und bleibt länger stabil. Das Gehirn hat länger etwas von der Energie und der Heißhunger bleibt aus. Das Gemüse versorgt das Kind mit wichtigen Nährstoffen.

    Auch eine Handvoll gemischter Nüsse (ungesalzen und ungeröstet) oder ohne Fett im Ofen gebackene Kichererbsen sind als Snack gut geeignet. Wichtig ist auch, dass viel getrunken wird. Flüssigkeitsmangel führt ebenfalls zu einer verschlechterten Konzentration.

    Mogeln oder nicht? Wie sieht ein gesundes Mittagessen aus?

    Leichter lernen und weniger Stress! Die Ernährungstipps für Schüler. 4

    Bild von congerdesign

    Silke: Viele Kinder essen in einer Betreuungseinrichtung zu Mittag, wo die Eltern keinen Einfluss auf die Auswahl des Essens ausüben können. Siehst du eine Möglichkeit, dies dennoch auszugleichen? Wie sähe denn ein gutes Mittagessen überhaupt aus?

    Für die Kinder enden die Anforderungen an die Konzentrationsfähigkeit ja nicht mit dem Schulende, sondern zu Hause müssen sie Hausaufgaben machen und lernen. Also müssen sie auch noch nachmittags leistungsfähig bleiben.

    Sina: Mittags sind leichte Mahlzeiten mit viel Gemüse zu bevorzugen. Dazu eine Eiweißkomponente (mageres Fleisch, Fisch, Hülsenfrüchte) und eine gesunde Kohlenhydratquelle (Vollkornnudeln, Vollkornreis, Kartoffeln).

    Die beliebten Mittagsmahlzeiten unter Schülern wie Pizza, Brötchen mit Fleischkäse oder typisches Fastfood belasten den Stoffwechsel unnötig stark und sorgen dafür, dass die Kinder träge und unkonzentriert werden.

    Silke: Oh jeh! Da werden viele Mütter bestimmt denken „das ist ja hoffnungslos, in mein Kind kriege ich eh kein Gemüse rein!“. Hast du für diese Eltern einen Tipp, wie man Gemüse vielleicht sogar doch unter das Essen „mogeln“ kann?

    Sina: Zuallererst: gemogelt wird nicht. Hier ist ganz viel Ernährungspsychologie im Spiel. Wenn das Kind herausfindet, dass es beim Essen „betrogen“ wurde, kann es das Vertrauen in das Essen verlieren und sehr wählerisch werden.

    Da wir über Kinder mit einem großen Stressfaktor sprechen, ist diese Reaktion nicht so weit hergeholt. Im Stress ist man einfach empfindlicher, das kann sicherlich auch jeder Erwachsene bestätigen.

    Gut wäre es zumindest, dass es abends nicht wieder nur eine Brotzeit gibt. Wenn das Kind bereits morgens mit Brot in den Tag gestartet ist, in der Schule eine gesunde Brotmahlzeit dabei hatte und mittags „nur“ auf das Kantinenessen zurückgreifen konnte, sollte der Tag nicht auch noch mit Brot beendet werden.

    Während der kälteren Jahreszeit sind Suppen eine schöne Alternative. Gerne auch auf Basis von Hülsenfrüchten wie Linsen- oder Erbsensuppe.
    Wichtig ist auch immer im Hinterkopf zu behalten, dass Kinder nicht mit dem Argument „das ist aber gesund!“ überzeugt werden können.

    Bei Gemüsemuffeln ist auch eine bewährte Strategie, Gemüse als Rohkost anzubieten (jeder aus der Familie bekommt dabei ein kleines Tellerchen mit Rohkost) und wenn das Kind tatsächlich zugreift, bloß kein großes Aufheben darum machen. Und Gemüse immer wieder unermüdlich anbieten, gerne auch in unterschiedlichen Konsistenzen.

    Was roh gar nicht schmeckt, ist als Püree vielleicht ganz lecker. Wenn das Kind partout kein Gemüse essen mag, dann ist das einfach so. Geschmäcker ändern sich auch wieder.

    Hauptsache man fängt keine Deals an nach dem Motto: „Du bekommst erst den Nachtisch, wenn du dein Gemüse gegessen hast.“ Denn dann bekommt der Nachtisch eine Belohnungsfunktion, die wir nicht haben wollen. Vor allem wenn es um gestresste Kinder geht, die dann vielleicht anfangen sich mit Süßem regelmäßig zu belohnen.

    Silke: Liebe Sina, ich danke dir vielmals für deine Zeit, könnte mir jedoch vorstellen, dass der ein oder andere noch mehr Fragen hat. So ist es ja oft: Je tiefer man in die Materie eintaucht, umso mehr Fragen ergeben sich.

    Deshalb lade ich euch, liebe Leser dazu ein, mir eure Fragen zu schicken oder auf meiner Facebookseite zu posten. Vielleicht ergibt sich daraus noch mehr Stoff für ein Anschlussinterview, wer weiß.

    Sina: Sehr gerne, liebe Silke! Und natürlich, ich freue mich immer, wenn ich Fragen beantworten und zu mehr Klarheit beitragen kann. Das Thema ist zu komplex, um es in einem einzigen Interview abhandeln zu können.

    Infos zum Weiterlesen

    Hier findest du noch einige interessante Infos zum Thema Ernährung für Kinder und Zuckerkonsum. Hast du noch weitere Lesetipps? Ich freue mich über deinen Tipp auf Facebook.

    Foodwatch e.V.: Die zehn zuckrigsten Kindergetränke

    Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Infosammlung Ernährung Kinder und Jugendliche

    Verbraucherzentrale: Ratgeber Bärenstarke Kinderkost

    Ärztezeitung: So viel Zucker pro Tag darf's sein

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    So lernt unser Gehirn am besten: Der Trick mit allen Sinnen.

    So lernt unser Gehirn am besten: Der Trick mit allen Sinnen.

    Lesen und Schreiben

    09-2024

    Möglicherweise hast du dich schon einmal gefragt, warum sich bestimmtes Wissen oder so manche Erlebnisse aus deiner Schulzeit besonders gut in deinem Gehirn verankert haben? Woran das liegt und wie du diesen Mechanismus dazu nutzen kannst, dein Kind optimal beim Lernen zu unterstützen, verrate ich dir in diesem Artikel.

    mobbing-jugendliche-opfer

    Bild von Prawny

    Wir lernen über Gefühle

    Wir alle wissen aus eigener Erfahrung, dass Erinnerungen sehr starke Emotionen in uns hervorrufen können. Diese Gefühle hängen eng mit unseren Sinnen zusammen und so kann ein bestimmtes Bild, ein Geruch oder ein Geschmack uns sofort in lang vergangene Situationen zurückversetzen.

    Auch für Erinnerungen aus der Schulzeit gilt das: an Gelerntes können wir uns dann auch Jahrzehnte später noch erinnern, wenn der Inhalt mit einem bestimmten Ereignis in unserem Lieblingsfach oder zum Beispiel einem komischen Merkspruch verknüpft war.

    Im Zusammenhang damit möchte ich jetzt über ein ebenso alltägliches wie kompliziertes Thema schreiben: das Lernen. Gerade in der Schulzeit, wenn man als Kind eben nun einmal lernen muss, ist es von großem Vorteil, wenn sowohl Eltern als auch Kinder wissen, wie Lernen am besten funktioniert.

    Den Lernstoff ganzheitlich erfahren

    Ich persönlich erinnere mich hierfür gerne an ein Beispiel aus meiner eigenen Schulzeit: Ganz genau weiß ich nämlich noch, welche Bilder ich gemalt habe, als unsere Musiklehrerin in der zweiten Klasse die ‚Moldau‘ von Bedrich Smetana abspielte und uns zu der Musik den Inhalt der einzelnen Stücke erzählte. Ich kann mich an die Stromschnellen erinnern, an die Bauernhochzeit, an den ruhigen Bachlauf durch den Wald und daran, wie die Moldau schlussendlich ins Meer fließt.

    Dieses Ereignis ist, obwohl es so lange zurück in der Vergangenheit liegt, fest in meinem Kopf verankert – weil ich es mit allen Sinnen erlebt habe.

    Und darin liegt auch der Schlüssel zum erfolgreichen Lernen: weil ich mich damals in der Situation komplett wohlgefühlt habe und wusste, dass meine Leistung nicht mit Druck erzeugt werden muss, konnte ich mich voll und ganz auf meinen Lernauftrag konzentrieren und all meine Fähigkeiten ausnutzen.

    Genau diese Art und Weise wie ich gelernt habe, hat dafür gesorgt, dass sich der Lernstoff nachhaltig in mein Gehirn geprägt hat. Wenn du deinem Kind (oder natürlich auch dir selber) also ermöglichen möchtest, dass es seine/ihre Fähigkeiten voll ausschöpfen und so gut wie möglich lernen kann, gibt es einige Tipps, die dabei unterstützen.

    Entspannt lernt sich's einfach besser

    Generell ist eine entspannte Grundatmosphäre wichtig, um bestes Lernen zu erlauben.

    Das gilt einerseits natürlich für die körperliche Umgebung: Schaffe einen gemütlichen Ort, an dem man bequem länger und in Ruhe sitzen kann und wo bei Bedarf zum Beispiel Musik mit Alphawellen läuft.

    Und andererseits sollte auch die emotionale Umgebung eine positive Grundeinstellung zum Lernen erlauben: nach einem Streit zu lernen oder im Liebeskummer Konzentration zu finden, ist nahezu unmöglich. Das Gehirn schwirrt in diesen Fällen oft überall herum (nur nicht dort, wo es sein soll) und der Lernstoff wird schnell zu einer weiteren Last.

    Nutze alle deine Sinneskanäle zum Lernen

    Wenn diese ersten Bedingungen gegeben sind, gibt es noch weitere Tricks die dem Gehirn dabei helfen können, sich Dinge zu merken.

    Hier kommen die sogenannten VAKOG-Kanäle ins Spiel: das Gehirn kann man Visuell, Auditiv, Kinästhetisch, Olfaktorisch und Gustatorisch anregen. Hinter diesen ganzen komplizierten Wörtern verstecken sich eigentlich nur unsere fünf Sinne: das Sehen, Hören, Fühlen, Riechen und Schmecken.

    Wenn wir also unseren Lernstoff nicht nur auswendig lernen, sondern ihn uns wirklich einprägen wollen, dann hilft es enorm wenn andere Sinne mit angesprochen werden.

    Damals in der zweiten Klasse, als die Lehrerin uns erlaubte, der Musik und ihren Erzählungen zu zuhören und diese dann in visuelle Bilder weiterzuverarbeiten, haben wir genau dieses Prinzip genutzt – und Jahrzehnte später kann ich mich noch genau an das Gelernte erinnern.

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    Bild von Ibrahim Özdemir

    Erforsche alle Kanäle zu deinem Lernthema

    Es hilft also enorm, den Lernstoff mit allen Sinnen zu erfassen. Im Fach Biologie kann das bedeuten, dass man sich bei der Beschäftigung mit Bienen deren Summen vorstellt und Bilder ansieht, wie sie fleißig ihren Honig in den Waben herstellen.

    In Geschichte könnte man sich Szenen im alten Rom ausmalen, wie Cäsar in seiner Toga vor dem Senat Reden schwingt.

    Für Englisch könnte man sich in den Cornershop aus dem Englischbuch reinbeamen, bis man die Fish and Chips fast selber schmecken kann.

    Der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt und all dies hilft dem Gehirn dabei, das Gelernte zu verknüpfen und in der Erinnerung zu behalten.

    Leichter Vokabeln und Rechtschreibung lernen

    Wenn beim Vokabellernen und anderen sprachlichen Aufgaben wie zum Beispiel Rechtschreibung Schwierigkeiten bestehen, kannst du gemeinsam mit deinem Kind die Augen schließen und ihr könnt euch vorstellen, dass ihr Wörter mit schwierigen Buchstaben in bunten Farben an eine weiße Wand malt oder die schwierigen Stellen farbig absetzt.

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    Auch kann es helfen, das schwierige Wort rückwärts in einzelnen Buchstaben abzulesen und sich so mit dem Aufbau des Wortes zu beschäftigen.

    Bei Lernwörtern lassen sich tolle Bilder erfinden: das Wort Sammelbiene zum Beispiel, mit seinen zwei ‚M‘ in der Mitte, lässt sich viel einfacher merken, wenn man sich ein Bienchen mit zwei Sammeltaschen für seine Pollen vorstellt, in der es jeweils ein ‚M‘ trägt.

    Und Vokabeln bleiben gleich besser im Kopf, wenn sie mit einem gerappten, gesungenen oder geklopften Rhythmus oder anderen Gesten gelernt wurden.

    An das jeweilige Alter angepasst können lustige oder merkwürdige Eselsbrücken und Merksprüche auch super funktionieren – ich erinnere mich hier an ein lustiges Beispiel meines badischen Englischlehrers, der in der Grammatikstunde sagte: ‚If und Would, du gehsch kaputt‘, um uns zu verdeutlichen, dass im Englischen auf ein ‚if‘ nicht direkt ein ‚would‘ folgen darf.

    Lernen funktioniert also am besten, wenn der Lernstoff mit möglichst vielen Sinnen erfasst wird. Mit einer entspannten Grundstimmung und einer positiven Einstellung lässt sich dann so manche Hürde meistern und schwierige Dinge finden endlich ihren Platz im Kopf!

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    22 Antworten zur Reflexintegration und frühkindlichen Reflexen – verständlich erklärt

    22 Antworten zur Reflexintegration und frühkindlichen Reflexen – verständlich erklärt

    Lesen und Schreiben

    08-2024

    Suchst du Rat in Bezug auf Reflexintegration, frühkindliche Reflexe und deren Zusammenhang mit Schulproblemen, Lernproblemen oder ADHS Symptomen bei deinem Kind? Dann bist du hier richtig: In diesem Artikel habe ich auf verständliche Weise die häufigsten Fragen zusammengestellt, die mir immer wieder in meiner langjährigen Praxis begegnen.

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    Grundlegende Begriffe zu den frühkindlichen Reflexen

    Bevor wir mit den tiefer gehenden Fragen zu frühkindlichen Reflexen und Reflexintegration loslegen, sollten wir ein paar grundlegende Begriffe klären, Ich möchte damit sicherstellen, dass wir beide das gleiche Verständnis entwickeln. Also - los geht's:

    Was ist ein Reflex?

    Wir nutzen hier die Definition von Sally Goddard-Blythe, der Mitbegründerin der Forschung zur Reflexintegration bzw. zu frühkindlichen Reflexen und ihrem Zusammenhang mit Lern- und Entwicklungsproblemen bei Kindern: Ein Reflex ist eine unwillkürliche Reaktion auf einen Reiz und den gesamten physiologischen Prozess, der ihn aktiviert. Siehe auch: Sally Goddard-Blythe. „Greifen und begreifen“. VAK Verlag.

    Was sind frühkindliche Reflexe?

    Frühkindliche Reflexe sind automatisierte Bewegungsabläufe, die ohne Beteiligung der Großhirnrinde (= Cortex) ablaufen. Ein Säugling ist während der ersten Lebensmonate noch nicht selbständig überlebensfähig, weil das Gehirn noch nicht entsprechend entwickelt ist.

    Wozu gibt es frühkindliche Reflexe?

    Sie sichern das Überleben des unselbständigen Säuglings, der seine Bewegungen und Aktionen noch nicht willentlich selbst initiieren und steuern kann. Überwiegend sorgen die frühkindlichen/primitiven Reflexe für die Nahrungssuche, Nahrungsaufnahme und den Selbstschutz.

    Frühkindliche Reflexe sind ein essentieller Bestandteil für eine ausbalancierte Entwicklung. Auch das Gehör mit dem Gleichgewichtssinn, die visuelle Wahrnehmung, Sprache, Koordination und Motorik entwickeln sich mit Hilfe der frühkindlichen Reflexe.

    Vielleicht ist dir schon aufgefallen, dass alle Säuglinge die gleichen Bewegungsmuster ausführen. Das ist den Reflexen und der Entwicklung des Gehirns geschuldet. Das Gehirn ist zum Zeitpunkt der Geburt noch nicht ausreichend vernetzt, um die Bewegungen willentlich zu steuern. Die Fähigkeit dazu entwickelt sich erst nach und nach. Dabei helfen die frühkindlichen Reflexe.

    Nach der Geburt kann das Baby schreien, um auf sich aufmerksam zu machen, weiß aber noch nicht, wie es das Problem, welches das Unwohlsein auslöst, selbst lösen kann. Bei Durst kann es bis zu einem gewissen Alter noch nicht selbständig nach der Flasche greifen - selbst dann nicht, wenn sie direkt vor ihm steht. Es kann die logische Schlussfolgerung - Flasche bedeutet, den Durst stillen zu können - noch nicht herstellen.

    Ohne, dass wir es unserem Säugling beigebracht haben, schluckt er automatisch die Nahrung, die seinen Mund im Inneren berührt. Genauso selbständig umklammert er feste unseren Finger mit der Faust, wenn wir die Innenfläche seiner Hand berühren. Streichen wir sanft über seine Wange, dreht er sofort den Kopf in diese Richtung. Das sind alles Reflexe und der Säugling denkt über diese Bewegungsreaktionen nicht nach.

    Nach und nach erweitert das Baby sein Bewegungsrepertoire - alles mit Hilfe von Reflexen. Frühkindliche Reflexe sind super!

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    Ob frühkindliche Reflexe der Ursprung deiner Sorgen sein könnten, kannst du hier herausfinden.

    Du erhältst unmittelbar eine individuelle Auswertung für dein Kind. Der Fragebogen prüft eine Vielzahl von erforschten Symptomen ab, die auf die Aktivität von frühkindlichen Reflexen hindeuten können. Der Check umfasst 105 Fragen in elf Bereichen rund um die Entwicklung deines Kindes.

    Du erfährst, wie viele Indikatoren auf aktive Reflexe bei deinem Kind hindeuten und welche frühkindlichen Reflexe möglicherweise noch aktiv sind. Auf Wunsch sende ich dir die Auswertung sofort per E-Mail zu.

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    Die frühkindlichen Reflexe im Verlauf der menschlichen Entwicklung

    Dieser Abschnitt gibt dir einen Überblick über die Entstehung der frühkindlichen Reflexe und mögliche Störfaktoren bei deren Hemmung. Außerdem erfährst du, warum und wie die frühkindlichen Reflexe wieder Verschwinden.

    Wann treten die frühkindlichen Reflexe auf?

    Einige Reflexe, so wie der Saugreflex und der Moro Reflex entstehen bereits intrauterin, also noch im Bauch der Mutter. Andere wiederum können sich dann erst richtig entwickeln, wenn ein Reflex der vorherigen Entwicklungsstufe ausreichend lange aktiv war – bis die entsprechende Reifung im Gehirn stattgefunden hat – und dann verschwunden ist, sich also integriert hat (oder anders ausgedrückt vom Gehirn unterdrückt wurde). Das passiert nur, wenn es keine Störungen in der Entwicklung gibt.

    Was ist an den frühkindlichen Reflexen bzw. primitiven Reflexen so besonders?

    Zunächst einmal finde ich es wahnsinnig spannend und faszinierend, wie die Natur durch diesen Kunstgriff dafür sorgt, dass Säuglinge trotz ihres noch völlig unterentwickelten Gehirns überlebensfähig sind. Genau genommen kommen Menschenkinder nämlich viel zu früh auf die Welt! Die frühkindlichen / primitiven Reflexe sichern also das Überleben des Säuglings.Ein zweiter spannender Punkt ist, dass am Reflexstatus eines Säuglings der Konzeptionstermin bestimmt werden kann. In jeder Entwicklungsstufe – abhängig vom Konzeptionstermin – verfügt der Säugling oder Embryo über ein bestimmtes Reflexvorkommen.

    Sind die frühkindlichen Reflexe alle bei der Geburt vorhanden?

    Die Reflexe sind alle in uns angelegt, doch noch nicht gleichzeitig bei der Geburt alle aktiv. Ist ein Kind zu früh geboren, ist der Saugreflex meist noch nicht ausreichend entwickelt, sodass der Säugling bis ungefähr zur 34/36. Schwangerschaftswoche zusätzlich per Sonde ernährt werden muss.

    Wie und wann verschwindet ein frühkindlicher Reflex?

    Ganz einfach gesagt verschwindet der Reflex dann, wenn er nicht mehr gebraucht wird. Das ist dann der Fall, wenn das Gehirn sich so weit entwickelt hat, dass es die unwillkürliche, also reflektorische Handlung willkürlich vollziehen kann.

    Der Säugling saugt dann nicht mehr an allem, was seine Lippen berührt und schluckt auch nicht mehr alles automatisch, was in seinen Mund gelangt. Ebenso hält er nicht mehr alles fest, was seine Handinnenfläche berührt – das wäre ja auch ziemlich unpraktisch im späteren Leben, wenn wir nicht nur Händchen mit unserem oder unserer Auserwählten halten würden, sondern mit jedem 😉 ...

    Mit fortschreitender Entwicklung des Gehirns verschwinden diese Reflexe also nach und nach. Sie werden durch die Frontallappen „unterdrückt“. Treten bestimmte frühkindliche Reflexe im Erwachsenenalter wieder auf, obwohl sie schon verschwunden waren, kann das auf Störungen dieser Hirnregion hinweisen (wie zum Beispiel bei der Fronto-Temporalen-Demenz – Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V.)

    Gibt es auch andere Reflexe, die bleiben?

    Ja, es gibt eine Vielzahl von Reflexen. Man unterscheidet zwischen angeborenen Reflexen, konditionierten Reflexen, Stellreflexen, koordinierten Reflexbewegungen und frühkindlichen oder primitiven Reflexen.

    Eigenreflexe sind wichtig für die Körperhaltung und –bewegung, wie zum Beispiel der Patellarsehnenreflex.

    Fremdreflexe haben zum Großteil die Aufgabe den Körper zu schützen. Eine umfassende Erläuterung zum Thema Eigen- und Fremdreflexe findest du hier (Deutsche Apothekerzeitung). Allgemeines zu Reflexen kannst du auch auf Wikipedia nachlesen.

    Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit ein Reflex verschwinden kann?

    Ein Reflex verschwindet, wenn er ausreichend häufig und intensiv stimuliert wurde. Diese Stimulation, die als Reiz wahrgenommen wird, wird entweder über das Gleichgewichtsorgan (Lage-Sinn) oder über die Hautrezeptoren an bestimmte Hirnareale weitergeleitet. Kommt diese Information im Gehirn an, wird der Reflex automatisch ausgelöst.

    Ist das oft genug passiert, hat das Gehirn entsprechende Verknüpfungen gebildet – es ist gereift und der Reflex wird dann nicht mehr benötigt, sodass er unterdrückt bzw. integriert wird.

    Unter welchen Gegebenheiten integriert sich ein Reflex nicht von alleine?

    Entweder der Reflex wurde von vornherein nicht stark genug ausgebildet oder er wurde nicht oft genug stimuliert. Sprich, wurde der Reflex nicht oft genug ausgelöst, konnten sich die entsprechenden Verknüpfungen im Gehirn nicht bilden.

    Das Gehirn ist dann nicht reif genug und behält die willkürlichen Handlungen, bzw. Teile von ihnen (= Restmuskelreaktionen) bei. Deshalb sagt man auch, dass die Reflexintegration für eine Nachreifung des Gehirns sorgt.

    Wie wird die Entwicklung oder die Integration der frühkindlichen Reflexe behindert?

    Puh, die Antwort auf diese Frage fällt etwas länger aus: In jeder Entwicklungsstufe gibt es andere Faktoren, die sich hinderlich auf die Reifung und Hemmung / Integration der frühkindlichen Reflexe auswirken können.

    So beeinflussen großer Stress oder Krankheit während der Schwangerschaft bereits die Reflexe, die sich intrauterin (innerhalb der Gebärmutter) entwickeln. Durch großen Stress während der Schwangerschaft erhöht sich die Spannung der Bauchdecke der Mutter. Das nimmt der Embryo wahr und verfällt ebenso in eine Anspannungshaltung. In dieser Anspannung hält er sich fest, bewegt sich im Bauch viel weniger und dadurch verzögert sich die reflektorische Entwicklung, weil schon hier die nötigen Bewegungsreize fehlen.

    Ein ganz entscheidender Meilenstein für die Entwicklung des Asymmetrisch Tonischen Nackenreflexes (ATNR) und des Spinalen Galant Reflexes ist der natürliche Geburtsvorgang. Beide Reflexe entwickeln sich intrauterin, haben ihren Höhepunkt bei der Geburt und integrieren sich während der ersten Lebensmonate. Die motorische Stimulation während der Geburt ist entscheidend für die Ausreifung des Asymmetrischen Tonischen Nackenreflexes und des Spinalen Galant Reflexes.

    Hat diese Stimulation zum Beispiel durch eine Kaiserschnittgeburt nicht in ausreichendem Maße stattgefunden, ergeben sich daraus weitreichende Folgen: „Wenn sich die frühkindlichen Reflexe während der Schwangerschaft, Geburt oder im ersten Lebensjahr nicht richtig entfalten können und nicht richtig integriert werden, verschwinden sie nicht. Sie haben ihre Aufgabe nicht erfüllt. Dann läuft auch die damit verbundene neuronale Entwicklung nicht optimal ab“. (Siehe auch Beitrag zu Reflexintegration und ADHS von Antonia Wilhelm auf Jameda - dem Ärtze und Patientenportal).

    Im weiteren Verlauf der Entwicklung wirkt es sich negativ auf die Reflextätigkeit aus, wenn ein Kind zum Beispiel überwiegend auf dem Rücken liegt oder viel in Babyschalen oder Babywippen liegt. In diesen Gerätschaften ist es dem Baby unmöglich, sich selbständig zu drehen und es kann nur seine Arme und Beine bewegen. Es ist zu stark in seiner freien Bewegungsfähigkeit eingeschränkt.

    Das Liegen auf dem Bauch ist für die Entwicklung des Landau Reflexes zum Beispiel sehr wichtig. Aus verschiedenen Gründen kann es sein, dass Kinder die Krabbelphase überspringen. Das wirkt sich auf die Entwicklung des Symmetrisch Tonischen Nackenreflexes und der damit verbundenen Fähigkeiten aus.

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    Wichtige frühkindliche Reflexe in Bezug auf Lernschwierigkeiten und Schulprobleme

    Hier gebe ich dir einen Überblick über vier wichtige frühkindliche Reflexe, die negative Auswirkungen auf dein Kind haben können. Dies kann sich in Problemen mit der Körperkoordination, Lern- und Konzentrationsschwierigkeiten, mangelnder Impulskontrolle oder ADHS Symptomen äußern.

    Wie viele frühkindliche Reflexe gibt es und welche sind wichtig für die Reflexintegration?

    Es gibt knapp 20 frühkindliche bzw. primitive Reflexe. Für das Reflexintegrationstraining sind besonders die Reflexe von Bedeutung, die Auswirkungen auf das Lernen und die Motorik haben: Denn hier ist der positive Effekt bei Lernproblemen, Schulproblemen und ADHS Symptomen bei Kindern am größten. Diese Reflexe erkläre ich nachfolgend. Falls du dennoch mehr wissen möchtest: Die Übersicht aller frühkindlichen Reflexe findest du am besten bei Wikipedia.

    Der Moro Reflex - wie äußert sich hier die fehlende Reflexintegration?

    Besteht der Moro Reflex / die Moro Reaktion fort, hat das Auswirkungen auf das sozial-emotionale Verhalten. Kinder reagieren oft übersensibel, was sich durch Wut- oder schnelle Tränenausbrüche zeigen kann. Eltern beschreiben ihre kognitiv reifen Kinder dann noch als sehr kindisch oder kindlich, was das emotionale Verhalten betrifft.

    Solche Kinder reagieren überempfindlich auf Kritik, Streit oder Stress. Je älter ein Mensch mit einem noch bestehenden Moro Reflex ist, umso mehr neigt er zu depressiven oder ängstlichen Verhaltensmustern, verfügt über ein geringes Selbstbewusstsein, mangelnde Kritikfähigkeit. Panikattacken oder Angstneurosen treten vermehrt auf.

    Der Tonische Labyrinth Reflex (TLR) - wie äußert sich hier die fehlende Reflexintegration?

    Der TLR ist maßgeblich an der Entwicklung des Gleichgewichts, der räumlichen, zeitlichen und visuellen Orientierung und der Körperhaltung beteiligt. Das bedeutet, dass Kinder mit einem noch aktiven Tonischen Labyrinth Reflex über die Maße hypo- oder hyperton sein können (das heißt, entweder ganz schlaff oder eine extreme Muskelspannung haben). Zehenspitzengang, eine schlechte Körperhaltung, eine schlechte Koordination und Balance können auch Anzeichen von Restmuskelreaktionen des Tonischen Labyrinth Reflexes sein.

    Diese Kinder tun sich schwer damit, grammatikalische Strukturen zu erkennen, sich selbst zu organisieren und haben ein schlechtes Zeitgefühl.

    Der Asymmetrische Tonische Nackenreflex (ATNR) - wie äußert sich hier die fehlende Reflexintegration?

    Der Asymmetrische Tonische Nackenreflex ist dafür mitverantwortlich, ob ein Kind Rechts- oder Linkshänder wird bzw. ob sich überhaupt eine eindeutige Händigkeit (Lateralität) ausgebildet hat.

    Der Asymmetrische Tonische Nackenreflex wirkt sich auf das Lese- und Schreibvermögen aus, da er die visuelle Wahrnehmung und die Steuerung der feinmotorischen Augenmuskeln beeinflusst.

    Kinder mit einem noch aktiven Asymmetrischen Tonischen Nackenreflex können die Linien, auf denen sie schreiben nicht einhalten und es kann sein, dass ihre Schrift mal nach links und dann wieder nach rechts kippt. Häufig üben sie beim Schreiben unnötig viel Druck auf den Stift aus. Diese Kinder haben Schwierigkeiten, die Schreibschrift zu erlernen und häufig Lese- und Rechtschreibprobleme. Des Weiteren fällt es solchen Kindern schwer, die Mittellinie des Körpers zu überkreuzen.

    Der Symmetrisch Tonische Nackenreflex (STNR) - wie äußert sich hier die fehlende Reflexintegration?

    Der Symmetrisch Tonische Nackenreflex (STNR) schafft die Voraussetzung zum Krabbeln, für die unabhängige Bewegung von Ober- und Unterkörper und die Entwicklung der Akkomodation der Augen (die Einstellung der Augen auf bestimmte Gegenstandsweiten). Das schließt auch die Entwicklung der Auge-Hand-Koordination mit ein.

    Betroffenen Kindern fällt es schwer von der Tafel abzuschreiben, denn dabei muss das Kind ständig den Kopf heben und senken. Bei noch vorhandenen Restmuskelreaktionen (einem noch aktiven Reflex) führt jede Kopfbewegung nach oben oder unten zu einer ungewünschten reflexartigen Haltungsveränderung.

    Der Schreibende muss diese reflektorische Haltungsveränderung unterdrücken, was einerseits unnötige Energie kostet und andererseits zu Verkrampfungen in den Armen und Händen führt sowie zu dem starkem Aufdrücken beim Schreiben.
    Die Praxis zeigt, dass 75% der Kinder mit Lernstörungen noch einen aktiven Symmetrisch Tonischen Nackenreflex haben. (Siehe auch Erläuterungen unter www.rit-reflexintegration.de).

    Eltern von Kindern mit einem persistierenden, also noch Restmuskelreaktionen aufweisenden Symmetrisch Tonischen Nackenreflex erkennen das auch daran, dass ihr Kind beim Essen häufig kleckert. Schwimmen kann das Kind zunächst besser unter als über Wasser. Beim Sitzen schlingt es die Beine um die Stuhlbeine, sitzt gerne lieber auf einem oder beiden untergeschlagenen Beinen und schreibt oder malt generell lieber (halb) im Stehen oder Liegen.

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    Reflexintegration bei Lernproblemen und ADHS Symptomen - Wissenschaft

    Prima - du hast soweit durchgehalten! Fast ist es geschafft. Abschließend findest du noch einige Informationen zu Fragen, die mir oft in ersten Gesprächen mit interessierten Eltern gestellt werden.

    Was ist Reflexintegration?
    Reflexintegration holt das nach, was während der selbständigen Entwicklung des Kindes nicht stattgefunden hat. Reflexintegration beinhaltet gezielte Bewegungsübungen (Reflexintegration Übungen), die die Reize an das Gehirn senden, die früher im Gehirn nicht ausreichend angekommen sind, weil der Reflex entweder nicht oft genug ausgelöst wurde oder unterentwickelt war.

    Dies wiederum sorgt dafür, dass sich die entsprechenden Verknüpfungen entwickeln, die dafür sorgen, dass der Reflex vom Frontallappen unterdrückt wird, bzw. „integriert wird“, also Reflexintegration stattfindet. Weil diese Reize eben so speziell sein müssen, damit genau das Gewünschte erzielt wird, hilft es nicht, einfach nur viel Sport zu machen. Wir müssen speziell entwickelte Reflexintegration Übungen durchführen.

    Wo finde ich Informationen zur praktischen Anwendung der Reflexintegration?
    Alle praktischen Fragen zur Reflexintegration findest du im zweiten Teil dieses Blogbeitrags. Übrigens: In meinem Blogbeitrag „Reflexintegration in fünf Minuten kinderleicht erklärt“ findest du weitere Informationen zur Reflexintegration. Darin gehe ich mehr darauf ein, wie sich aktive Reflexe im (Schul-)Alltag zeigen und sich auf das Lernen, die Konzentration und schulischen Leistungen deines Kindes auswirken können.
    Wie wurden die frühkindliche Reflexe und Reflexintegration in der Wissenschaft untersucht?
    Die Forschung zur Reflexintegration bzw. zu frühkindlichen Reflexen und ihrem Zusammenhang mit Lern- und Entwicklungsproblemen bei Kindern hat ihren Ursprung in den 1970er Jahren: 1975 wurde das "Institute for Neuro-Physiological-Psychology" von Dr. Peter Blythe in Chester, England, gegründet. Zusammen mit seiner Frau Sally Goddart-Blythe forschte er intensiv an den Zusammenhängen zwischen Lern- und Entwicklungsproblemen und dem Fortbestehen von Restmuskelbewegungen der frühkindlichen Reflexe. Diese Forschung kann als wissenschaftlicher Ursprung der Reflexintegration betrachtet werden.

    Hierauf basierend beschäftigte sich die Wissenschaft mit Reflexintegration und frühkindlichen Reflexen: Autoren wie Vojta, Bobath, die Russinnen Akhmatova und Masgutova, Campbell, Pfeiffer-Meisel sowie Sacher und Michaelis haben in den letzten Jahrzehnten die Auswirkungen von persistierenden frühkindlichen Reflexen beschrieben und die Reflexintegration wissenschaftlich untersucht. Sie alle haben eines gemeinsam: Sie halten eine zeitgerechte motorische Entwicklung für die Voraussetzung der gesunden Gesamtentwicklung des Kindes. Mehr Quellen und Studien findest du weiter unten in meinen Tipps zum Weiterlesen.

    Auf dieser Grundlage entwickelten sich alle weiteren Methoden. Mein Rexi Reflexintegrationstraining vereint wissenschaftliche Erkenntnisse aus den Bereichen Neurowissenschaft, Physiologie und Bewegungswissenschaft.

    Wie kann ich erfahren, ob bei meinem Kind noch frühkindliche Reflexe aktiv sind?
    Mache meinen kostenlosen Online Check zur Reflexintegration. Der Online Check umfasst 105 Fragen aus 11 Themenfeldern rund um die Entwicklung deines Kindes. Du beantwortest diese Fragen mit Ja oder Nein. Du erhältst sofort eine detaillierte Auswertung und erfahrst, ob bei deinem Kind möglicherweise noch frühkindliche Reflexe aktiv sind.
    Das Ergebnis des Fragebogens kann dir vielleicht endlich einen Lösungsansatz zu deinen Beobachtungen und Fragen im Bezug auf dein Kind liefern auch, wenn ihr schon verschiedene andere Therapieformen wie Logopädie, Ergotherapie oder anderes hinter euch habt.
    Mach dir also keine Sorgen, falls der Test als Ergebnis mehrere noch aktive frühkindliche Reflexe zum Vorschein bringt. Denn die wirklich gute Nachricht ist, dass du der Entwicklung deines Kindes auf die Sprünge helfen kannst: „Reflexintegration“ bietet eine zweite Entwicklungschance.
    Was bedeutet es, wenn ein frühkindlicher Reflex noch aktiv ist?

    Es ist zwar immer wieder von „noch aktiven Reflexen“ die Rede, doch handelt es sich dabei immer um eine Restmuskelreaktion. Denn entweder der Reflex ist nicht ganz unterdrückt / integriert worden, oder er hat sich nicht vollständig entwickeln können.Wäre der Reflex noch vollständig aktiv, ist dies pathologisch und das Kind hätte z.B. bei einem noch aktiven Fußgreifreflex NIE das Laufen lernen können.

    Sogenannte Restmuskelreaktionen eines Reflexes äußern sich durch verschiedenste Merkmale, auf die ich in den Fragen zu den wichtigsten frühkindlichen Reflexen in Bezug auf Lernschwierigkeiten und Schulproblemen genauer eingehe.

    Ich bitte dich, dir das bewusst zu machen, denn es bedeutet, dass dein Kind für Vieles „gar nichts kann“. Es ist so, als würden wir jemandem sagen, der versucht auf einem Bein zu balancieren: „Mensch, jetzt fall doch nicht dauernd um! Wenn du auf einem Bein stehen möchtest, darfst du das andere nicht auf den Boden bringen, sondern musst es oben halten!“ - Wenn es doch aber nicht geht!

    Es geht dabei vor allem darum, dir und deinem Kind Druck zu nehmen und eure Beziehung zu schützen.  Ja, vielleicht tut dein Kind gewisse Dinge nicht, weil es keine Lust dazu hat oder faul ist. Das kannst du herausfinden. Sind bei ihm allerdings noch mehrere frühkindliche Reflexe aktiv, dann könnte auch das sein Verhalten erklären.

    Kann man auch nur einzelne Reflexe integrieren?

    Sehr viele Reflexe sind miteinander verknüpft. Die Entwicklung eines Reflexes kann die Entwicklung eines anderen beeinflussen. Im Zuge der natürlichen Reifung lösen sich die Reflexe nacheinander ab. An dieser Reihenfolge orientiert sich die nachträgliche Reflexintegration.

    So kann zum Beispiel ein aktiver Spinaler Galant Reflex die Entwicklung des Amphibien Reflex verhindern. Ist der Amphibien Reflex nicht entwickelt, führt das in der Regel zu einem aktiven ATNR (Asymmetrisch Tonischen Nacken Reflex) und einem aktiven TLR (Tonischen Labyrinth Reflex).

    Ein weiterer enger Zusammenhang besteht zwischen dem TLR und dem STNR (Symmetrisch Tonischen Nackenreflex): Ist der TLR aktiv, verhindert er oft das Krabbeln, weil die Bewegung des Kopfes zum Ausstrecken der Beine führt. Wird das Gehirn jedoch nicht ausreichend durch die motorischen Reize stimuliert, die das Krabbeln auslöst, kann sich im Gegenzug der STNR nicht integrieren und bleibt weiterhin aktiv.

    Macht man sich diese komplexen Zusammenhänge bewusst, wird deutlich, dass es wenig Sinn macht, das Reflexintegrationstraining nur mit Hinblick auf einzelne Reflexe durchzuführen.

    Wie kann ich erkennen, ob Reflexintegration die richtige Methode für mein Kind ist?

    Bestimmte Auffälligkeiten oder ein bestimmtes Verhalten deines Kindes werden dich dazu bewogen haben, ihm helfen zu wollen. Vielleicht gibt es Probleme in der Schule, beim Lernen oder du hast das Gefühl, dein Kind steht sich irgendwie selbst im Weg. Manchmal ist es auch gar nicht richtig greifbar, weil man als Laie nicht weiß, was Hinweise auf noch aktive frühkindliche Reflexe sein könnten.

    Vielleicht seid ihr durch die Empfehlung eines Bekannten auf Reflexintegration aufmerksam geworden oder aber ihr habt schon einiges ausprobiert, was euch nicht in ausreichendem Maße weiter geholfen hat.

    Wenn das so ist, lege ich dir ans Herz, meinen kostenlosen Online Check Reflexintegration ganz unverbindlich zu klicken und du wirst erfahren, ob frühkindliche Reflexe der Auslöser für eure Probleme sein könnten.

    Können logopädische Probleme auch von noch aktiven frühkindlichen Reflexen kommen?
    Natürlich gibt es selten einen einzigen Grund für entwicklungsbedingte Abweichungen von der Norm, doch bilden der Tonische Labyrinth Reflex (rückwärts) und der Such- und Saugreflex die Grundlage für eine deutliche Artikulation. Insofern können Reflexintegration Übungen eine undeutliche Sprache verbessern.
    Kann die Reflexintegration auch bei Kindern mit körperlicher Behinderung helfen?
    Da die Reflexintegration dabei hilft, eine „Nachreifung“ des Gehirns anzuregen, wirkt sie sich auch positiv auf Menschen mit körperlichen Einschränkungen aus. Ebenso wurden auch positive Effekte im Bezug auf Autismus und ADHS beobachtet. Eine meiner Kolleginnen aus dem Norden arbeitet viel mit autistischen Kindern und hat diesbezüglich viel Positives berichtet.
    Hilft Reflexintegration auch bei ADHS oder ADS Symptomen?

    Es gibt mehrere Studien, die eine Besserung der ADHS oder ADS Symptome durch Reflexintegration belegen. So auch diese:
    „Am Bender-Institut fanden Wissenschaftler (O’Dell und Cook, 1996) heraus, dass ein fortbestehender Symmetrischer Tonischer Nackenreflex ein signifikanter Faktor bei Kindern mit ADHS und ADS war. Beide Gruppen machten große Fortschritte nach einem spezifischen Bewegungsprogramm zur Hemmung des STNR.“ (Goddard Blythe, „Greifen und BeGreifen“ 2016, S. 55)

    Dennoch ist ADHS oder ADS ein komplexes Krankheitsbild und so fand Prof. Dr. med. Karl Heinz Brisch heraus, dass ein Zusammenhang zwischen Bindungsthemen und AD(H)S besteht. So sagt er, dass fast jedes Kind mit einer AD(H)S Diagnose eine Bindungsstörung zeigt, jedoch nicht jedes Kind mit einer Bindungsstörung automatisch eine AD(H)S Diagnose vorliegen hat.

    Eine Bindungsstörung entsteht übrigens nicht ausschließlich, weil Kinder von ihren Eltern vernachlässigt werden. Auch dafür kann es vielfältige Gründe geben und es ist ganz wichtig, mit diesem sensiblen Thema ohne Schuldzuweisungen umzugehen.

    Um die Eingangsfrage zu beantworten: Ja, Reflexintegration hilft meistens bei ADHS und ADS Symptomen, doch entsteht eine AD(H)S Erkrankung nicht ausschließlich, WEIL noch frühkindliche Reflexe aktiv sind. Das möchte ich fairer Weise betonen. Da verhält es sich genau so, wie im Zusammenhang mit der Bindungsthematik.

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    Meine Tipps zum Weiterlesen

    Suchst du noch mehr Hintergrundinformationen zum Thema frühkindliche Reflexe und Reflexintegration? Hier habe ich eine Literaturliste für dich zusammengestellt. Solltest du im Netz oder in einer Bibliothek auf weitere interessante Veröffentlichungen stoßen, würde ich mich freuen, wenn du sie mit mir teilst. Gerne per E-Mail oder Kommentar zu diesem Artikel!

    Buchempfehlungen

    Greifen und BeGreifen*
    von Sally Goddard Blythe | 2004 (Neuauflage 2024)
    Leseprobe (Link zur Verlagsseite)

    Neuromotorische Unreife bei Kindern*
    von Sally Goddard Blythe | 2016
    Leseprobe (Link zur Verlagsseite)

    Bewegungen, die heilen*
    von Dr. Harald Blomberg | 2015
    Leseprobe (Link zur Verlagsseite)

    Entdeckungsgeschichte frühkindlicher Reflexe*
    Unter Betrachtung der historischen Entwicklung der Reflexlehre
    von Claudia Kotter | 2015
    Link zur Verlagsseite

    Wieder im Gleichgewicht*
    von Christine Sieber, Dr. Carsten Queißer | 2019
    Leseprobe (Link zur Verlagsseite)

    Flügel und Wurzeln*
    von Dorothea Beigel | 2003

    Watch Me Grow: A Unique, 3-Dimensional Week-by-Week Look at Your Baby's Behavior and Development in the Womb*
    von Stuart Campbell | 2004

    Beiträge, Interviews und Videos im Netz

    Fallbeispiele zu den Auswirkungen frühkindlicher Reflexe in der Kinder- und Jugendpsychatrie
    von Dr. med. Ralph Meyers | Link

    Frühkindliche Reaktionen: Wie Tonische Labyrinth Reaktion, MORO Reaktion, Fechterstellung, Symmetrisch Tonische Nacken Reaktion die Entwicklung Ihres Kindes beeinflussen
    von Deutsche Gesellschaft für neurophysiologische Entwicklung e.V. | Link

    Wissenschaftliche Publikationen

    Vojta V, Schulz P.: Die Wirkung der Aktivierungssysteme der Reflexfortbewegung auf die gestörte posturale Ontogenese. Sozialpädiatrie. 1989; 11:752–757 4.

    Vojta V.: - Die Posturale Ontogenese als Basis der Entwicklungsstörungen. Monatsschrift Kinderheilk. o.J.; 141:639–642 5.

    Bobath K.: Spastizität – Ein Problem bei der Behandlung von Patienten mit Läsionen des oberen motorischen Neurons. Vorlesung am Kongress für physikalische Therapie in Amsterdam. In: Pfeiffer H, Drescher M, Hirte M. Homöopathie in der Kinder- und Jugendmedizin. München: Urban und Fischer; 2007

    Akhmatova N.K., Goncharova S.M., Masgutova S.K.: Integration of Dynamic and Postural Reflexes into the whole Body Movement System. Moskau, 2000

    Sacher R, Michaelis R.: Dynamik und Funktionen angeborener Fremdreflexe., 1. Moro- und Startle-Reflex. München: Hans Marseille Verlag; 2011

    Alice Chinello, Valentina Di Gangi, Eloisa Valenza:
    „Persistent primary reflexes affect motor acts: Potential implications for autism spectrum disorder“, 2016
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    Ich bin Silke Krämer.

    Kinder- und Jugendcoach Professional, NLP Master und Coach, EMDR Traumatherapeutin und Gymnasiallehrerin

    Ich helfe Familien, wenn es Schulstress gibt und daheim die Fetzen fliegen. Außerdem unterstützte ich Mütter und Väter dabei, sich den Herausforderungen des Familienlebens selbstbewusst zu stellen.

    Als Trainerin für Reflexintegration helfe ich deinem Kind, damit ihm die Schule bei Konzentrations­schwächen, Lern- und motorischen Problemen leichter fällt.

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