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”Nee!“ – Wie du dein Kind in der Pubertät motivieren kannst

”Nee!“ – Wie du dein Kind in der Pubertät motivieren kannst

Reflexintegration

07-2026

Machst du heute noch deine Übungen? Deine Aufgaben?” - Ein Augenrollen. Ein genervtes “gleich.” Oder direkt ein deutliches: “Nee!”

Wenn dein Kind inzwischen in der Pubertät angekommen ist, kennst du solche Situationen vielleicht: Warum wird alles, was früher gut funktioniert hat, inzwischen zum Kampf? Warum muss ich mein Kind ständig motivieren?

Ja, wir wissen alle, dass die Pubertät unsere Kinder verändert, doch muss es doch irgend einen Schlüssel dafür geben, der den Familienalltag wieder leichter werden lässt! Ob unter den besonderen Bedingungen der Pubertät oder ganz allgemein, ist und bleibt das Thema Motivation ein Dauerbrenner.

Auch wenn ich mich in diesem Artikel überwiegend auf Jugendliche beziehe, lassen sich viele Gedanken ebenso auf jüngere Kinder oder gar Erwachsene übertragen, insbesondere auf autonomiestarke jüngere Kinder.

Die Pubertät ist eine Zeit, in der sich Jugendliche Schritt für Schritt von ihren Eltern lösen. Sie möchten eigene Entscheidungen treffen, ihre Persönlichkeit entwickeln und ihren eigenen Weg finden. Genau deshalb funktionieren viele Strategien, die bei Grundschulkindern noch gut geklappt haben, plötzlich nicht mehr.

Das mag frustrierend sein. Gleichzeitig eröffnet es die Chance, deinem Kind auf eine neue Art zu begegnen und zu begleiten.

Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass das Bedürfnis nach Nähe und Verbundenheit in der Pubertät mindestens genauso groß ist, wie in den ersten Lebensjahren, es sich nur anders zeigt. Ein pubertierender Junge möchte vielleicht nicht mehr von seiner Mama bekuschelt werden und ein Mädchen nicht mehr vom Papa. Das Bedürfnis nach Verbundenheit bleibt dennoch bestehen.

Gerade deshalb bietet das Training zur Reflexintegration eine wunderbare Möglichkeit, Zeit gemeinsam zu verbringen, ohne sich „zu nahe“ sein zu müssen. Man hat etwas gemeinsam zu tun, ist beisammen und muss dabei nicht einmal viel reden. Ist das nicht ausgesprochen pubertätsfreundlich?

Wie verändert sich Motivation in der Pubertät?

Kleine Kinder machen vieles, weil Mama oder Papa sie dazu auffordern. Sie genießen die gemeinsame Zeit oder vertrauen darauf, dass ihre Eltern wissen, was gut für sie ist.
Jugendliche haben sich weiterentwickelt. Sie möchten verstehen, ernst genommen werden und zunehmend selbst entscheiden … und das oftmals genau anders, als wir Eltern es tun würden.

Das geschieht nicht, um uns zu ärgern, sondern es ist ein wichtiger Entwicklungsschritt auf dem Weg zum Erwachsensein. Unsere Aufgabe besteht nun weniger darin, Entscheidungen abzunehmen, sondern vielmehr darin, sie zu begleiten.

Eine Szene aus unserem Familienalltag zeigt das ganz gut:
Ich frage unseren Sohn, ob er denn diese Woche eigentlich schon Gitarre geübt hat. Die Frage an sich ist schon ein Anfängerfehler, der mir nicht hätte passieren dürfen, weil ich es besser weiß! Denn erstens ist das Wort „üben“ der totale Trigger und zweitens weiß ich ganz genau, wie er tickt. 
Prompt habe ich die Antwort kassiert: „Ich wollte gerade spielen. Aber weil du mich dran erinnert hast, habe ich schon keine Lust mehr und mache es jetzt nicht.“
Verärgert über mich, ziehe ich von dannen und denke mir: Super! Großartig gemacht, Frau Krämer.

Vielleicht kennst du das auch von dir selbst: Wie motiviert bist du, etwas zu tun, wenn dir jemand ständig sagt, dass du es musst?

Wahrscheinlich nicht besonders. Ich jedenfalls finde es schon schlimm genug, so viel Zeit für bestimmte Haushaltstätigkeiten aufbringen zu müssen und die intrinsische Motivation dafür kostet mich manchmal recht viel Kraft. Aber wenn mich jemand darauf hinweist, dass alle Wäschetonnen voll sind, fühle ich mich gegängelt, empfinde es so, als würde man das viele Andere, das ich schon gemacht habe oder regelmäßig tue, total übersehen und reagiere mit Widerstand. (Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, haha!)

Jugendlichen geht es oft genauso - es sei denn, sie gehören zu den super-über-Angepassten, was möglicherweise später oder an anderer Stelle herausfordernd werden kann.
Wie also können wir es schaffen, dass unser jugendliches Kind dennoch seine Übungen zur Reflexintegration macht (wenn man scheinbar nichts sagen darf)?

Du kannst nicht mit Zwang motivieren

Vielleicht hast du schon alles ausprobiert:
“Mach doch bitte endlich deine Übungen.”
“Du weißt doch, dass sie dir guttun.”
“Wir haben dafür schließlich viel Geld bezahlt.”
Je größer der Druck wird, desto stärker wird häufig der Widerstand.
Warum?
Weil Druck Gegendruck erzeugt und Motivation nicht von außen ‚gemacht‘ werden kann.
Wir können einen Menschen unterstützen, ermutigen, inspirieren und ihm beistehen.
Die Entscheidung, etwas wirklich tun zu wollen, entsteht jedoch immer in einem selbst.
Genau deshalb lohnt es sich, weniger Energie in das Überreden und mehr Energie in das Verstehen (und damit in die Beziehungsebene) zu investieren.

Jugendliche ernst nehmen und motivieren

Nicht jede fehlende Motivation bedeutet, dass dein Kind keine Lust auf das Training hat. Manchmal steckt etwas ganz anderes dahinter. Vielleicht sieht es noch keine Veränderungen, die Übungen sind ihm unangenehm, es fühlt sich ständig bewertet oder verbessert, es hat sich noch keine Übungs-Routine eingestellt, ein Wachstumsschub blockiert das System, es ist einfach erschöpft oder der Alltag ist gerade so voll, dass ihm alles zu viel wird.

Versuche deshalb, nicht vorschnell zu überzeugen oder zu überreden.

Frage lieber nach: „Was macht dir im Moment am meisten Schwierigkeiten?“ oder „Was würde dir helfen, das Training leichter in deinen Alltag einzubauen?“ Oft entsteht Motivation nicht dadurch, dass wir gute Argumente finden, sondern dadurch, dass sich Jugendliche verstanden und ernst genommen fühlen, indem wir die richtigen Fragen stellen.

”Nee!“ – Wie du dein Kind in der Pubertät motivieren kannst 1

Bild von Kindel Media

Sprich nicht über Reflexe – sprich über die Ziele deines Kindes

Es gibt Menschen, die möchten alles bis ins kleinste Detail verstehen. Andere brauchen lediglich den groben Überblick. Ganz gleich, zu welchem Typ dein Kind gehört, spannend wird es meist erst dann, wenn es erkennt, was sich für das eigene Leben zum Positiven verändern könnte.

Vielleicht möchte dein Kind …

  • sich in Klassenarbeiten besser konzentrieren,
  • beim Sport schneller reagieren,
  • abends schneller einschlafen,
  • souveräner mit Stress umgehen,
  • weniger schnell wütend werden,
  • sich in der Schule sicherer fühlen,
  • beim Reiten oder Fußball koordinierter sein,
  • beim Musizieren präziser spielen
  • endlich Schwimmen oder Fahrradfahren lernen …

Das sind mögliche Ziele aus der Lebenswelt deines Kindes.
Die Reflexintegrationsübungen sind dabei nicht das Ziel, sondern lediglich der Weg.

Statt zu sagen:
“Wir müssen heute den TLR üben.”
könnte es hilfreicher sein zu sagen:
“Du hast doch erzählt, dass du dich in Mathe besser konzentrieren möchtest. Wollen wir heute wieder einen kleinen Schritt in diese Richtung machen?”
Allein dieser Perspektivwechsel kann viel verändern.

Gib deinem Jugendlichen möglichst viel Mitspracherecht
Autonomie ist einer der größten Motivationsfaktoren überhaupt.
Deshalb lohnt es sich, deinem Kind dort Wahlmöglichkeiten zu geben, wo sie möglich sind.
Zum Beispiel:

  • Wann möchtest du heute trainieren?
  • Welche Reihenfolge soll es heute sein?
  • Lieber alle Übungen am Stück oder aufgeteilt?
  • Mit Rexi-Musik oder in Stille?
  • Wollen wir uns eine Kerze und eine Duftlampe anmachen?
  • Möchtest du die Übungen alleine machen oder soll ich dabei bleiben?
  • Kann ich dich beim Zählen unterstützen?

So erlebt dein Kind das Training nicht als etwas, das über seinen Kopf hinweg entschieden wird.

Deine eigene Haltung überträgt sich auf dein Kind

Ein weiterer Gedanke ist mir sehr wichtig:

Kinder und Jugendliche nehmen viel mehr wahr, als wir manchmal glauben. Dabei geht es weniger um unsere Worte, als um unsere Stimmung, unsere Körpersprache und unsere innere Haltung.

Insbesondere feinfühlige Kinder und Jugendliche, wie wir sie im Training zur Reflexintegration häufig erleben, spüren sehr genau, ob wir innerlich präsent sind oder gedanklich noch bei tausend anderen Dingen. Vielleicht kennst du solche Situationen:
Während du noch am Herd stehst und gleichzeitig die Spülmaschine ausräumst, gleichzeitig eine Nachricht am Handy beantwortest, hörst du dich schrill rufen:
"Wir müssen heute noch die Übungen machen."
"Leg dich schon mal hin, ich komme gleich."

Natürlich kenne ich solche Momente selbst. Der Familienalltag ist oft voll, und nicht immer lässt sich alles perfekt planen. Doch Kinder spüren sehr genau, ob wir das Training als lästige Pflicht empfinden, die eben noch erledigt werden muss, oder ob wir uns bewusst Zeit für sie nehmen und mit unserer Aufmerksamkeit ganz bei ihnen sind.
Deshalb lohnt es sich, vor dem Training kurz innezuhalten.
Vielleicht atmest du einmal tief durch, legst das Handy zur Seite und entscheidest dich ganz bewusst dafür:

Jetzt ist Zeit für unser Training zur Reflexintegration.

Dabei rufst du dir noch einmal in Erinnerung, warum ihr euch überhaupt für das Training zur Reflexintegration entschieden habt und welche Veränderungen sich entwickeln dürfen.
Dann geht es nicht mehr darum, möglichst schnell ein paar Übungen abzuhaken, sondern darum, gemeinsam etwas zu tun, das deinem Kind gut tut.
Du signalisierst deinem Kind: "Jetzt bist du gerade das Wichtigste“ und ich glaube, dass das eine ganz besondere Ausdrucksform von Liebe ist. Diese Haltung verändert oft mehr als jede noch so gut erklärte Motivation, denn Emotionen sind ansteckend.

Wenn du selbst überzeugt bist, dass diese gemeinsame Zeit wertvoll ist, wenn du präsent bist, aufmerksam zuhörst und dich ehrlich über kleine Fortschritte freust, wird dein Kind das spüren.

Vielleicht wird es nicht an jedem Tag begeistert aufspringen. Aber die Wahrscheinlichkeit wächst, dass Rexi für dein Kind nicht nur aus Übungen besteht, sondern aus einer wertvollen gemeinsamen Zeit mit dir.

Besonders in der Pubertät, in der Gespräche manchmal schwierig werden und körperliche Nähe oft weniger selbstverständlich ist, kann das einer der größten Motivationsfaktoren überhaupt sein.

Gemeinsam statt allein

Warum machst du die Übungen nicht einfach mit?
Dadurch überbringst du deinem Kind gleich zwei wichtige Botschaften. Erstens: Wir gehen da gemeinsam durch und zweitens: Schau, ich sorge auch für mich und investiere in mich.
Du verlangst deinem Kind also nichts ab, was du nicht selbst bereit bist zu tun.
Ganz nebenbei entsteht gemeinsame Zeit, in der es nicht um Leistung oder Perfektion geht, sondern darum, sich gegenseitig zu unterstützen.

Vielleicht werdet ihr sogar zu kleinen Sparringspartnern, motiviert euch gegenseitig und lacht auch einmal über eine Übung.

Manchmal sind es genau diese gemeinsamen Momente, die lange in Erinnerung bleiben.

Das Gehirn liebt sichtbare Erfolge

Veränderungen entstehen oft schleichend. Umso wichtiger ist es, den Blick immer wieder bewusst auf das zu richten, was sich bereits verbessert hat, denn wir neigen dazu, unsere Aufmerksamkeit vor allem auf das zu lenken, was (noch) nicht klappt. Fortschritte werden dagegen erstaunlich schnell selbstverständlich.

Nimm dir deshalb regelmäßig Zeit, gemeinsam mit deinem Kind zurückzublicken:

  • Was fällt dir inzwischen leichter?
  • Worauf bist du diese Woche stolz?
  • Ist dir oder anderen etwas Positives aufgefallen?
  • Gab es eine Situation, die früher schwieriger gewesen wäre?

Solche Gespräche lenken den Blick auf Entwicklung, statt auf Defizite.
Oft motivieren zugewandte Fragen mehr als jedes Lob.

Achte auch selbst auf kleine Veränderungen und sprich sie aus: „Als du neulich einen Wutanfall hattest, hast du dich viel schneller beruhigt, als früher“.
Positive Rückmeldungen helfen Jugendlichen, ihre eigenen Fortschritte wahrzunehmen.
Für jüngere Kinder unterstützt dabei Rexis Rucksack. Auf kleinen Zetteln können alle Erfolge und Fortschritte gesammelt werden. Ältere Kinder oder Jugendliche, die ohne Plüsch-Rexi trainieren, können stattdessen ein Glücksglas anlegen.

So wird sichtbar, was im Alltag leicht übersehen wird und genau das motiviert, dranzubleiben.

Noch ein weiterer Effekt entsteht daraus: Was glaubst du, wie stolz unsere Rexi Teilnehmer sind, wenn wir ihnen zum Abschluss des Trainings zur Reflexintegration alle Erfolgszettel präsentieren: Was für ein Erfolg!

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Bilder von Bettina Egartner

Eine Fähigkeit fürs ganze Leben

Regelmäßiges Training zur Reflexintegration entwickelt nicht nur das Nervensystem. Es fördert gleichzeitig Fähigkeiten, die heute immer wichtiger werden: dranzubleiben, sich zu fokussieren und auch dann weiterzumachen, wenn sich Erfolge nicht sofort zeigen.

In einer Zeit, in der vieles sofort verfügbar ist und ständig neue Reize um unsere Aufmerksamkeit konkurrieren, werden Ausdauer, Fokus und Willensstärke zu echten Schlüsselkompetenzen. Wer über viele Monate konsequent an einem Ziel arbeitet, erlebt: Ich kann etwas erreichen, wenn ich dranbleibe.

Deshalb lohnt es sich, diesen Gedanken immer wieder mit deinem Jugendlichen zu reflektieren. Nicht nur die Veränderungen durch das Training zur Reflexintegration sind ein Erfolg, sondern auch die Erfahrung, sich über einen längeren Zeitraum für sich selbst eingesetzt und durchgehalten zu haben. Diese Kompetenz wird deinem Kind in der Schule, im Beruf, im Sport und in vielen anderen Lebensbereichen zugutekommen.

Mindestens genauso wertvoll ist noch etwas anderes: Ein besseres Körpergefühl entwickeln.

Vielen Jugendlichen ist es besonders wichtig, wie ihr Körper aussieht. Was dabei häufig vergessen wird, ist die Bedeutung eines guten Körpergefühls.

Unser Körper begleitet uns vom ersten bis zum letzten Tag unseres Lebens. Er ist gewissermaßen unser Zuhause. Damit wir uns darin sicher und wohlfühlen können, müssen wir ihn gut kennen.

Je besser Jugendliche ihren Körper wahrnehmen, seine Signale verstehen und sich in ihm zu Hause fühlen, desto leichter fällt es ihnen, gut für sich selbst zu sorgen. Auch deshalb ist ein gutes Körpergefühl weit mehr als ein Nebeneffekt des Rexi-Trainings.

Routine schlägt Perfektion

Manchmal ist der Alltag so voll, dass ein Rexi Tag ausfällt, dann noch einer und vielleicht noch ein dritter während einer Woche und du denkst: „Jetzt ist es sowieso egal, der Zug ist abgefahren, wir haben den Anschluss verpasst.“

Doch wie sagt meine Yoga-Lehrerin so schön? A little goes a long way. Jedes bisschen Training ist besser, als keines.
Was könnt ihr also tun, wenn der Alltag zu voll ist? 
Reduziert die Übungsanzahl und bleibt dennoch in der Routine.
Nicht Perfektion bringt uns weiter, sondern Kontinuität.
Und ganz ehrlich: Wieviel Zeit verbringt man manchmal dennoch mit sinnlosen Dingen, obwohl man eigentlich überhaupt gar keine Zeit hat?!
Zeit hat man nie, man muss sie sich nehmen.

Vielleicht hilft es euch auch, das Training zur Reflexintegration an etwas zu koppeln, das ohnehin jeden Tag passiert. Zum Beispiel:

  • nach der Schule,
  • vor dem Duschen,
  • nach dem Abendessen,
  • nach dem Zähneputzen,
  • vor dem Schlafen schon bettfertig

Mit der Zeit entsteht daraus fast von selbst eine neue Gewohnheit.
Erkläre, warum Wiederholung so wichtig ist:

“Dein Gehirn verändert sich nicht durch eine einzige lange Trainingseinheit. Es lernt durch viele kleine Wiederholungen. Genau dadurch entstehen nach und nach neue Verknüpfungen im Gehirn.”

Deshalb gibt es im Rexi Heft auch 28 Felder, in die die Übungs-Sticker eingeklebt werden können. Dafür fühlt sich dein Jugendlicher vielleicht schon zu erwachsen, das Prinzip dahinter bleibt jedoch dasselbe und unterstreicht deine Erklärung. Schließlich erwartet auch niemand, nach einem einzigen Fußballtraining wie Cristiano Ronaldo zu spielen oder nach einem Bizeps-Curl auszusehen wie Popeye.

Wenn plötzlich Widerstand entsteht

Vielleicht hast du schon beobachtet, dass dein Kind ausgerechnet bei bestimmten Übungen besonders viel Widerstand zeigt. In meiner Arbeit erlebe ich immer wieder, dass dies häufig bei jenen Reflexen der Fall zu sein scheint, die besonders aktiv sind.

Natürlich muss das nicht immer so sein. Widerstand kann viele Ursachen haben.
Bleibe deshalb neugierig, statt vorschnell aufzugeben.

Und frage dich nicht zuerst: "Wie bekomme ich mein Kind wieder zum Üben?"

Sondern vielmehr: "Was beschäftigt mein Kind gerade?"
Manchmal steckt hinter dem Widerstand gar nicht das Training, sondern einfach das Leben: Vielleicht ist die Schule gerade besonders anstrengend, dein Kind befindet sich mitten in einem Wachstumsschub, es ist vom Alltag völlig erschöpft, frisch verliebt oder hat Stress mit einem Freund oder einer Freundin?

Nicht jeder Widerstand muss sofort gelöst werden.
Solange ihr im Gespräch bleibt, gemeinsam nach Lösungen sucht und darauf vertraut, dass Motivation auch wieder zurückkehren darf, ist oft schon viel gewonnen.

Ohne Humor geht nichts

An manchen Tagen steckt einfach der Wurm drin. Entweder, es will überhaupt gar nichts klappen, oder man hat schon zum Frühstück einen Clown gevespert und schafft es überhaupt nicht, ernst zu bleiben.

Aus welchen Gründen auch immer, ist Humor fast immer ein Gamechanger. Nicht alles muss immer bierernst sein nur, weil die Wörter „Training“ oder „Übungen“ darin stecken.
Kreativität und Humor sind ein besonders gutes Team. Bei manchen Übungen lasse ich z.B. die jüngeren Kindern wie Raumschiffe durch die Galaxien fliegen, bei Jugendlichen muss man sich etwas zur Situation Angemessenes einfallen lassen.

Manchmal hilft es schon, etwas „anders“ als üblich zu tun - und sich dabei den Spaß zu erlauben.

Diese Tipps gelten nicht nur für das Training zur Reflexintegration

Vielleicht ist dir beim Lesen schon aufgefallen: Eigentlich sprechen wir hier gar nicht nur über Reflexintegration, weil dieselben Prinzipien für viele Bereiche des Lebens gelten. Vielleicht soll dein Kind regelmäßig …

  • ein Instrument üben,
  • Vokabeln lernen,
  • für Klassenarbeiten lernen,
  • Hausaufgaben erledigen,
  • sein Haustier versorgen,
  • Sport machen,
  • Zähne putzen,
  • eine Zahnspange tragen,
  • Medikamente einnehmen,
  • Physiotherapie oder Ergotherapie durchführen.

In all diesen Situationen hilft Motivation meist deutlich mehr als Druck.
Wenn Kinder und Jugendliche verstehen, warum etwas wichtig ist, eigene Entscheidungen treffen dürfen und ihre Fortschritte wahrnehmen, entsteht häufig eine ganz andere Bereitschaft mitzumachen.

Deshalb wünsche ich Eltern manchmal den Mut, mehr Begleiter und weniger Kontrolleur zu sein und dabei einfach mal Fünfe gerade sein lassen zu können.

Ein Beispiel aus dem Alltag:
Dein Sohn sagt nach einem verlorenen Spiel: „Ich habe keine Lust mehr, ich höre auf!” Würdest du ihm antworten: „Du musst aber!”
Oder würdest du viel eher sagen:
„Ich kann verstehen, dass du frustriert bist. Gleichzeitig hast du doch erzählt, dass du in dieser Saison schneller werden möchtest. Was würde dir helfen, weiterhin am Ball zu bleiben und dein Ziel nicht aus den Augen zu verlieren?”

Vielleicht entscheidet er sich trotzdem dagegen. Doch dann war es möglicherweise dein Ziel und nicht seins. Diesen Unterschied zu erkennen ist wichtig.

Echte Motivation entsteht nur dann, wenn ein Ziel dem oder der Jugendlichen selbst wichtig ist.

Du musst dein Kind nicht reparieren

Auch dieser Gedanke liegt mir besonders am Herzen. Jugendliche spüren sehr genau, wenn sie den Eindruck bekommen, mit ihnen stimme etwas nicht.
Deshalb versuche ich Eltern immer wieder mitzugeben: Es geht nicht darum, dein Kind zu verändern oder zu reparieren. Es geht darum, seine Entwicklung zu unterstützen und ihm selbst Strategien an die Hand zu geben.

So, wie manche Menschen ihre Ausdauer trainieren oder ein Instrument lernen, kann auch das Nervensystem trainiert werden.

Nicht jeder Tag läuft gleich gut

Nichts erscheint an manchen Tagen mit einem Pubertierenden in der Familie bedeutsamer, als Gelassenheit.  Die wünsche ich natürlich allen Eltern.

Doch es ist normal, dass nicht jeder Tag gleich gut läuft und jede Übung begeistert angenommen werden wird. Entscheidend ist, dass ihr am Ball bleibt, indem ihr im Gespräch bleibt, schon kleine Fortschritte wahrnehmt und das Training nicht zum täglichen Machtkampf werden lasst.

Die Beziehung zu deinem Kind sollte dabei immer wichtiger sein, als das perfekte Training.
Denn genau diese Beziehung ist vermutlich die wichtigste Grundlage dafür, dass dein Kind nicht nur heute, sondern sein ganzes Leben lang dazu bereit bleibt, sich weiterzuentwickeln.

Die wichtigsten Motivationstipps auf einen Blick

  • Verstehe die Pubertät als Entwicklungsschritt, nicht als Widerstand.
  • Sprich über die Ziele deines Kindes, nicht über Reflexe.
  • Gib deinem Jugendlichen möglichst viel Mitspracherecht.
  • Sei selbst präsent und gestalte die Rexi-Zeit bewusst.
  • Macht die Übungen, wenn möglich, gemeinsam.
  • Lenke den Blick immer wieder auf bereits erreichte Fortschritte.
  • Ermutige dein Kind, dranzubleiben – nicht perfekt zu sein.
  • Nutzt feste Routinen und kleine Trainingseinheiten.
  • Begegne Widerstand mit Neugier statt mit Druck.
  • Vergiss den Humor nicht.

Denke daran: Diese Motivationstipps helfen nicht nur beim Training zur Reflexintegration, sondern überall dort, wo Kinder und Jugendliche lernen, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen.

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Ich bin Silke Krämer.

Kinder- und Jugendcoach Professional, NLP Master und Coach, EMDR Traumatherapeutin und Gymnasiallehrerin

Ich helfe Familien, wenn es Schulstress gibt und daheim die Fetzen fliegen. Außerdem unterstützte ich Mütter und Väter dabei, sich den Herausforderungen des Familienlebens selbstbewusst zu stellen.

Als Trainerin für Reflexintegration helfe ich deinem Kind, damit ihm die Schule bei Konzentrations­schwächen, Lern- und motorischen Problemen leichter fällt.

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Zwischen Lichterglanz und Reizüberflutung: Wie du im Advent dein Nervensystem schützt – und deinem Kind das Wertvollste schenkst

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Reflexintegration

12-2025

Jedes Jahr nehme ich mir wieder auf’s Neue vor, es endlich mal ruhiger angehen zu lassen im Dezember, damit ich nicht völlig auf dem Zahnfleisch die Ziellinie Heiliger Abend erreiche. Dabei habe ich prinzipiell verstanden, dass hier nicht das klassische Trainingsprinzip hilft, bei dem es gilt, die Fülle der Trainingsreize zu steigern, sondern dass es genau des Gegenteils bedarf.

In meinem Kopf schreit der Wunsch: „Diese Jahr genieße ich mit meinen Kindern die Vorweihnachtszeit und wir machen es uns richtig gemütlich zusammen an den Wochenenden mit viel Familienzeit. Schließlich ist die gemeinsame Zeit das Kostbarste, das wir neben Gesundheit haben und noch dazu begrenzt!“.

Doch in der Realität wird es dann doch wieder anders, WENN ich nicht bewusst auf mein Bauchgefühl nach Ruhe höre (und zum Beispiel konsequent keine 1:1 Coachings mehr im Dezember zulasse und nicht wirklich super streng priorisiere).

In meiner Mastermind-Gruppe habe ich dieses Jahr die Challenge ausgerufen: Wer wird die Dezember-Chill-Queen und kann uns in unserem letzten Meeting des Jahres eine Woche vor Weihnachten überzeugend erklären, warum ausgerechnet sie es sein soll, die diesen Titel durch einen Höchstgrad an Entspannung erhalten soll. Denn: Erwarten die Gesellschaft und unser innerer Kritiker nicht immer genau das Gegenteil von uns? „Wer nichts leistet, ist nichts wert!“. Also lautet meine Meßlatte an die Teilnehmerinnen: Wer fühlt sich auf einer Skala von 0-10 am wenigsten gestresst?

Wie schön wäre es, wenn diese Challenge auch in der Schule stattfände, statt „noch schnell“ in jedem Fach eine Klassenarbeit reinzuquetschen neben Weihnachtsnachmittag und all den anderen Dezember-Aktivitäten.

Weihnachtsbäckerei

Adventszeit: Wenn die Natur leiser wird – und wir lauter

Denn, ist es nicht paradox? Draußen wird es leiser. Die Bäume haben ihre Blätter abgelegt, viele Tiere ziehen sich zurück, die Natur fährt spürbar herunter und meine Schildkröte ist schon seit Ende Oktober abgetaucht (wie oft habe ich mir schon gewünscht, ihr gleichtun zu können!).

Doch wir Menschen? Wir drehen im Dezember oft noch mal so richtig auf.

Wir planen Weihnachtsfeiern, organisieren Adventsbasteln und Weihnachtskränze-flechten, hetzen über Weihnachtsmärkte, kaufen Geschenke, schreiben Weihnachtskarten, verpacken Geschenke, backen Plätzchen, treffen jeden Bekannten, als wäre es die letzte Chance im Leben … und all das unter ziemlich viel Zeitdruck und mit wenig Muse.  Der Dezember, der im Außen so still wirkt, ist oft der lauteste Monat in unserem Inneren.

Viele Eltern spüren sehr klar: „Eigentlich würde uns Rückzug gerade so gut tun.“

Wer hat sie nicht, diese Sehnsucht nach Gemütlichkeit? Gemeinsam Tee trinken bei Kerzenschein und Weihnachtsduft, lesen, Geschichten erzählen, zusammen einkuscheln, alles von allem ein bisschen langsamer und weniger und es der Natur gleichzutun.

Ja, das sind Klischees – aber oft sind sie genau das, wonach unsere Seele ruft und was so wichtig für uns wäre. Auf die innere Stimme zu hören fällt schwer, wenn die Stimmen von außen doch alle viel lauter sind.

Warum der Dezember so anstrengend sein kann

Hinzu kommt: Der Dezember ist meistens kein „normaler“ Monat. Er ist vollgestopft mit Besonderheiten:

  • Adventssingen, Weihnachtsfeiern, Nikolaus, Wichteln
  • extra Süßigkeiten, Zucker, spätes Zu-Bett-Gehen
  • laute Musik in Geschäften, volle Innenstädte, blinkende Deko

Gerade feinfühlige oder reizoffene Menschen reagieren darauf oft mit innerem Stress. Sie spüren jede Stimmung, jeden Ton, jedes „zu viel“. Leider häufig ohne zu wissen, warum sie so gereizt oder erschöpft sind.

Kinder können das noch viel weniger einordnen. Sie zeigen es auf ihre Weise: Sie drehen völlig auf, sie reagieren aggressiv oder weinen schnell, sie sind „drüber“, kommen schlecht runter, schlafen unruhig.

Und viele Eltern fragen sich dann: Was ist denn jetzt los mit meinem Kind?“

Dabei ist oft genau das passiert: Das Nervensystem ist überlastet.

Wenn sich Eltern aus unserem Rexi Rockstars Eltern-Kind-Kurs zur Reflexintegration während dieser Zeit an uns wenden, weil ihr Kind außer Rand und Band ist, raten wir ihnen zu den Basis Rexi-Übungen, die das Nervensystem beruhigen: Schaukelübungen und jene, die die Integration des Moro Reflexes anregen. Denn besonders bei hochsensiblen und reizoffenen Kindern, also jenen, denen der Dezember besonders zusetzt, kann sich der Moro Reflex unter diesen Bedingungen reaktivieren.

So sind die Rexi-Übungen nicht nur als Momentaufnahme, sondern vielmehr als lebenslanges Kompendium nützlich.

Weihnachtsbäckerei

Konsum als Ersatz – Geschenke gleichen fehlende Zeit nicht aus

Ein weiterer Punkt, der im Dezember gerne belastend mitschwingt: Das schlechte Gewissen vieler Eltern.

Vielleicht kennst du Gedanken wie:

  • „Ich war dieses Jahr so viel arbeiten.“
  • „Ich war oft gestresst und nicht so geduldig, wie ich sein wollte.“
  • „Ich habe meinem Kind so oft später gesagt.“

Und dann kommt Weihnachten und mit ihm die Möglichkeit, „es wieder gut zu machen“. Mehr Geschenke, größere Überraschungen, noch ein „Highlight“. Man glaubt, dem Kind durch ein besonders teures Geschenk zeigen zu können, wie wertvoll man es findet.

Ich verstehe dieses Bedürfnis sehr. Und gleichzeitig bin ich überzeugt: Materielles kann fehlende echte Zeit, emotionale Präsenz und innere Ruhe nicht ersetzen. Im Gegenteil: Ein „zu viel“ macht es den meisten Kindern schwerer, nicht leichter.

Im Grunde wissen wir das alle. Umso mehr sollten wir es uns immer wieder bewusst machen, denn das Außen verschleiert das immer wieder.

Ein erster konkreter Schritt: ein Termin weniger, ein Abend mehr

Statt dich zu verurteilen, kannst du dir eine liebevolle, ganz praktische Frage stellen: „Was ist eine winzige Veränderung, die uns im Dezember wirklich gut tun würde?“

Zum Beispiel:

  • Du entscheidest dich bewusst, eine Einladung abzulehnen. Statt zur dritten Weihnachtsfeier in einer Woche zu fahren, bleibt ihr zu Hause, macht euch einfache Abendbrote, schaut gemeinsam ein Bilderbuch an oder hört Musik.
  • Du gehst mit deinem Kind auf den Weihnachtsmarkt – aber ihr habt vorher vereinbart: ein Karussell, ein Getränk, einmal schauen, dann nach Hause. Du achtest nicht auf „Wir müssen das aber ausnutzen“, sondern auf den Moment, in dem ihr beide satt und müde seid – und dann geht ihr.
  • Du führst einen wöchentlichen „Familien-Abend ohne Termine“ ein: Handy weg, keine Verabredungen, nur ihr. Vielleicht ein Ritual wie „Highlight des Tages erzählen“, ein kleines Spiel, eine Massagegeschichte.

Solche Entscheidungen sind nicht egoistisch – sie sind achtsam. Du traust dich, dein Nervensystem und das deines Kindes wichtiger zu nehmen als Erwartungen von außen.

Methoden, die das Nervensystem regulieren

 

Es gibt viele kleine Werkzeuge, die du im Alltag nutzen kannst:

  • Atmung: Mehrmals am Tag bewusst tief ein- und lang ausatmen. Kinder kannst du spielerisch mitnehmen: eine Kerze auspusten, „Heißluftballon“ spielen, gemeinsam Atmen, wobei einer den ruhigen Atemrhythmus vorgibt und der andere diesem folgt.
  • Bewegung: Hüpfen, schaukeln, sich in eine Decke einrollen, rollen wie ein Igel – das sind nicht nur Spiele, sie helfen auch, Spannungen im Körper abzubauen. Genauso gut ist ein einfacher Spaziergang, der in der Dämmerung besonders winterlich und gemütlich sein kann. Danach rein in die gute Stube und eine Tasse Tee zum Aufwärmen kochen.
  • Sinnesreduktion: Abends Licht dimmen, Musik leise, Screens aus, gemeinsame ruhige Beschäftigung (lesen, malen, puzzeln).

Und dann gibt es Reflexintegration, die noch tiefer ansetzt.

Frühkindliche Reflexe sind Bewegungsmuster, mit denen wir auf die Welt kommen. Sie helfen uns in den ersten Lebensmonaten beim Überleben und bei der Entwicklung. Wenn sie jedoch später nicht ausreichend integriert sind, kann das Nervensystem dauerhaft „auf Habacht“ stehen.

Rexi Training setzt genau hier an: Mit gezielten Bewegungsübungen unterstützt du dein Kind dabei, diese Reflexe nachzureifen und besser zu integrieren. Das kann dazu beitragen, dass dein Kind:

  • sich besser regulieren kann
  • ruhiger und konzentrierter wird
  • sich im eigenen Körper wohler fühlt

Viele Eltern berichten, dass ihr Familienalltag durch Reflexintegration langfristig entspannter wird, weil die Basis stabiler ist und nicht, weil „alles perfekt“ ist.

Schenken, was wirklich bleibt: Zeit, Verbundenheit und ein gemeinsames Projekt

Wenn wir über Weihnachtsgeschenke sprechen, geht es oft um Dinge. Aber das Wertvollste, was du deinem Kind schenken kannst, lässt sich nicht einpacken: Deine Zeit, deine liebevolle Präsenz und deine Bereitschaft, mit ihm gemeinsam zu wachsen

Stell dir vor, du würdest dieses Jahr sagen:

„Ich schenke meinem Kind (und mir) etwas, das unseren Alltag langfristig leichter macht.“

Das könnte zum Beispiel sein:

  • ein Jahr, in dem ihr euch bewusst mehr Rückzugsmomente erlaubt.
  • kleine Rituale, die euch verbinden (jeden Abend Kuschel- und Rexizeit, ein Gute-Nacht-Gespräch).
  • oder gar der Einstieg ins Rexi Rockstars Training zur Reflexintegration als gemeinsames Projekt. Ja! Auch Erwachsene profitieren von einem Reflexintegrationstraining und viele Eltern machen den Kurs aktiv gemeinsam mit ihren Kindern.

Reflexintegration ist kein „Schnell-mal-eben“- Programm. Aber genau das ist seine Stärke: Die Effekte können nachhaltig und langfristig sein und das weit über die Adventszeit hinaus.

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Dein nächster Schritt: Einladung in meinen Workshop

Wenn du spürst: „Ja, das spricht mich an. Ich möchte mehr darüber wissen, wie ich mein Kind auf nervensystemischer Ebene unterstützen kann“, dann lade ich dich herzlich in meinen kostenlosen, viertägigen Onlineworkshop ein.

In diesen vier Tagen erfährst du ... was frühkindliche Reflexe sind, wie sie Verhalten, Emotionen und Lernen beeinflussen können, wie das Rexi Rocktars Training zur Reflexintegration funktioniert und wie du selbst einschätzen kannst, ob Reflexintegration für dein Kind sinnvol sein könnte.

Du bekommst einen Einblick, der dir hilft, besser zu verstehen, was in deinem Kind – und vielleicht auch in dir – im Dezember (und darüber hinaus) passiert. Und du erfährst, wie du Schritt für Schritt mehr Ruhe und Stabilität in euren Alltag bringen kannst.

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    Workshop Reflexintegration


    Dein Kind trägt mehr, als du denkst.

    Vier inspirierende Tage voller Wissen, Verständnis und praktischer Impulse: Lerne, was hinter den Herausforderungen deines Kindes steckt, und entdecke neue Wege zu mehr Leichtigkeit in eurem Familienalltag.

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    Ich bin Silke Krämer.

    Kinder- und Jugendcoach Professional, NLP Master und Coach, EMDR Traumatherapeutin und Gymnasiallehrerin

    Ich helfe Familien, wenn es Schulstress gibt und daheim die Fetzen fliegen. Außerdem unterstützte ich Mütter und Väter dabei, sich den Herausforderungen des Familienlebens selbstbewusst zu stellen.

    Als Trainerin für Reflexintegration helfe ich deinem Kind, damit ihm die Schule bei Konzentrations­schwächen, Lern- und motorischen Problemen leichter fällt.

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    So hängen ADHS und frühkindliche Reflexe zusammen

    So hängen ADHS und frühkindliche Reflexe zusammen

    Reflexintegration

    06-2025

    Wenn der Verdacht besteht, dass dein Kind ADHS hat oder die Diagnose bereits bekommen hat, stehst du als Mutter oder als Vater vor vielen neuen Herausforderungen. Du fragst dich vielleicht: Woher kommt das? Was bedeutet das für unseren Alltag? Was können wir nun tun? Während es zahlreiche Informationen über Strategien zur Bewältigung der Symptome gibt, wird eine entscheidende Dimension oftmals übersehen: die Rolle frühkindlicher Reflexe.

    In diesem Artikel bringe ich euch als Eltern die Zusammenhänge zwischen ADHS und nicht vollständig integrierten frühkindlichen Reflexen näher. Ich erkläre spezifische Reflexe, deren Auswirkungen und biete dir praktische Tipps zur Reflexintegration und Stressreduktion an.

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    Was sind frühkindliche Reflexe?

    Frühkindliche Reflexe, auch primitive Reflexe genannt, sind automatische Bewegungsmuster, die in der frühen Kindheit auftreten und in den meisten Fällen innerhalb der ersten Lebensmonate integriert werden. Diese Reflexe sind evolutionär bedingt und sichern das Überleben eines Neugeborenen. Zum Beispiel sorgt der Suchreflex dafür, dass ein Baby die Brust oder Flasche findet. Der Greifreflex hilft ihm, sich festzuhalten, und der Schluckreflex sorgt dafür, dass der Säugling automatisch Nahrung schluckt, sobald sie seinen Mund innen berührt.

    Diese Reflexe sind wie kleine „Programme“ im Nervensystem, die in der frühen Entwicklung aktiviert und dann im besten Fall nach und nach „integriert“ werden. Das bedeutet: Das Gehirn lernt, diese automatischen Reaktionen zu hemmen, weil sie im späteren Alltag nicht mehr gebraucht werden. Diese Hemmung ist vor allem Aufgabe des Frontallappens, also des Bereichs im Gehirn, der auch für Konzentration, Planung, soziale Kompetenz und Impulskontrolle zuständig ist.

    ADHS, Impulskontrolle und frühkindliche Reflexe

    Lass mich dir Impulskontrolle mit einem Beispiel erklären: Stell dir ein Kind vor, das schnell „ausrastet“, scheinbar grundlos losschreit oder einfach nicht zu stoppen ist. Diese Kinder sind nicht „ungezogen“, sondern sie kämpfen schlicht mit einem Gehirn, das Reize nicht so filtern kann wie bei anderen Kindern. Mehr zu frühkindlichen Reflexen erfährst du in meinem Blogartikel „Frühkindliche Reflexe – auf den Punkt gebracht“ (☛ Hier geht's zum Artikel)

    Manchmal passiert es, dass ein oder mehrere frühkindliche Reflexe nicht vollständig integriert werden. Das kann unterschiedliche Gründe haben, z. B. Entwicklungsverzögerungen, Traumata in der frühen Kindheit oder zu wenig Bewegung in bestimmten Entwicklungsphasen, sowie zu frühes Sitzen oder Gehen mit Unterstützung.

    Bleiben Reflexe aktiv, kann das weitreichende Auswirkungen auf das Verhalten, die Konzentration und die körperliche Entwicklung haben. Ein besonders interessanter Reflex in diesem Zusammenhang ist der symmetrisch-tonische Nackenreflex (STNR).

    Der STNR unterstützt normalerweise den Übergang vom Krabbeln zum Sitzen. Wenn dieser Reflex aktiv bleibt, kann das Auswirkungen auf Haltung, Koordination und vor allem die Fähigkeit zur Selbstregulation haben.

    Kinder mit einem aktiven STNR haben oft Schwierigkeiten, ruhig zu sitzen, den Kopf zu stabilisieren oder ihre Augen ruhig zu führen. All das kann sich auf die Konzentrationsfähigkeit auswirken. Ebenso erschwert ein aktiver Spinaler Galant Reflex das ruhige Sitzen.

    Genau hier wird es interessant, denn Studien zeigen Zusammenhänge zwischen einem nicht vollständig integrierten STNR und typischen Symptomen bei ADHS, also einer Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung, wie ...

      • Konzentrationsprobleme
      • Schwierigkeiten bei der Körperkoordination
      • Impulsives Verhalten
      • Grob- und feinmotorische Ungeschicklichkeit
      • Schwierigkeiten, still zu sitzen

    Wenn wir über ADHS und frühkindliche Reflexe sprechen, kommen wir an einem weiteren Reflex nicht vorbei: dem Moro-Reflex. Er ist eine Art „Alarmanlage“ des Körpers und sorgt dafür, dass wir bei Gefahr blitzschnell auf plötzliche Geräusche oder Bewegungen reagieren können. Bei Babys zeigt er sich u.a. durch das plötzliche Ausbreiten der Arme, wenn sie erschrecken oder den Halt verlieren.

    Wird dieser Reflex nicht gehemmt, bleibt das Nervensystem in ständiger Alarmbereitschaft. Das sympathische Nervensystem (Fight-or-Flight) ist dauerhaft aktiviert, denn Stresshormone wie Adrenalin, Cortisol und Noradrenalin zirkulieren vermehrt im Blut. Der Körper ist auf „kämpfen, totstellen oder fliehen" eingestellt. Das Kind ist ständig überreizt, hyperwachsam und nervös. Sinneseindrücke werden ungefiltert und übermäßig wahrgenommen, was Reizüberflutung und emotionale Überreaktionen zur Folge hat.

    Viele Experten sprechen in solchen Fällen auch vom „Moro-Kind“, einem Kind, das scheinbar ständig „auf hundertachtzig“ ist, alles mitbekommt, auf Kleinigkeiten überreagiert und schwer zur Ruhe kommt. Diese Symptome können das schulische und soziale Leben erheblich beeinträchtigen.

    Studien zu ADHS Symptomen und frühkindliche Reflexen

    Die aktuellen Forschungsergebnisse zeigen einen deutlichen Zusammenhang zwischen nicht integrierten frühkindlichen Reflexen und ADHS-Symptomen. Viele Kinder mit ADHS weisen Anzeichen von motorischen Koordinationsstörungen, sensorischen Verarbeitungsproblemen und emotionaler Dysregulation auf. ADHS-Kinder zeigen häufiger aktive frühkindliche Reflexe, was Symptome verstärken oder komplexer machen kann.

    Diese Symptome können teilweise durch die anhaltende Präsenz primitiver Reflexe erklärt werden, doch entsteht ADHS nicht allein durch aktive frühkindliche Reflexe. ADHS ist eine eingetragene psychische Erkrankung, die zwar nicht geheilt werden kann, aber sehr gut therapierbar ist, und zwar nicht nur durch Medikamente, sondern z.B. auch durch gezielte Reflexintegrationsübungen, also ein Training zur Reflexintegration.

    Das sind Übungen, mit denen man das Nervensystem unterstützen kann, Reflexe nachträglich zu integrieren. Dabei werden durch bestimmte, wiederholte Bewegungsabfolgen die ursprünglichen Muster im Gehirn nochmals durchlaufen, damit das Gehirn die Chance bekommt, sie diesmal zu hemmen.

    In meiner Praxis erlebe ich immer wieder, wie sich Alltagsbelastungen deutlich reduzieren lassen, wenn frühkindliche Reflexe nachträglich gehemmt werden. Die Betroffenen haben dann z. B. weniger Wutausbrüche, ein besseres Konzentrationsvermögen und eine bessere Körperkontrolle.

    So können wir ADHS Symptomen ganzheitlich begegnen

    Durch einen ganzheitlichen Ansatz kann sich das Wohlbefinden deines Kindes erheblich verbessern. Die Unterstützung bei der Reflexintegration kann nicht nur die motorische Kontrolle und das Lernen fördern, sondern auch zur emotionalen Stabilität beitragen. Außer Bewegungsübungen sind u.a. Alltagsstruktur, Resilienzförderung, Stressmanagement und Selbstakzeptanz wesentliche Bausteine.

    Um den Alltag zu strukturieren, sind feste Abläufe und Rituale wichtig, die deinem Kind Sicherheit geben. Für eine Resilienzförderung deines Kindes kannst du seine Selbstwirksamkeit und emotionale Stabilität stärken. Stress bekommst du am besten in den Griff, indem du das Nervensystem deines Kindes beruhigst. Für eine wirkungsvolle Selbstakzeptanz ist es wichtig, dass du und dein Kind erkennen:

    Niemand ist falsch, nur anders.

    Wichtig: Nicht alle Kinder mit ADHS haben aktive Reflexe, und nicht alle Kinder mit aktiven Reflexen haben ADHS. Aber: Beides kann sich gegenseitig verstärken.

    Ob frühkindliche Reflexe für dich oder dein Kind eine Rolle spielen, kannst du übrigens über meinen kostenlosen Onlinecheck herausfinden.

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    Ob frühkindliche Reflexe der Ursprung deiner Sorgen sein könnten, kannst du hier herausfinden.

    Du erhältst unmittelbar eine individuelle Auswertung für dein Kind. Der Fragebogen prüft eine Vielzahl von erforschten Symptomen ab, die auf die Aktivität von frühkindlichen Reflexen hindeuten können. Der Check umfasst 105 Fragen in elf Bereichen rund um die Entwicklung deines Kindes.

    Du erfährst, wie viele Indikatoren auf aktive Reflexe bei deinem Kind hindeuten und welche frühkindlichen Reflexe möglicherweise noch aktiv sind. Auf Wunsch sende ich dir die Auswertung sofort per E-Mail zu.

    Praktische Tipps zur besseren Selbstregulation

    Körperliche Übungen: Sportarten wie Schwimmen, Klettern oder Tanzen können die motorischen Fähigkeiten und Koordination deines Kindes verbessern. Für die Integration noch aktiver frühkindlicher Reflexe bedarf es eines gezielten Bewegungsprogramms, das auf die noch aktiven Reflexe abgestimmt ist.

    Achtsamkeitsübungen: Führe Achtsamkeitsübungen im Alltag ein, um deinem Kind zu helfen, sich zu entspannen. Atemübungen oder einfache Meditationspraktiken können helfen, innere Ruhe zu finden und emotionale Regulierung zu fördern.

    Pausen: Achte darauf, dass dein Kind im Alltag genug Pausen bekommt. Ständiger Input durch sich jagende tägliche Programmpunkte belasten das Nervensystem deines Kindes zusätzlich. Langeweile ist gesund.

    Regelmäßige Routine: Schaffe eine konsistente Tagesroutine. Vorhersehbarkeit in den täglichen Abläufen gibt deinem Kind ein Gefühl von Sicherheit und Kontrolle, was Stress und Angst reduzieren kann. Wie einzelne Perlen auf einer Schnur kannst du bestimmte Abläufe bildhaft für dein Kind festhalten, so dass es weiß, was es in welcher Reihenfolge tun soll, z.B. bei der Morgenroutine vom Aufstehen bis zum Verlassen des Hauses.

    Ernährung: Achte auf eine ausgewogene Ernährung, die reich an Omega-3-Fettsäuren, Vitaminen und Mineralstoffen ist. Eine gesunde Ernährung kann die neurologische Gesundheit fördern und die Symptome von ADHS verringern.

    Schlafhygiene: Sorge dafür, dass dein Kind ausreichend Schlaf bekommt. Ein fester Schlafrhythmus, freie Zeit vor dem Schlafengehen von Bildschirmen und entspannende Aktivitäten wie Lesen können die Schlafqualität verbessern.

    Offene Kommunikation: Pflege eine offene Kommunikation innerhalb der Familie. Besprich die Herausforderungen, die dein Kind erlebt, und arbeite gemeinsam an Lösungen, so dass dein Kind lernt, eigenverantwortlich zu handeln und seine Situation nicht einfach hinnimmt nach dem Motto: „Ich bin eben falsch und kann nichts dagegen tun.“

    Professionelle Hilfe: Wenn du gefangen bist in deinen Herausforderungen, empfehle ich, professionelle Hilfe von außen anzunehmen, anstatt die Menschen in deinem Umfeld vollzujammern, die nur selten zur Veränderung beitragen können.

    Neben den oben genannten Methoden ist es wichtig, ADHS nicht isoliert, sondern im Kontext einer ganzheitlichen Herangehensweise zu betrachten. Das bedeutet, emotionales, physisches und mentales Wohlbefinden miteinander zu verknüpfen.

    Zeige Verständnis für die Herausforderungen deines Kindes und ermutige es, Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl zu entwickeln. Positive Verstärkung kann Wunder wirken.

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    Vier alltagstaugliche Maßnahmen für weniger Stress

    Wenn das Nervensystem in Alarmbereitschaft ist, ist der wichtigste erste Schritt: Beruhigung, und zwar regelmäßig und alltagstauglich. Hier ein paar bewährte Ansätze, die du sofort ausprobieren kannst:

    1. Regelmäßige Bewegung – am besten an der Luft

    Kinder brauchen Bewegung, um ihr Nervensystem zu regulieren. Besonders hilfreich sind Schaukeln, Hüpfen und Balancieren, also alles, was das Gleichgewichtssystem anspricht. Das können einfach ganz natürliche Bewegungen im Freien sein.

    2. Ruhige, wiederholte Bewegungsübungen

    Bestimmte Übungen aus der Reflexintegration, wie z. B. die Faultier-Übungen aus meinem Rexi-Kurs, helfen dem Gehirn, sich neu zu organisieren. Sie sind einfach durchzuführen, wirken aber tief.

    3. Zuckerarme Ernährung

    Zucker – besonders in Form von einfachen Kohlenhydraten – fördert Entzündungen im Körper und beeinflusst den Blutzuckerspiegel. Ein instabiler Blutzucker = instabile Emotionen. Achte daher darauf, dass sich dein Kind mit viel Gemüse, hochwertigen Fetten, Proteinen und komplexen Kohlenhydraten ernährt.

    4. Unverträglichkeiten bei Nahrungsmittel prüfen

    Einige Kinder mit ADHS reagieren empfindlich auf bestimmte Nahrungsmittel, z. B. Gluten, Milchprodukte oder Zusatzstoffe. Eine gezielte Auslassdiät unter fachlicher Begleitung kann hier wertvolle Erkenntnisse liefern.

    Mein Impuls für dich

    Wenn du das Gefühl hast, bei deinem Kind (oder bei dir selbst) könnten nicht integrierte Reflexe mit im Spiel sein, dann lohnt sich ein genauer Blick. Manchmal sind es genau diese „unsichtbaren“ Hintergründe, die erklären, warum Alltagsstrategien nicht greifen oder Verhaltensmuster sich nicht „wegtrainieren“ lassen.

    Indem du die Integration frühkindlicher Reflexe in den Alltag deines Kindes einbeziehst und einen ganzheitlichen Ansatz verfolgst, kann sich die Lebensqualität deines Kindes verbessern und gleichzeitig den Stress, den ADHS mit sich bringen kann, reduzieren. Beginne schon heute, die ersten Schritte zur positiven Veränderung zu unternehmen, und beobachte, wie dein Kind in einer unterstützenden und liebevollen Umgebung wachsen kann.

    Ich ermutige dich, euren individuellen Weg zu finden.

    Es gibt nicht den goldenen Schlüssel bei ADHS, aber viele kleine Werkzeuge, die zusammen genommen einen echten Unterschied machen können.

    Die Reflexintegration ist eines dieser Werkzeuge. Sie wirkt nicht „gegen“ ADHS, sondern für mehr Selbstregulation, Körpergefühl und Lebensqualität. Und oft ist genau das der Unterschied, der den Alltag leichter macht.

    Wenn du mehr zu diesem Thema erfahren möchtest, lies gerne meinen Beitrag über die Hintergründe der Reflexintegration (☛ Hier geht's zum Artikel). Dort erkläre ich verständlich, wie frühkindliche Reflexe funktionieren und warum es sich lohnt, ihnen Aufmerksamkeit zu schenken.

    Wenn du herausfinden möchtest, ob ein Reflexintegrationstraining für dich oder dein Kind hilfreich sein könnte, dann melde dich gerne bei mir für ein unverbindliches Kennenlerngespräch (☛ Hier geht's zum Terminkalender). Gemeinsam schauen wir auf eure individuelle Situation und überlegen, welche Schritte sinnvoll sind.

    Du bist nicht allein. Manchmal braucht es nur den ersten kleinen Schritt in eine neue Richtung.

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    Ich bin Silke Krämer.

    Kinder- und Jugendcoach Professional, NLP Master und Coach, EMDR Traumatherapeutin und Gymnasiallehrerin

    Ich helfe Familien, wenn es Schulstress gibt und daheim die Fetzen fliegen. Außerdem unterstützte ich Mütter und Väter dabei, sich den Herausforderungen des Familienlebens selbstbewusst zu stellen.

    Als Trainerin für Reflexintegration helfe ich deinem Kind, damit ihm die Schule bei Konzentrations­schwächen, Lern- und motorischen Problemen leichter fällt.

    Hol dir meine Familienpost!

    Erhalte kostenlos etwa alle zwei Wochen nützliches Wissen, Tipps und Denkanstöße für dich und deine Familie aus meiner Coachingpraxis. Für weniger Stress mit der Schule, ein gutes Miteinander und eine starke Persönlichkeit.

    Frühkindliche Reflexe – auf den Punkt gebracht

    Frühkindliche Reflexe – auf den Punkt gebracht

    Reflexintegration

    04-2025

    Frühkindliche Reflexe - was ist das? Vor allem: Was haben frühkindliche Reflexe mit Lernen, Schule und Impulskontrolle zu tun? In diesem Artikel erfährst du mehr über frühkindliche Reflexe und deren Zusammenhang mit diesen Bereichen.

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    Frühkindliche Reflexe - darum geht's

    Ziel dieses Artikels soll es nicht nur sein, dich mit der Thematik der frühkindlichen Reflexe vertraut zu machen, sondern dir auch zu erklären, wie sich noch aktive frühkindliche Reflexe auf dein Kind und sein Verhalten auswirken können. Denn das ist für mich einer der wichtigsten Aspekte beim Familiencoaching: Dir zu helfen, dein Kind besser zu verstehen und die Ursachen seiner Reaktionen dadurch einordnen zu können.

    So ist es beispielsweise für ein Kind mit sogenannter Rest-Muskelreaktion (also einem noch ‚übrig gebliebenen‘ und nicht vollständig abgebauten frühkindlichen Reflex) viel anstrengender, bestimmten Anforderungen wie stilles oder gerades, ordentliches Sitzen zu befolgen.

    Ohne Verständnis wird das Kind immer wieder von außen ermahnt werden und muss unglaublich viel Konzentration für diese vermeintlich einfache Anweisung aufbringen – das ist dann ungefähr so, wie wenn man jemandem, der nicht gut auf einem Bein stehen kann sagt: „Mensch, jetzt fall doch nicht dauernd um! Wenn du auf einem Bein stehen möchtest, darfst du das andere nicht auf den Boden bringen, sondern musst es oben halten!“ Das ist für beide Beteiligten sehr frustrierend.

    Wenn du nun aber weißt, dass das Verhalten deines Kindes mit seinen frühkindlichen Reflexen zusammenhängt, können wir ihm gemeinsam mit der Reflexintegration zu einem Nachreifen verhelfen. Das nimmt Druck aus eurer Beziehung und bietet deinem Kind eine zweite Entwicklungschance. All diese Zusammenhänge zu frühkindlichen Reflexen werde ich dir im Nachfolgenden genauer erklären.

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    Was sind frühkindliche Reflexe?

    Beginnen wir einmal ganz am Anfang und sehen uns an, was genau frühkindliche Reflexe sind: Hierbei handelt es sich um einen Kunstgriff der Natur, der dafür sorgt, dass Säuglinge trotz ihres noch völlig unterentwickelten Gehirns überlebensfähig sind. Genau genommen kommen Menschenkinder nämlich viel zu früh auf die Welt und können fast nichts ‚bewusst‘ machen. Die frühkindlichen Reflexe sind also ‚automatische‘ Reaktionen, die mit lebenswichtigen Aufgaben wie Nahrungssuche, Nahrungsaufnahme und Selbstschutz zusammenhängen und das Überleben des Säuglings sichern.

    Beispiele für diese frühkindlichen Reflexe sind überall zu finden: Ohne, dass wir es unserem Säugling beigebracht haben, schluckt er automatisch die Nahrung, die seinen Mund im Inneren berührt. Genauso selbständig umklammert er feste unseren Finger mit der Faust, wenn wir die Innenfläche seiner Hand berühren. Streichen wir sanft über seine Wange, dreht er sofort den Kopf in diese Richtung. Das sind alles Reflexe und der Säugling denkt über diese Bewegungsreaktionen nicht nach.

    Wie der Name schon erahnen lässt, bauen sich frühkindliche Reflexe im Normalfall nach und nach ab, wenn die frühen Entwicklungsstufen der Kindheit durchlaufen sind. Sie verschwinden, weil unser Gehirn dann bewusst Entscheidungen treffen kann und wir frühkindliche Reflexe nicht mehr brauchen. Im längeren Entwicklungsverlauf sind frühkindliche Reflexe ein wichtiger Schritt, denn aus ihnen entwickelt sich das Gehör mit dem Gleichgewichtssinn, die visuelle Wahrnehmung, Sprache, Koordination und feinere Motorik.

    Falls diese Schritte in der selbstständigen Entwicklung des Kindes nicht komplett durchlaufen wurden kann es (wie vorhin erwähnt) passieren, dass die übrig gebliebene Rest-Muskelreaktion des frühkindlichen Reflexes das Kind heute noch beeinflusst. Das hört sich schlimmer an als es ist und hängt mit unterschiedlichsten Ursachen (beispielsweise die Art der Geburt) zusammen, die man oft nicht beeinflussen kann und die bei vielen Menschen in verschiedenen Formen auftreten.

    Die Zusammenhänge der frühkindlichen Reflexe und unseren Körpersystemen sind wirklich sehr komplex. Wichtig ist also nicht, eine schuldige Ursache zu finden, sondern mithilfe von tollen Methoden wie der Reflexintegration die Rest-Muskelreaktion des frühkindlichen Reflexes abzubauen!

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    Die Wissenschaft und die frühkindlichen Reflexe

    Vieles in dieser Forschung hat seinen Ursprung in den 1970er Jahren, als Sally Goddart-Blythe und ihr Mann Peter Blythe in England mit der Forschung zu frühkindlichen Reflexen im Zusammenhang mit Lern- und Entwicklungsproblemen bei Kindern begannen. Seitdem haben viele weitere Wissenschaftler wie Vojta, Bobath, die Russinnen Akhmatova und Masgutova, Campbell, Pfeiffer-Meisel sowie Sacher und Michaelis neue Erkenntnisse zu frühkindlichen Reflexen gewonnen.

    Alle haben eines gemeinsam: Sie halten eine zeitgerechte motorische Entwicklung für die Voraussetzung der gesunden Gesamtentwicklung des Kindes. Der vollständige Abbau von frühkindlichen Reflexen, entweder durch selbstständige Entwicklung oder durch Nachreifung mit der Reflexintegration ist also ganz wichtig dafür, dass ein Kind sein volles Potenzial ausschöpfen kann!

    Übrigens kommt von diesem Zusammenhang der frühkindlichen Reflexe mit der motorischen Entwicklung auch der Name meines Online Kurses ‚Rexi Rockstars‘: Das Reflexintegrationstraining basiert auf sich gleichförmig wiederholenden Bewegungsübungen.

    Die Übungen sollen rhythmisch schaukelnd durchgeführt werden. „Schaukeln“ bedeutet auf Englisch „to rock“ (und Rexi ist der Name der Katze, die den Kindern im Übungsheftchen die Übungen vormacht. Durch diese sich wiederholenden Übungen kann das Nachreifen der frühkindlichen Reflexe stattfinden.

    Das Rexi Rockstars Training zur Reflexintegration führt wissenschaftliche Erkenntnisse aus den Bereichen Neurowissenschaft, Physiologie und Bewegungswissenschaft zusammen.

    Wie gehe ich mit ‚übrig gebliebenen‘ frühkindlichen Reflexen bei meinem Kind um?

    Du weißt mittlerweile, dass frühkindliche Reflexe zur richtigen Zeit ein wichtiger Schritt in der Entwicklung deines Kindes sind und deren gründlicher Abbau eine große Rolle im Verhalten eines Kindes spielen.

    Wenn dieser Prozess nicht selbstständig stattfindet, kann es sein, dass ein sonst reifes Kind ungewöhnlich sensibel auf Probleme reagiert, zu depressiven oder ängstlichen Verhaltensmustern neigt, dass es zum Beispiel Schwierigkeiten beim Erlernen grammatikalischer Strukturen und anderen Lese- und Schreibfähigkeiten hat oder dass ihm (wie vorhin erwähnt) eine ‚ordentliche‘ Körperhaltung schwerfällt.

    Falls dir eine oder mehrere dieser Dinge bekannt vorkommen, kannst du meinen Online-Check zu den frühkindlichen Reflexen mit 105 Fragen aus 11 Themenfeldern zu frühkindlichen Reflexen und der Entwicklung deines Kindes nutzen. Er wird dir auf Basis der beobachteten Symptome eine realistische Einschätzung geben, ob bei deinem Kind noch frühkindliche Reflexe aktiv sind.

    Mach dir keine Sorgen, falls der Test als Ergebnis mehrere frühkindliche Reflexe zum Vorschein bringt. Denn die wirklich gute Nachricht ist, dass wir der Entwicklung deines Kindes mit der Reflexintegration gemeinsam auf die Sprünge helfen können! Von den knapp 20 frühkindlichen Reflexen, die es insgesamt gibt, sind für uns besonders jene frühkindlichen Reflexe von Bedeutung, die Auswirkungen auf das Lernen und die Motorik haben.

    Denn hier ist der positive Effekt auf Lernprobleme, Schulprobleme und ADHS-Symptome bei Kindern am größten. Mehr zu diesen speziellen frühkindlichen Reflexe findest du in meinem Blogartikel: 22 Antworten zur Reflexintegration und frühkindlichen Reflexen. Falls du mehr über alle frühkindlichen Reflexe wissen möchtest, findest du eine gute Übersicht einfach bei Wikipedia.

    Wenn du im nächsten Schritt mit deinem Kind zusammen an diesem Problem arbeiten möchtest, führe ich euch in meiner Praxis in Heidelberg oder im Rexi Rockstars Online Kurs über einen Zeitraum von mindestens acht Monaten schrittweise durch Übungen, durch welche diese frühkindlichen Reflexe nachreifen.

    Das ist die Zeit, die das Gehirn in der Regel für die Nachreifung benötigt. Dieser sehr individuelle und selbstständige Lösungsansatz ist gezielt auf frühkindliche Reflexe ausgelegt. Gemeinsam können wir so an den Rest-Muskelreaktionen von aktiven frühkindlichen Reflexen arbeiten, die im Verborgenen ablaufen und dein Kind bei den Dingen stören, die es gerade willentlich tun muss oder möchte.

    So steht der Entwicklung deines Kindes und eurer guten Beziehung nichts mehr im Wege!

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    Ob frühkindliche Reflexe der Ursprung deiner Sorgen sein könnten, kannst du hier herausfinden.

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    22 Antworten zur Reflexintegration und frühkindlichen Reflexen – verständlich erklärt

    22 Antworten zur Reflexintegration und frühkindlichen Reflexen – verständlich erklärt

    Reflexintegration

    08-2024

    Suchst du Rat in Bezug auf Reflexintegration, frühkindliche Reflexe und deren Zusammenhang mit Schulproblemen, Lernproblemen oder ADHS Symptomen bei deinem Kind? Dann bist du hier richtig: In diesem Artikel habe ich auf verständliche Weise die häufigsten Fragen zusammengestellt, die mir immer wieder in meiner langjährigen Praxis begegnen.

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    Grundlegende Begriffe zu den frühkindlichen Reflexen

    Bevor wir mit den tiefer gehenden Fragen zu frühkindlichen Reflexen und Reflexintegration loslegen, sollten wir ein paar grundlegende Begriffe klären, Ich möchte damit sicherstellen, dass wir beide das gleiche Verständnis entwickeln. Also - los geht's:

    Was ist ein Reflex?

    Wir nutzen hier die Definition von Sally Goddard-Blythe, der Mitbegründerin der Forschung zur Reflexintegration bzw. zu frühkindlichen Reflexen und ihrem Zusammenhang mit Lern- und Entwicklungsproblemen bei Kindern: Ein Reflex ist eine unwillkürliche Reaktion auf einen Reiz und den gesamten physiologischen Prozess, der ihn aktiviert. Siehe auch: Sally Goddard-Blythe. „Greifen und begreifen“. VAK Verlag.

    Was sind frühkindliche Reflexe?

    Frühkindliche Reflexe sind automatisierte Bewegungsabläufe, die ohne Beteiligung der Großhirnrinde (= Cortex) ablaufen. Ein Säugling ist während der ersten Lebensmonate noch nicht selbständig überlebensfähig, weil das Gehirn noch nicht entsprechend entwickelt ist.

    Wozu gibt es frühkindliche Reflexe?

    Sie sichern das Überleben des unselbständigen Säuglings, der seine Bewegungen und Aktionen noch nicht willentlich selbst initiieren und steuern kann. Überwiegend sorgen die frühkindlichen/primitiven Reflexe für die Nahrungssuche, Nahrungsaufnahme und den Selbstschutz.

    Frühkindliche Reflexe sind ein essentieller Bestandteil für eine ausbalancierte Entwicklung. Auch das Gehör mit dem Gleichgewichtssinn, die visuelle Wahrnehmung, Sprache, Koordination und Motorik entwickeln sich mit Hilfe der frühkindlichen Reflexe.

    Vielleicht ist dir schon aufgefallen, dass alle Säuglinge die gleichen Bewegungsmuster ausführen. Das ist den Reflexen und der Entwicklung des Gehirns geschuldet. Das Gehirn ist zum Zeitpunkt der Geburt noch nicht ausreichend vernetzt, um die Bewegungen willentlich zu steuern. Die Fähigkeit dazu entwickelt sich erst nach und nach. Dabei helfen die frühkindlichen Reflexe.

    Nach der Geburt kann das Baby schreien, um auf sich aufmerksam zu machen, weiß aber noch nicht, wie es das Problem, welches das Unwohlsein auslöst, selbst lösen kann. Bei Durst kann es bis zu einem gewissen Alter noch nicht selbständig nach der Flasche greifen - selbst dann nicht, wenn sie direkt vor ihm steht. Es kann die logische Schlussfolgerung - Flasche bedeutet, den Durst stillen zu können - noch nicht herstellen.

    Ohne, dass wir es unserem Säugling beigebracht haben, schluckt er automatisch die Nahrung, die seinen Mund im Inneren berührt. Genauso selbständig umklammert er feste unseren Finger mit der Faust, wenn wir die Innenfläche seiner Hand berühren. Streichen wir sanft über seine Wange, dreht er sofort den Kopf in diese Richtung. Das sind alles Reflexe und der Säugling denkt über diese Bewegungsreaktionen nicht nach.

    Nach und nach erweitert das Baby sein Bewegungsrepertoire - alles mit Hilfe von Reflexen. Frühkindliche Reflexe sind super!

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    Ob frühkindliche Reflexe der Ursprung deiner Sorgen sein könnten, kannst du hier herausfinden.

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    Die frühkindlichen Reflexe im Verlauf der menschlichen Entwicklung

    Dieser Abschnitt gibt dir einen Überblick über die Entstehung der frühkindlichen Reflexe und mögliche Störfaktoren bei deren Hemmung. Außerdem erfährst du, warum und wie die frühkindlichen Reflexe wieder Verschwinden.

    Wann treten die frühkindlichen Reflexe auf?

    Einige Reflexe, so wie der Saugreflex und der Moro Reflex entstehen bereits intrauterin, also noch im Bauch der Mutter. Andere wiederum können sich dann erst richtig entwickeln, wenn ein Reflex der vorherigen Entwicklungsstufe ausreichend lange aktiv war – bis die entsprechende Reifung im Gehirn stattgefunden hat – und dann verschwunden ist, sich also integriert hat (oder anders ausgedrückt vom Gehirn unterdrückt wurde). Das passiert nur, wenn es keine Störungen in der Entwicklung gibt.

    Was ist an den frühkindlichen Reflexen bzw. primitiven Reflexen so besonders?

    Zunächst einmal finde ich es wahnsinnig spannend und faszinierend, wie die Natur durch diesen Kunstgriff dafür sorgt, dass Säuglinge trotz ihres noch völlig unterentwickelten Gehirns überlebensfähig sind. Genau genommen kommen Menschenkinder nämlich viel zu früh auf die Welt! Die frühkindlichen / primitiven Reflexe sichern also das Überleben des Säuglings.Ein zweiter spannender Punkt ist, dass am Reflexstatus eines Säuglings der Konzeptionstermin bestimmt werden kann. In jeder Entwicklungsstufe – abhängig vom Konzeptionstermin – verfügt der Säugling oder Embryo über ein bestimmtes Reflexvorkommen.

    Sind die frühkindlichen Reflexe alle bei der Geburt vorhanden?

    Die Reflexe sind alle in uns angelegt, doch noch nicht gleichzeitig bei der Geburt alle aktiv. Ist ein Kind zu früh geboren, ist der Saugreflex meist noch nicht ausreichend entwickelt, sodass der Säugling bis ungefähr zur 34/36. Schwangerschaftswoche zusätzlich per Sonde ernährt werden muss.

    Wie und wann verschwindet ein frühkindlicher Reflex?

    Ganz einfach gesagt verschwindet der Reflex dann, wenn er nicht mehr gebraucht wird. Das ist dann der Fall, wenn das Gehirn sich so weit entwickelt hat, dass es die unwillkürliche, also reflektorische Handlung willkürlich vollziehen kann.

    Der Säugling saugt dann nicht mehr an allem, was seine Lippen berührt und schluckt auch nicht mehr alles automatisch, was in seinen Mund gelangt. Ebenso hält er nicht mehr alles fest, was seine Handinnenfläche berührt – das wäre ja auch ziemlich unpraktisch im späteren Leben, wenn wir nicht nur Händchen mit unserem oder unserer Auserwählten halten würden, sondern mit jedem 😉 ...

    Mit fortschreitender Entwicklung des Gehirns verschwinden diese Reflexe also nach und nach. Sie werden durch die Frontallappen „unterdrückt“. Treten bestimmte frühkindliche Reflexe im Erwachsenenalter wieder auf, obwohl sie schon verschwunden waren, kann das auf Störungen dieser Hirnregion hinweisen (wie zum Beispiel bei der Fronto-Temporalen-Demenz – Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V.)

    Gibt es auch andere Reflexe, die bleiben?

    Ja, es gibt eine Vielzahl von Reflexen. Man unterscheidet zwischen angeborenen Reflexen, konditionierten Reflexen, Stellreflexen, koordinierten Reflexbewegungen und frühkindlichen oder primitiven Reflexen.

    Eigenreflexe sind wichtig für die Körperhaltung und –bewegung, wie zum Beispiel der Patellarsehnenreflex.

    Fremdreflexe haben zum Großteil die Aufgabe den Körper zu schützen. Eine umfassende Erläuterung zum Thema Eigen- und Fremdreflexe findest du hier (Deutsche Apothekerzeitung). Allgemeines zu Reflexen kannst du auch auf Wikipedia nachlesen.

    Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit ein Reflex verschwinden kann?

    Ein Reflex verschwindet, wenn er ausreichend häufig und intensiv stimuliert wurde. Diese Stimulation, die als Reiz wahrgenommen wird, wird entweder über das Gleichgewichtsorgan (Lage-Sinn) oder über die Hautrezeptoren an bestimmte Hirnareale weitergeleitet. Kommt diese Information im Gehirn an, wird der Reflex automatisch ausgelöst.

    Ist das oft genug passiert, hat das Gehirn entsprechende Verknüpfungen gebildet – es ist gereift und der Reflex wird dann nicht mehr benötigt, sodass er unterdrückt bzw. integriert wird.

    Unter welchen Gegebenheiten integriert sich ein Reflex nicht von alleine?

    Entweder der Reflex wurde von vornherein nicht stark genug ausgebildet oder er wurde nicht oft genug stimuliert. Sprich, wurde der Reflex nicht oft genug ausgelöst, konnten sich die entsprechenden Verknüpfungen im Gehirn nicht bilden.

    Das Gehirn ist dann nicht reif genug und behält die willkürlichen Handlungen, bzw. Teile von ihnen (= Restmuskelreaktionen) bei. Deshalb sagt man auch, dass die Reflexintegration für eine Nachreifung des Gehirns sorgt.

    Wie wird die Entwicklung oder die Integration der frühkindlichen Reflexe behindert?

    Puh, die Antwort auf diese Frage fällt etwas länger aus: In jeder Entwicklungsstufe gibt es andere Faktoren, die sich hinderlich auf die Reifung und Hemmung / Integration der frühkindlichen Reflexe auswirken können.

    So beeinflussen großer Stress oder Krankheit während der Schwangerschaft bereits die Reflexe, die sich intrauterin (innerhalb der Gebärmutter) entwickeln. Durch großen Stress während der Schwangerschaft erhöht sich die Spannung der Bauchdecke der Mutter. Das nimmt der Embryo wahr und verfällt ebenso in eine Anspannungshaltung. In dieser Anspannung hält er sich fest, bewegt sich im Bauch viel weniger und dadurch verzögert sich die reflektorische Entwicklung, weil schon hier die nötigen Bewegungsreize fehlen.

    Ein ganz entscheidender Meilenstein für die Entwicklung des Asymmetrisch Tonischen Nackenreflexes (ATNR) und des Spinalen Galant Reflexes ist der natürliche Geburtsvorgang. Beide Reflexe entwickeln sich intrauterin, haben ihren Höhepunkt bei der Geburt und integrieren sich während der ersten Lebensmonate. Die motorische Stimulation während der Geburt ist entscheidend für die Ausreifung des Asymmetrischen Tonischen Nackenreflexes und des Spinalen Galant Reflexes.

    Hat diese Stimulation zum Beispiel durch eine Kaiserschnittgeburt nicht in ausreichendem Maße stattgefunden, ergeben sich daraus weitreichende Folgen: „Wenn sich die frühkindlichen Reflexe während der Schwangerschaft, Geburt oder im ersten Lebensjahr nicht richtig entfalten können und nicht richtig integriert werden, verschwinden sie nicht. Sie haben ihre Aufgabe nicht erfüllt. Dann läuft auch die damit verbundene neuronale Entwicklung nicht optimal ab“. (Siehe auch Beitrag zu Reflexintegration und ADHS von Antonia Wilhelm auf Jameda - dem Ärtze und Patientenportal).

    Im weiteren Verlauf der Entwicklung wirkt es sich negativ auf die Reflextätigkeit aus, wenn ein Kind zum Beispiel überwiegend auf dem Rücken liegt oder viel in Babyschalen oder Babywippen liegt. In diesen Gerätschaften ist es dem Baby unmöglich, sich selbständig zu drehen und es kann nur seine Arme und Beine bewegen. Es ist zu stark in seiner freien Bewegungsfähigkeit eingeschränkt.

    Das Liegen auf dem Bauch ist für die Entwicklung des Landau Reflexes zum Beispiel sehr wichtig. Aus verschiedenen Gründen kann es sein, dass Kinder die Krabbelphase überspringen. Das wirkt sich auf die Entwicklung des Symmetrisch Tonischen Nackenreflexes und der damit verbundenen Fähigkeiten aus.

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    Wichtige frühkindliche Reflexe in Bezug auf Lernschwierigkeiten und Schulprobleme

    Hier gebe ich dir einen Überblick über vier wichtige frühkindliche Reflexe, die negative Auswirkungen auf dein Kind haben können. Dies kann sich in Problemen mit der Körperkoordination, Lern- und Konzentrationsschwierigkeiten, mangelnder Impulskontrolle oder ADHS Symptomen äußern.

    Wie viele frühkindliche Reflexe gibt es und welche sind wichtig für die Reflexintegration?

    Es gibt knapp 20 frühkindliche bzw. primitive Reflexe. Für das Reflexintegrationstraining sind besonders die Reflexe von Bedeutung, die Auswirkungen auf das Lernen und die Motorik haben: Denn hier ist der positive Effekt bei Lernproblemen, Schulproblemen und ADHS Symptomen bei Kindern am größten. Diese Reflexe erkläre ich nachfolgend. Falls du dennoch mehr wissen möchtest: Die Übersicht aller frühkindlichen Reflexe findest du am besten bei Wikipedia.

    Der Moro Reflex - wie äußert sich hier die fehlende Reflexintegration?

    Besteht der Moro Reflex / die Moro Reaktion fort, hat das Auswirkungen auf das sozial-emotionale Verhalten. Kinder reagieren oft übersensibel, was sich durch Wut- oder schnelle Tränenausbrüche zeigen kann. Eltern beschreiben ihre kognitiv reifen Kinder dann noch als sehr kindisch oder kindlich, was das emotionale Verhalten betrifft.

    Solche Kinder reagieren überempfindlich auf Kritik, Streit oder Stress. Je älter ein Mensch mit einem noch bestehenden Moro Reflex ist, umso mehr neigt er zu depressiven oder ängstlichen Verhaltensmustern, verfügt über ein geringes Selbstbewusstsein, mangelnde Kritikfähigkeit. Panikattacken oder Angstneurosen treten vermehrt auf.

    Der Tonische Labyrinth Reflex (TLR) - wie äußert sich hier die fehlende Reflexintegration?

    Der TLR ist maßgeblich an der Entwicklung des Gleichgewichts, der räumlichen, zeitlichen und visuellen Orientierung und der Körperhaltung beteiligt. Das bedeutet, dass Kinder mit einem noch aktiven Tonischen Labyrinth Reflex über die Maße hypo- oder hyperton sein können (das heißt, entweder ganz schlaff oder eine extreme Muskelspannung haben). Zehenspitzengang, eine schlechte Körperhaltung, eine schlechte Koordination und Balance können auch Anzeichen von Restmuskelreaktionen des Tonischen Labyrinth Reflexes sein.

    Diese Kinder tun sich schwer damit, grammatikalische Strukturen zu erkennen, sich selbst zu organisieren und haben ein schlechtes Zeitgefühl.

    Der Asymmetrische Tonische Nackenreflex (ATNR) - wie äußert sich hier die fehlende Reflexintegration?

    Der Asymmetrische Tonische Nackenreflex ist dafür mitverantwortlich, ob ein Kind Rechts- oder Linkshänder wird bzw. ob sich überhaupt eine eindeutige Händigkeit (Lateralität) ausgebildet hat.

    Der Asymmetrische Tonische Nackenreflex wirkt sich auf das Lese- und Schreibvermögen aus, da er die visuelle Wahrnehmung und die Steuerung der feinmotorischen Augenmuskeln beeinflusst.

    Kinder mit einem noch aktiven Asymmetrischen Tonischen Nackenreflex können die Linien, auf denen sie schreiben nicht einhalten und es kann sein, dass ihre Schrift mal nach links und dann wieder nach rechts kippt. Häufig üben sie beim Schreiben unnötig viel Druck auf den Stift aus. Diese Kinder haben Schwierigkeiten, die Schreibschrift zu erlernen und häufig Lese- und Rechtschreibprobleme. Des Weiteren fällt es solchen Kindern schwer, die Mittellinie des Körpers zu überkreuzen.

    Der Symmetrisch Tonische Nackenreflex (STNR) - wie äußert sich hier die fehlende Reflexintegration?

    Der Symmetrisch Tonische Nackenreflex (STNR) schafft die Voraussetzung zum Krabbeln, für die unabhängige Bewegung von Ober- und Unterkörper und die Entwicklung der Akkomodation der Augen (die Einstellung der Augen auf bestimmte Gegenstandsweiten). Das schließt auch die Entwicklung der Auge-Hand-Koordination mit ein.

    Betroffenen Kindern fällt es schwer von der Tafel abzuschreiben, denn dabei muss das Kind ständig den Kopf heben und senken. Bei noch vorhandenen Restmuskelreaktionen (einem noch aktiven Reflex) führt jede Kopfbewegung nach oben oder unten zu einer ungewünschten reflexartigen Haltungsveränderung.

    Der Schreibende muss diese reflektorische Haltungsveränderung unterdrücken, was einerseits unnötige Energie kostet und andererseits zu Verkrampfungen in den Armen und Händen führt sowie zu dem starkem Aufdrücken beim Schreiben.
    Die Praxis zeigt, dass 75% der Kinder mit Lernstörungen noch einen aktiven Symmetrisch Tonischen Nackenreflex haben. (Siehe auch Erläuterungen unter www.rit-reflexintegration.de).

    Eltern von Kindern mit einem persistierenden, also noch Restmuskelreaktionen aufweisenden Symmetrisch Tonischen Nackenreflex erkennen das auch daran, dass ihr Kind beim Essen häufig kleckert. Schwimmen kann das Kind zunächst besser unter als über Wasser. Beim Sitzen schlingt es die Beine um die Stuhlbeine, sitzt gerne lieber auf einem oder beiden untergeschlagenen Beinen und schreibt oder malt generell lieber (halb) im Stehen oder Liegen.

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    Reflexintegration bei Lernproblemen und ADHS Symptomen - Wissenschaft

    Prima - du hast soweit durchgehalten! Fast ist es geschafft. Abschließend findest du noch einige Informationen zu Fragen, die mir oft in ersten Gesprächen mit interessierten Eltern gestellt werden.

    Was ist Reflexintegration?
    Reflexintegration holt das nach, was während der selbständigen Entwicklung des Kindes nicht stattgefunden hat. Reflexintegration beinhaltet gezielte Bewegungsübungen (Reflexintegration Übungen), die die Reize an das Gehirn senden, die früher im Gehirn nicht ausreichend angekommen sind, weil der Reflex entweder nicht oft genug ausgelöst wurde oder unterentwickelt war.

    Dies wiederum sorgt dafür, dass sich die entsprechenden Verknüpfungen entwickeln, die dafür sorgen, dass der Reflex vom Frontallappen unterdrückt wird, bzw. „integriert wird“, also Reflexintegration stattfindet. Weil diese Reize eben so speziell sein müssen, damit genau das Gewünschte erzielt wird, hilft es nicht, einfach nur viel Sport zu machen. Wir müssen speziell entwickelte Reflexintegration Übungen durchführen.

    Wo finde ich Informationen zur praktischen Anwendung der Reflexintegration?
    Alle praktischen Fragen zur Reflexintegration findest du im zweiten Teil dieses Blogbeitrags. Übrigens: In meinem Blogbeitrag „Reflexintegration in fünf Minuten kinderleicht erklärt“ findest du weitere Informationen zur Reflexintegration. Darin gehe ich mehr darauf ein, wie sich aktive Reflexe im (Schul-)Alltag zeigen und sich auf das Lernen, die Konzentration und schulischen Leistungen deines Kindes auswirken können.
    Wie wurden die frühkindliche Reflexe und Reflexintegration in der Wissenschaft untersucht?
    Die Forschung zur Reflexintegration bzw. zu frühkindlichen Reflexen und ihrem Zusammenhang mit Lern- und Entwicklungsproblemen bei Kindern hat ihren Ursprung in den 1970er Jahren: 1975 wurde das "Institute for Neuro-Physiological-Psychology" von Dr. Peter Blythe in Chester, England, gegründet. Zusammen mit seiner Frau Sally Goddart-Blythe forschte er intensiv an den Zusammenhängen zwischen Lern- und Entwicklungsproblemen und dem Fortbestehen von Restmuskelbewegungen der frühkindlichen Reflexe. Diese Forschung kann als wissenschaftlicher Ursprung der Reflexintegration betrachtet werden.

    Hierauf basierend beschäftigte sich die Wissenschaft mit Reflexintegration und frühkindlichen Reflexen: Autoren wie Vojta, Bobath, die Russinnen Akhmatova und Masgutova, Campbell, Pfeiffer-Meisel sowie Sacher und Michaelis haben in den letzten Jahrzehnten die Auswirkungen von persistierenden frühkindlichen Reflexen beschrieben und die Reflexintegration wissenschaftlich untersucht. Sie alle haben eines gemeinsam: Sie halten eine zeitgerechte motorische Entwicklung für die Voraussetzung der gesunden Gesamtentwicklung des Kindes. Mehr Quellen und Studien findest du weiter unten in meinen Tipps zum Weiterlesen.

    Auf dieser Grundlage entwickelten sich alle weiteren Methoden. Mein Rexi Reflexintegrationstraining vereint wissenschaftliche Erkenntnisse aus den Bereichen Neurowissenschaft, Physiologie und Bewegungswissenschaft.

    Wie kann ich erfahren, ob bei meinem Kind noch frühkindliche Reflexe aktiv sind?
    Mache meinen kostenlosen Online Check zur Reflexintegration. Der Online Check umfasst 105 Fragen aus 11 Themenfeldern rund um die Entwicklung deines Kindes. Du beantwortest diese Fragen mit Ja oder Nein. Du erhältst sofort eine detaillierte Auswertung und erfahrst, ob bei deinem Kind möglicherweise noch frühkindliche Reflexe aktiv sind.
    Das Ergebnis des Fragebogens kann dir vielleicht endlich einen Lösungsansatz zu deinen Beobachtungen und Fragen im Bezug auf dein Kind liefern auch, wenn ihr schon verschiedene andere Therapieformen wie Logopädie, Ergotherapie oder anderes hinter euch habt.
    Mach dir also keine Sorgen, falls der Test als Ergebnis mehrere noch aktive frühkindliche Reflexe zum Vorschein bringt. Denn die wirklich gute Nachricht ist, dass du der Entwicklung deines Kindes auf die Sprünge helfen kannst: „Reflexintegration“ bietet eine zweite Entwicklungschance.
    Was bedeutet es, wenn ein frühkindlicher Reflex noch aktiv ist?

    Es ist zwar immer wieder von „noch aktiven Reflexen“ die Rede, doch handelt es sich dabei immer um eine Restmuskelreaktion. Denn entweder der Reflex ist nicht ganz unterdrückt / integriert worden, oder er hat sich nicht vollständig entwickeln können.Wäre der Reflex noch vollständig aktiv, ist dies pathologisch und das Kind hätte z.B. bei einem noch aktiven Fußgreifreflex NIE das Laufen lernen können.

    Sogenannte Restmuskelreaktionen eines Reflexes äußern sich durch verschiedenste Merkmale, auf die ich in den Fragen zu den wichtigsten frühkindlichen Reflexen in Bezug auf Lernschwierigkeiten und Schulproblemen genauer eingehe.

    Ich bitte dich, dir das bewusst zu machen, denn es bedeutet, dass dein Kind für Vieles „gar nichts kann“. Es ist so, als würden wir jemandem sagen, der versucht auf einem Bein zu balancieren: „Mensch, jetzt fall doch nicht dauernd um! Wenn du auf einem Bein stehen möchtest, darfst du das andere nicht auf den Boden bringen, sondern musst es oben halten!“ - Wenn es doch aber nicht geht!

    Es geht dabei vor allem darum, dir und deinem Kind Druck zu nehmen und eure Beziehung zu schützen.  Ja, vielleicht tut dein Kind gewisse Dinge nicht, weil es keine Lust dazu hat oder faul ist. Das kannst du herausfinden. Sind bei ihm allerdings noch mehrere frühkindliche Reflexe aktiv, dann könnte auch das sein Verhalten erklären.

    Kann man auch nur einzelne Reflexe integrieren?

    Sehr viele Reflexe sind miteinander verknüpft. Die Entwicklung eines Reflexes kann die Entwicklung eines anderen beeinflussen. Im Zuge der natürlichen Reifung lösen sich die Reflexe nacheinander ab. An dieser Reihenfolge orientiert sich die nachträgliche Reflexintegration.

    So kann zum Beispiel ein aktiver Spinaler Galant Reflex die Entwicklung des Amphibien Reflex verhindern. Ist der Amphibien Reflex nicht entwickelt, führt das in der Regel zu einem aktiven ATNR (Asymmetrisch Tonischen Nacken Reflex) und einem aktiven TLR (Tonischen Labyrinth Reflex).

    Ein weiterer enger Zusammenhang besteht zwischen dem TLR und dem STNR (Symmetrisch Tonischen Nackenreflex): Ist der TLR aktiv, verhindert er oft das Krabbeln, weil die Bewegung des Kopfes zum Ausstrecken der Beine führt. Wird das Gehirn jedoch nicht ausreichend durch die motorischen Reize stimuliert, die das Krabbeln auslöst, kann sich im Gegenzug der STNR nicht integrieren und bleibt weiterhin aktiv.

    Macht man sich diese komplexen Zusammenhänge bewusst, wird deutlich, dass es wenig Sinn macht, das Reflexintegrationstraining nur mit Hinblick auf einzelne Reflexe durchzuführen.

    Wie kann ich erkennen, ob Reflexintegration die richtige Methode für mein Kind ist?

    Bestimmte Auffälligkeiten oder ein bestimmtes Verhalten deines Kindes werden dich dazu bewogen haben, ihm helfen zu wollen. Vielleicht gibt es Probleme in der Schule, beim Lernen oder du hast das Gefühl, dein Kind steht sich irgendwie selbst im Weg. Manchmal ist es auch gar nicht richtig greifbar, weil man als Laie nicht weiß, was Hinweise auf noch aktive frühkindliche Reflexe sein könnten.

    Vielleicht seid ihr durch die Empfehlung eines Bekannten auf Reflexintegration aufmerksam geworden oder aber ihr habt schon einiges ausprobiert, was euch nicht in ausreichendem Maße weiter geholfen hat.

    Wenn das so ist, lege ich dir ans Herz, meinen kostenlosen Online Check Reflexintegration ganz unverbindlich zu klicken und du wirst erfahren, ob frühkindliche Reflexe der Auslöser für eure Probleme sein könnten.

    Können logopädische Probleme auch von noch aktiven frühkindlichen Reflexen kommen?
    Natürlich gibt es selten einen einzigen Grund für entwicklungsbedingte Abweichungen von der Norm, doch bilden der Tonische Labyrinth Reflex (rückwärts) und der Such- und Saugreflex die Grundlage für eine deutliche Artikulation. Insofern können Reflexintegration Übungen eine undeutliche Sprache verbessern.
    Kann die Reflexintegration auch bei Kindern mit körperlicher Behinderung helfen?
    Da die Reflexintegration dabei hilft, eine „Nachreifung“ des Gehirns anzuregen, wirkt sie sich auch positiv auf Menschen mit körperlichen Einschränkungen aus. Ebenso wurden auch positive Effekte im Bezug auf Autismus und ADHS beobachtet. Eine meiner Kolleginnen aus dem Norden arbeitet viel mit autistischen Kindern und hat diesbezüglich viel Positives berichtet.
    Hilft Reflexintegration auch bei ADHS oder ADS Symptomen?

    Es gibt mehrere Studien, die eine Besserung der ADHS oder ADS Symptome durch Reflexintegration belegen. So auch diese:
    „Am Bender-Institut fanden Wissenschaftler (O’Dell und Cook, 1996) heraus, dass ein fortbestehender Symmetrischer Tonischer Nackenreflex ein signifikanter Faktor bei Kindern mit ADHS und ADS war. Beide Gruppen machten große Fortschritte nach einem spezifischen Bewegungsprogramm zur Hemmung des STNR.“ (Goddard Blythe, „Greifen und BeGreifen“ 2016, S. 55)

    Dennoch ist ADHS oder ADS ein komplexes Krankheitsbild und so fand Prof. Dr. med. Karl Heinz Brisch heraus, dass ein Zusammenhang zwischen Bindungsthemen und AD(H)S besteht. So sagt er, dass fast jedes Kind mit einer AD(H)S Diagnose eine Bindungsstörung zeigt, jedoch nicht jedes Kind mit einer Bindungsstörung automatisch eine AD(H)S Diagnose vorliegen hat.

    Eine Bindungsstörung entsteht übrigens nicht ausschließlich, weil Kinder von ihren Eltern vernachlässigt werden. Auch dafür kann es vielfältige Gründe geben und es ist ganz wichtig, mit diesem sensiblen Thema ohne Schuldzuweisungen umzugehen.

    Um die Eingangsfrage zu beantworten: Ja, Reflexintegration hilft meistens bei ADHS und ADS Symptomen, doch entsteht eine AD(H)S Erkrankung nicht ausschließlich, WEIL noch frühkindliche Reflexe aktiv sind. Das möchte ich fairer Weise betonen. Da verhält es sich genau so, wie im Zusammenhang mit der Bindungsthematik.

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    Ob frühkindliche Reflexe der Ursprung deiner Sorgen sein könnten, kannst du hier herausfinden.

    Du erhältst unmittelbar eine individuelle Auswertung für dein Kind. Der Fragebogen prüft eine Vielzahl von erforschten Symptomen ab, die auf die Aktivität von frühkindlichen Reflexen hindeuten können. Der Check umfasst 105 Fragen in elf Bereichen rund um die Entwicklung deines Kindes.

    Du erfährst, wie viele Indikatoren auf aktive Reflexe bei deinem Kind hindeuten und welche frühkindlichen Reflexe möglicherweise noch aktiv sind. Auf Wunsch sende ich dir die Auswertung sofort per E-Mail zu.

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    Meine Tipps zum Weiterlesen

    Suchst du noch mehr Hintergrundinformationen zum Thema frühkindliche Reflexe und Reflexintegration? Hier habe ich eine Literaturliste für dich zusammengestellt. Solltest du im Netz oder in einer Bibliothek auf weitere interessante Veröffentlichungen stoßen, würde ich mich freuen, wenn du sie mit mir teilst. Gerne per E-Mail oder Kommentar zu diesem Artikel!

    Buchempfehlungen

    Greifen und BeGreifen*
    von Sally Goddard Blythe | 2004 (Neuauflage 2024)
    Leseprobe (Link zur Verlagsseite)

    Neuromotorische Unreife bei Kindern*
    von Sally Goddard Blythe | 2016
    Leseprobe (Link zur Verlagsseite)

    Bewegungen, die heilen*
    von Dr. Harald Blomberg | 2015
    Leseprobe (Link zur Verlagsseite)

    Entdeckungsgeschichte frühkindlicher Reflexe*
    Unter Betrachtung der historischen Entwicklung der Reflexlehre
    von Claudia Kotter | 2015
    Link zur Verlagsseite

    Wieder im Gleichgewicht*
    von Christine Sieber, Dr. Carsten Queißer | 2019
    Leseprobe (Link zur Verlagsseite)

    Flügel und Wurzeln*
    von Dorothea Beigel | 2003

    Watch Me Grow: A Unique, 3-Dimensional Week-by-Week Look at Your Baby's Behavior and Development in the Womb*
    von Stuart Campbell | 2004

    Beiträge, Interviews und Videos im Netz

    Fallbeispiele zu den Auswirkungen frühkindlicher Reflexe in der Kinder- und Jugendpsychatrie
    von Dr. med. Ralph Meyers | Link

    Frühkindliche Reaktionen: Wie Tonische Labyrinth Reaktion, MORO Reaktion, Fechterstellung, Symmetrisch Tonische Nacken Reaktion die Entwicklung Ihres Kindes beeinflussen
    von Deutsche Gesellschaft für neurophysiologische Entwicklung e.V. | Link

    Wissenschaftliche Publikationen

    Vojta V, Schulz P.: Die Wirkung der Aktivierungssysteme der Reflexfortbewegung auf die gestörte posturale Ontogenese. Sozialpädiatrie. 1989; 11:752–757 4.

    Vojta V.: - Die Posturale Ontogenese als Basis der Entwicklungsstörungen. Monatsschrift Kinderheilk. o.J.; 141:639–642 5.

    Bobath K.: Spastizität – Ein Problem bei der Behandlung von Patienten mit Läsionen des oberen motorischen Neurons. Vorlesung am Kongress für physikalische Therapie in Amsterdam. In: Pfeiffer H, Drescher M, Hirte M. Homöopathie in der Kinder- und Jugendmedizin. München: Urban und Fischer; 2007

    Akhmatova N.K., Goncharova S.M., Masgutova S.K.: Integration of Dynamic and Postural Reflexes into the whole Body Movement System. Moskau, 2000

    Sacher R, Michaelis R.: Dynamik und Funktionen angeborener Fremdreflexe., 1. Moro- und Startle-Reflex. München: Hans Marseille Verlag; 2011

    Alice Chinello, Valentina Di Gangi, Eloisa Valenza:
    „Persistent primary reflexes affect motor acts: Potential implications for autism spectrum disorder“, 2016
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    Ich bin Silke Krämer.

    Kinder- und Jugendcoach Professional, NLP Master und Coach, EMDR Traumatherapeutin und Gymnasiallehrerin

    Ich helfe Familien, wenn es Schulstress gibt und daheim die Fetzen fliegen. Außerdem unterstützte ich Mütter und Väter dabei, sich den Herausforderungen des Familienlebens selbstbewusst zu stellen.

    Als Trainerin für Reflexintegration helfe ich deinem Kind, damit ihm die Schule bei Konzentrations­schwächen, Lern- und motorischen Problemen leichter fällt.

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    Reflex­integration in 5 Minuten kinderleicht erklärt

    Reflex­integration in 5 Minuten kinderleicht erklärt

    Reflexintegration

    von Silke Krämer | 06-2024

    Was ist Reflexintegration? Das erkläre ich dir in diesem Artikel: Stelle dir zu Beginn einmal folgendes Bild vor, vielleicht trifft es ja sogar auf dich zu: Ich sitze zum kreativen Arbeiten oder Lernen nicht gerne am Schreibtisch. Wenn ich von Hand schreiben muss, geht das natürlich nicht so gut im Sitzen auf dem Sofa. Aber ich finde es immer anstrengend, in einer ordentlichen Sitzposition am Tisch zu Schreiben. Und?

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    Besser Schreiben durch Reflexintegration: Frühkindliche Reflexe und Schreiben

    Wenn du auch zu der Gruppe von Menschen gehörst, denen das Schreiben im Sitzen besonders schwer fällt und du das Gefühl hast, dass sich dein Arm dabei verkrampft, weil du viel lieber im Liegen, Knien oder Stehen schreiben würdest, dich beim Sitzen auf ein untergeschlagenes Bein setzt oder die Beine um die Stuhlbeine wickelst, kann dieser Artikel interessant für dich sein. Es könnte jedoch auch noch andere Dinge geben, bei denen du das Gefühl hast, dass sie den meisten deiner Klassenkameraden leichter fallen als dir. Wenn das so ist, lohnt es sich auf jeden Fall weiter zu lesen.

    Ich werde dir gleich etwas über noch aktive frühkindliche Reflexe erzählen. Erschrick nicht – das ist unkomplizierter, als es zunächst klingt. Aktive frühkindliche Reflexe können sich übrigens auch noch anders zeigen, als in deiner Vorliebe für eine unübliche Schreibposition.

    Lenken dich Geräusche leicht ab?

    Andere Symptome können sein, dass du sehr geräuschempfindlich bist und alles um dich herum genau wahrnimmst. Das lenkt dich in der Schule natürlich oft ab. Vielleicht hast du allgemein das Gefühl, dass du dich nicht so gut konzentrieren kannst, du bist langsamer beim Abschreiben von der Tafel als die meisten Kinder deiner Klasse und du hast Probleme mit der Rechtschreibung und Grammatik.

    Hast du vielleicht auch nicht so ein gutes Gleichgewicht, ein schlechtes Zeitgefühl, übersiehst in Arbeiten manchmal Aufgaben und im Nachhinein kommt es dir so vor, als wäre diese Aufgabe während der Klassenarbeit noch gar nicht da gewesen?

    „Setz dich ordentlich hin zum Schreiben!“, wirst du immer wieder von Eltern und Lehrern gesagt bekommen.

    Dann setzt du dich kurz in die vorgesehene Schreibposition, doch dein Körper möchte viel lieber eine andere Position einnehmen und du musst dich immer wieder bewusst in diese Schreibposition bringen. Das ist anstrengend!

    Und ja genau, du hast richtig gelesen: Dein Körper möchte das, weil in deinem Gehirn unbewusste Prozesse ablaufen. In deinem speziellen Fall könnte das an noch aktiven frühkindlichen Reflexen liegen. Keine Angst, einerseits ist das nichts Schlimmes und andererseits kannst du etwas dagegen tun.

    Was sind überhaupt frühkindliche Reflexe?

    Ich erkläre dir mal, was frühkindliche Reflexe überhaupt sind: Wenn wir als kleiner Säugling auf die Welt kommen, können wir fast nichts „bewusst“ machen. Wir können dann noch nicht sagen „oh, ich habe Durst und dort vorne steht ein Glas Wasser. Das nehme ich mir jetzt mal und stille meinen Durst daran“.

    Säuglinge können weder den Zusammenhang Glas-Durst herstellen, noch könnten sie danach greifen, das Glas an den Mund führen und bewusst schlucken.

    Bei ihnen läuft alles automatisch ab. Sobald sie etwas im Mund spüren, beginnen sie zu saugen. Probier’s doch mal aus und halte einem Säugling deinen gewaschenen kleinen Finger in den Mund. Du wirst sehen, das Baby beginnt daran zu saugen. Das ist der Saugreflex. Daher kommt übrigens das Wort Säugling.

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    Sobald der Säugling dann Flüssigkeit im Mund spürt, schluckt er. Das ist der Schluckreflex. Das läuft alles ganz automatisch ab. Wenn das Baby älter wird, verschwinden diese Reflexe, denn es wäre ja blöd, wenn wir als Erwachsene immer noch an allem rumsaugen würden, was uns im Mund berührt!

    Jetzt weißt du auch, warum diese Reflexe „frühkindliche Reflexe“ genannt werden. Sie sind nur in einer frühen Entwicklungsstufe deiner Kindheit da. Irgendwann verschwinden sie, weil wir sie nicht mehr brauchen. Unser Gehirn kann dann die Entscheidungen bewusst treffen.

    Vielleicht denkst du jetzt „ich bin aber doch kein Baby mehr!“. Da hast du natürlich recht.

    Damit du das alles ganz genau verstehen kannst, müsste ich dir jetzt noch etwas über dein Gehirn erklären. Das würde dann hier aber sehr kompliziert werden. Wenn du es aber doch wissen möchtest, dann schreibe mir einfach eine E-Mail und ich beantworte dir deine Fragen.

     

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    Ob frühkindliche Reflexe der Ursprung deiner Sorgen sein könnten, kannst du hier herausfinden.

    Du erhältst unmittelbar eine individuelle Auswertung für dein Kind. Der Fragebogen prüft eine Vielzahl von erforschten Symptomen ab, die auf die Aktivität von frühkindlichen Reflexen hindeuten können. Der Check umfasst 105 Fragen in elf Bereichen rund um die Entwicklung deines Kindes.

    Du erfährst, wie viele Indikatoren auf aktive Reflexe bei deinem Kind hindeuten und welche frühkindlichen Reflexe möglicherweise noch aktiv sind. Auf Wunsch sende ich dir die Auswertung sofort per E-Mail zu.

     

    Was machen die Reflexe mit mir, wenn sie nicht verschwinden?

    Die Kurzversion ist also die, dass manche der frühkindlichen Reflexe nicht vollständig verschwinden, obwohl es besser für uns wäre, wenn sie verschwunden wären. Es ist dann nicht mehr so, dass der Reflex noch genauso stark ausgeprägt ist, wie damals, als du noch ein kleines Baby warst.

    Deshalb spricht man von einer Restmuskelreaktion des frühkindlichen Reflexes. Das ist auch ein kompliziertes Wort, doch wenn du es auseinander nimmst, dann wird es einfach. Es bedeutet, dass deine Muskeln noch einen Rest von der Bewegung zeigen, die typisch für den Reflex ist. Also eine übrige Bewegung von der Bewegung, die der Reflex mal gemacht hat.

    Kennst du den Kniesehnenreflex? Wenn der Arzt mit seinem Reflexhammer unterhalb der Kniescheibe klopft, schnellt der hängende Unterschenkel nach oben:

    reflexintegration-reflexe-kind-arzt

    Das soll auch so sein, weil dieser Reflex kein frühkindlicher Reflex ist. Er bleibt ein Leben lang aktiv. Jetzt stell dir einfach vor, der Arzt klopft mit dem Reflexhammer unter deine Kniescheibe und der Unterschenkel schnellt nicht mehr hoch, sondern zuckt nur noch so ein bisschen. Das wäre dann die restliche Reaktion der Bewegung, die von dem Reflex noch übrig geblieben wäre. Das Wort „Muskel“ taucht darin auf, weil Muskeln für die Bewegung zuständig sind. Sie sind sozusagen die Diener unseres Gehirns, das eine bestimmte Bewegung in Auftrag gibt. Die Muskeln bewegen dann unsere Gelenke, um zum Beispiel nach dem Glas Wasser zu greifen.

    Wenn dein Körper beim Schreiben also nicht in einer bestimmten Position bleiben möchte, dann könnte das daran liegen, dass du noch einen aktiven STNR-, TLR- oder ATNR-Reflex hast. Du musst dann immer wieder bewusst gegen diesen unbewussten Wunsch deines Gehirns ankämpfen, was auf Dauer sehr anstrengend für dich ist. Das kann auch dazu führen, dass du das Gefühl hast, dich schlechter als andere Kinder konzentrieren zu können.

    Wenn du einen noch aktiven frühkindlichen STNR Reflex hast (Symmetrisch Tonischer Nackenreflex) kann es sein, dass es dir schwer fällt, in der von Eltern oder Lehrern gewünschten vorgegebenen normalen Sitzposition zu schreiben.

    Bei diesem Reflex möchte sich dein Arm strecken, wenn deine Hüfte gebeugt ist. Die Hüfte ist deshalb gebeugt, weil du ja sitzt. Das ist der Knick zwischen deinen Beinen und deinem Oberkörper. Wenn du liegst oder Stehst, ist deine Hüfte gestreckt.

    Jetzt ist im Sitzen also deine Hüfte gebeugt und dein Arm möchte sich strecken. Geht das beim Schreiben? Kannst du mit ausgestrecktem Arm schreiben? Ich kann das nicht. Beim Schreiben muss der Arm im Ellenbogen gebeugt sein.

    Damit du nun entspannter schreiben kannst und dein Arm nicht so schnell müde wird oder deine Hand verkrampft, sagt dir dein Gehirn unterbewusst, dass es für dich viel besser ist, im Liegen, Stehen oder mit untergeschlagenen Beinen zu schreiben. Und stell dir vor! Viele Erwachsene wissen gar nicht, dass du das gar nicht absichtlich machst, sondern dein Körper dir sagt, was für dich am einfachsten ist. Deshalb sagen dir die Lehrer und vielleicht deine Eltern immer „jetzt setz' dich doch mal ordentlich hin!“.

    Es gibt noch viele andere frühkindliche Reflexe, die Auswirkungen auf deinen Körper haben können, wenn sie noch nicht ganz verschwunden sind. Das ist nicht so schlimm, aber du hast vielleicht das Gefühl, dass dir manche Dinge schwerer fallen als anderen Kindern in deiner Klasse. Das ist natürlich blöd.

    Man hat sogar herausgefunden, dass Kinder mit Lese- und Rechtschreibproblemen zu 75% noch einen aktiven STNR Reflex haben und alle Kinder mit LRS einen aktiven ATNR Reflex (Asymmetrisch Tonischer Nackenreflex) haben.

    Wie dir Übungen zur Reflexintegration mit Rexi helfen können!

    Die gute Nachricht ist jedoch, dass du etwas dafür tun kannst, dass auch dir viele Dinge leichter fallen. Und es ist ganz einfach!

    Du kannst vorab mit deinen Eltern meinen Online Fragebogen aus: Dies könnt ihr kostenlos auf meiner Webseite machen, ihr erhaltet sofort eine detaillierte Auswertung und könnt sehen, welche Reflexe möglicherweise noch aktiv sind.

    Dann geht's an die Übungen: Wir nehmen uns dann nacheinander alle Reflexe vor. Wir machen bestimmte Übungen zusammen bei mir in der Praxis und dann bekommst du noch Übungen für zu Hause. Die kleine Katze Rexi zeigt dir diese Übungen. Ganz wichtig ist, dass du die Übungen regelmäßig machst.

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    Nach drei bis vier Wochen, sehen wir uns dann wieder und wir machen neue Übungen. Wenn der Reflex verschwunden ist, knöpfen wir uns den nächsten Reflex vor und Rexi erklärt dir wieder alle Übungen, die du zu Hause machen wirst. Insgesamt brauchen wir einige Monate dafür.

    Doch hey, was sind schon ein paar Monate im Vergleich zu einem ganzen Leben?

    Von diesen Übungen wirst du nämlich dein ganzes Leben lang profitieren, da du ja nach der Schule auch noch weiter lernen wirst.

    Starte mit meinem Online Fragebogen Reflexintegration mit kostenloser Auswertung

    Wenn du genau wissen möchtest, ob du noch sogenannte Restmuskelreaktionen frühkindlicher Reflexe hast, kannst du meinen Online Fragebogen kostenlos auf meiner Internetseite ausfüllen. Du erhältst sofort Feedback. Anhand des Fragebogens können wir schon mal sehen, ob das der Grund für deine Herausforderungen sein könnte.

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    Ob frühkindliche Reflexe der Ursprung deiner Sorgen sein könnten, kannst du hier herausfinden.

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    Du erfährst, wie viele Indikatoren auf aktive Reflexe bei deinem Kind hindeuten und welche frühkindlichen Reflexe möglicherweise noch aktiv sind. Auf Wunsch sende ich dir die Auswertung sofort per E-Mail zu.

    Hat dir der Artikel gefallen? Ich freue mich, wenn du mir Feedback zu meinen Artikeln gibst. Entweder hier auf der Seite über einen Kommentar, Facebook oder per E-Mail. Auch wenn du noch Fragen hast, kannst du über das Kontaktformular unkompliziert mit mir in Verbindung treten

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    Ich bin Silke Krämer.

    Kinder- und Jugendcoach Professional, NLP Master und Coach, EMDR Traumatherapeutin und Gymnasiallehrerin

    Ich helfe Familien, wenn es Schulstress gibt und daheim die Fetzen fliegen. Außerdem unterstützte ich Mütter und Väter dabei, sich den Herausforderungen des Familienlebens selbstbewusst zu stellen.

    Als Trainerin für Reflexintegration helfe ich deinem Kind, damit ihm die Schule bei Konzentrations­schwächen, Lern- und motorischen Problemen leichter fällt.

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