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Selbstfürsorge: 5 starke Begleiter

Selbstfürsorge: 5 starke Begleiter

Kinder

11-2022

Innehalten, Reflektion, Besinnlichkeit und innere Einkehr als Selbstfürsorge.

Alle Jahre wieder…

Ich weiß, ich weiß, es fühlt sich immer noch zu früh an, so etwas zu sagen. Doch wir sind wirklich nicht mehr weit von der Weihnachtszeit entfernt und so möchte ich eine Tradition daraus machen, euch einige Gedanken für die bevorstehenden Wochen und das neue Jahr weiterzugeben. Diese sind nämlich voller schöner Momente, wenn man sich nicht von Hektik und Stress anstecken lässt!

Seit einigen Wochen schwebt mir ein Gedanke durch den Kopf: Meine Jungs werden so schnell größer und älter, wachsen im direkten und übertragenen Sinne jeden Tag. Wenn sie mir von ihrem Alltag erzählen, fühle ich mich so oft an meine eigene Kindheit und Jugend zurückerinnert. Wie immer, ist man hinterher schlauer und manchmal wäre es tatsächlich toll gewesen, wenn mein Älteres-Ich mit meinem Jüngeren-Ich hätte sprechen können.

So frage ich mich, was ich meinem Jüngeren Ich gerne sagen würde.

Zeit für Selbstfürsorge: Wenn es irgendwie geht, lasse ich mir in der Vorweihnachtszeit oder zwischen den Jahren gerne bewusst Raum dafür, etwas zu reflektieren und nachzudenken. So oft fallen mir dabei spannende Dinge auf und diese ‚Leuchtturm‘-Momente bringen mich immer wieder zum Staunen und Nachdenken. Ich arbeite dann daran, diese Art von Erkenntnissen in meinen Alltag zu integrieren. Die Veränderungen, die sich daraus ergeben, darf ich erleben und bestaunen.

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Bild von tookapic

Reflektieren als Selbstfürsorge öffnet Raum für neue Wege

Nimm dir doch auch etwas Zeit (und wenn es nur 10 Minuten sind!) und beantworte still und leise für dich selber, mit Stift und Papier, worauf du in diesem Jahr besonders stolz bist und was du deinem Jüngeren Ich gerne sagen würdest!

Vielleicht hilft es dir gedanklich auf die Sprünge, wenn du Monat für Monat durchgehst, indem du deinen Kalender oder deine Handyfotos durchschaust.

Welche Herausforderungen hattest du in welchem Monat zu meistern, von welchen Gefühlen war das Jahr hauptsächlich geprägt, welche Highlights gab es, welche Meilensteine haben deine Kinder erreicht, worauf bist du besonders stolz, was hätte besser laufen können?

Schreiben bringt Klarheit

Schon im letzten Jahr habe ich darüber geschrieben, wie man sich mit einigen Fragen, Stift und Papier toll auf das neue Jahr vorbereiten kann. Lies diesen Beitrag hier gerne auf deinem Weg zur Selbstfürsorge noch einmal nach: »Plane in 5 Schritten dein Jahr im Lebensbereich Familie«

In diesem Jahr lautet mein Brief an mein Jüngeres Ich so:

Liebe Silke,

Ich weiß, dass du sehr stolz sein kannst auf das vergangene Jahr und wie du seine Herausforderungen gemeistert hast. Ich sehe aber auch, dass du es nicht immer fühlen kannst. Du sollst es dir zugestehen dürfen, seine Erfolge zu feiern. Erinnerst du dich noch an früher, als du vor Silvester schon immer deine schönen Jahresrückblicke geschrieben hast?

In der Ruhe liegt die Kraft

So gerne würde ich dir mitgeben, dass du dir ruhig Zeit lassen kannst. An dem Sprichwort ‚In der Ruhe liegt die Kraft‘ ist nämlich was dran. Wenn du unsicher bist, halte inne und spüre in dich rein. Frage dich: ist das in 5 Jahren noch wichtig? In 5 Monaten? 5 Wochen?

Häufig kommen uns alltägliche Entscheidungen viel dringender vor, als sie es eigentlich sind. Und auch die dritte schlechte Schulnote, oder dass du noch nicht weißt, was du studieren sollst, so wie viele andere, sind keine großen Katastrophen. Atme tief durch und vertraue dir selbst, denn du wirst immer deinen Weg finden – auch wenn dieser vielleicht mal nicht geradeaus, sondern durchs Gestrüpp führt und ganz anders verläuft, als erwartet!

Tipp für Eltern: Mach dir keine Sorgen, wenn deinem Kind mal langweilig ist oder es sich beschwert! Das kann bei den Kleinen natürlich einfacher zu ‚trainieren‘ sein als in der Jugend, aber Kinder jeglichen Alters profitieren davon, wenn sie mal auf sich selbst gestellt sind und nicht mit Entertainment oder Schul-Materialien versorgt werden.

Vielleicht könnt ihr wöchentlich eine halbe Stunde oder Stunde einführen, während derer sich die ganze Familie ohne Handys, Tablets usw. am Küchentisch trifft und jeder für sich eine kleine Aktivität macht (Lesen, Malen, …), um Abstand zu gewinnen und den Alltag zu entschleunigen?

Oder ihr baut es bewusst als Adventsritual in den Dezember ein.

Die einzige Konstante ist der Wandel

Außerdem, liebe Silke, möchte ich, dass du dich von dem, was alle anderen machen, nicht so eingeengt fühlst. ‚Sollen‘ und ‚müssen‘ sind zwei ziemlich doofe Erwachsenen-Wörter und ich wünsche mir, dass wir (du damals; ich im kommenden Jahr) diesen Zwang gemeinsam abschütteln!

Du musst keinen Kinderpunsch trinken, wenn dir doch jedes Mal die Nase kribbelt von den ganzen Gewürzen und du kannst auch ruhig ‚Nein Danke‘ sagen, wenn die Lisa dich wieder zum Filme-Abend einlädt, den du nie genießt. Gerade in der Weihnachtszeit merkst du doch, wie viel sich im Vergleich zum Jahr davor geändert hat: Reagiere ruhig auf diese Veränderung und mache dieses Jahr, was dir guttut!

Tipp für Eltern: Gerade in der Weihnachtszeit, wenn alte Freunde und Verwandte aus allen Löchern auftauchen und mit Einladungen winken, kann es schwer sein ‚Nein Danke‘ zu sagen!

Erlaube dir, bewusst zu entscheiden, welche der vielen (wunderbaren!) Traditionen für euch wichtig sind und welche nicht. Der Advents-Spaziergang mit den Großeltern kann beispielsweise Kraft schenken, während wöchentliches Plätzchen-Backen die ganze Küche für Tage ins Chaos stürzt.

Vielleicht reichen auch zwei Plätzchen Sorten, statt sieben?

Team Work Makes The Dream Work

Und zu guter Letzt, mein jüngeres Ich, vergiss nicht, dass du immer um Hilfe bitten kannst! Ich weiß, dass du immer so schnell wie möglich groß und erwachsen und selbstständig sein möchtest. Und von der Heimfahrt mit dem Bus nach dem Training in der 2. Klasse, bis zu deinem ersten Job und selbst verdientem Geld hast du auch bewiesen, dass du auf eigenen Beinen stehen kannst.

Manchmal jedoch ist um Hilfe fragen das Stärkste, was man machen kann. Denke auch heute dran, nicht einfach die Zähne zusammenzubeißen, sondern nach der Unterstützung zu fragen, die du brauchst. Du kannst Unsicherheit ruhig zugeben und wirst dadurch noch viel mehr und viel schneller lernen, als erwartet! Und außerdem noch wunderbare Verbindungen zu tollen Menschen knüpfen, wenn ihr Hand in Hand gemeinsam arbeitet.

Tipp für Eltern: Lass’ dich gerade in den Kindergarten- und frühen Schuljahren nicht davon verunsichern, wenn dein Kind etwas nicht so schnell wie andere kann. Es ist unglaublich schwer, unangenehmen Dingen offen entgegenzutreten und konkret zu formulieren, wobei man Hilfe braucht.

Das wissen wir ja alle – wegschieben ist doch soo viel bequemer! Du musst natürlich keine Gelegenheiten erfinden, in denen du deine Kinder um Hilfe bittest.

Doch manchmal können dir sogar deine Kinder eine Hilfe sein, die du nicht erwartet hättest. Das gemeinsame Gespräch über Geschehnisse, wie du dich als Erwachsener dabei gefühlt hast und wie dein Kind sich in solch einer Situation verhalten würde, bringt ungeahnte empathische Gedanken deiner Kinder zum Vorschein. Und wenn sie noch nicht da sind, dann lassen sie sich so entdecken.

Am besten (und schwersten!) lebst du deinen Kindern das ‚Team Work makes The Dream Work‘ vor und redest offen und ehrlich darüber, wenn du zum Beispiel auf der Arbeit nach Hilfe gefragt und diese angenommen hast.

Und damit wünsche ich dir und deiner Familie eine wunderbare Weihnachtszeit voller neuer Erinnerungen mit deinen Liebsten!

Mache dir ruhig viele Gedanken über die schönen Dinge im Leben und lasse alles, was gut läuft, größer werden – denn dadurch wird der Rest auch kleiner.

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Ich bin Silke Krämer.

Kinder- und Jugendcoach Professional, NLP Master und Coach, EMDR Traumatherapeutin und Gymnasiallehrerin

Ich helfe Familien, wenn es Schulstress gibt und daheim die Fetzen fliegen. Außerdem unterstützte ich Mütter und Väter dabei, sich den Herausforderungen des Familienlebens selbstbewusst zu stellen.

Als Trainerin für Reflexintegration helfe ich deinem Kind, damit ihm die Schule bei Konzentrations­schwächen, Lern- und motorischen Problemen leichter fällt.

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Pokémon Go. Eine Elterninfo. Mein Versuch in die Welt meiner Kinder einzutauchen.

Pokémon Go. Eine Elterninfo. Mein Versuch in die Welt meiner Kinder einzutauchen.

Kinder

09-2022

Pokémon Go. Eine Elterninfo.

Der Tag endete sehr erfreulich und noch freudiger begann der heutige. Direkt nach dem Aufstehen konnte ich meinem fünfjährigen Sohn stolz von meinem gestrigen Fang berichten: Ein 2000er Glurak mit Partyhütchen!

Er war begeistert und wiederholte mit seiner goldigen fünfjährigen Stimme lachend: Ein Glurak mit P-a-r-t-y-h-ü-t-c-h-e-n?!

Glurak mit Partyhütchen ist ein Event-Pokémon. Es gibt auch einen shiny Pikachu mit einer Torte auf dem Kopf. Beide sind sehr süß.

Wir lachten gemeinsam.

Gemeinsam mit ihm zu Lachen ist das Schönste. Lachen verbindet.

Dafür hatte sich alles gelohnt!

Pokemon Go. Eine Elterninfo. 2 Jungen schauen gespannt auf ihr Smartphone. Sie spielen Pokémon Go. Mutter und Sohn lachend Arm in Arm.

Bild von Tammy Cuff

Mein Versuch

Meine drei Jungs sind im Pokémon-Sammelkarten Fieber. Auch der Fünfjährige hat von seinen Brüdern Pokémon Karten, die er hingebungsvoll in sein Album den Punkten nach aufsteigend einordnet. Er weiß inzwischen genau, welcher Wert niedriger und welcher höher ist. Seine künftige Lehrerin wird sich über sein Zahlenverständnis freuen.

Die größeren Jungs (zehn und zwölf) spielen digital gerne Minecraft und Pokémon Go. Leider haben sie so strenge Eltern, die ihnen nur minimale Spielzeiten gönnen.

Um nicht immer nur die motzende und reglementierende nervige Mama zu sein, wollte ich mehr Verständnis aufbringen können.

Verständnis entsteht, indem man etwas ‚versteht‘. Um meine Kinder besser verstehen zu können, musste ich in ihre Welt eintauchen. Ich wollte das Was und Warum ihrer Begeisterung verstehen.

Ich erinnere mich an meine Kindheit. Meine Eltern schienen nicht wirklich Ahnung von den Dingen zu haben, mit denen ich mir meine Zeit vertrieb und sich nicht sonderlich dafür zu interessieren. Keinesfalls teilten sie meine Begeisterung - und ich weitestgehend nicht ihre. Das ist schade, denn es schaffte Distanz. Bestünde dieser Zustand in einer Partnerschaft, würden wohl beide über ihre Beziehung sagen: „wir haben uns entfremdet“. Gegenseitiges Verständnis ist wichtig für eine wertschätzende Beziehung auf Augenhöhe.

Wir Erwachsenen dürfen nicht immer nur verlangen, dass sich die Kinder auf uns einlassen - auch wir müssen uns einlassen.
Leider sind wir häufig entweder zu kopflos oder zu bequem für einen Perspektivenwechsel, weil wir in unseren alltäglichen Aufgaben gefangen sind.

Folglich unterstellen wir, dass das, womit wir unsere Zeit verbringen, was uns fasziniert und begeistert, was wir interessant finden, das Non plus Ultra sei. Möglicherweise sind wir sogar der Auffassung, es gehöre zur Allgemeinbildung dazu.

Doch wer legt sie fest? Mit jemandem aus der eigenen Generation, der den Spruch mit der Wassermelone nicht kennt oder nie Pamela Anderson im roten Badeanzug den Strand entlang rennen gesehen hat, wird man nicht gemeinsam darüber lachen können.

Mit jemandem, den meine Kinder später auf einer Party treffen und von den Dingen, die zu ihrer Kindheit und Jugend „in“ waren, keine Ahnung hat, werden sie kein verbindendes Gespräch beginnen können, das in etwa so lauten könnte: „Hey, kennst du noch die Pokémon Karten? Hast du die auch gesammelt? Und erinnerst du dich an Pokémon Go, da konnte man Letarking eine richtig gute neue Attacke beibringen. Hattest du die auch?“

Gemeinsamkeiten verbinden.

Sie liefern Gesprächsstoff.

Das seit Kurzem auch mir und meinen Kindern - Ich kann mitreden!

Alles begann mit einem Klick.

In den letzten Ferien kam mir spontan die Idee, Pokémon Go runterzuladen.

Zum einen wollte ich mich bezüglich der Bedenkenlosigkeit dieses Spiels vergewissern und zum anderen eine Gemeinsamkeit mit meinen Kindern herstellen, die ihnen Spaß macht.

Du musst nicht glauben, ich wäre ein Computerfreak und fit in solchen Dingen oder fühlte mich gar zu Computerspielen hingezogen. Nein, mich überfordert schon die Bedienung eines einfachen Joysticks, die Musik im Hintergrund macht mich kirre und meist ist das Spiel schon verloren, bis ich kapiert habe, wie es funktioniert.

Nun saß ich da mit Pokémon Go auf meinem Handy.

Ich war die Ahnungslose - meine Jungs die Chefs.

Und du glaubst gar nicht, wie viele Fragen ich hatte, die ich alle an meine Kinder richten konnte. Sie standen mir Rede und Antwort und halfen mir, mich in die Welt dieses digitalen Spiels zurechtzufinden.

Das war irgendwie cool. Normalerweise war ich diejenige, die ihnen erklärt, wie die Welt funktioniert. Jetzt war es umgekehrt.

Es war etwas entstanden, das uns jede Menge Gesprächsstoff bot. Wir diskutierten über Spielstrategien, über besondere Features, über die Stärke einzelner Pokémon und tauschten sie miteinander aus. Sie rieten mir, ins selbe Team zu gehen wie sie, damit wir gemeinsam kämpfen konnten. So besiegten wir in Italien gemeinsam eine Arena und setzten unsere Pokémon hinein. Sie kamen erst Wochen nach unserer Rückkehr aus dem Italien Urlaub zu uns zurück.

Als ich die Chance hatte, meinen ersten Relaxo zu fangen, bibberten wir gemeinsam vor meinem Handy, ob er im Ball bleiben würde. Nach vielen Würfen blieb er - und wir jubelten gemeinsam. Mein Mann war irritiert. Klar! Er war nicht Teil der Konspiration und hatte sich bezüglich dieses Themas unfreiwillig ins Abseits begeben.

So schnell geht das.

Auch unter Kindern.

Wie ging es weiter?

Schon bald hatte ich das gleiche Level erreicht wie mein mittlerer Sohn und war knapp unter dem meines Ältesten. Ein spielerischer Ehrgeiz war in mir entfacht worden: Ich wollte mehr Sternenstaub, mehr Belohnungen, bessere Pokémon, ein höheres Level erreichen, mehr Bonbons, und Pokémon weiterentwickeln, um dann noch besser zu werden. Um das zu erreichen, musste ich mich auch außer Haus an anderen Orten auf die Suche nach Pokémon machen und natürlich immer wieder zwischendurch.

Zwischendurch „mal schnell“ das Spiel zu öffnen war sowieso eine feine Ablenkung, die mir immer eine Belohnung bereithielt.

Ich könnte kurz mal schauen, ob ich noch schnell ein Pokémon fangen kann … ach ja, und dann noch checken, ob es sich weiter entwickeln lässt und mit wie vielen Sternen es bewertet ist. Ach, und Team Rocket ist ja auch gerade da. Wenn ich noch einen kurzen Kampf mache, kann ich Sternenstaub gewinnen. Den brauche ich, um Pokémon weiterzuentwickeln. Außerdem könnte ich dann vielleicht noch eine Aufgabe erledigen, um eine weitere Belohnung zu bekommen - Konzentriert an diesem Blogartikel zu schreiben war zu einer anstrengenden Herausforderung geworden.

Denn mal ehrlich, was bekomme ich von dir, liebe Leserin, was sich gut anfühlt für das Schreiben meines Artikels? … Was bekommt ein Schüler, wenn er seine Mathe Hausaufgaben erledigt hat? Wahrscheinlich nicht mal ein Lob seines Lehrers. Auf jeden Fall keinen Sternenstaub und wenn es dumm läuft, trotzdem eine schlechte Note in der Klassenarbeit. Da muss das Gehirn nicht lange überlegen, wofür es sich entscheidet!

Ein Pokemon wird in freier Wildbahn mit dem Smartphone gefangen.

Bild von Tumisu

Pokémon Go. Eine Elterninfo.

Hat sich mein Experiment gelohnt?

Im Hinblick auf die Beziehung zu meinen Kindern hat es sich sehr gelohnt. Wir hatten jede Menge Spaß miteinander und mit Pokémon Go.

Ich habe erfahren, wie das Spiel funktioniert und bin unbesorgt, weil die Kämpfe graphisch harmlos dargestellt werden. Es fließt kein Blut. Die verfügbaren Attacken heißen Matschbombe, Nassschweif, Drachenklaue, Steinkante, Knuddler oder gar Gähner.

Die Altersfreigabe variiert von 9+ im Apple und Google Play Store über PEGI 7+ bis „für alle Altersgruppen“ im Galaxy Store, weil Fantasy Charaktere dennoch Schaden erleiden.

Ein Teil des Spieles ist es, sich mit dem Handy zu bewegen. Das kann für Kinder mit mobilen Daten gefährlich werden, weil sie dadurch vom Straßenverkehr abgelenkt sein könnten. Hat das Kind eine Prepaid Karte oder ein begrenztes Datenvolumen, könnte es schnell aufgebraucht sein oder teuer werden.

Leider bietet auch dieses Spiel die Möglichkeit zu In-App Käufen. Um das zu vermeiden, kann man die Kindersicherung für Pokémon Go aktivieren.

 

Außerdem habe ich am eigenen Leib erfahren, wie es sich anfühlt, wenn die Schokoladentorte ständig vor mir steht. Die Versuchung, ein Stückchen zu nehmen, ist riesengroß - selbst, wenn das Handy im Flugmodus während konzentrierter Arbeitsphasen neben mir liegt.

Das hat mich in meiner bisherigen Handhabung im Bezug auf die Medienzeit meiner Kinder bestärkt: Sie muss eingeschränkt bleiben!

 

Die ständige Verlockung ist schrecklich und erfordert ein hohes Maß an Selbstdisziplin. Die Belohnungen, die sich die Spieleentwickler ausgedacht haben, führen in die Sucht.

Es kam schon vor, dass ich beim Spielen „erwischt“ wurde und einer meiner Jungs sagte: „Ah, Mama, bist du am Suchten!“. Das ist natürlich oberpeinlich und ich fühlte mich so richtig ertappt. Natürlich wollte ich das vertuschen und mir lag schon eine Ausrede auf den Lippen… Schwuppdiwupps war es passiert und ich war versucht zu schwindeln. Grausam!

Was habe ich aus meinem Versuch gelernt?

Ich möchte meine Kinder davor schützen, sich in der Situation wieder zu finden, mich und meinen Mann belügen zu ‚müssen‘. Und ich möchte sie davor schützen, ständig dieser Verlockung ausgesetzt zu sein. Das geht leider nur, indem ich als Erwachsene in diesem Punkt die Verantwortung übernehme und zur Not den Groll auf mich ziehe. Ja, sie sollen spielen und ihren Spaß dabei haben, aber nicht immer und zu jeder Zeit.

Mit meinem Anspruch an mich, eine verantwortungsvolle und fürsorgliche Mama zu sein, muss ich zu meinem NEIN aus Liebe stehen. Auch, wenn sich das oft hart anfühlt und ich mich Diskussionen stellen muss.

Natürlich sollen Kinder lernen, dieser Verlockung zu widerstehen. Das ist jedoch eine Frage des Alters. Wenn das Gehirn schon im Kindergarten- oder Grundschulalter auf das einfache Belohnungsprinzip konditioniert wurde, fehlt der Gegenpol. Dem Kind, bzw. seinem Gehirn wurde nie in ausreichendem Maße die Chance gegeben das Gefühl zu erlernen, etwas aus einer realen Anstrengung heraus geleistet zu haben. Es war ja alles immer so bequem und fühlte sich so gut an. Möglicherweise bekam es auch sonst noch viele Hindernisse von Mama oder Papa aus dem Weg geräumt.

Warum sollte ein Kind mit Schuleintritt das ändern wollen? Woher soll die erforderliche Anstrengungsbereitschaft kommen und die „Freude am Lernen“, wenn sich das so richtig anstrengend anfühlt? Welchen Sinn soll es darin erkennen? Nur, weil alle Erwachsenen sagen, „du lernst doch für dich und dein späteres Leben“?

Menschliches Handeln wird überwiegend durch Emotionen motiviert. Nur die wenigsten entscheiden sich für ein Auto aus reiner Vernunft. Die meisten kaufen das Auto, weil sie es schön finden, sie sich mit der Marke identifizieren oder es einen gewissen Status symbolisiert. Oder sie kaufen das E-Auto, weil sie sich dann verantwortungsvoll, ökologisch oder fortschrittlich fühlen und ihr schlechtes Gewissen damit beruhigt haben. Das sind emotionale Gründe. Rationale Argumente helfen nur selten, wenn es um Motivation geht.

Wie handle ich verantwortungsvoll?

  • Ich möchte meinen Kindern eine Begrenzung geben und unterbinde während der Hausaufgabenzeit den freien Spielzugang. Die Verlockung ist viel zu groß. Das habe ich am eigenen Leib erfahren. 
  • Bei täglichem Spiel denken Kinder jeden Tag daran und sind täglich der Versuchung ausgesetzt. Also sehe ich mich vor der Frage, ob es besser ist, meine Kinder täglich ein bisschen spielen zu lassen oder lieber seltener und dafür ein bisschen länger?
  • Ich schränke die Spielzeit mindestens eine Stunde vor der erwünschten Schlafenszeit ein. Besser sind eineinhalb Stunden. Müde Kinder sind nicht aufnahme- und konzentrationsfähig. Da hilft dann auch kein Konzentrationstraining.
  • Ballerspiele und Egoshooter dulde ich nicht unter meinem Dach. Punkt. Egal, wer das sonst spielt. Es entspricht nicht meiner Wertevorstellung.

Wie geht es weiter mit meinem Pokémon Account?

Das ist eine gute Frage. Eigentlich sollte ich Pokémon Go nun auf meinem Handy löschen, weil mein Experiment beendet ist.

Das schaffe ich allerdings nicht, weil ich so viele tolle Pokémon in meinem Beutel habe.

Also hoffe ich einfach darauf, dass meine verantwortungsbewussten Eltern mir meine Zeit sinnvoll begrenzen, sodass ich weiterhin Spaß mit dem Spiel haben kann und dennoch meine Arbeit darunter nicht leidet 😉

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Ich bin Silke Krämer.

Kinder- und Jugendcoach Professional, NLP Master und Coach, EMDR Traumatherapeutin und Gymnasiallehrerin

Ich helfe Familien, wenn es Schulstress gibt und daheim die Fetzen fliegen. Außerdem unterstützte ich Mütter und Väter dabei, sich den Herausforderungen des Familienlebens selbstbewusst zu stellen.

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Bildschirmzeit für Kinder: So findest du einen guten Umgang damit.

Bildschirmzeit für Kinder: So findest du einen guten Umgang damit.

Kinder

07-2022

Wer von uns hat das Gefühl, er sollte seine Bildschirmzeit reduzieren?

Wer von uns hat das Gefühl, dass seine Kinder weniger Zeit vor elektronischen Geräten verbringen sollten?

Und wer von uns möchte gerne einen Nachschlag von der Lieblingsspeise?

Ganz genau: wir alle! Von angenehmen Dingen können wir nur schwer genug bekommen.

Das Thema ist genauso anstrengend wie alltäglich: Ein Medien-Fahrplan und Regeln führen schließlich oft zu Gemecker und Augenrollen, wenn angekündigt wird, dass der Fernseher, das Handy, oder die Computerspiele nur zu bestimmten Zeiten genutzt werden dürfen.

Ich kenne das.

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Bild von Victoria_Art

Viereckige Augen oder Spielverderber?

Und genau deshalb mache ich mir so viele Gedanken dazu. Gerade jetzt zur Sommerferien-Zeit, wenn es so viel Freiheit und scheinbar endlose Möglichkeiten gibt, ist es als Eltern oft schwer, für unsere jüngeren Kinder tolle Beschäftigung zu bieten und für unsere älteren Kinder die Balance zwischen Unabhängigkeit und ‚Aufpassen‘ zu finden.

Wenn auch du dich oft in der Situation siehst, dass du dir als ‚Spielverderber‘ vorkommst, weil du schon wieder ermahnst, dann können dir die folgenden Tipps hoffentlich helfen.

Die tolle Seite des Internets

Zuerst einmal möchte ich ganz klar sagen, dass Medien generell nichts Böses sind.

Zugang zum Internet kann etwas ganz Tolles sein: Unglaublich viel Wissen ist in Sekunden erreichbar, man kann blitzschnell mit Freunden auf der ganzen Welt kommunizieren, mit der Oma ein Bild vom letzten ausgefallenen Milchzahn teilen, Geschichten und Welten erkunden, denen man sonst nie begegnet wäre und und und… es kommt also ganz klar darauf an, wie wir mit all dem umgehen!

Es ist ein bisschen so wie der Straßenverkehr – das System ist toll und hilft uns allen, schneller irgendwo hinzukommen. Aber auch wenn Ampeln meist klasse funktionieren, so ist es ratsam, auch bei grün nicht einfach loszurennen, sondern die Augen offen zu halten.

Verstehst du was ich meine?

Mama, warum bist du schon wieder am Handy?

Als mein jüngster Sohn mich vor ein paar Tagen gefragt hat, warum ich denn schon wieder am Handy und an meinen Mails sei, ist mir dann die (zugegeben etwas unangenehme) Wahrheit aufgefallen: ich muss und möchte meinen Kindern den gesunden Umgang mit digitalen Medien vorleben. Nur dann kann ich erwarten, dass auch sie diese Welt aufmerksam und vernünftig erkunden.

Wenn ich mich jeden Abend vor den Fernseher schmeiße und unzufrieden rumschalte, nur um mich abzulenken bis es Zeit ist, ins Bett zu gehen, dann darf ich mich eigentlich auch nicht beschweren, wenn meine Söhne ihre Computerspiele zur Betäubung nach einem anstrengenden Schultag nutzen.

Tipps für den Alltag

Im Alltag heißt das für mich konkret, dass ich aufpasse, wann ich welche Geräte benutze:

  • Ich mache mir Zeiten, in denen ich E-Mails auf dem Handy außerhalb der Arbeit beantworte, anstatt auf jede blinkende Meldung zu reagieren.
  • Wenn ich etwas auf meinem Tablet oder Handy schauen oder lesen möchte, setze ich mich damit hin wie mit meinem Buch, anstatt zwischen Tür und Angel zu tippen.
  • Ich treffe die bewusste Entscheidung, jetzt einen Film zu schauen, statt mich aus Prinzip abends vor den Fernseher zu hocken.
  • Ich versuche es zu vermeiden, direkt vor dem Einschlafen das Handy zu nutzen.
  • Anfangs waren es wir, die die Regel aufgestellt haben, dass keine Handys bei gemeinsamen Mahlzeiten am Tisch sind - inzwischen sind die Kinder der höchste Wächter dieser Regel. Das gilt sowohl für Mahlzeiten zu Hause als auch außer Haus.

Klappt das immer? Manches besser, manches schlechter: Aber ganz ehrlich, wenn ich mich an diese Regeln halte, dann fühle ich mich besser und das nicht nur, weil ich meinen Jungs ein Vorbild sein kann.

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Bild von Victoria_Art

Bildschirmzeit: Verbote oder Regeln?

Ich finde ein Medien-Verbot als Strafe ziemlich unsinnig- ebenso wenig Bonus Spielzeit als Belohnung. Ich wende in meiner Erziehung bei meinen eigenen Kindern keine Bestechung an. Außerdem erschließt sich mir der direkte Zusammenhang zwischen guten Schulnoten und Computerspielzeit nur mäßig.

Ich lege großen Wert darauf, dass meine Kinder meine Entscheidungen verstehen können - auch, wenn sie sie nicht immer mögen.

Als verantwortungsvolle Mama oder Papa muss man selbstbewusst genug sein und hinter unpopulären Entscheidungen stehen. Erziehung ist nicht immer einfach. Es fordert ein großes Maß an Selbstdisziplin und wohl überlegten Entscheidungen. Ein NEIN aus Fürsorge und Verantwortungsbewusstsein bin ich meinem eigenen Anspruch als gute Mutter schuldig.

Das beinhaltet für mich eine Einschränkung der Bildschirmzeit und eine bewusste Auswahl erlaubter Spiele. Ich lasse keine Ego-Shooter Spiele zu und auch am Wochenende ist die Zeit nicht unbegrenzt. Ich vermeide es, einen Zusammenhang zwischen Schule/Leistung und Medienkonsum herzustellen.

Klar, leidet die Leistung meist unter exzessiver Nutzung, doch ist das nicht DER Grund, warum ich die Bildschirmzeit einschränke. Da spielen für mich noch ganz andere Faktoren eine Rolle, wie z.B. die perfekte Programmierung dieser Spiele im Hinblick auf das Belohnungsprinzips. Auf Belohnung springt das menschliche Gehirn sofort an.

Ist das Gehirn darauf konditioniert, ist es kaum verwunderlich, dass Anstrengungsbereitschaft und klassisches Lernen, wie es in der Schule stattfindet, unattraktiv sind. Das Gehirn ist schließlich einen anderen Umgang gewohnt.

Die konsequente Umsetzung eines Medienfahrplans in der Familie steht und fällt mit dem Selbstbewusstsein der Eltern zu einem NEIN zu stehen und der Bereitschaft, die Konsequenzen, die aus dem Nein resultieren, zu ertragen.

Diese Forderung stellt die moderne Elternschaft an uns.

Haben Eltern in ihrer eigenen Kindheit gelernt immer gefallen zu müssen oder waren sie selbst sehr angepasste Kinder, wird es ihnen als Erwachsener noch schwerer fallen, konsequent zu ihrem Nein zu stehen.

Bei aller Anstrengung: Mit Spaß geht’s leichter!

Ich möchte nicht, dass meine Kinder das Gefühl haben, dass Medien bei uns verteufelt werden. Wie wir alle wissen, ist Verbotenes gerade für junge Leute ziemlich reizvoll und es gibt ja auch wirklich tolle Sachen, Spiele, Medien da draußen! (Kleiner Spoiler: Mehr dazu im nächsten Blogbeitrag im September.)

Ich finde also, wir können uns als Eltern hier auch ein bisschen zurücklehnen und zum einen unseren Kindern vertrauen, dass sie ganz schön schlau sind und auch in der digitalen Welt zurechtkommen. Und zum anderen können wir uns daran erinnern, dass die Hauptsache ist – im Leben generell und online – Spaß zu haben.

In meiner Kindheit haben sich die Erwachsenen immer darüber beschwert, wie unmöglich es ist, dass alle Kinder Comics statt Büchern lesen. Und heute beschweren wir Alten uns eben darüber, dass die Jungen vor dem Bildschirm sitzen anstatt vor dem guten alten Comic. 😉

Wenn also mal vielleicht drei Harry Potter-Filme am Stück geschaut werden in den großen Ferien, aber das mit viel Genuss, dann ist auch das wunderbar! Am besten natürlich, ihr schaut gemeinsam mit euren Kindern (die Filmauswahl überlasse ich allerdings euch).

Ich wünsche dir und deinen Kindern einen entspannten Sommer voller neuer Entdeckungen – in der echten und der digitalen Welt!

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Noten: Leid oder Freud? Zeugnis-Zeit

Noten: Leid oder Freud? Zeugnis-Zeit

Kinder

06-2022

Vor einigen Tagen habe ich einen Bericht im Radio gehört, in dem es um das Thema Grundschule ohne Noten ging. In Baden-Württemberg soll es 39 Modellschulen geben, die ab dem nächsten Schuljahr (SJ 22/23) ohne Noten arbeiten werden. Der Versuch soll wissenschaftlich begleitet werden. Experten und Politiker wägten bedacht ab, diskutierten hin und her und beleuchteten alle möglichen Seiten des Themas. Als die Sendung vorbei war, hatte ich gemischte Gefühle:

 

Auf der einen Seite fielen mir all die vielen Kinder aus meiner Coaching Praxis inklusive deren Mütter ein, die so sehr unter dem Notendruck litten: Kinder mit Schulangst, endlosem Familienstress und Diskussionen wegen Stunden vereinnahmenden Hausaufgaben, Kummer um schlechte Noten, das Gefühl, nicht gut genug zu sein, schlechter als die Freundin zu sein …. die Liste ist lang. Und da dachte ich mir: Warum nur 39 Schulen? Schade, dass es nicht mehr sind und wie cool wäre es, wenn mein Sohn nächstes Jahr auf genau so eine Schule gehen könnte.

Andererseits kamen mir zwei Einwände: Erstens, wie soll man die Kinder denn dann zum Lernen bringen, wenn sie keine Noten bekommen - obwohl sie theoretisch nicht für die Schule und die Noten, sondern fürs Leben lernen sollten (*räusper*)? Zweitens, wie bekommen Eltern die Gewissheit, dass ihre Kinder auf dem notwendigen Lernstand sind?

In meiner Praxis begegne ich genau diesen beiden Sorgen häufig. Überwiegend Mütter haben sie, da sie sich in der Verantwortung sehen, dem Kind einen guten Schulabschluss angedeihen zu lassen.

2 Mädchen beugen sich über ein Buch und lernen.

Bild von svklimkin  

Wenn auch euch in deiner Familie das Thema Noten oft in die Quere kommt, dann habe ich im Folgenden einige Gedanken für dich zusammengetragen, die ich aus meiner persönlichen Erfahrung als Mutter und meinen beruflichen Erfahrungen als Coach und als Gymnasiallehrerin gesammelt habe.

Noten: ein unvermeidbarer Bestandteil des Groß-Werdens

Das Fieseste an Noten ist wohl ihre Unvermeidbarkeit: Jedes Jahr aufs Neue muss ein Kind sich in der Schule vor Erwachsenen und Mitschülern beweisen. Ab dem Schuleintritt beginnt das große Vergleichen. Das führt unweigerlich dazu, sehr viel „im Außen“ zu sein. Schon sechs oder siebenjährigen Kindern wird von unserer Gesellschaft abverlangt, die Leistung zu erbringen, die für alle GLEICH vorgesehen ist - und das, obwohl in diesem Alter gar NICHT alle GLEICH sind. Das ist schon ordentlich.

Und gleichzeitig bietet sich für uns als Eltern eine große Chance, unseren Kindern wirklich etwas beizubringen. Schließlich wird man sein ganzes Leben lang von anderen bewertet oder beurteilt. Klar, im Job mag das nicht mehr so direkt sein wie mit Noten in der Schule und in sozialen Situationen hat man hoffentlich meistens eher ein Verhältnis auf Augenhöhe (das zwischen Lehrern und Schülern leider selten der Fall ist). Doch hier können unsere Kinder gleich lernen: eine externe Bewertung, in diesem Fall Noten, sind kein objektives Messinstrument dafür, wie viel ich kann oder gar wie viel ich wert bin! Um das lernen zu können, braucht es eine feinfühlige und liebevolle Begleitung durch Lehrer und Eltern. Weil die meisten Lehrer Teil des Systems sind, tragen die Eltern den Löwenanteil.

Allerdings kann die Erwartungshaltung der eigenen Eltern im Weg stehen, die es Eltern erschwert, mit dem Thema Noten unbeschwert umzugehen.

Die Probleme mit der Bewertung nach Noten

Für uns als Eltern war es bis zum Schuleintritt völlig klar, dass sich jedes Kind in seinem individuellen Tempo entwickelt.

Ab diesem Zeitpunkt scheinen es viele Eltern leider schlagartig zu vergessen. Sie wünschen sich (verständlicherweise) nichts sehnlicher, als dass ihr Kind mithalten kann und „nicht unter geht“. Dadurch ist es dann plötzlich nicht mehr OK, wenn es langsam - langsamer - zu langsam ist -  und es wird erwartet, dass alle das Gleiche können und sich gleich schnell entwickeln. Zusätzlich wird das gleiche Ausgangsniveau vorausgesetzt. Noten suggerieren, alle Kinder hätten die gleichen Chancen (z.B. ein ruhiges Lernumfeld zuhause). Leider ist das nicht der Fall und dadurch werden Noten zu einem ungerechten Spiegel dessen, anstelle einer echten Leistungsbewertung des Kindes.

Sie sind eine Momentaufnahme der Prüfungssituation. Derjenige, der es am besten schafft, in diesem Moment das zu zeigen, was der Lehrer hören will, bekommt eine gute Note. Hat das Kind die Partizipialkonstruktion hingegen erst zwei Wochen nach der Klassenarbeit verstanden und ist jetzt ein echter Meister, kann es das nicht mehr zeigen und der vorherige Misserfolg fließt in die Endjahresnote ein - nicht jedoch seine Lernentwicklung und sein Fortschritt.
Außerdem wird die Persönlichkeit des Kindes in diesem System kaum bis gar nicht einbezogen: Ist es schüchtern und kann sich deshalb mündlich nicht so gut einbringen?

All diese Erfolge und Hürden werden in diesem System nicht erkannt und deshalb auch nur selten belohnt. Kein Wunder, dass Kinder dann frustriert und lustlos lernen.

 

Darüber hinaus brauchen unterschiedliche Berufe andere Fähigkeiten. So haben ja zum Beispiel Rechts-, Wirtschafts-, Gesellschafts- und Sozialwissenschaften alle einen Numerus Clausus. Doch die Anforderungen, die im Berufsalltag gestellt werden, sind völlig unterschiedlich. Ein Arzt sollte auf jeden Fall empathisch sein, für einen Rechtswissenschaftler ist das jedoch nicht unbedingt in besonderem Maße erforderlich. Den unterschiedlichen Anforderungen wird alleine durch eine gute Abitursnote nicht Rechnung getragen.

Ich weiß: für jeden gibt es in dieser Welt einen richtigen Platz an dem man sich wohl fühlt, gute Noten hin oder her.

Was tun als Eltern?

Wie so oft bei gesellschaftlich bedingten Ungerechtigkeiten bleibt uns als Eltern also nur eines übrig: Die innere Arbeit machen!

Für mich heißt das konkret, dass ich mir immer wieder deutlich mache, welchen Stellenwert Noten haben.

Ich weiß: Was mein Kind später im Leben erreichen kann, wie schlau oder zielstrebig es ist, das zeigt sich nicht in den Noten. Das zeigt sich in der Persönlichkeit: Darin, wie neugierig mein Sohn neue Dinge über das Computer Programmieren lernen möchte, wie groß seine Anstrengungsbereitschaft ist, dass er gelernt hat, Verantwortung für sich und sein Handeln zu übernehmen oder wie lieb sein Bruder mit ihm Spielsachen teilt.

 

Der Schulweg ist lange und wenn ein Kind bereits in der Grundschule so frustriert ist, dass es nur noch Negatives mit der Schule verbindet, wird es ein harter Weg werden. Das wünscht man keinem Kind.

Statt dem Kind zusätzlichen Druck zu Hause zu machen, ist es unerlässlich, dem Kind schrittweise mehr zuzutrauen und ihm Verantwortung zu übergeben. Dass wir als Eltern trotzdem da sind, wenn es nach Hilfe fragt, ist ja klar!

Noten: Leid oder Freud? Zeugnis-Zeit 1

Bild von Juraj Varga

Konkrete Tipps für euren Alltag

Ich gebe mir sehr Mühe, im Alltag nicht zu viel Fokus auf die Noten zu legen. Obwohl ich natürlich neugierig bin, frage ich nicht immer wieder „und, habt ihr die Arbeit schon zurück?“. Und genauso wie schlechte Noten nicht bestraft werden, werden gute Noten nicht übermäßig belohnt, um dem ganzen Thema an Bedeutung zu nehmen. Klar, wir freuen uns gemeinsam darüber – schließlich ist eine gute Leistung ja was Tolles. Ich möchte es auch unterstützen, dass mein Ältester zum Beispiel super im Unterricht aufpasst und deshalb ohne viel Lernen gute Noten schreibt. Doch ist es mir wichtig, dass er das aus eigener Motivation tut, da er sich an mehr Freizeit mit schönen Dingen erfreut und nicht, weil er muss und von außen Druck verspürt. Sein Selbstwert und seine Zuversicht im Leben sollen darauf aufgebaut sein, wer er als Mensch ist und weil er Dinge tut, die seinem Herzen Freude bereiten.

 

Wenn du also das Gefühl hast, dass dein Kind sich von diesem Druck beeindruckt ist und vielleicht sogar schlechte Noten als Versagen sieht, dann sprich gerne offen mit ihm darüber, was so ein Zeugnis wirklich bedeutet. Schreibt gemeinsam die Stärken eures Kindes auf (auch wenn das zuerst kitschig oder übertrieben vorkommt) und richtet bewusst den Blick auf all das, was du an deinem Kind toll findest. Mache deinem Kind bewusst, dass auch der Einser Schüler nicht immer glücklich ist und auch seinen eigenen Rucksack an Problemen mit sich trägt.

 

Ob Motivation durch gute Noten, Geld oder beispielsweise mehr Zeit mit dem neuesten Computerspiel als Belohnungsprinzip funktioniert, hängt stark vom Persönlichkeitstyp des Kindes ab. Die einen finden es super, die anderen verspüren hierdurch nur noch mehr Druck. Als Extrembeispiel kannte ich eine Familie, in der die Oma bestimmte Geld-Beträge für beste Noten verteilt hat. Ich muss sicher nicht sagen, was für eine Rivalität und Leistungsdruck die Enkel hierdurch verspürt haben.

 

Und auch im Vergleich mit Mitschülern sollten Kinder lernen, in der Schule die Stärken der anderen zu sehen, statt sich in Konkurrenz zu sehen. Schließlich möchten wir als Eltern ja auch lieber mehr soziales Miteinander statt Ellenbogen Einsatz. Der Misserfolg einer schlechten Note ist im Netzwerk eines ausgeglichenen, glücklichen Kinder-Lebens einfacher zu verkraften, als eine schlechte Note, die für das Kind komplettes Versagen bedeutet. So darf ein gemeinsames Eis essen am Zeugnistag eine Feier eines wichtigen Schrittes sein, viel mehr als eine Belohnung für bestimmte gute Noten!

Wie unterstütze ich mein Kind in seinem Wachstum?

Obwohl Schulen die Noten wohl kaum in der nächsten Zeit komplett abschaffen werden, um sie durch faire Berichte zu ersetzen, können wir unsere Kinder in ihrer persönlichen Entwicklung unterstützen. Macht keine große Sache aus dem Zeugnis. Reflektiere viel eher mit deinem Kind, was es alles gelernt hat und konzentriert euch so auf das sogenannten ‚growth mindset‘, also die ‚Wachstums-Einstellung‘. Das wird in vielen Ländern und von vielen sehr erfolgreichen Leuten so praktiziert. Wie habe ich gelernt, was hat mir geholfen, was kann ich wiederholen? Was hat gut funktioniert, was will ich lieber lassen, was waren meine Highlights in diesem Jahr? All diese Sachen können wir natürlich auch im gemeinsamen Coaching durcharbeiten und herausfinden, wie ihr diese positive und erfolgsorientierte Herangehensweise in euren Alltag integrieren könnt!

 

Denn letztendlich ist mir als Mutter vor allem eines wichtig: dass die Kindheit meines Kindes schön und frei ist, ohne Nachmittage mit stundenlangem Sitzen und Aufgaben machen (es sei denn, das ist der Herzenswunsch eines kleinen Bücherwurms 😉 ). Für die gesunde Entwicklung von Kindern ist es essentiell, dass sie sich viel bewegen, ihrer Kreativität und ihrem Entdeckergeist freien Lauf lassen und sie nicht immer nur in die Anpassung gezwungen werden. Ein ausgeglichenes Leben spiegelt sich nicht zwangsläufig in einem ausgeglichenen Zeugnis wider und das möchte ich meinen Kindern vorleben!

Hier noch einmal meine Tipps

  • Gib Noten keine zu große Bedeutung - weder durch überschwängliches Lob, noch durch Bestrafung.
  • Erkläre deinem Kind das Prinzip des „growth-mindset“.
  • Sprich mit deinem Kind über Werte und worauf es noch im Leben ankommt.
  • Reflektiert gemeinsam die Note: Was hat gut geklappt, was hat mir geholfen, was kann ich beim nächsten Mal anders machen?
  • Hinterfrage dein Belohnungsprinzip.
  • Lass deinem Kind seine Individualität und hilf ihm dabei, in dem vorgegebenen System zurecht zu kommen.
  • Verbringe mit deinem Kind nicht nur Zeit beim Lernen, sondern macht schöne Sachen zusammen.
  • Wenn du Wert auf entspannte und harmonische gemeinsame Familienmahlzeiten legst, dann frag dein Kind dort nicht über anstehende Arbeiten und noch ausstehende Pflichterfüllung aus, wenn es nicht von sich aus von der Schule erzählen mag.
  • Motiviere dein Kind, sich mit Freunden zu treffen und möglichst viel Zeit Draußen zu verbringen.

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Ich bin Silke Krämer.

Kinder- und Jugendcoach Professional, NLP Master und Coach, EMDR Traumatherapeutin und Gymnasiallehrerin

Ich helfe Familien, wenn es Schulstress gibt und daheim die Fetzen fliegen. Außerdem unterstützte ich Mütter und Väter dabei, sich den Herausforderungen des Familienlebens selbstbewusst zu stellen.

Als Trainerin für Reflexintegration helfe ich deinem Kind, damit ihm die Schule bei Konzentrations­schwächen, Lern- und motorischen Problemen leichter fällt.

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(Zeugnis-)Noten: So gehst du entspannt mit ihnen um

(Zeugnis-)Noten: So gehst du entspannt mit ihnen um

Kinder

02-2022

Alle Halbjahre wieder kommt… das Zeugnis. Und damit leider oft auch ein mulmiges Gefühl, wenn man als Schüler die Noten der Lehrer ausgeteilt bekommt.

Hat die mündliche Arbeit ausgereicht, um diesen blöden Test von vor ein paar Wochen auszugleichen? Findet die Frau Müller, dass ich mich genug angestrengt habe, um doch noch eine 3 zu kriegen? Warum steht hier in Deutsch eine 2? Ich habe mich doch immer gemeldet, obwohl ich nicht gern vor anderen rede. Hoffentlich fragt mich jemand nach meiner guten Mathe-Note. Und hoffentlich fragt mich niemand, was ich in Biologie habe…

zeugnis-noten-entspannter-umgang

Ein jeder von uns kann sich sicher an diese vielen, vielen Gedanken zurückerinnern, die über einen hereinbrechen, wenn man in der Schule bewertet wird. Doch der heutige Blogpost richtet sich nicht an diejenigen, die schon gar nicht mehr in der Schule sind. Heute möchte ich direkt an die Schülerinnen und Schüler schreiben, die noch mitten in diesem Noten-Wald stecken. Und ich möchte euch, als jemand der auf der anderen Seite des Dschungels angekommen ist, Mut machen!

Denn was sind Noten eigentlich?

Sie sind ein Bewertungssystem, das von der Schule (und darüber hinaus, der Regierung) festgelegt wurde. Irgendwann saß also mal irgendwo ein wichtiger, erwachsener Mensch in seinem Gebäude und hat mithilfe von Büchern und anderen erwachsenen Menschen festgelegt und dann aufgeschrieben, was ein Kind in der Schule alles so können sollte. Dazu gehört neben Stillsitzen, aufpassen, Hausaufgaben machen, nur-reden-wenn-man-gefragt-wird und der Lehrplan, mit dem eure Lehrer ins Klassenzimmer spazieren. Bitte versteht mich nicht falsch – ich bin mir sicher, dass sich all diese Menschen viel Mühe gegeben haben, ihre Arbeit gut und richtig zu machen!

Aber bei all den Plänen wird eines oft vergessen:

Menschen, egal in welchem Alter, sind keine Roboter. Jeder lernt unterschiedlich viel und schnell.

Wie gut du einen bestimmten Lerninhalt zu einem bestimmten Zeitpunkt (zum Beispiel auswendig gelernt in einer Klassenarbeit) wiedergeben kannst, sagt nichts darüber aus, wie schlau du bist. Wenn dir das leicht fällt und Spaß macht, liegt dir diese Art des Lernens und das ist toll! Aber wenn du damit Schwierigkeiten hast, bist du deshalb nicht weniger intelligent. So wie manche Leute gerne Äpfel essen und manche Leute eben einfach nicht, gibt es unterschiedliche Lerntypen.

Falls du einmal eine schlechte Note schreibst und traurig darüber bist, denke daran, dass das nur eine Momentaufnahme war und nicht automatisch etwas darüber aussagt, ob du dich angestrengt hast oder wie gut du bist.

Vielleicht hattest du vor der Klassenarbeit Ärger mit deinen Mitschülern? Mit negativen Gefühlen im Bauch kannst du dich nämlich ganz schlecht konzentrieren, egal, wieviel du vorher gelernt hast. Oder du hast etwas anderes gelernt, als die Lehrerin in der Klassenarbeit abgefragt hat? Oder du warst vom lauten Schnaufen der Schnupfen-Nase deines Sitznachbarn abgelenkt? Oder du konntest am Vorabend ganz schlecht einschlafen und bist müde? Oder …. .

Du siehst, es kann viele verschiedene Gründe dafür geben, warum du eine schlechte Note in einer Klassenarbeit bekommen hast. Bitte danke dabei daran, dass es vor allem darauf ankommt, wie du dich mit deiner Vorbereitung fühlst. Wenn du dich gut auf eine Arbeit vorbereitet hast, regelmäßig und konzentriert gelernt hast, dann hast du dein Ziel erreicht. Denn das ist es, worauf du stolz sein solltest.

Wenn du das geschafft hast, dann kannst du sehr zufrieden mit dir sein - auch, wenn die Note nicht so ausfällt, wie du es dir gewünscht hast, weil „das Leben“ dazwischen kam.

Wenn du an dieser Stelle denkst: Hm, eigentlich weiß ich gar nicht so genau, wie ich effektiv und konzentriert lernen kann, dann suche dir jemanden, der dir das zeigt. Das sollte immer der erste Schritt sein, bevor du fachliche Nachhilfe in Anspruch nimmst, denn vielleicht liegt es nur an der Art, wie du lernst, dass es mit den Wunschnoten nicht klappt.

 

Schule ist nur ein ganz kleiner Teil von deinem Leben

Und wenn du dich in der Schule oft nicht verstanden und frustriert fühlst, denk daran, dass Schule nur ein ganz kleiner Teil von deinem Leben ist – auch wenn es dir momentan vielleicht nicht so vorkommt. Bist du sonst stolz darauf, wer du bist? Vielleicht hast du ein schönes Bild gemalt, einen tollen Film geschaut, deine Schwester zum Lachen gebracht oder deine Katze schnurren hören, weil du sie so gut hinter den Ohren kraulen kannst? Vielleicht hast du deine Freundin oder deinen Freund getröstet, als er traurig war und ihn dann wieder zum Lachen gebracht? Oder du hast jemandem geholfen, vielleicht sogar deinen Eltern?
Außerhalb der Schule sind all diese Dinge wirklich wichtig, damit du dein Leben genießen kannst.

Wirf also nicht nur die Schule in die Waagschale, die darüber entscheidet, ob dein Leben ausgeglichen und glücklich ist, sondern wirf in die andere Schale die vielen anderen wunderbaren Dinge, die dich als etwas Besonderes und Einzigartiges ausmachen.

(Zeugnis-)Noten: So gehst du entspannt mit ihnen um 2

Bild von Pexels

Helfende Tipps

Die folgende Liste soll dir dabei helfen, dich auf das Große, Ganze zu konzentrieren, wenn du das Gefühl hast, dass dir in der Schule und mit den Noten alles zu viel wird:

  • Du kannst gut lernen und hast ein tolles Gehirn: überlege dir mal, was du als Baby konntest. Nicht besonders viel, richtig? In deiner kurzen Zeit hier auf diesem Planeten hat sich dein Körper alles Mögliche beigebracht, vom Sprechen und Laufen bis hin zu komplizierten Dingen ,wie alleine Bus fahren oder einkaufen gehen. Das ist schon eine Menge und auch wenn es dir selbstverständlich vorkommt, kannst du darauf stolz sein!
  • Noten sind nicht nur deine Leistung: wie gut man in der Schule sein kann, hängt auch ganz stark davon ab, wie viel man unterstützt wird. Vielleicht hat der Alex, der immer in allem so gut ist, ein großes Zimmer in dem er ganz in Ruhe lernen kann. Oder die Lisa, die immer eine 1 in Mathe hat, einen großen Bruder, der am Wochenende zu Besuch kommt und mit ihr lernt. Wo du herkommst und wo du lernst, hat auch damit zu tun, wie stark du dich auf die Schule konzentrieren kannst.
  • Gute Noten zeigen nicht, ob du toll lernen kannst: stell dir vor, du ziehst nach Frankreich, ohne ein Wort Französisch zu sprechen. Wenn du nach ein paar Monaten schon alleine in der Bäckerei einkaufen kannst, ist das toll, oder? Du hast schließlich einen riesigen Fortschritt gemacht! Vergleiche ich jetzt aber deine Französischkenntnisse mit jemandem, der dort geboren wurde, sieht es auf einmal so aus, als wärst du richtig schlecht. Und so ist das in der Schule auch. Deine Leistung wird nicht daran festgemacht, wie sehr du dich anstrengst und verbesserst, sondern du wirst mit einem allgemein festgelegten Maßstab verglichen.

Ich hoffe, mit diesem Artikel konnte ich dir helfen, etwas Abstand vom Noten-Chaos zu gewinnen. Auch wenn sich das vielleicht etwas kitschig anhört und du dich erst Mal komisch bei dem Gedanken fühlst oder dir keine bestimmte Leistung einfällt, mit der du besonders zufrieden bist: sei stolz darauf und dankbar darüber, wer du bist – gute Noten hin oder her.

Auch die Einser-Schüler, die du vielleicht gerade bewunderst und beneidest, werden früher oder später in irgendetwas nicht gut sein. In der Schule, während der Uni oder Ausbildung und bei der Arbeit wird es immer wieder Momente geben, in denen du an deiner Arbeit zweifelst, das ist ganz normal.

Es ist viel wichtiger, dass du mit dir selbst zufrieden bist, weil du weißt, was dir Freude bereitet und dass du zum Beispiel für deine Familie und Freunde da bist, wenn sie dich brauchen.

Und denke daran, es gibt eine lange Liste von berühmten und erfolgreichen Leuten (zum Beispiel Steve Jobs oder Walt Disney), die nicht gut in der Schule waren. Ob die glücklich waren, weiß ich natürlich nicht, aber sie zeigen auf jeden Fall, dass Noten nichts über Intelligenz aussagen. Falls du dich also nach dem Halbjahreszeugnis gerade etwas niedergeschlagen fühlst: Kopf hoch!

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Ich bin Silke Krämer.

Kinder- und Jugendcoach Professional, NLP Master und Coach, EMDR Traumatherapeutin und Gymnasiallehrerin

Ich helfe Familien, wenn es Schulstress gibt und daheim die Fetzen fliegen. Außerdem unterstützte ich Mütter und Väter dabei, sich den Herausforderungen des Familienlebens selbstbewusst zu stellen.

Als Trainerin für Reflexintegration helfe ich deinem Kind, damit ihm die Schule bei Konzentrations­schwächen, Lern- und motorischen Problemen leichter fällt.

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Verhalten und Gesundheit von Kindern – Was hat die Ernährung damit zu tun?

Verhalten und Gesundheit von Kindern – Was hat die Ernährung damit zu tun?

Kinder

07-2021

„Du bist, was du isst“

Dieses Sprichwort ist sicherlich jedem von uns bekannt – und es enthält viel Wahrheit, für uns Erwachsene und auch für unsere Kinder. Essen liefert uns die Energie zum Leben und somit ist es unglaublich wichtig, dass wir diese Energiequelle auch richtig nutzen. Neben den direkten, medizinisch erwiesenen Vorteilen einer vollwertigen Ernährung, spielt wie und wann wir essen auch eine sehr wichtige Rolle im Wohlbefinden unserer Kinder.

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Bild von Jill Wellington

Damit du diese Verantwortung nicht als Belastung, sondern als Chance sehen kannst, habe ich dir in diesem Blogbeitrag in Zusammenarbeit mit der Ernährungsexpertin Sina Silberberger einige wichtige Informationen zum Zusammenspiel zwischen Essen und dem körperlichen und psychischen Zustand im menschlichen Körper, sowie konkrete Tipps zur gesunden Ernährung deiner Kinder zusammengestellt.

Verhalten und Gesundheit von Kindern - Was hat die Ernährung damit zu tun? 3

Sina Silberberger ist Ernährungswissenschaftlerin und zertifizierte Ernährungsberaterin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE). Sie hat Ernährungswissenschaften an der Universität Jena (Bachelor) und Ernährungsmedizin in Hohenheim (Master) studiert.

Ihre Beratungsschwerpunkte sind die Ernährung in der Schwangerschaft und Stillzeit, die Ernährung von Kindern und Jugendlichen sowie die Ernährung im Kraftsport.

Der Darm: intelligenter Übersetzer zwischen Essen und Körper

Bereits die ältesten Kulturen dieser Welt wussten, was uns die moderne Medizin auch heute bestätigt: Der Darm wird mit seinem riesigen Netzwerk an Nervenzellen „das zweite Gehirn“ genannt.

Mit Verbindungen zu unserem Immunsystem, dem Stoffwechsel und dem Gehirn ist dieses Organ mit dafür verantwortlich, dass alle guten Nährstoffe aus dem Essen auch optimal verwertet werden können. Stoffe wie zum Beispiel Omega-3-Fettsäuren, die essentiell für die Gehirnfunktion sind, kommen bei richtiger Ernährung über den Darm in den Körper.

Mit einer Überzahl an guten Darmbakterien, die beispielsweise durch sogenannte pro- und präbiotische Lebensmittel wie Sauerkraut, Hülsenfrüchte oder Beeren gefördert werden, kann das Verdauungssystem gutes Essen richtig aufnehmen und an den restlichen Körper weitergeben.

Genauso wirkt sich eine gestörte Darmflora auch auf den restlichen Körper aus: Wenn der Darm nicht gesund ist, sind kurzfristige und langfristige negative Effekte, beispielsweise auf das Gehirn, möglich.

Verhalten und Gesundheit von Kindern - Was hat die Ernährung damit zu tun? 4

Ernährung und Verhalten: Ein komplexes Zusammenspiel

Deshalb lohnt es sich, bei ungewöhnlichem Verhalten eines Kindes auch dessen Ernährung nach möglichen Übeltätern zu untersuchen.

So können sich zum Beispiel ADHS-Symptome durch Gluten-Verzicht verbessern. Und Zucker, der zwar kein bewiesener ADHS-Auslöser ist, kann trotzdem einen negativen Einfluss auf das Verhalten eines Kindes mit ADHS haben.

Mit Abstand zu genießen: Zucker

Als Stoff, der aufgrund seiner Wirkung von internationalen, unabhängigen Experten wie eine Droge behandelt wird und bei Verzicht echte Entzugserscheinungen auslösen kann, lohnt es sich, den Zuckergehalt von Lebensmitteln gerade bei Kindern genauer im Blick zu behalten.

Wir alle wissen, dass beispielsweise der hohe Zuckeranteil in natürlichem Obst in den richtigen Mengen und durch die Kombination mit den anderen Komponenten im Obst, wie Ballast- und Mineralstoffen, nicht schädlich ist. Deshalb sollte dieses auch möglichst „komplett“ verzehrt werden, also nicht als Saft, denn bei diesem sind die wertvollen Bestandteile nicht enthalten.

Die wahren Übeltäter jedoch sind die versteckten Zusätze, die im Großteil der verpackten Lebensmittel enthalten sind. Besonders schädlich sind zugesetzte Fructose und zudem alle Süßstoffe, da deren Sicherheit immer noch nicht wissenschaftlich bewiesen ist. Diese Zuckerarten vermindern die Fähigkeit des Gehirns, den Energiegehalt der Nahrung wahrzunehmen und unterbrechen den Signalweg, mit dem unsere Organe dem Gehirn sagen, dass wir satt sind.

Zahlreiche Studien belegen, dass eine Umstellung auf gesunde Ernährung – so schwer diese auch sein kann – langfristig die Entzündungswerte senkt, Gehirngesundheit fördert und auch die Stimmung und eigen wahrgenommenes Wohlbefinden des jeweiligen Kindes sich verbessern.

Gerade bei Kindern, die mit ihrer psychischen und körperlichen Gesundheit Probleme haben, können Eltern hier über eine gesunde Ernährung zu deren Besserung beitragen und den Prozess positiv beeinflussen.

Ernährung: Auf dem Weg zur guten Stimmung

Sind Kinder niedergeschlagen, antriebslos oder haben Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren und zu schlafen, so hängt auch dies oft mit der Ernährung zusammen. Es kann eine Nahrungsmittelintoleranz hinter diesem Verhalten stecken oder aber auch eine falsche Ernährungsweise: oft kann das Problem durch mehr Omega-3-Fettsäuren (beispielsweise in Nüssen oder fettem Seefisch), ausreichende Zunahmen von Flüssigkeit (natürlich ohne Zucker) und einer generell guten Qualität der Ernährung behoben werden.

Unruhe hängt oft mit starken Blutzuckerschwankungen zusammen, die durch zuckerhaltige Lebensmittel – häufig natürlich Junk- / Convenience-Food – ausgelöst werden. Da gerade Frühstückzerealien für Kinder eine sehr hohe Menge an Zucker enthalten, lohnt es sich schon auf einen guten Start in den Tag zu achten.

Eine Kombination verschiedener Nährstoffe, Proteine und Ballaststoffe ist hier der richtige Ansatz: lecker sind z.B. Vollkornbrot mit Käse oder Ei und Obst oder Gemüse, auch Joghurt mit ungezuckerten Getreideflocken und Beeren sind ebenso beliebt wie gesund. Und Achtung: Viele Müslis sollten eher in der Süßwarenabteilung stehen, statt vorzugaugekeln, sie hätten irgend etwas mit gesunder Ernährung zu tun.

Sind Kinder niedergeschlagen, antriebslos oder haben Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren und zu schlafen, so hängt auch dies oft mit der Ernährung zusammen. Es kann eine Nahrungsmittelintoleranz hinter diesem Verhalten stecken oder aber auch eine falsche Ernährungsweise: oft kann das Problem durch mehr Omega-3-Fettsäuren (beispielsweise in Nüssen oder fettem Seefisch), ausreichende Zunahmen von Flüssigkeit (natürlich ohne Zucker) und einer generell guten Qualität der Ernährung behoben werden.

Unruhe hängt oft mit starken Blutzuckerschwankungen zusammen, die durch zuckerhaltige Lebensmittel – häufig natürlich Junk- / Convenience-Food – ausgelöst werden. Da gerade Frühstückzerealien für Kinder eine sehr hohe Menge an Zucker enthalten, lohnt es sich schon auf einen guten Start in den Tag zu achten.

Eine Kombination verschiedener Nährstoffe, Proteine und Ballaststoffe ist hier der richtige Ansatz: lecker sind z.B. Vollkornbrot mit Käse oder Ei und Obst oder Gemüse, auch Joghurt mit ungezuckerten Getreideflocken und Beeren sind ebenso beliebt wie gesund. Und Achtung: Viele Müslis sollten eher in der Süßwarenabteilung stehen, statt vorzugaugekeln, sie hätten irgend etwas mit gesunder Ernährung zu tun.

Verhalten und Gesundheit von Kindern - Was hat die Ernährung damit zu tun? 5

Bild von Steve Buissinne

Kinder haben eigene Köpfe: Ernährung spielerisch gestalten

Wie bei allen Themen, die ich behandle, gilt es natürlich für dich und dein Kind die beste Lösung zu finden. Ein Beispiel, das mich hier oft zum Lächeln bringt, ist eine frühere Klassenkameradin, der Süßigkeiten zuhause strengstens verboten wurden – deshalb kannte sie ihre Grenzen nicht und futterte sich auf Kindergeburtstagen oft den Bauch so voller Schokolade, dass sie mit Bauchschmerzen früher abgeholt werden musste.

So ist es äußert wichtig, jedem Kind zu erklären, weshalb Süßigkeiten oder auch zuckerhaltige Getränke (dazu zählen übrigens auch Fruchtsäfte - sogar die selbstgepressten - und Smoothies!) nicht gut sind. Das Gleiche gilt für viele Frühstückscerealien aus dem Supermarkt, die „extra“ für Kinder beworben werden. In den meisten Fällen erlaubt die Gesundheit des Kindes hier ja auch etwas Spielraum in der Umgewöhnungsphase – so wie auch wir Erwachsene uns ab und zu ein Gläschen Wein gönnen, obwohl Wasser theoretisch gesünder wäre.

Im Alltag kannst du und solltest du also dein Kind gerne darin einbeziehen, wie es sich ernährt. Halte gesunde Snacks und Mahlzeiten bereit und sprich offen über das Thema Essen als Energiequelle und Heilmittel.

Frage dein Kind zum Beispiel, wie es sich nach Zuckerkonsum fühlt und bringe ihm bei, auf den Körper zu hören. Ist der Anflug von Hunger vielleicht nicht doch nur Durst, der durch ein frisches Glas Wasser oder schön bunten, ungesüßten Tee gelöscht werden könnte?

So unterschiedlich unsere Wege als Eltern und Kinder verlaufen und bei den verschiedenen Hürden, die das Leben dem psychologischen und körperlichen Wohlbefinden unserer Kinder manchmal leider in den Weg legt, können wir uns alle darauf konzentrieren, das Potenzial einer gesunden Ernährung zu erkennen und dies als Chance für Verbesserung zu sehen. Es lohnt sich wirklich.

Mit (viel) Geduld werden Lebensmittel so zur Unterstützung eines zufriedenen (Kinder-) Lebens und den tollen Auswirkungen einer gesunden Ernährung und der Freude am Essen steht nichts mehr im Weg!

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Ich bin Silke Krämer.

Kinder- und Jugendcoach Professional, NLP Master und Coach, EMDR Traumatherapeutin und Gymnasiallehrerin

Ich helfe Familien, wenn es Schulstress gibt und daheim die Fetzen fliegen. Außerdem unterstützte ich Mütter und Väter dabei, sich den Herausforderungen des Familienlebens selbstbewusst zu stellen.

Als Trainerin für Reflexintegration helfe ich deinem Kind, damit ihm die Schule bei Konzentrations­schwächen, Lern- und motorischen Problemen leichter fällt.

Hol dir meine Familienpost!

Erhalte kostenlos etwa alle zwei Wochen nützliches Wissen, Tipps und Denkanstöße für dich und deine Familie aus meiner Coachingpraxis. Für weniger Stress mit der Schule, ein gutes Miteinander und eine starke Persönlichkeit.