Flat Preloader Icon Wer nicht will, findet Gründe. Wer will, findet Wege.
Seite auswählen
4+4 Gründe, warum Nein sagen so wichtig und oftmals so schwer ist

4+4 Gründe, warum Nein sagen so wichtig und oftmals so schwer ist

Silke Krämer

04-2023

Erfahre, warum es so wichtig und gleichzeitig schwer ist, Nein zu sagen und Grenzen zu setzen. Erfahre außerdem, wie du liebevoll und selbstbewusst Grenzen setzen kannst, um eine gesunde Beziehung zu deinem Kind aufzubauen. Und warum ein Nein auch ein Geschenk an dein Kind sein kann.

nein sagen lernen in der erziehen

Bild von Lisa Runnels

Nein sagen bedeutet Sicherheit geben

„Wissen Sie“, sagt die enttäuschte und erschöpfte Mutter zu mir:

„Am Wochenende habe ich es ihm wieder gesagt, dass er etwas für die Schule tun muss und jetzt nicht raus kann mit seinem Freund, weil er davor den ganzen Tag vor dem Computer gezockt hat.“

Und sie erklärt mir langatmig, was sie ihm gesagt hat.

Ich frage sie, ob sie ihm das zum ersten Mal gesagt hat?

Sie verneint: „Ach was, das habe ich ihm schon hundert Mal gesagt!“

Ich frage sie, warum sie es ihm dann WIEDER erklärt hat?

Sie ist verzweifelt und fragt, was sie denn stattdessen tun solle?

Dann rutscht ihr raus, dass es ihr nie besser gehen wird, solange sich ihr Sohn so verhält.

Sie ist traurig und ratlos.

Und es schwingen Vorwürfe durch den Raum.

 

Die Mutter wünscht sich von ihrem Sohn ein erwachsenes und fürsorgliches Verhalten ihr gegenüber.

Doch er verhält sich wie ein Kind - also eigentlich ganz normal.

Er bewegt sich entlang der Grenzen, die sie ihm setzt.

Da die Mutter es - aufgrund ihrer eigenen Geschichte - nicht schafft, ihrem Sohn Grenzen zu setzen, überschreitet der Junge die „Wunschgrenzen“ der Mutter. Er nimmt ihre Worte nicht mehr ernst, weil sie eine irreale, nicht vorhandene Grenze erklären.

Man kann ihm keinen Vorwurf machen.

Erschwerend kommt hinzu, dass er so langsam in ein Alter kommt, in dem man erwartet, er solle wissen, wo die Grenze sei. Aber das schafft er nicht selbständig, denn er hat es ja nicht gelernt.

Es ist ein bisschen so, als beschliesse mein Mann, ich solle abnehmen. Allerdings stellt er zu jeder Mahlzeit einen Nusskuchen vor meine Nase. Na klar nehme ich jedes Mal ein Stück - ich liebe Nusskuchen! Und es ist ja nur EIN Stückchen. Außerdem wollte er, dass ich abnehme, nicht ich. Meine Motivation ist also relativ gering.

Abends im Bett wirft er mir dann vor, dass ich so viel Kuchen gegessen habe. Dabei sollte ich doch abnehmen. Nun ja, er hat ihn mir doch hingestellt und ich wollte eigentlich gar nicht abnehmen, denn Nusskuchen essen macht mir Spaß.

So in etwa ist es mit der Zockerei.

Dem Jungen macht sie Spaß und Lernen nicht. Also zockt er lieber. Außerdem steht der Computer in seinem Zimmer - so, wie der Nusskuchen vor meiner Nase - und ist immer verfügbar.

Die Situation ist verfahren.

Natürlich wird sich der Junge wehren, wenn man ihm jetzt die Spielzeit einschränkt. Es ist hart, auf einmal seiner „Freiheiten“ beraubt zu werden.

Außerdem hat er gelernt, dass es sich lohnt zu kämpfen, denn er gewann bisher immer. Also wird es einen riesigen Aufstand geben. Das weiß seine Mutter auch und deshalb fällt es ihr noch schwerer, ein NEIN auszusprechen.

Vier Gründe, die dich am Nein sagen hindern können

Doch was ist am Nein sagen so schwierig? Es ist doch nur ein kurzes Wort mit vier Buchstaben. Wo ist das Problem?

Warum das Nein sagen vielen so schwer fällt, hat verschiedene Ursachen. Manchmal kommen auch mehrere Gründe zusammen und die meisten resultieren aus der eigenen Vergangenheit.

1. Angst vor Zurückweisung

Wenn eine Mama Angst vor Zurückweisung hat, weil sie als Kind selbst immer gefallen musste, um von ihren Eltern Zuwendung, Aufmerksamkeit und Liebe zu bekommen, ist dieses Muster sehr fest und tief verankert.

Dann fällt es ihr als erwachsene Frau immer noch schwer, jemandem etwas zu sagen, was dem Gegenüber mißfallen könnte. In solch einem Fall gehen sofort die Alarmglocken los und lösen ein Gefühl der Unsicherheit aus.

Wenn das Kind dann anfängt zu toben und zu schreien und ein Machtkampf beginnt, verliert die Mama irgendwann die Nerven. Sie fühlt sich hilflos, ohnmächtig, verzweifelt und schuldig.

Wenn das immer wieder so ist, ist es genau dieses Muster, das dann immer wieder abläuft: Die Mutter weiß, dass sie Nein-sagen sollte, sie hat jedoch unterbewusst Angst vor Zurückweisung, weil das Nein auf Ablehnung treffen wird. Sie wird unsicher. Die Unsicherheit schwächt sie. Sie gibt am Ende nach.

2. Als Kind wurde die Mama mit ihren eigenen Bedürfnissen nicht gesehen

Sie durfte nie einen Aufstand machen. Das führte dazu, dass sie als Kind gelernt hat, ihre Bedürfnisse zurück zu stecken.

Nun ist das Nein sagen zwar zum Wohle des Kindes, doch fühlt es sich für die Mama so an, als wäre es „ihr“ Nein. Wenn man nie ernst genommen und gehört wird, lernt man nicht, seine Meinung und sich selbst zu vertreten. Also wird man es als Erwachsener auch nicht schaffen.

3. Das schlechte Gewissen

Die Mama hat ein schlechtes Gewissen, weil zum Beispiel die Geburt des Kindes schwierig war, sie getrennt lebt oder eine schwere Trennungsphase hinter sich hat.

Vielleicht galt es eine Tief-Phase im Leben zu durchleben, während derer wenig Zeit und Aufmerksamkeit für das Kind blieb, vielleicht gab es eine Depression in der Familie, oder das Kind war schwer krank.

Sie denkt dann, sie müsse alles wieder gut machen und packt ihr Kind deshalb in Watte.

4. Ein zu großes Harmoniebedürfnis

Durch ein zu großes Harmoniebedürfnis vernachlässigt die Mama ihre eigenen Bedürfnisse, was Stress und psychische Belastungen verursacht. Sie geht Streit und Ärger aus dem Weg.

Ursachen können ihre eigene Erziehung und ihr soziales Umfeld sein. Ein tief verwurzeltes Muster im Erwachsenenalter entsteht oft, wenn man als Kind es anderen immer recht machen musste.

All diese Muster sitzen tief im Unterbewusstsein. Wenn man sie nicht erkennt und auflöst, werden sie immer wieder hoch kommen und der Kreislauf wird so ewig weitergehen, bis das Kind auszieht. Doch dann geht es womöglich mit dessen Kindern genauso weiter.

Schon alleine um den Kreislauf zu durchbrechen lohnt es sich, das Nein sagen zu lernen.

Was passiert, wenn man seine alten Muster aufgelöst hat? Nein, man mutiert nicht zum Oberfeldwebel, der bei jeder Gelegenheit ein Nein durch den Raum schmettert. Man wird seinem Kind eine ruhige, gelassene und liebevolle Führungsperson sein, die sieht, was es wirklich braucht. Der Blick öffnet sich nach außen. Man ist selbstbewusst, konsequent und ehrlich.

Schafft man es, im richtigen Moment ein klares, ehrliches und liebevolles Nein zu sagen, wird das Kind viel lernen.

Vier Gründe, für die es sich lohnt, Nein sagen zu lernen

Kann ein Nein ein Geschenk für ein Kind sein?

Jeder Mensch hat die Grundbedürfnisse nach Nahrung, Schlaf, Wasser und Luft.
Genauso wichtig für das gute Gedeihen eines Kindes ist es, dass seine emotionalen Grundbedürfnisse befriedigt sind.

Diese sind: Liebe, Grenzen und Sicherheit.

1. Nein sagen bedeutet Sicherheit geben

Damit ein Kind sich sicher fühlen kann, sollten seine Hauptbindungspersonen ihm gegenüber zuverlässig, berechenbar und gerecht handeln. Das gibt dem Kind die Sicherheit, die es als junger Mensch braucht. Es möchte sich in sicheren Händen wissen, sich auf seine Eltern verlassen können und nicht die Verantwortung übernehmen müssen, für die es noch gar nicht reif genug ist, sie zu tragen.

In immer der selben Situation Nein zu sagen gibt diese Sicherheit. Das Kind lernt sein Gegenüber einzuschätzen. Das spart viel Energie und Reiberei, weil es nicht ständig hinterfragen muss. Es spürt, dass Mama oder Papa hinter dem stehen, was sie sagen und das gibt einen Rahmen vor. Einen Rahmen, in dem man sich sicher bewegen kann.

Ein Nein auszusprechen, weil man gerade wütend ist, weil der Chef auf der Arbeit einem blöd kam, ist nicht das Nein, um das es hier geht. Das Nein dient nicht zur Demonstration von willkürlicher Macht.

Wir sprechen über das wegweisende Nein.

Es ist in etwa so zu verstehen, wie beim Ostereier suchen das heiß und kalt. Das kalt wird nicht als Bestrafung empfunden, sondern als Wegweiser zum Ei.

2. Nein sagen bedeutet sich ernst nehmen

Wer keine Grenze durch ein klares „nein, das will ich nicht“, einfordert, vermittelt dem anderen, dass man ihn nicht ernst nehmen muss, weil er sich selbst ja gar nicht ernst nimmt.

Das Kind spürt, dass es Mama oder Papa rumkriegen kann durch Wutausbrüche, weil sich die Eltern selbst so unsicher sind. Das Kind übernimmt dann die Führung. Es weiß, dass es schlussendlich doch als Sieger aus dem Ring gehen wird, also bleibt es eisenhart.

Wie soll es auf die Idee kommen, Mama oder Papa zu respektieren, wenn sie sich selbst nicht respektieren?

3. Ein Nein stärkt die Resilienz

Impulskontrolle und Widerstandskraft bzw. Resilienz eines Kindes werden gestärkt, wenn es lernt damit zu leben, dass sich seine Wünsche nicht immer verwirklichen lassen.

Nur durch ein Nein kann es lernen, ein Nein zu akzeptieren.

Sicherlich wird es später im Leben mit einigen Neins klar kommen müssen, sodass sich diese Lektion auf jeden Fall lohnt.

4. Lernen, Grenzen zu respektieren

Im sozialen Miteinander ist es essentiell, die Grenzen der anderen respektieren zu können.

Wer aufgewachsen ist, indem er nur seine eigenen Bedürfnisse einfordert, jedoch nie auf die der anderen eingeht und deren Grenzen respektiert, wird es später schwer haben. Sei es bei der Teamarbeit im Job, im Sportverein oder im Freundeskreis.

Im schlimmsten Fall wird es ausgeschlossen werden.

Man tut dem Kind damit also wirklich keinen Gefallen.

Das Nein sagen lernen und ausprobieren

Auch wenn es viele Erklärungen gibt, warum man nicht Nein sagen kann, ist die Schwere der Konsequenz des Nicht-Nein-Sagens offensichtlich.

Meine Auflistung der Gründe, warum sich Nein sagen immer wieder lohnt, möchte dir dabei helfen, dich zu motivieren, nach deinen eigenen Mustern zu suchen, um sie auflösen zu können.

Nicht immer ist das einfach - und es ist möglich!

Übrigens gibt es auch Kinder, die lange Erklärungen hassen und eine klare Ansage bevorzugen. Probiere doch mal aus, welcher Typ dein Kind ist. Sag einfach mal nein und mache einen Punkt dahinter.

Warte ab, was passiert.

Vielleicht klappt es ja sogar und es ist viel einfacher, als du jemals gewagt hattest zu hoffen. Und du wirst sehen, dass jedes weitere nein immer leichter werden wird.

Gleichzeitig wird sich dein Kind entspannen, weil du zu einer zuverlässigen, berechenbaren und respektvollen Führungsperson geworden bist.

reflexintegration-frühkindliche-reflexe-silke-kraemer

Ich bin Silke Krämer.

Kinder- und Jugendcoach Professional, NLP Master und Coach, EMDR Traumatherapeutin und Gymnasiallehrerin

Ich helfe Familien, wenn es Schulstress gibt und daheim die Fetzen fliegen. Außerdem unterstützte ich Mütter und Väter dabei, sich den Herausforderungen des Familienlebens selbstbewusst zu stellen.

Als Trainerin für Reflexintegration helfe ich deinem Kind, damit ihm die Schule bei Konzentrations­schwächen, Lern- und motorischen Problemen leichter fällt.

Hol dir meine Familienpost!

Erhalte kostenlos etwa alle zwei Wochen nützliches Wissen, Tipps und Denkanstöße für dich und deine Familie aus meiner Coachingpraxis. Für weniger Stress mit der Schule, ein gutes Miteinander und eine starke Persönlichkeit.

Verhalten und Gesundheit von Kindern – Was hat die Ernährung damit zu tun?

Verhalten und Gesundheit von Kindern – Was hat die Ernährung damit zu tun?

Silke Krämer

07-2021

„Du bist, was du isst“

Dieses Sprichwort ist sicherlich jedem von uns bekannt – und es enthält viel Wahrheit, für uns Erwachsene und auch für unsere Kinder. Essen liefert uns die Energie zum Leben und somit ist es unglaublich wichtig, dass wir diese Energiequelle auch richtig nutzen. Neben den direkten, medizinisch erwiesenen Vorteilen einer vollwertigen Ernährung, spielt wie und wann wir essen auch eine sehr wichtige Rolle im Wohlbefinden unserer Kinder.

schule_lernen_mit_weniger_druck

Bild von Jill Wellington

Damit du diese Verantwortung nicht als Belastung, sondern als Chance sehen kannst, habe ich dir in diesem Blogbeitrag in Zusammenarbeit mit der Ernährungsexpertin Sina Silberberger einige wichtige Informationen zum Zusammenspiel zwischen Essen und dem körperlichen und psychischen Zustand im menschlichen Körper, sowie konkrete Tipps zur gesunden Ernährung deiner Kinder zusammengestellt.

Verhalten und Gesundheit von Kindern - Was hat die Ernährung damit zu tun? 1

Sina Silberberger ist Ernährungswissenschaftlerin und zertifizierte Ernährungsberaterin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE). Sie hat Ernährungswissenschaften an der Universität Jena (Bachelor) und Ernährungsmedizin in Hohenheim (Master) studiert.

Ihre Beratungsschwerpunkte sind die Ernährung in der Schwangerschaft und Stillzeit, die Ernährung von Kindern und Jugendlichen sowie die Ernährung im Kraftsport.

Der Darm: intelligenter Übersetzer zwischen Essen und Körper

Bereits die ältesten Kulturen dieser Welt wussten, was uns die moderne Medizin auch heute bestätigt: Der Darm wird mit seinem riesigen Netzwerk an Nervenzellen „das zweite Gehirn“ genannt.

Mit Verbindungen zu unserem Immunsystem, dem Stoffwechsel und dem Gehirn ist dieses Organ mit dafür verantwortlich, dass alle guten Nährstoffe aus dem Essen auch optimal verwertet werden können. Stoffe wie zum Beispiel Omega-3-Fettsäuren, die essentiell für die Gehirnfunktion sind, kommen bei richtiger Ernährung über den Darm in den Körper.

Mit einer Überzahl an guten Darmbakterien, die beispielsweise durch sogenannte pro- und präbiotische Lebensmittel wie Sauerkraut, Hülsenfrüchte oder Beeren gefördert werden, kann das Verdauungssystem gutes Essen richtig aufnehmen und an den restlichen Körper weitergeben.

Genauso wirkt sich eine gestörte Darmflora auch auf den restlichen Körper aus: Wenn der Darm nicht gesund ist, sind kurzfristige und langfristige negative Effekte, beispielsweise auf das Gehirn, möglich.

Verhalten und Gesundheit von Kindern - Was hat die Ernährung damit zu tun? 2

Ernährung und Verhalten: Ein komplexes Zusammenspiel

Deshalb lohnt es sich, bei ungewöhnlichem Verhalten eines Kindes auch dessen Ernährung nach möglichen Übeltätern zu untersuchen.

So können sich zum Beispiel ADHS-Symptome durch Gluten-Verzicht verbessern. Und Zucker, der zwar kein bewiesener ADHS-Auslöser ist, kann trotzdem einen negativen Einfluss auf das Verhalten eines Kindes mit ADHS haben.

Mit Abstand zu genießen: Zucker

Als Stoff, der aufgrund seiner Wirkung von internationalen, unabhängigen Experten wie eine Droge behandelt wird und bei Verzicht echte Entzugserscheinungen auslösen kann, lohnt es sich, den Zuckergehalt von Lebensmitteln gerade bei Kindern genauer im Blick zu behalten.

Wir alle wissen, dass beispielsweise der hohe Zuckeranteil in natürlichem Obst in den richtigen Mengen und durch die Kombination mit den anderen Komponenten im Obst, wie Ballast- und Mineralstoffen, nicht schädlich ist. Deshalb sollte dieses auch möglichst „komplett“ verzehrt werden, also nicht als Saft, denn bei diesem sind die wertvollen Bestandteile nicht enthalten.

Die wahren Übeltäter jedoch sind die versteckten Zusätze, die im Großteil der verpackten Lebensmittel enthalten sind. Besonders schädlich sind zugesetzte Fructose und zudem alle Süßstoffe, da deren Sicherheit immer noch nicht wissenschaftlich bewiesen ist. Diese Zuckerarten vermindern die Fähigkeit des Gehirns, den Energiegehalt der Nahrung wahrzunehmen und unterbrechen den Signalweg, mit dem unsere Organe dem Gehirn sagen, dass wir satt sind.

Zahlreiche Studien belegen, dass eine Umstellung auf gesunde Ernährung – so schwer diese auch sein kann – langfristig die Entzündungswerte senkt, Gehirngesundheit fördert und auch die Stimmung und eigen wahrgenommenes Wohlbefinden des jeweiligen Kindes sich verbessern.

Gerade bei Kindern, die mit ihrer psychischen und körperlichen Gesundheit Probleme haben, können Eltern hier über eine gesunde Ernährung zu deren Besserung beitragen und den Prozess positiv beeinflussen.

Ernährung: Auf dem Weg zur guten Stimmung

Sind Kinder niedergeschlagen, antriebslos oder haben Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren und zu schlafen, so hängt auch dies oft mit der Ernährung zusammen. Es kann eine Nahrungsmittelintoleranz hinter diesem Verhalten stecken oder aber auch eine falsche Ernährungsweise: oft kann das Problem durch mehr Omega-3-Fettsäuren (beispielsweise in Nüssen oder fettem Seefisch), ausreichende Zunahmen von Flüssigkeit (natürlich ohne Zucker) und einer generell guten Qualität der Ernährung behoben werden.

Unruhe hängt oft mit starken Blutzuckerschwankungen zusammen, die durch zuckerhaltige Lebensmittel – häufig natürlich Junk- / Convenience-Food – ausgelöst werden. Da gerade Frühstückzerealien für Kinder eine sehr hohe Menge an Zucker enthalten, lohnt es sich schon auf einen guten Start in den Tag zu achten.

Eine Kombination verschiedener Nährstoffe, Proteine und Ballaststoffe ist hier der richtige Ansatz: lecker sind z.B. Vollkornbrot mit Käse oder Ei und Obst oder Gemüse, auch Joghurt mit ungezuckerten Getreideflocken und Beeren sind ebenso beliebt wie gesund. Und Achtung: Viele Müslis sollten eher in der Süßwarenabteilung stehen, statt vorzugaugekeln, sie hätten irgend etwas mit gesunder Ernährung zu tun.

Sind Kinder niedergeschlagen, antriebslos oder haben Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren und zu schlafen, so hängt auch dies oft mit der Ernährung zusammen. Es kann eine Nahrungsmittelintoleranz hinter diesem Verhalten stecken oder aber auch eine falsche Ernährungsweise: oft kann das Problem durch mehr Omega-3-Fettsäuren (beispielsweise in Nüssen oder fettem Seefisch), ausreichende Zunahmen von Flüssigkeit (natürlich ohne Zucker) und einer generell guten Qualität der Ernährung behoben werden.

Unruhe hängt oft mit starken Blutzuckerschwankungen zusammen, die durch zuckerhaltige Lebensmittel – häufig natürlich Junk- / Convenience-Food – ausgelöst werden. Da gerade Frühstückzerealien für Kinder eine sehr hohe Menge an Zucker enthalten, lohnt es sich schon auf einen guten Start in den Tag zu achten.

Eine Kombination verschiedener Nährstoffe, Proteine und Ballaststoffe ist hier der richtige Ansatz: lecker sind z.B. Vollkornbrot mit Käse oder Ei und Obst oder Gemüse, auch Joghurt mit ungezuckerten Getreideflocken und Beeren sind ebenso beliebt wie gesund. Und Achtung: Viele Müslis sollten eher in der Süßwarenabteilung stehen, statt vorzugaugekeln, sie hätten irgend etwas mit gesunder Ernährung zu tun.

Verhalten und Gesundheit von Kindern - Was hat die Ernährung damit zu tun? 3

Bild von Steve Buissinne

Kinder haben eigene Köpfe: Ernährung spielerisch gestalten

Wie bei allen Themen, die ich behandle, gilt es natürlich für dich und dein Kind die beste Lösung zu finden. Ein Beispiel, das mich hier oft zum Lächeln bringt, ist eine frühere Klassenkameradin, der Süßigkeiten zuhause strengstens verboten wurden – deshalb kannte sie ihre Grenzen nicht und futterte sich auf Kindergeburtstagen oft den Bauch so voller Schokolade, dass sie mit Bauchschmerzen früher abgeholt werden musste.

So ist es äußert wichtig, jedem Kind zu erklären, weshalb Süßigkeiten oder auch zuckerhaltige Getränke (dazu zählen übrigens auch Fruchtsäfte - sogar die selbstgepressten - und Smoothies!) nicht gut sind. Das Gleiche gilt für viele Frühstückscerealien aus dem Supermarkt, die „extra“ für Kinder beworben werden. In den meisten Fällen erlaubt die Gesundheit des Kindes hier ja auch etwas Spielraum in der Umgewöhnungsphase – so wie auch wir Erwachsene uns ab und zu ein Gläschen Wein gönnen, obwohl Wasser theoretisch gesünder wäre.

Im Alltag kannst du und solltest du also dein Kind gerne darin einbeziehen, wie es sich ernährt. Halte gesunde Snacks und Mahlzeiten bereit und sprich offen über das Thema Essen als Energiequelle und Heilmittel.

Frage dein Kind zum Beispiel, wie es sich nach Zuckerkonsum fühlt und bringe ihm bei, auf den Körper zu hören. Ist der Anflug von Hunger vielleicht nicht doch nur Durst, der durch ein frisches Glas Wasser oder schön bunten, ungesüßten Tee gelöscht werden könnte?

So unterschiedlich unsere Wege als Eltern und Kinder verlaufen und bei den verschiedenen Hürden, die das Leben dem psychologischen und körperlichen Wohlbefinden unserer Kinder manchmal leider in den Weg legt, können wir uns alle darauf konzentrieren, das Potenzial einer gesunden Ernährung zu erkennen und dies als Chance für Verbesserung zu sehen. Es lohnt sich wirklich.

Mit (viel) Geduld werden Lebensmittel so zur Unterstützung eines zufriedenen (Kinder-) Lebens und den tollen Auswirkungen einer gesunden Ernährung und der Freude am Essen steht nichts mehr im Weg!

reflexintegration-frühkindliche-reflexe-silke-kraemer

Ich bin Silke Krämer.

Kinder- und Jugendcoach Professional, NLP Master und Coach, EMDR Traumatherapeutin und Gymnasiallehrerin

Ich helfe Familien, wenn es Schulstress gibt und daheim die Fetzen fliegen. Außerdem unterstützte ich Mütter und Väter dabei, sich den Herausforderungen des Familienlebens selbstbewusst zu stellen.

Als Trainerin für Reflexintegration helfe ich deinem Kind, damit ihm die Schule bei Konzentrations­schwächen, Lern- und motorischen Problemen leichter fällt.

Hol dir meine Familienpost!

Erhalte kostenlos etwa alle zwei Wochen nützliches Wissen, Tipps und Denkanstöße für dich und deine Familie aus meiner Coachingpraxis. Für weniger Stress mit der Schule, ein gutes Miteinander und eine starke Persönlichkeit.

Reflexintegration natürlich unterstützen

Reflexintegration natürlich unterstützen

Silke Krämer

05-2021

Wenn sich Eltern mit ihrem Kind für die Reflexintegration an mich wenden, liegen Geburt, Säuglingsalter und Kleinkindphase oft schon längst hinter ihnen. Dennoch erwartet die ein oder andere Mama später selbst noch einmal Nachwuchs oder es ist jemand im Bekanntenkreis oder der Familie gerade schwanger.

Und so werde ich immer wieder gefragt: „Was kann man denn tun, um die Reflexintegration auf natürliche Weise zu unterstützen?“

fruhkindliche-reflexe-kind-motorik

Deshalb möchte ich dir in diesem Beitrag Ideen geben, wie du dein Kind bei der natürlichen Reflexintegration unterstützten kannst. Bei allem was folgt ist eines wichtig: Obwohl es sich um wissenschaftliche Erkenntnisse handelt, sind alle Tipps mit einer durchschnittlichen Schwangerschaft und Geburt im Hinterkopf formuliert.

Solltest du aus medizinischen Gründen zum Beispiel viel Zeit der Schwangerschaft im Liegen verbracht haben oder hast etwa einen Notfall-Kaiserschnitt hinter dir, mache dir bitte keine Gedanken, wenn du einige Hinweise nicht befolgen kannst bzw. konntest.

Jedes Mama-Kind-Paar geht einen anderen Weg und dank toller Methoden wie der Reflexintegration gibt es für jeden die beste Unterstützung!

Reflexintegration - das kannst du in der Schwangerschaft tun

Für dein Baby ist es schon während der Schwangerschaft wichtig, dass es möglichst vielen Bewegungsreizen ausgesetzt ist. Geh also gerne häufig spazieren und bewege dich anderweitig, wenn du es kannst. In manchen Fällen ist dies natürlich nur sehr eingeschränkt möglich und deshalb gilt: so viel, wie dir und deinem Baby guttut!

Auch Atemübungen sind unglaublich hilfreich dabei, Entspannung körperlich an dein Baby weiterzuvermitteln. Ganz wichtig hierbei: nicht den Atem anhalten! Für Anleitung kann ich das Buch »ElternWissen. Yoga in der Schwangerschaft« von Francoise Barbira Freedman empfehlen.

Ein weiterer Tipp: Sprich schon während der Schwangerschaft viel mit deinem Kind. Und das kann auch nur in Gedanken sein – sende deinem Baby positive Gefühle, sag ihm, wie sehr du dich auf es freust und streichle es durch deine Bauchdecke hindurch. Dies stärkt eure enge Bindung weiter.

Geburt - so beeinflusst sie die Reflexintegration

streit-mit-kind-familie-trigger

Ob wir uns für einen Wunschkaiserschnitt entscheiden oder für eine natürliche Geburt ist so ziemlich das Einzige, worauf wir Einfluss haben – sofern ein Kaiserschnitt nicht medizinisch indiziert ist. Oft verläuft die Geburt anders als erwartet und nicht selten fühlt man sich als frischgebackene Mama auch nicht ganz wohl mit diesen Änderungen.

Eine natürliche Entbindung, wenn sie denn gewollt ist, kann selbstverständlich ein unglaubliches Erlebnis sein, doch sie ist keinesfalls die einzige Voraussetzung für ein gesundes und glückliches Baby!

Wenn ein natürlicher Geburtsvorgang stattfindet, so unterstützen der Spinale Galant Reflex, der ATNR (Asymmetrisch Tonischer Nackenreflex) und der TLR (Tonischer Labyrinth-Reflex) diesen Prozess.

Im Verlauf der Geburt werden diese Reflexe so richtig aktiviert und können sich dadurch später zurückbilden: denn jeder Reflex braucht eine ausreichend lange aktive Phase, um dann abgebaut werden zu können.

Aktiv kann der Reflex nur sein, wenn in seinem vollen Umfang gebraucht wird und deshalb nimmt die natürliche Entbindung eine wichtige Rolle für die Reflexaktivität ein.

Babyalter - eine wichtige Zeit für die natürliche Reflexintegration

streit-mit-kind-familie-trigger

Im Babyalter ist es wichtig, dass dein Kind schon früh immer wieder in Bauchlage liegen kann. Mit 4 Wochen, wenn das Baby beginnt, in dieser Bauchlage den Kopf zu heben, beginnt die Entwicklung des Landau Reflexes.

Dazu gehört der sogenannte obere Landau, bei dem das Baby mit 2-3 Monaten den Oberkörper mit dazu anhebt und der unteren Landau im Alter von 4 Monaten, der die Beine mit ins Spiel bringt.

Nach ausreichender Nutzung dieser Bewegungen sollte der Landau Reflex letztendlich mit drei Jahren vollständig integriert, also ausreichend verwendet und dadurch abgebaut, sein.

Unterstützen kannst du dein Baby hier mit:

  • Fingerspielen, Schaukeln, Wippen und den aus gutem Grund weit bekannten Spielchen wie Hoppe Hoppe Reiter, Engele-Engele-Flieg oder dem Butterstampfen.
  • Viel Augenkontakt.
  • Einem Babyspielplatz auf einer großen Decke auf dem Boden mit viel freier und uneingeschränkter Bewegungsmöglichkeit. Das Baby lernt, seinen Körper zu verwenden: sich umzudrehen, seine Füße oder Gegenstände zu greifen und möglicherweise sogar schon in deren Richtung zu robben.
  • Einem gut gefederten Kinderwagen, in denen das Baby auch mal auf dem Bauch liegen kann. Früher gab es so tolle Kinderwägen mit Fenstern, wo das Baby in Bauchlage rausschauen konnte.
  • Möglichst wenig Zeit, in der die Bewegungsfähigkeit des Babys eingeschränkt ist, wie in einer Babywippe oder einer Babyschale.
  • Anreizen, den Kopf auf beide Seiten zu drehen. Lege hierfür zum Beispiel Spielzeuge oder dich selber auf die Seite, zu der dein Baby den Kopf nicht so gerne dreht und sprich mit ihm.

Wenn das Baby sich frei auf dem Boden bewegt, lernt es auf natürliche Weise, irgendwann auch seine Körpermitte zu überkreuzen und zum Beispiel mit der rechten Hand auch nach dem linken Fuß zu greifen und so den vorhin bereits erwähnten ATNR Reflex zu integrieren.

Kleinkindalter - Reflexintegration braucht Bewegung

Im Kleinkindalter ist viel Bewegung im Freien klasse, bei der dein Kind durch natürliches Licht auch die Augen trainieren kann. Laufen, Klettern, Springen und Hüpfen auf natürlichem und unebenem Untergrund fördern spielerisch den Gleichgewichtssinn und die visuelle Wahrnehmung.

Unterschiedliche Reize, die das ganze Sinnes-System ansprechen, wie verschiedene Töne, Gesang (besonders die hohen Töne beim Singen von Kinderliedern), Fingerspiele und taktile Reize helfen dabei, dass dein Kind sich voll und ganz entfalten kann.

Neben einer vollwertigen Ernährung gehört zur gesunden Entwicklung genügend Bewegung. Tatsächlich wird immer wieder unterschätzt, wie viel Bewegungsfreude und -drang in so einem jungen Körper steckt und wie körperlich belastbar unsere kleinen Menschen sind.

Kinder brauchen keine Süßigkeiten und keinen Fernseher, sondern Liebe, Unterstützung und Spaß an der frischen Luft.

Die einfachsten, alltäglichen Dinge unterstützen eine gesunde Entwicklung deines Kindes: viele kleine Schritte machen einen großen Unterschied!

Wie gefällt dir mein Beitrag?

Hinterlasse mir einen Kommentar unten auf dieser Seite oder auf Facebook, teile den Artikel gerne oder schreib mir. Ich freue mich auf dein Feedback!

Kostenloser Onlinecheck Reflex­integration

reflexintegration-fragebogen-frühkindliche-reflexe

Ob frühkindliche Reflexe der Ursprung deiner Sorgen sein könnten, kannst du hier herausfinden.

Du erhältst unmittelbar eine individuelle Auswertung für dein Kind. Der Fragebogen prüft eine Vielzahl von erforschten Symptomen ab, die auf die Aktivität von frühkindlichen Reflexen hindeuten können. Der Check umfasst 105 Fragen in elf Bereichen rund um die Entwicklung deines Kindes.

Du erfährst, wie viele Indikatoren auf aktive Reflexe bei deinem Kind hindeuten und welche frühkindlichen Reflexe möglicherweise noch aktiv sind. Auf Wunsch sende ich dir die Auswertung sofort per E-Mail zu.

reflexintegration-frühkindliche-reflexe-silke-kraemer

Ich bin Silke Krämer.

Kinder- und Jugendcoach Professional, NLP Master und Coach, EMDR Traumatherapeutin und Gymnasiallehrerin

Ich helfe Familien, wenn es Schulstress gibt und daheim die Fetzen fliegen. Außerdem unterstützte ich Mütter und Väter dabei, sich den Herausforderungen des Familienlebens selbstbewusst zu stellen.

Als Trainerin für Reflexintegration helfe ich deinem Kind, damit ihm die Schule bei Konzentrations­schwächen, Lern- und motorischen Problemen leichter fällt.

Hol dir meine Familienpost!

Erhalte kostenlos etwa alle zwei Wochen nützliches Wissen, Tipps und Denkanstöße für dich und deine Familie aus meiner Coachingpraxis. Für weniger Stress mit der Schule, ein gutes Miteinander und eine starke Persönlichkeit.

Streit mit meinem Kind: So vermeidest du die Eskalation.

Streit mit meinem Kind: So vermeidest du die Eskalation.

Silke Krämer

02-2021

In Streitsituationen geht oft alles ganz schnell: Einer macht eine unvorsichtige Bemerkung, die zweite Person greift dies als Attacke auf und plötzlich explodiert die Stimmung. Oft rutschen dann böse Kommentare heraus, die man nicht mehr zurücknehmen kann, so sehr man sich dies später mit einem klaren Kopf auch wünscht.

Du hast das bestimmt auch schon einmal erlebt. Während du vielleicht schon ein Bild von solch einer Situation in deinem Kopf hast, fragst du dich, wie du das eigentlich vermeiden kannst. Meistens fühlen wir uns doch schlecht nach solch einer Eskalation.

streit-eskalation-kind-familie-gorilla

Streit und Stressreflexe: Werde dir deiner Ur-Trigger bewusst

Wenn du solche Eskalationen vermeiden möchtest, ist es zuerst einmal wichtig, dass du dir darüber bewusst wirst wo die Auslöser, oder Trigger, einer extremen Reaktion bei dir selber liegen. Dann kann im nächsten Schritt daran gearbeitet werden, diesen Triggern ihre emotionale Macht zu nehmen und dadurch ungewollt starke Reaktionen besser kontrollieren zu können – schließlich sind die negativen Gefühle in Streitsituationen für keinen der Beteiligten angenehm.

Um zu erklären, wie tief solche emotionalen Reaktionen liegen, möchte ich mit einer kleinen Geschichte über sogenannte Stressreflexe beginnen: Stell dir vor, du bist als Steinzeit-Kind (denn aus dieser Zeit stammen ja die Gehirnstrukturen, die wir heute noch haben) mit deinen Eltern im Wald zum Beeren sammeln unterwegs.

Plötzlich siehst du auf der nächsten Lichtung einen großen Bären und gleichzeitig kommt deine Mutter und warnt dich, dass du sofort ganz still sein musst. Denn wenn der Bär dich sieht, wird er dich fressen – ein Ausgang, den jedes Gehirn evolutionsbedingt natürlich vermeiden möchte. In diesem Moment lernt dein Gehirn also, über die Angst deiner dich warnenden Mutter, dass Bären gefährlich sind.

Der Bär wird zu einem Trigger des Stressreflexes und wenn du das nächste Mal einen Bären siehst, wird dein sympathisches Nervensystem seine Angst-Alarmglocken läuten: vielleicht schlägt das Herz spürbar schneller, die Atemfrequenz erhöht sich, die Hände werden schwitzig.

Im Hintergrund schüttet dieses System jetzt massig die Stresshormone Adrenalin und Cortisol aus und koppelt sofort den Kortex (auch Großhirnrinde) ab, der für logisches und geplantes Denken zuständig ist. Alle Funktionen, die nicht direkt überlebensnotwendig sind (zum Beispiel die Verdauung) werden eingestellt. Schließlich geht es jetzt darum, sicher zu bleiben und nicht erst einmal darüber nachzudenken ob dieser hellere, flauschige Bär vielleicht schon zu Mittag gegessen hat und man ihn also doch mal streicheln könnte – nein, das Gehirn hat nur ein Ziel: Überleben!

streit-mit-kind-familie-trigger

Bild von Jdaypix

Blackout: Das neue Totstellen

Im 21. Jahrhundert kommen einem solche Beispiele natürlich etwas extrem vor, denn glücklicherweise geht es in Konflikt- und Stresssituationen nicht mehr oft um das bloße Überleben selber. Der Trigger-Mechanismus des sympathischen Nervensystems funktioniert aber trotzdem auf die gleiche Art und Weise und sorgt dafür, dass deine Gefühle stärker sind als das logische Denken.

Stell dir zum Beispiel dein Kind in einer wichtigen Klassenarbeit vor: neben dem Zeitdruck und der Hektik, die wir als Erwachsene natürlich mit dieser Situation verbinden, ist es gut möglich, dass dein Kind sich auch komplett hilflos fühlt. Wie der Bär im Wald wird die Klassenarbeit zu einem Trigger und weil man in einem Klassenzimmer mit einer ‚bösen‘ Klassenarbeit weder gut kämpfen noch wegrennen kann, bleibt nur noch eines: totstellen.

Die Stresshormone, die das sympathische Nervensystem ausschüttet, sind so stark, dass es zu einem Blackout (dem „neuen Totstellen“) kommt und das Gelernte gar nicht mehr abgerufen werden kann.

Auch wenn dein Kind sich rational vielleicht sogar darüber bewusst ist, dass es nicht in Gefahr ist, so ist der Pfad dieser Gefühle so tief in die Evolution unserer Gehirne eingetrampelt, dass es viel bewusste Anstrengung kostet dem Gehirn zu zeigen, dass es nicht in Lebensgefahr schwebt.

kind-familie-werte

Hast du oder dein Kind immer die gleichen Trigger?

Wie vorhin beschrieben spielen die Trigger als Auslöser starker Reaktionen auch in Streitsituationen eine wichtige Rolle: beobachte einmal, wann ein Konflikt mit deinem Kind eskaliert. Häufig sind es ähnliche Auslöser – ein Blick, ein Satz, eine Geste – die uns immer wieder auf die Palme bringen.

Auch bei sogenannten psychologischen Spielchen kann das passieren. Ein klassisches Beispiel hierfür wäre, wenn dein Kind von der Schule nach Hause kommt und überhaupt gar nicht auf deine Fragen zu den Ereignissen des Tages oder den anstehenden Hausaufgaben einsteigt: schnell wirst du dich durch dieses Abprallen-lassen deiner Fragen frustriert fühlen und vielleicht entsteht dadurch sogar ein Streit.

Dabei geht es dann gar nicht mehr um die vordergründigen, organisatorischen Fragen, denn wenn dein Kind dir sagen würde: ‚Mama, ich bin jetzt einfach zu müde und möchte das später besprechen.‘, würdest du dich gleich anders fühlen.

Sobald der Trigger deine emotionale Reaktion ausgelöst hat geht es vielmehr darum, wie du dich fühlst, weil dein Gesprächspartner nicht auf dich einsteigt.

So unterbrichst du den Kreislauf

Wenn du also diese Trigger bei dir selber beobachtest und kennenlernst, wird das helfen den Kreislauf zu unterbrechen, der letztendlich zu der für dich und andere negativen Reaktion und zum Streit führt.

Eine gute Möglichkeit um diesen psychologischen ‚Muskel‘ zu trainieren, der den negativen Kreislauf rechtzeitig unterbrechen kann ist die Traumreise.

Hierfür möchte ich dich dazu einladen, dir einen sicheren Ort in deinem Kopf zu schaffen. Wähle einen Ort, der dir nicht verloren gehen kann: dein altes Kinderzimmer das es schon nicht mehr gibt ist also geeignet, während dein jetziges Schlafzimmer das du durch einen Umzug ‚verlieren‘ könntest nicht verwendet werden sollte.

An deinem Ort solltest du alleine sein und keine lebenden Personen oder Haustiere mitnehmen. Falls du doch unbedingt Gesellschaft möchtest, sollte diese in Form von Wesen sein, die es nicht gibt oder die nicht mehr auf dieser Welt sind. Wenn du dir deinen Ort klar vorstellen kannst, bringe die Gefühle dazu, die dir in der Konfliktsituation fehlen und dir helfen würden: möchtest du dich ruhiger fühlen? Souverän und gelassen? Oder frei statt eingeengt und gefangen?

Nimm mit, was auch immer dir nützlich erscheint. Mache diese Gefühle ganz groß und konzentriere dich darauf. Dann kannst du die Traumreise beginnen. Am besten sollte sie für drei Wochen jeden Tag ein Mal gemacht werden.

Wenn du jetzt das nächste Mal in eine Situation kommst, in der es einen Trigger für dich gibt, greife auf dieses Training aus der Traumreise zurück und rufe deinen sicheren Ort ab.

Manchmal kann eine räumliche Trennung, wie ein kurzer Ausflug zur Toilette, auch hilfreich sein, damit du dort an deinen sicheren Ort gehen kannst. Je öfter du an deinen sicheren Ort gehst, desto schneller kannst du ihn dann als Anker in schwierigen Situationen wiederfinden und ihn nutzen, um dich entspannter zu fühlen.

Das Abrufen der positiven Gefühle deines sicheren Ortes wird dein sympathisches Nervensystem wieder beruhigen, sodass es aufhört Adrenalin und Cortisol auszuschütten: du wirst ruhiger und kannst wieder klar denken.

familie-ziele-werte

Worum ging es eigentlich im letzten Streit?

Vielleicht kannst du dann auch erkennen, dass Konflikte oft gar nicht das sind, wofür wir sie halten und dass die Wut über eine freche Antwort weniger mit der Antwort selber zu tun hat, als mit dem Gefühl der Machtlosigkeit, die sie in einem auslöst.

Nutze die Traumreise-Übung für dich und für dein Kind also auch, um euch über eure genauen Gefühle bewusst zu werden: es gibt viel mehr als gut und schlecht, wütend und glücklich. Sammle Gefühls-Adjektive wie missachtet, gekränkt, vernachlässigt, nicht wertgeschätzt oder ungeliebt, um ganz genau kennen zu lernen und auszudrücken, wie es dir eigentlich geht.

Jetzt bist du gewappnet

Nun kennst du deine eigenen Gefühle und hast deinen sicheren Ort. Du bist gewappnet und so lassen sich Streitsituationen, in denen dein Gehirn Alarm schlägt bewältigen und du kannst den negativen Kreislauf unterbrechen!

Während du nun möglicherweise noch einmal an die Situation, die du dir beim Lesen der Einleitung des Beitrags vorgestellt hast denkst, kannst du dir jetzt schon vorstellen, wie du die Eskalation erfolgreich vermeidest und dich somit besser fühlst. Bist du bereit?

Wie gefällt dir mein Beitrag?

Hinterlasse mir einen Kommentar unten auf dieser Seite oder auf Facebook, teile den Artikel gerne oder schreib mir. Ich freue mich auf dein Feedback!

reflexintegration-frühkindliche-reflexe-silke-kraemer

Ich bin Silke Krämer.

Kinder- und Jugendcoach Professional, NLP Master und Coach, EMDR Traumatherapeutin und Gymnasiallehrerin

Ich helfe Familien, wenn es Schulstress gibt und daheim die Fetzen fliegen. Außerdem unterstützte ich Mütter und Väter dabei, sich den Herausforderungen des Familienlebens selbstbewusst zu stellen.

Als Trainerin für Reflexintegration helfe ich deinem Kind, damit ihm die Schule bei Konzentrations­schwächen, Lern- und motorischen Problemen leichter fällt.

Hol dir meine Familienpost!

Erhalte kostenlos etwa alle zwei Wochen nützliches Wissen, Tipps und Denkanstöße für dich und deine Familie aus meiner Coachingpraxis. Für weniger Stress mit der Schule, ein gutes Miteinander und eine starke Persönlichkeit.

Plane in fünf Schritten dein Jahr im Lebensbereich Familie

Plane in fünf Schritten dein Jahr im Lebensbereich Familie

Silke Krämer

01-2021

Wie ich in fünf Schritten meine Ziele für dieses Jahr im Bezug auf mein Familienleben festlege - und damit meine ich nicht den nächsten Ausflug in den Freizeitpark.

wut-trauer-kind-umgang

Bevor du loslegst: Sammle deinen positiven Erfahrungen!

Bevor ich mit der Planung beginne, nehme ich mir viel Zeit und Ruhe, um über das vergangene Jahr nachzudenken.

Schon als Kind habe ich vor Silvester einen Jahresrückblick in ein hübsches Büchlein geschrieben. Ich fasste in einem Text die Geschehnisse des Jahres zusammen und bewertete danach, ob das Jahr für mich ein gutes oder eher ein nicht so gutes war. Diese Art der Verarbeitung tat mir gut und ich fühlte mich danach erleichtert, doch hinterließ es auch manchmal einen schalen Beigeschmack, wenn ich das Gefühl bekam, dass das Jahr „nicht so gut“ gewesen war.

Es war alles sehr schwammig und ungenau.

Heute kenne ich viel bessere Strategien, als einfach alles ungefiltert aufzuschreiben. Inzwischen weiß ich auch, woher das schale Gefühl kam: Ich lud belastende Erfahrungen in meinem Tagebuch ab. Dort verblieben sie für alle Ewigkeit wie in Stein gemeißelt. Das ließ keinen Raum zur Weiterentwicklung.

Entscheidend für unsere Weiterentwicklung ist es, das Positive beizubehalten oder gar zu verbessern und aus negativen Erfahrungen zu lernen.

Die Strategie, die ich heute für alle meine Lebensbereiche anwende, möchte ich im Bezug auf den Lebensbereich Familie vorstellen.

Hier sind die fünf Schritte, in denen ich das vergangene Jahr reflektiere und so das neue Jahr plane, um mir meiner Ziele bewusst zu werden.

Schritt Eins: Was hast du im letzten Jahr gelernt?

WAS HAT DIESES JAHR GUT GEKLAPPT?

Welche Erfolge kannst du feiern?

Wenn du, wie ich, häufig in der Zukunft als im Jetzt lebst (schließlich müssen wir Mütter ständig voraus planen - wer kennt das nicht!), fallen große und kleine Siege schnell mal hinten runter.

Um sich das bewusst zu machen hilft es, alles genau aufzuschreiben. Du denkst „boah, nee! - doch nicht vom ganzen Jahr und nicht von allen Kindern! - Doch, genau das ist wichtig. Ich schaue dafür einfach in meinen Kalender, denn ich wusste ja schon vor einem Jahr dass der große Rückblick im Dezember ansteht und habe mir deshalb vieles schon im Laufe der Zeit aufgeschrieben.

Ich hatte dieses Jahr viel Energie auf meine berufliche Weiterentwicklung gerichtet, sodass ich mir sehr bewusst vorgenommen habe, schöne Zeit mit meinen Kindern zu verbringen, damit ich sie nicht vernachlässige und mir die gemeinsame Zeit mit ihnen nicht verloren geht.
Das war oftmals sehr anstrengend und ich musste meine persönlichen Dinge dafür hinten anstellen, um dieses Vorhaben bewusst umzusetzen.

Für das neue Jahr habe ich mir vorgenommen, in meinem wöchentlichen „Gewohnheits-Tracker“ dafür ein Feld zu markieren. Ich darf das Feld ankreuzen, wenn ich mit einem der Kinder ein gutes Gespräch hatte oder wir gemeinsam Zeit mit etwas Schönem verbracht haben (zusammen Lernen oder Hausaufgaben machen zählt da nicht dazu.)

WAS HAT NICHT FUNKTIONIERT?

Aus dem, was nicht funktioniert hat können wir lernen, was wir in Zukunft anders oder gar nicht mehr machen wollen - deshalb hat alles seinen Sinn!

In stressigen Phasen verfalle ich leichter in die übliche Leier, die jede Eltern-Kind Beziehung betäubt: „Wann schreibt ihr die nächste Arbeit, hast du schon Gitarre geübt, warum liegen die Socken hier mitten im Weg, …“ - schrecklich! Mir fallen gefühlt 1000 dieser Sätze ein und ich hasse mich, wenn ich mich einen davon sagen höre.

Mein Fazit: Ich möchte so nicht sein und möchte einen anderen Umgang finden.

Um das besonders in stressigen, hektischen und erschöpften Lebensphasen zu schaffen, muss ich mir das noch deutlicher ins Bewusstsein holen. 

Ein zweiter Punkt ist der Umgang mit dem Thema Hausaufgaben und Lernen.

Mein Fazit: Es funktioniert bei keinem meiner beiden Schulkinder mit Druck. Auch hier bedarf es eines anderen Weges, als dem üblichen „du musst noch, hast du schon, du willst doch wohl selbst nicht …“-Gelaber.

kind-familie-werte

Schritt Zwei: Wie sieht deine Vision für dein Leben aus?

Ja, diese Frage klingt ziemlich groß!

Ist sie auch, denn deine Lebensvision beschreibt, wie dein Leben in drei, fünf oder mehr Jahren aussehen soll und umfasst alle Lebensbereiche, nicht nur den deiner Familie.

Jahresziele sind Zwischenetappen auf dem Weg zur großen Vision. Deshalb ist es so wichtig zu wissen, wo die Reise hingehen soll.

Mark Twain sagte: „Wer nicht weiß, wohin er will, der darf sich nicht wundern, wenn er ganz woanders ankommt.“

Eine große Hilfe dabei, meine Lebensvision und meine Ziele zu definieren, war mir das Buch von Ryder Caroll „Die Bullet Journal Methode“. Dieses Buch gibt viele praktische Anleitungen, um diese Themen strategisch zu bearbeiten.

Ebenso inspirierte mich das Buch von John Strelecky „The Big Five for Life“. Das Buch richtet sich zwar mehr an Unternehmen, doch lassen sich viele Gedanken daraus auf den privaten Lebensbereich übertragen.

Egal, wie du zu deiner Lebensvision kommst, das WARUM hinter deinen Zielen ist entscheidend!

Ohne ein für dich starkes Warum verpuffen deine Vorsätze so, wie das Vorhaben, endlich ab Januar mehr Sport zu machen oder für die nächste Klassenarbeit früher anzufangen zu lernen.

Schritt Drei: Welche Ziele möchtest du in den nächsten zwölf Monaten erreichen?

Deine Vision ist dein Wegweiser.

Dein jährliches Ziel bringt dich dieser Vision näher.

Die jährliche Reflexion über deine Vision hilft dir dabei, deine Vision immer wieder zu überprüfen.

Unsere Erfahrungen können dazu führen, dass wir an der Vision nachjustieren wollen und das ist gut so! Deine Vision ist nicht in Stein gemeißelt und es macht viel mehr Spaß, mit ihr spielerisch umzugehen - jedes Jahr auf ein Neues.

Ich möchte dir zwei Möglichkeiten vorstellen.

a. Du leitest deine Ziele direkt aus Schritt eins ab

Dabei schaust du, was dieses Jahr nicht geklappt hat und fragst dich, ob es dir wichtig ist, diesen Bereich zu verbessern. Frage dich: Warum ist es gut, wenn sich xy verbessert, was bedeutet das für uns, was ermöglicht uns das?

In meinem Beispiel würde ich aus „Meine Kinder mit Druck zum Lernen zu bringen klappt nicht“ ein neues positives Ziel formulieren. Das könnte sein:

  • Ich möchte keinen Streit mehr beim Thema Lernen. Warum? Weil unsere Beziehung dann liebevoller, inniger und ungestörter ist.
  • Ich möchte mich aus dem Schulbereich meiner Kinder mehr zurück ziehen. Warum? Weil wir dann weniger Streit haben und siehe oben.
  • Ich bringe meinen Kind mehr Eigenverantwortlichkeit bei. Warum? Weil es ihr Selbstbewusstsein stärkt und wir weniger Streit haben.

b. Werde dir anhand einer Wertehierarchie über deine Ziele klar

Im ersten Schritt mache ich mir Gedanken über meine Werte.
Was ist mir wichtig?

Dazu nehme ich mir ein Blatt für ein wildes Brainstorming. Alles, was spontan kommt, schreibe ich auf.

Im nächsten Schritt mache ich mir Gedanken über jeden einzelnen dieser Werte, den ich aufgeschrieben habe.

Dann priorisieren ich und beschränke mich bewusst auf eine Auswahl. Mein Ziel ist es, die mir fünf wichtigsten Werte herauszustellen.

Dieses Jahr habe ich das nicht ganz geschafft, denn es blieb eine Auswahl von sechs Werten übrig. Ich habe mir selbst gegenüber dann einfach ein Auge zugedrückt 😉 ...

Das Ergebnis: (Selbst-)Liebe, gütige Achtsamkeit, Wertschätzung, Empathie/Verständnis, Toleranz und Mut.

Diese Werte geben mir eine Richtung vor, aus denen ich klare Ziele formulieren kann.

familie-ziele-werte

Bild von Free-Photos

Schritt Vier: Was musst du tun, um dein Ziel zu erreichen?

Um das Ziel formulieren zu können lasse ich mich von folgenden Fragen leiten, die sich aus meiner vorherigen Aufgabe ergeben:

  1. Warum ist mir Wert XY wichtig?
  2. Wie wirkt es sich in meinem Alltag aus, wenn ich diesen Wert mit einbeziehe, bzw. lebe?
  3. Was bedeutet das für uns?
  4. Was sollte ich nicht mehr tun, wenn ich diesen Wert in meinen Alltag integrieren möchte.
  5. Was sollte ich mehr tun?

Ich mache es am Beispiel Toleranz deutlich:

zu 1. Ich möchte meinen Liebsten die Möglichkeit geben, sich ihren Neigungen entsprechend frei entwickeln zu können.
zu 2. Kinder lernen durch Vorbilder und Nachahmung. Lebe ich Toleranz vor, werden auch sie diesen Wert in ihr Portfolio integrieren können. Irgendwann werde ich auch diese Toleranz mir gegenüber einfordern können.
zu 3. Unser Familienleben wird harmonischer werden, weil sich jeder wahrgenommen und angenommen fühlt.
zu 4. Ich sollte nicht in meiner Gedankenwelt bleiben und den anderen meine Erwartungen überstülpen.
zu 5. Ich sollte als gutes Beispiel voran gehen.

Nach all diesen Überlegungen kann ich eines meiner Ziele formulieren:

Ich möchte dieses Jahr dazu nutzen, um meinen Kindern tolerantes Verhalten vorzuleben.

Tony Robbins sagt: „Eine Familie braucht Liebe, Stärke und Wachstum - nicht Frieden!“

Ich denke, dass ich durch mein tolerantes Verhalten das Wachstum meiner Kinder positiv fördern kann.

ziele-herunterbrechen

Bild von Alexas Fotos

Schritt Fünf: Brich deine Ziele auf kleine Happen herunter

Das klingt immer noch alles ziemlich abstrakt und sicherlich willst du jetzt wissen, wie du das schaffen kannst und fragst dich, was du konkret tun muss, um deine Ziele im Alltagstrubel nicht aus dem Blick zu verlieren.

Da gibt es zwei Dinge zu beachten:

1. Du musst dir immer wieder deiner Ziele bewusst werden.


2. Deine Ziele müssen in Aufgaben herunter gebrochen werden, die konkret sind (prozessorientiert).

Ein Beispiel: Fünf Kilogramm Abnehmen wäre das Ziel, die Aufgabe dazu könnte lauten: „Sonntags keine Chips essen.“

DER WEG ANS ZIEL IST DAS HERUNTERBRECHEN IN KLEINE AUFGABEN UND KLEINE ZWISCHENZIELE

Deshalb schreibe ich mir alles auf. Durch das Aufschreiben wird ein bewusster Prozess in Gang gebracht, der es mir abverlangt, eine möglichst präzise Formulierung zu finden. Wenn ich mein Ziel habe, dann kann ich das Wie angehen.

Dabei hilft mir die 5-4-3-2-1 Methode aus „Die Bullet Journal Methode“:

Ich teile eine Seite meines Journals in 5 Bereiche (Falls du kein Journal nutzt, kannst du das Ganze auch auf einem Blatt Papier machen).

Im obersten Feld stehen die Ziele, die ich in 5 Jahren erreicht habe, im nächsten Feld die Ziele, die ich in den nächsten 4 Monaten erreicht haben will, dann in 3 Wochen, 2 Tagen und 1 Stunde.

Dann frage ich mich nach dem Was und im zweiten Schritt nach dem Wie (das Warum hast du bereits abgehandelt).

Schauen wir uns das nochmal am Beispiel „Toleranz“ an:

5 Jahre: Ich habe die Grundlage gesetzt, die meine Kinder brauchen, um selbst eine tolerante Persönlichkeit entwickeln zu können.
Wie mache ich das? -> Wir lassen zusammen die Korken knallen!

4 Monate: Ich habe gelernt, eigene Vorgehensweisen meiner Kinder zu tolerieren.
Wie habe ich das geschafft? -> indem ich mir immer wieder meine Ziele und Zwischenziele vor Augen geführt habe und überlegt habe, in welchen Situationen es mir gelungen ist und in welchen nicht. Außerdem frage ich mich, warum es mir nicht gelungen ist und wie ich es künftig besser machen kann.

3 Wochen: Ich möchte lernen, zwischen Wichtigem und Unwichtigem zu unterscheiden. Anhand der Dinge, die mir nicht ganz so wichtig sind, kann ich mich persönlich leichter in Toleranz üben.
Wie mache ich das? Ich mache mir bewusst, in welchen Situationen ich mehr das Bedürfnis meiner Kinder sehen, wertschätzen, annehmen und akzeptieren werde. Auch das schreibe ich mir auf.

2 Tage: Ich nehme die Bedürfnisse meiner Kinder wahr, um zu wissen, worauf ich mich einzustellen habe. 
Wie mache ich das? -> Ich werde mir darüber klar, wo genau meine Toleranz besonders gefordert ist. Das schreibe ich mir auf.

1 Stunde: Ich möchte heute mit meinen Kindern über Toleranz sprechen. Wie? Dafür muss ich mir ein altersgerechtes Beispiel überlegen.

Wenn du möchtest, kannst du diese Ziele priorisieren, damit es dir leichter fällt, dich wirklich auf eine Sache zu konzentrieren und die dafür richtig gut umzusetzen. Generell ist es gut, sich nicht zu viele Ziele auf einmal vorzunehmen. Mehr als vier Ziele solltest du auf einmal nicht haben. Wenn du diese Ziele schon früher erreicht haben solltest, kannst du dir jederzeit neue Ziele überlegen - auch, bevor das Jahr rum ist.

Um diese Ziele aktiv anzugehen, brauchst du einen praktischen Plan. Das ist das Wie.
Im letzten Schritt gehst du alle Punkte noch einmal durch und überlegst dir konkrete Situationen oder Ansätze, WIE du das Was umsetzen kannst. In meiner beispielhaften Ausführung habe ich das Wie direkt mit beantwortet. In der Praxis sind das zwei Schritte.

Planst du auch dein Familienleben? Was hältst du überhaupt von dieser Idee? Hast du etwas gelernt, was du ausprobieren möchtest? Ich freue mich über deine Gedanken!

Wie gefällt dir mein Beitrag?

Hinterlasse mir einen Kommentar unten auf dieser Seite oder auf Facebook, teile den Artikel gerne oder schreib mir. Ich freue mich auf dein Feedback!

reflexintegration-frühkindliche-reflexe-silke-kraemer

Ich bin Silke Krämer.

Kinder- und Jugendcoach Professional, NLP Master und Coach, EMDR Traumatherapeutin und Gymnasiallehrerin

Ich helfe Familien, wenn es Schulstress gibt und daheim die Fetzen fliegen. Außerdem unterstützte ich Mütter und Väter dabei, sich den Herausforderungen des Familienlebens selbstbewusst zu stellen.

Als Trainerin für Reflexintegration helfe ich deinem Kind, damit ihm die Schule bei Konzentrations­schwächen, Lern- und motorischen Problemen leichter fällt.

Hol dir meine Familienpost!

Erhalte kostenlos etwa alle zwei Wochen nützliches Wissen, Tipps und Denkanstöße für dich und deine Familie aus meiner Coachingpraxis. Für weniger Stress mit der Schule, ein gutes Miteinander und eine starke Persönlichkeit.