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So viel Wut und Trauer bei Kindern – Teil II: Diese Strategie hilft dir.

So viel Wut und Trauer bei Kindern – Teil II: Diese Strategie hilft dir.

Kommunikation

12-2020

Im ersten Teil dieses Blogartikels habe ich darüber geschrieben, wie wir uns selber und unseren Kindern helfen können, wenn wir unsere positiven und negativen Gefühle akzeptieren und lernen, offen damit umzugehen. Schließlich gehören all diese Gefühle zum Leben dazu und entscheidend ist, wie wir mit ihnen umgehen!

Jetzt möchte ich dir noch genauer dabei helfen, dieses Wissen im Alltag anzuwenden. Denn oft klingen solche Ideen für uns logisch nachvollziehbar, doch sobald wir sie umsetzen möchten, meldet sich eine leise (oder laute) Stimme, die sagt: „Das klingt ja alles schön und gut, aber in Wirklichkeit ist es einfach zu schwierig!“.

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Vielleicht regen dich die offen gezeigten negativen Gefühle deines Kindes so stark auf, dass du impulsiv heftiger reagierst, als du eigentlich möchtest. Oder vielleicht löst die Reaktion deines Kindes unangenehme Bilder oder Erinnerungen aus deiner eigenen Kindheit aus, mit denen du schwer umgehen kannst. Weil es dir nie beigebracht wurde, sorgfältig mit deinen Gefühlen umzugehen, hast du eigene Strategien erlernt, die dir damals geholfen haben.

Negative Gefühle als Trigger

In Wahrheit sind deine Reaktionen auf die negativen Gefühle deines Kindes also eigentlich Reaktionen auf Auslöser oder „Trigger“ für deine eigenen Gefühls-Vermeidungs-Strategien.

Weil du dies so gelernt hast, möchtest du unangenehme und negative Gefühle so schnell wie möglich abstellen und wegschieben, anstatt sie zu durchleben – und das obwohl dies (wie in Teil 1 ausführlich erklärt) nur dazu führt, dass die Probleme sich anstauen und immer größer werden. Jedes Gefühl, das in die Welt hinausgetragen wird potenziert sich dort. Höchste Zeit also, dass wir lernen richtig damit umzugehen!

Um den Teufelskreis zu durchbrechen, der sich oft einstellt, wenn die Negativität von außen nur so auf einen einprasselt, hilft es, deine Trigger zu identifizieren und sich diese Zusammenhänge ganz bewusst zu machen. Das ist gar nicht einfach und wenn es dir schwerfällt, deine Reaktion alleine rational zu betrachten, kannst du dir Hilfe holen (z.B. im Coaching).

Denn wenn wir unreflektiert aus unseren eigenen Gefühlen handeln, ohne darüber nachzudenken, lösen unsere elterlichen Reaktionen oft ganz andere Gefühle in unseren Kindern aus, als wir beabsichtigen.

Gut gemeint ist nicht gut gemacht

So auch im Beispiel einer Mutter, die nicht wusste, wie sie mit der Prüfungsangst ihrer Tochter umgehen sollte. Die Tochter fühlte sich frustriert und verzweifelt, weil sie nicht versagen wollte und die Mutter wollte sie aus ganzem Herzen unterstützen: Doch ihre aufmunternd gemeinten Zusprüche („Du hast noch nie eine schlechte Note mit nach Hause gebracht, du wirst das wieder super hinkriegen, mach dir keine Sorgen!“) sorgten nur dafür, dass die Tochter mehr Druck verspürte.

Sie sah die Worte als Erwartungen, denen sie gerecht werden musste. Da Lehrer und andere Verwandte auf ihre Sorgen ähnlich reagierten, entwickelte sie sich zur Perfektionistin. Die heute 17-Jährige hat nicht gelernt, mit Niederlagen umzugehen und hat sehr hohe Ansprüche an sich selbst.

Das Problem ist hier natürlich nicht, dass sie ambitioniert ist, sondern dass ihre Ambition aus Angst entspringt. Das Mädchen fühlt sich dazu gezwungen, Leistung zu erbringen und verspürt große innere Unruhe, Unausgeglichenheit und Stresssymptome. Weil sie (auch durch ihr Umfeld bedingt) nicht offen mit den negativen Gefühlen umgehen und diesen Platz geben kann, stauen sie sich an und das Mädchen erlebt die Schule trotz ihrer tollen Leistungen als große Belastung.

Woher kommen deine Strategien für negative Gefühle?

Jetzt stelle ich dir einige Fragen, durch die klarer wird, wie und weshalb du auf bestimmte negative Gefühle besonders empfindlich reagierst. Mache dir hier gerne Notizen, um deine Überlegungen festzuhalten.

  • Wie gingen deine Eltern mit Gefühlen um? Wie verlief zum Beispiel deine Eingewöhnung im Kindergarten oder was machten deine Eltern in gefährlichen Situationen? Schürten sie durch ihre Reaktion Angst oder Ähnliches in dir?
  • Etwas tiefer: Durftest du als Kind deine Gefühle fühlen und zeigen, bis sie sich von alleine wieder auflösen konnten? Gab es eine liebevolle Bezugsperson, die dir eine sichere, ruhige und geborgene Begleitung geboten hat, wenn du z.B. einen Wutanfall hattest oder andere starke negative Gefühle gezeigt hast? Was hast du gefühlt und welche Reaktion hättest du dir stattdessen gewünscht?

Und jetzt schreibe auf, wie du auf die letzten Wutanfälle (oder anderes negativ-emotionsgeladenes Verhalten) deines Kindes reagiert hast.

In den allermeisten Fällen wirst du hier einen Zusammenhang erkennen: Vielleicht wird durch das Verhalten deines Kindes eine Erinnerung aus deiner Vergangenheit ausgelöst und du reagierst auf das Verhalten mit genau den Strategien, die du damals erlernt hast.

Weil es keine Einheitslösung für emotional schwierige Situationen gibt, ist es so wichtig, Gefühle ganz genau kennen und beobachten zu lernen. Nur so kannst du die Gefühle „lesen“ lernen und entscheiden, was deinem Kind (und dir selber) in einer schwierigen Situation am besten hilft.

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Lösungen für den Umgang mit negativen Gefühlen

Konkret kann dies ganz unterschiedlich aussehen. Du kannst die Gefühle deines Kindes „spiegeln“ und ihm so helfen, dem Gefühl Raum zu geben und es bewusst wahrzunehmen, zum Beispiel: „Du bist enttäuscht, weil du eine schlechte Note hast. Bist du enttäuscht, weil du das Gefühl hast, dass du dich nicht genug angestrengt hast, oder enttäuscht, weil dein Freund eine bessere Note gekriegt hat?“.

Oft hilft es auch, vergleichbare Situation aufzuführen und darüber zu sprechen, wie Dinge damals ausgegangen sind – dies bringt alles in Perspektive und lässt erkennen, dass es oft weniger schlimm ist als befürchtet.

Auch könnt ihr in Ruhe besprechen, durch welche Maßnahmen eine „schlechte“ Situation nächstes Mal anders verlaufen könnte.

Lasse dein Kind wissen, dass du für es da bist und doch, dass es genauso in Ordnung für dich ist, wenn es sich lieber mit seinen Gefühlen zurückziehen möchte. Wenn sich dieses „Raum-geben“ für dich unkontrolliert und unsicher anfühlt, denke daran, dass die Freiheit zum Zurückziehen unglaublich wichtig ist und fülle diesen Raum, indem du deinem Kind einen gesunden und verständnisvollen Umgang mit Gefühlen bei dir selber vorlebst.

Übung macht den Meister

Und am wichtigsten: Sei nicht zu streng mit dir selbst. Es kostet viel kontinuierliche Übung, das Gehirn von den gewohnten Wegen weg zu leiten und so den Umgang mit Gefühlen zu steuern. Nimm deine Gefühle und die deines Kindes im ersten Schritt bewusst wahr, sodass sie im zweiten Schritt zu einer angebrachten und wohlüberlegten Reaktion führen können.

So könnt ihr das Gefühls-Gewitter gemeinsam ausharren, bis es vorüberzieht und die Sonne wieder scheint. Alle Gefühle sind OK und haben ihren Platz in dieser Welt. Denn – so kitschig sich das auch anhört – ohne Regen gibt es keine Regenbögen.

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Ich bin Silke Krämer.

Kinder- und Jugendcoach Professional, NLP Master und Coach, EMDR Traumatherapeutin und Gymnasiallehrerin

Ich helfe Familien, wenn es Schulstress gibt und daheim die Fetzen fliegen. Außerdem unterstützte ich Mütter und Väter dabei, sich den Herausforderungen des Familienlebens selbstbewusst zu stellen.

Als Trainerin für Reflexintegration helfe ich deinem Kind, damit ihm die Schule bei Konzentrations­schwächen, Lern- und motorischen Problemen leichter fällt.

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So viel Wut und Trauer bei Kindern – Teil I: Wie gehen Eltern gut mit negativen Gefühlen ihrer Kinder um?

So viel Wut und Trauer bei Kindern – Teil I: Wie gehen Eltern gut mit negativen Gefühlen ihrer Kinder um?

Kommunikation

12-2020

Kindliche Wutausbrüche zu ertragen ist nicht leicht - erst recht nicht, wenn sie öffentlich auf dem Boden des Supermarkts ausbrechen. Viele Eltern wünschen sich, mit negativen Gefühlen ihrer Kinder gut umgehen zu können. Dabei geht es nicht nur um Wut, sondern generell um negative Gefühle. Für die Entwicklung des Kindes ist es entscheidend, wie Eltern reagieren - also wiederum deren eigener Umgang mit negativen Gefühlen. Dieser Blogbeitrag entstand auf Wunsch der Kursteilnehmer*innen meines aktuellen Rexi Rockstars Onlinekurses.

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Bild von Arhagus Budy

In emotional aufgeladenen Situationen, wenn die negativen Gefühle nur so umherfliegen, kommt es mir persönlich oft so vor als würde ich vor einer Wand stehen. Egal mit wem ich mich streite und egal wie sehr ich diese Person liebe und schätze, so fällt es doch immer wieder schwer, mit Wut umzugehen. Niemand mag negative Gefühle und noch weniger angenehm ist es, wenn man sich selber als Grund für den Zorn einer anderen Person sieht.

Positive Gefühle - negative Gefühle. Eine Klassifizierung.

Um von dieser verzwickten Situation etwas Abstand und Verständnis gewinnen zu können, möchte ich an dieser Stelle im übertragenen Sinne einen Schritt zurück machen und Gefühle generell betrachten: Seit Anbeginn der Zeit teilen wir Menschen diese unsichtbaren (und manchmal unbeschreiblichen) Regungen in unserem Inneren in ‚Gut‘ und ‚Schlecht‘ auf.

Woher das kommt, weiß niemand so genau, aber es ist eindeutig, dass wir schlechte Gefühle intuitiv vermeiden und dass sie auch auf einer gesellschaftlichen Ebene unerwünscht sind. Offene Bekundungen von Trauer, Wut und all den anderen ‚bösen‘ Gefühlen sind in der westlichen Gesellschaft nicht gerne gesehen und das wird uns von Kindesbeinen an vermittelt.

Während wir es gerne sehen, wenn sich zum Beispiel jemand öffentlich freut, so werden die meisten von uns eher Abneigung oder zumindest Unsicherheit gegenüber einer Person spüren, die Angst, Traurigkeit, Enttäuschung oder Niedergeschlagenheit ganz direkt zeigt. Mit diesen Gefühlen werden ja sogar schlechte Charaktereigenschaften wie Schwäche oder mangelnde Männlichkeit verbunden. Und das, obwohl ein jeder von uns solche negativen Gefühle kennt und in sich trägt.

Erst ganz langsam tritt ein gesellschaftlicher Wandel ein und immer mehr Personen äußern sich öffentlich über „negative“ Lebensphasen. Wenn sie es geschafft hat, das tiefe Tal zu überwinden, hat sie meist eine Art höheres Level in der Persönlichkeitsentwicklung erreicht.

Negative Gefühle haben ihren Sinn - aber nicht alle

Durch diese ursprüngliche gesellschaftliche Prägung bedingt lernen leider viele von uns gar nicht erst, mit ‚schlechten‘ Gefühlen umzugehen. Weil sie sich intuitiv negativ anfühlen und gesellschaftlich unerwünscht sind, werden sie verdrängt und ‚unter den Teppich gefegt‘.

Doch je mehr dieser Probleme man so unter den sprichwörtlichen Teppich fegt, desto größer wird natürlich der Haufen, der sich da ansammelt – und irgendwann ist die Erhebung so groß, dass man jedes Mal darüber stolpert, wenn man eigentlich ganz woanders hinlaufen möchte.

Wenn man nicht gelernt hat, negativen Gefühlen ihren Platz zu geben und diese genau zu beobachten, dann vermischt sich das Verdrängen von Gefühlen und ihren Körpersignalen. Wir können nicht mehr unterscheiden, welches negative Gefühl begründet ist (zum Beispiel die Angst vor dem Überqueren einer großen Straße, die uns ja schützt) und welches negative Gefühl aus den Untiefen unseres Gehirns uns unbegründet Probleme bereitet.

Und wenn es dir nie beigebracht wurde, wie du mit deinen eigenen negativen Gefühlen umgehen kannst, dann wird es dir natürlich auch sehr schwerfallen, die deines Kindes zu verstehen und anzugehen.

Wie reagierst du auf die negativen Gefühle deiner Kinder?

Erinnere dich einmal an deine Kindheit zurück – die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass dir eine negativ-emotionsgeladene Situation einfällt, in der deine Eltern oder andere wichtige Bezugspersonen eine Strategie angewendet haben, um deine negativen Gefühle zu verdrängen. Und das nicht etwa mit boshaftem Vorsatz, sondern ganz einfach, weil es unangenehm ist, wenn man jemand anderen emotional leiden sieht.

Gefühle aufbauschen

Es könnte sein, dass jemand um dich herum die Situation durch aufgebauschtes Mitgefühl viel größer werden ließ (zum Beispiel durch ein schockiertes „Oh Gott, WAS ist dir gerade passiert?!“) und so die negativen Gefühle im Nachhinein noch böser erschienen.

Gefühle kleinreden

Vielleicht passierte auch das Gegenteil und die Gefühle wurden kleingeredet („So schlimm kann es doch gar nicht sein…“) oder beschämend ins Lächerliche gezogen („Jetzt mach doch nicht so ein Theater, du bist ja kein Baby mehr“).

Für negative Gefühle Bestrafen

Aber auch Abwendung durch Bestrafen von negativen Gefühlen, im schlimmsten Fall durch Auszeiten oder Einsperren im Zimmer, ist solch eine Strategie. Je jünger das Kind ist, umso belastender wird es diese Reaktion auf seine Hilflosigkeit wahrnehmen.

Von Gefühlen ablenken

Eine weitere Möglichkeit ist die klassische Ablenkung, zum Beispiel mit einem neuen Keks, wenn das Eis heruntergefallen ist.

Blickst du aus heutiger Sicht in diese Situationen, ist es nicht schwer zu erkennen, wie stark diese Reaktionen von der gesellschaftlichen Prägung und dem Vermeiden negativer Gefühle geprägt sind!

Bei jeder der oben beschriebenen Strategien im Umgang mit negativen Gefühlen bekommt das Kind das Gefühl , dass es nicht OK ist, bzw. seine Reaktion nicht OK ist. Und / oder es fühlt sich nicht gesehen und in seiner Gesamtheit wahrgenommen. Schließlich entspricht die Reaktion seines Gegenübers nicht seinem aktuellen Erleben.

Deine innere Haltung ist wichtig

Gerade in Bezug auf Trauer, aber auch bei Wutanfällen oder Ähnlichem, ist es unglaublich wichtig, unseren eigenen negativen Gefühlen und auch denen unserer Kinder Raum zu geben. Auch wenn dies herzzerbrechend klingt, können wir unsere geliebten Kinder nicht vor ihnen bewahren – Enttäuschung über eine schlechte Schulnote oder der Tod eines geliebten Haustieres sind Teil ihres Lebens.

Es gehört einfach dazu, auch mal wütend oder traurig zu sein. Die verschiedenen Stadien dieser negativen Gefühle müssen durchlebt werden, um sie verarbeiten zu können. Nur so kann die Seele dann Ruhe finden und damit abschließen.

 Du kannst deinem Kind unglaublich helfen, wenn du ihm vorlebst, dass deine und auch seine positiven und negativen Gefühle akzeptiert werden. Sie sind OK und je besser du sie kennenlernst und dich mit ihnen anfreundest, desto einfacher ist es, in verzwickten und negativ-emotionsgeladenen Situationen den Abstand zu gewinnen und mit Verständnis (einem selber und der anderen Person gegenüber!) zu reagieren. Dabei spielt deine eigene innere Haltung eine große Rolle, da du sie nach außen spiegelst.

Entscheidend ist schließlich nicht, immer nur gute Gefühle zu haben, sondern wie wir mit all unseren Gefühlen und auch denen unserer Kinder umgehen!

Im nächsten Teil dieses Blogs gebe ich dir ein paar konkrete Übungen und Lösungsansätze mit an die Hand, wie du all dies im Alltag mit deinem Kind umsetzen kannst.

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Lauras Weg vom schüchternen Mädchen zur selbstbewussten Mutter

Lauras Weg vom schüchternen Mädchen zur selbstbewussten Mutter

Kommunikation

10-2020

Aus Schlüsselsituationen können sich Glaubenssätze entwickeln, die uns ein Leben lang in unseren Entscheidungen beeinflussen. Einmal eine oder keine Entscheidung zu treffen kann eine große Tragweite für die Beziehung zu unseren Kindern haben. Anhand von Lauras Weg wird dies deutlich.

Glaubenssätze entstehen in Schlüsselsituationen

Es war einmal ein kleines Mädchen. Es war in der ersten Grundschulklasse. Ihre Eltern waren getrennt.

Warum genau sich ihre Eltern getrennt hatten, das wusste sie nicht so genau - eigentlich wollte sie es auch gar nicht wissen, denn sie liebte beide Eltern. (Sie war noch in einem Alter, in dem man das, was die Eltern tun, nicht in Frage stellt, weil man sie vergöttert. Leider wollten die Eltern selbst ihr nur zu oft diesen Götterglauben austreiben, indem sie vor ihr schlecht über den anderen Elternteil redeten.)

Es war Weihnachten und den Heiligen Abend hatte sie mit ihrem Vater bei seiner Familie verbracht. Die Mutter des kleinen Mädchens verbrachte den heutigen Heiligen Abend alleine zu Hause.

Bei der Verabschiedung waren alle im Wohnzimmer und standen um den Esstisch herum, an dem ihre Großeltern noch saßen. Sie ging zu ihrer Oma hin, um sich von ihr und ihrem Opa zu verabschieden. Es waren die Eltern ihres Vaters. Da sagte ihre Oma zu ihr: „Ja Laura, kommst du dann morgen auch wieder mit her?“ Das Mädchen antwortete kleinlaut: „Nein, da bin ich bei meiner Mama.“ Daraufhin entgegnete die Oma: „Ooooh, da wird dein Papa aber traurig sein!“


Dieser Satz war wie ein Stich ins Herz des kleinen Mädchens, der sie so tief traf, dass die Erinnerung daran selbst als erwachsene Frau noch so präsent war, als wäre es vor einem Jahr passiert. (Laura ist inzwischen erwachsen.)

Für Laura war es in dem Moment so, als wäre sie für die Traurigkeit ihres Papas verantwortlich. Das machte ihr ein schlechtes Gewissen. Sie fühlte sich total zerrissen, denn egal, wie sie sich entschied - einer der beiden Menschen, die sie so sehr wie nichts anderes auf der Welt liebte, würde traurig sein. Nämlich immer der, bei dem sie gerade nicht war und „gegen“ den sie sich gerade entschieden hatte. Dabei konnte sie doch gar nichts dafür, dass sich ihre Eltern getrennt hatten und sie sich „entscheiden“ musste.

Diesem Dilemma sind alle Trennungskinder ausgesetzt. - Wie sie es wahrnehmen, hängt vom Verhalten der Eltern ab.

In diesem Moment fühlte sie sich sehr alleine und hilflos. Alle standen drumherum und keiner kam ihr zu Hilfe. Kein einziger sprach den verständnisvollen Satz aus, den sie sich so gewünscht hätte: „Es ist doch klar, dass die Laura auch einen Tag an Weihnachten bei ihrer Mama verbringt.“ Keiner. Nichts. Betretenes Schweigen.
Schließlich wussten alle, wie sehr ihr Papa unter der Trennung litt und wollten ihn nicht kränken.

Diese Situation brannte sich im Kopf des kleinen Mädchens ein.  Sie lernte daraus: Egal, wie ich mich entscheide, ich kann es nie beiden recht machen. Ich werde immer einen meiner meist geliebten Menschen verletzen. 


Und dann lernte sie noch etwas daraus: In Situationen, in denen du dich so richtig alleine und hilflos fühlst, bist du eh alleine und egal, wie viele Menschen um dich herum sind, die alle vorgeben, dich zu mögen: Es kommt keiner und hilft dir, weil keiner den Mut aufbringt, den Mund aufzumachen aus Angst, sich selbst in die Nesseln zu setzen.

Keiner wollte sich freiwillig in die gleiche Situation bringen, in die das Mädchen unfreiwillig geraten war: Ein Für und Wider.

Sagt man etwas, um dem einen ein besseres Gefühl zu machen, kränkt man mit ziemlicher Sicherheit den anderen damit. 
(Das ist ein Problem vieler Trennungskinder. Sie verschließen sich immer mehr und ziehen sich emotional zurück, weil sie niemanden haben, mit dem sie offen über ihre Situation sprechen können.)

Am Allermeisten hätte sich das Mädchen natürlich das Verständnis ihres Vaters gewünscht. Er hätte ihr schlechtes Gewissen entlasten können.

Laura wurde erwachsen und von Außenstehenden als „taffe selbstbewusste Frau“ wahrgenommen, die die Dinge selbst in die Hand nimmt.

Doch im Inneren steckte sie voller Selbstzweifel und fühlte sich oft alleine. In bestimmten Situationen brachen alte Muster auf und sie wurde von einer heftigen emotionalen Reaktion überrollt.

Daraufhin beschäftigte sie sich intensiv mit sich und durchlief verschiedene Arten der Persönlichkeitsentwicklung. Jetzt endlich verstand sie ihre Reaktionen besser und konnte an einer bewussten Veränderung arbeiten, um die alten Muster aufzulösen.

Durch die Situation aus ihrer Kindheit (die es in anderen Varianten ja mehrfach gab) hatten sich folgende Glaubenssätze in ihr verankert:

  • Ich muss meine Probleme alleine lösen
  • Wenn es drauf ankommt, hilft mir sowieso keiner
  • Jeder ist sich selbst am nächsten (ihr Vater hatte es nicht geschafft, seine eigene Trauer über die Trennung angemessen zu verarbeiten. Deshalb verfiel er in eine Opferrolle und konnte seiner Tochter keine Stütze sein).

—————————

Lauras Geschichte zeigt uns, wie wichtig es für Kinder ist, als Eltern fürsorglich und feinfühlig in Schlüssel-Situationen zu reagieren. In solchen Situationen werden Weichen gestellt. Weichen, die den weiteren Lebensweg bestimmen.

Kinder brauchen Verlässlichkeit und Unterstützung ihrer Eltern im richtigen Moment.

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Bild von Arek Socha

Dabei geht es nicht darum, Kindern alle schwierigen Situationen abzunehmen. Denn das sind die Situationen, in denen wir ihnen die Chance nehmen, ihr Selbstwertgefühl zu entwickeln. Ein Drittklässler muss nicht mehr von Mama oder Papa in die Schule gebracht werden oder einem Siebtklässler das Händchen bei den Hausaufgaben gehalten werden!

Nein, Eltern müssen ihre eigenen Befindlichkeiten hinten anstellen und die Verantwortung für das Seelenheil ihrer Kinder übernehmen.

Eltern müssen erwachsen sein. Und das ist gar nicht immer so einfach!

Zum Wohle der Kinder ist es wichtig, das eigene Verhalten zu reflektieren statt nur Anforderungen und Erwartungen an die Kinder zu stellen.

Nur so kann liebevolle Erziehung gelingen!

Warum keine Entscheidung auch eine Entscheidung ist!

Verantwortung zu übernehmen bedeutet, eine Entscheidung in einem „entscheidenden Moment“ zu treffen.

Laura ist inzwischen selbst Mama und fand sich eines Abends in folgender Situation wieder:

Ihr 10 jähriger Sohn Lukas war bei Lauras Vater für mehrere Tage zu Besuch. Laura und ihr Sohn hatten sich zuvor länger nicht gesehen. Eines Abends fühlte Lukas sich nicht wohl und rief sie an. Er weinte am Telefon, sagte jedoch nicht direkt, dass er abgeholt werden wolle, weil auch er den Konflikt spürte: Sein Opa würde sicherlich gekränkt sein, wenn Lukas von ihm weg wollte. Es war schon recht spät und auch Laura wusste, dass ihr Vater es auf sich beziehen würde, wenn sie Lukas abholte.

Es war schon wieder eine Für-und-Wider Entscheidung, in die sie hineingeraten war. Egal, wie herum sie es drehte.

Doch Laura war die Situation von damals aus ihrer eigenen Kindheit noch mehr als präsent.
Nur, dass sie inzwischen in der Elternrolle war. Ihr war bewusst, dass ihr Sohn sich genau die Unterstützung von ihr wünschte, die sie sich damals auch von ihrem Vater gewünscht hätte.

Und sie wusste, dass egal, wie sie sich entschied, sie es wieder nicht allen recht machen konnte und die Enttäuschung von einem der beiden auf dem Spiel stand. Dieses Mal ging es um sie als Mutter, ihren Sohn und ihren Vater.

Doch eines wollte sie auf keinen Fall: Dass ihr Kind sich genauso alleine, hilflos und verlassen fühlen müsste, wie sie damals. Umringt von der ganzen Familie - und kein einziger brachte auch nur ein einziges verständnisvolles unterstützendes Wort über die Lippen - aus Rücksicht gegenüber Lauras Vater!

Sie wusste, dass die Konsequenzen sie und ihren Sohn betreffend sehr weitreichend sein könnten - nämlich genauso weitreichend, wie diese Situation damals für sie gewesen war.
Viele ihrer eigenen Glaubenssätze resultierten daraus. Sie spürte die Tragweite dieser Schlüsselsituation.

Gleichzeitig wollte sie ihren Vater nicht enttäuschen.

Dennoch: Sie wollte nicht, dass sich ihr Sohn so fühlen muss, wie sie damals. Also hatte sie keine andere Wahl. Wieder einmal musste sie sich „gegen“ ihren Papa entscheiden. Und wieder einmal würde derjenige „traurig“ sein…

Sie stieg ins Auto, fuhr eineinhalb Stunden durch den dunklen Regen, um ihren Sohn abzuholen. Als sie auf der Rückfahrt waren, legte ihr Sohn seine Hand auf ihre und sagte: „Danke, Mama, dass du mich abgeholt hast. Ich hatte kein Heimweh, sondern Mama-Weh.“

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Bild von Klappe

Da wusste sie, dass sie richtig entschieden hatte und vor allem, dass es wichtig war, eine Entscheidung getroffen zu haben!

Denn:
Keine Entscheidung ist auch eine Entscheidung - und zwar die allerfeigste und möglicherweise die noch falschere (sofern es überhaupt einen Superlativ von „falsch“ gibt)!

Übrigens:
Lauras Vater war wirklich sehr gekränkt. Er hatte es so viele Jahre später leider immer noch nicht geschafft, sich von seinen eigenen einschränkenden Mustern zu befreien und hatte sich auch keine Hilfe gesucht. Er hing in der Opferrolle fest. Einer seiner großen Glaubenssätze lautet: 
„Ich bin immer der Depp und mache alles falsch". Deshalb bezieht er auch alles auf sich, anstatt erwachsen drüber stehen zu können.

Sowohl Lauras Geschichte als auch die ihres Vaters zeigen, wie sehr uns alte Muster (die sich als Glaubenssätze in uns eingebrannt haben) einschränken und blind machen können.

Kennst du deine blockierenden Glaubenssätze und hast du es geschafft, dich von ihnen zu lösen?

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Ich bin Silke Krämer.

Kinder- und Jugendcoach Professional, NLP Master und Coach, EMDR Traumatherapeutin und Gymnasiallehrerin

Ich helfe Familien, wenn es Schulstress gibt und daheim die Fetzen fliegen. Außerdem unterstützte ich Mütter und Väter dabei, sich den Herausforderungen des Familienlebens selbstbewusst zu stellen.

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Wie gehe ich mit schlechten Nachrichten um,  die mich runter ziehen?

Wie gehe ich mit schlechten Nachrichten um, die mich runter ziehen?

Kommunikation

08-2020

Wir werden täglich mit einer Flut von negativen Nachrichten konfrontiert. Die einen machen uns mehr betroffen, von anderen können wir uns leichter distanzieren. Dennoch ist es schwierig, sich davon nicht runter ziehen zu lassen. Ganz abgesehen von unseren persönlichen Sorgen, die gelegentlich noch hinzu kommen. Wie können wir besser mit negativen Nachrichten umgehen?

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Bild von Engin Akyurt

Die Welt ist schlecht, oder doch nicht?

Oftmals schäme ich mich dafür, dass ich einer Gattung angehöre, deren Vertreter Kinder missbrauchen, mit lebendigen hilflosen Igeln Fußball spielen, sich gegenseitig für Macht und Geld abknallen und ihren Lebensraum zerstören.

Wenn ich mir das bewusst mache, möchte ich eigentlich gar kein Mensch mehr sein.

Die Welt ist schlecht und ich fühle mich schlecht.

Beim Gedanken daran fühle ich auf meinen Schultern, wie mich das runter zieht.

Ein kurzer Sprung auf die Meta-Ebene:

Auch aus dem Außen können negative blockierende Glaubenssätze entstehen.

Hat jemand den Glaubenssatz verinnerlicht „die Welt ist schlecht, ich kann eh nichts dagegen tun“, wird er Dinge ganz anders angehen, als mit dem Glaubenssatz „die Welt ist verbesserungsfähig und ich kann meinen Teil dazu beitragen“.

Indem ich zu der Erkenntnis gekommen bin „die Welt ist schlecht“, habe ich meinen Fokus überwiegend auf die negativen Dinge gerichtet, die in der Welt passieren und die guten ausgeblendet.

Doch: Es gibt auch die andere Seite.

Sprung zurück!

Wenn ich genauer darüber nachdenke, ist nicht alles schlecht:

Es gibt Menschen, die Großartiges leisten. Da gibt es Umweltaktivisten; Menschen, die sich für die Rechte von Frauen in den Ländern einsetzen, in denen Frauen kaum Rechte haben; Es gibt immer mehr Bauern, die ihren Betrieb in eine tierfreundliche Haltungsform ändern und es gibt Eltern, die ihren Kindern ein gutes Vorbild sind und ihnen Werte wie Gerechtigkeit, Toleranz, Mitgefühl und Hilfsbereitschaft vermitteln.
Das macht mir Hoffnung.

Wir springen noch einmal auf die Meta-Ebene:

Jetzt habe ich meinen Fokus auf das Gute in der Welt gerichtet. Doch: Ich möchte kein ignoranter Mensch sein und alles, was mir nicht gefällt ausblenden. Das gehört doch dazu. Das muss ich doch wissen, denke ich.

Glaube nicht alles, was du denkst -

Sprung zurück!

Ganz ehrlich: Wie genau hat die Information, dass Männer mit einem Igel Fußball gespielt haben und er später an seinen schlimmen Verletzungen gestorben ist, dazu beigetragen, dass meine „nicht Ignoranz“ irgend etwas in der Welt verändert? Inwiefern ist dieses Wissen konstruktiv?

(Das Beispiel habe ich mir übrigens nicht ausgedacht, sondern es wurde vorgestern im Radio in den Nachrichten verlesen!).

Ich habe mich sehr schlecht gefühlt, nachdem ich diese Nachricht gehört habe, denn ich habe mir vorgestellt, wie lange dieses arme hilflose Wesen gelitten haben muss, bevor es seinen Verletzungen erlegen ist.

Auch werde ich sehr traurig, wenn ich mir vorstelle, wieviele Kinder täglich in der Schule leiden, weil sie von anderen gehänselt oder ausgeschlossen werden.

Ebenso, wenn ich mir vorstelle, wie viele Kinder täglich Dinge über sich ergehen lassen müssen, die Erwachsene ihnen antun.

… ich könnte diese Liste wahrscheinlich ewig fortsetzen.

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Bild von Alexas-Fotos

Schlechte Nachrichten - ich treffe eine Entscheidung

Es ist schrecklich und während ich das schreibe spüre ich richtig, wie sich mein Bauch zusammen zieht und mein Herz schneller schlägt.

Es zieht mich richtig runter.

Um mich zu schützen, treffe ich eine Entscheidung!

Ich entscheide mich dazu, nicht alle schlechten Nachrichten wie ein Schwamm in mir aufzusaugen, sondern zu differenzieren.

Wie schaffe ich das?

Ich springe noch einmal auf Meta-Ebene:

Was nützt es dem toten Igel, dass irgend eine Frau - nämlich ich oder du oder Frau Müller - in Deutschland sich wegen seines Todes schlecht fühlt?

Was hilft es den gemobbten Kindern?

Was hilft es den mißbrauchten Kindern?

Nichts.

Ich taumle zwischen zwei Extremen …

Das eine Extrem:
Was kann ich tun, um nicht als gedankenlos konsumierendes Ego durch die Gegend zu laufen, weil ich mir alles schön rede?

Das andere Extrem:
Was kann ich tun, nicht als verhärmter Mensch zu enden, der die Welt als schlecht und bedrohlich wahr nimmt und dem es am Ende selbst schlecht dadurch geht?

Du ahnst es 🙂

Ich kann mir dir Schnittmenge raussuchen, die für mich gesund ist.

Konsumiere die Nachrichten, die für dich von Bedeutung sind und die du brauchst, um deinen Teil zu der Welt beitragen zu können, die du dir für dich und deine Kinder wünscht.

Deine 5-Punkte-Strategie zum Umgang mit schlechten Nachrichten

1. Um mit schlechten Nachrichten umgehen zu können, ist der erste Schritt, gar nicht so viele schlechte Nachrichten an dich ranzulassen.

2. Unterscheide, welche schlechten Nachrichten konstruktiv für dein Leben sind. Stelle dir die Frage, was du wissen musst, um dein Verhalten so anpassen zu können, dass du zufrieden mit dir bist.

3. Hörst du eine schlechte Nachricht, dann frage dich, ob dich persönlich diese Nachricht betrifft. Wenn die Antwort „nein“ lautet, dann schiebe diese Nachricht beiseite. Das kannst du konkret tun, indem du das Bild der schlechten Nachricht ganz klein machst und aus deinem Gesichtsfeld rausschiebst. Vielleicht kannst du dir auch vorstellen, wie es einen tiefen Abgrund hinunter stürzt und von einem rauschen Fluss davon getrieben wird, bis du es nicht mehr erkennen kannst.

4. Wenn du dir jetzt die Frage stellst: Was kann ich dennoch tun, um kein gleichgültiger Mensch zu werden? Dann rate ich dir, dir eine Sammlung der Werte zu erstellen, die du für wichtig hältst. Schreibe dir die Werte auf ein Blatt Papier, die dir wichtig sind. Das können zum Beispiel: Gerechtigkeit, Hilfsbereitschaft, Mitgefühl, Verständnis, Toleranz, Wertschätzung etc. sein.

5. „Be the change you wish to see in the world“ - Mahatma Gandhi

Raus aus der Ach-die-Welt-ist-so-schlecht-und-ich-bin-machtlos-Opfer-Rolle

Jetzt wird es fordernd und du musst dich aktiv aus deiner „ach-die-Welt-ist-so-schlecht-und-ich-bin-machtlos-Opfer-Rolle“ raus bewegen.

Überlege dir, wie du die von dir gewünschten Werte selbst in die Welt hinaus tragen kannst.

Ist dir Mitgefühl wichtig, könntest du dein Kaufverhalten beim Kauf von tierischen Produkten ändern. Du könntest genauso gut deinen Kindern Mitgefühl lehren, indem ihr immer wieder Perspektivenwechsel vornehmt und du die Frage stellst: „Wie fühlt sich der andere wohl gerade?“ - „Wie fühlt sich ein hilfloser Igel, der mit harten Tritten über den Boden gekickt wird?“ - „Wie fühlt sich eine hungrige Stadtaube, die ständig von Kindern in der Stadt gejagt wird?“ - „Wie fühlt sich wohl das Kind, über das alle anderen in der Klasse lachen?“

Du kannst deinem Kind ein gesundes Selbstwertgefühl vermitteln, indem du ihm Verantwortung überträgst und mit ihm über Dinge sprichst, die ihm das Gefühl geben, nicht ständig wie ein kleines Kind behandelt zu werden. Begegne deinem Kind auf Augenhöhe. Sprich mit ihm darüber darüber, dass es erwachsene Menschen gibt, die von Kindern Dinge verlangen, die sie nicht möchten. Erkläre ihm, wie es sich wehren kann, dass es sich nicht schämen braucht, weil es keine Schuld hat und dass du immer ein offenes Ohr für dein Kind hast.

Mache deinem Kind bewusst, wie einzigartig unsere Erde ist. Schaffe ein Bewusstsein und dein Kind wird lernen, was Wertschätzung bedeutet. Sprich viel mit deinem Kind. Auch ein sieben oder acht Jähriges Kind darf begreifen lernen, dass es nicht nur Sonnenschein und Kinderlachen auf unserer Welt gibt. Andernfalls enthältst du ihm viele wichtige Lektionen im Leben vor.

Ist dir Ehrlichkeit wichtig, solltest auch du ehrlich sein. Kinder sind besonders feinfühlig und kommen Notlügen schnell auf die Schliche. Möchtest auch du später nicht mit Notlügen deiner Kinder konfrontiert werden, dann ändere noch heute dein Verhalten!

Wenn du das lebst, was du dir für diese Welt und deine Kinder wünscht, wirst du mit schlechten Nachrichten viel besser umgehen können: Denn du weißt, dass du den dir möglichen Beitrag leistest.

Du hast gelernt zwischen einer wichtigen schlechten Nachricht und einer unwichtigen schlechten Nachricht zu unterscheiden. Das ist die Voraussetzung dafür, um unwichtige Nachrichten ausfiltern zu können.

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Ich bin Silke Krämer.

Kinder- und Jugendcoach Professional, NLP Master und Coach, EMDR Traumatherapeutin und Gymnasiallehrerin

Ich helfe Familien, wenn es Schulstress gibt und daheim die Fetzen fliegen. Außerdem unterstützte ich Mütter und Väter dabei, sich den Herausforderungen des Familienlebens selbstbewusst zu stellen.

Als Trainerin für Reflexintegration helfe ich deinem Kind, damit ihm die Schule bei Konzentrations­schwächen, Lern- und motorischen Problemen leichter fällt.

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Besser Streiten – 11 Lösungsstrategien für Konflikte mit Kindern

Besser Streiten – 11 Lösungsstrategien für Konflikte mit Kindern

Kommunikation

05-2020

Richtiges Streiten will gelernt sein, damit die Beziehung nicht darunter leidet. Um Streit und Konflikte in der Familie souverän zu lösen, findest du hier wertvolles Hintergrundwissen und elf konkrete Tipps, die dir helfen Ruhe zu bewahren und bei Streitigkeiten gelassen zu bleiben.

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Bild: Susanne Jutzeler auf Pixabay

„Mama, schrei doch nicht, du bist eine Zicke!“- Streit in der Familie

Neulich war es echt anstrengend! Mein Mann war arbeiten und ich war alleine mit den drei Jungs. Ich hatte mir vorgenommen, „noch schnell“ einen Blogbeitrag über positive Gefühle fertigzustellen und die Zeit saß mir im Nacken.

Daran saß ich also und war voll im positiven Gedanken-Flow.

Doch dann kam das Leben dazwischen und zwar mit voller Wucht!

Auf einen Schlag war erst mal nichts mehr positiv!

Mein Sohn ist komplett ausgerastet!

Eine Bemerkung von mir mit zugegebenermaßen leicht genervtem Unterton reichte aus, um ihn zum Explodieren zu bringen. Er brüllte laut „ja sorryyyyy!“, rannte davon, schlug die Türe hinter sich zu und stapfte nach draußen.

Am allerliebsten hätte ich ihm hinterher gebrüllt: „Du bist sowas von unzuverlässig und faul! Das war ja so klar, dass das nicht klappen würde mit der Käfigreinigung! Wenn das die nächsten Wochen nicht reibungslos klappt, dann kommen deine Wellensittiche halt weg!“ Und ich hätte mich mit diesem Satz völlig im Recht gefühlt.

Ich schaffte es, mich zu beherrschen.

Dennoch nahm die Sache keinen guten Verlauf.

In einem vermeintlich unbeobachteten Moment streckte mir mein Sohn die Zunge raus. Als ich das sah, brüllte ich: „Du kommst jetzt sofort hier her!“ - Er brüllte zurück: „Du verstehst mich ja sowieso nicht!“

Ich spürte meinen Puls schneller werden und meine Gefühle kämpften mit meinen Gedanken.

Ich schrie: „WAS verstehe ich nicht?“

Er: „Lass mich!“

Der Vorwurf, ich würde ihn nicht verstehen, triggerte mich total an! Der Kriegsschauplatz war eröffnet und das Streit-Ping-Pong konnte beginnen. Die Fanfaren hatten zu blasen begonnen ...

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Ich hielt ihn fest, schaute ihn an und forderte ihn auf mir zu erklären, „was“ ich nicht verstünde.

Stille.

Atmen.

Eisige Blicke.

Ruhe bewahren

Mir war klar, dass dies der Schlüsselmoment war, den ich nicht verpatzen durfte. Es war unwichtig, dass ich vorher geschrien hatte, doch in diesem Moment, in dem mir innerlich die Galle hochkochte und meine Hand schon zuckte, musste ich ruhig bleiben. Ich durfte auf keinen Fall etwas Falsches sagen, was später unsere Beziehung dauerhaft belasten würde.

Jedes gesagte Wort kann nicht mehr zurück genommen werden und jede Handlung nicht mehr ungeschehen gemacht werden.

Ich bin dankbar, dass ich seine Handgelenke mit meinen Händen umklammert habe. Diesbezüglich konnte also nichts mehr schief gehen.

Atmen.

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Erneut forderte ich ihn auf, mir zu sagen, was ich nicht verstünde.

Wieder Stille.

Wir waren uns ganz nah, denn ich hatte mich zu ihm gekniet und hielt ihn fest. Seine stahlblauen Augen schleuderten nur so mit Blitzen nach mir. In seinen Gedanken kamen gerade bestimmt sämtliche Ninja-Kräfte zum Einsatz, die mich verbrennen, zu Eis erstarren lassen oder in Luft auflösen sollten.

Atmen. 10-9-8-7-6-5-4-3-2-1.

Ich ließ ihn los, drehte mich um und ging.

Pause.

Zwar hatten wir noch keine Lösung gefunden oder gar Frieden geschlossen, dennoch war ich einigermaßen zufrieden mit mir, weil ich nichts gesagt hatte, was ich bereute.

Leider sollte es dieses Mal nicht ganz so leicht weiter gehen.

Als ich hochgehen wollte, wartete die nächste Provokation auf mich.
Auf der Treppe lag dieser Zettel und zeigte die dickere schwarze Schrift:

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Das „sorry“ sagt er immer mit einem sehr langgezogenen -i und einem besonders pubertären und provozierenden Unterton – genauso klang es in meinen Ohren!

Schnappatmung! Erst streckte er mir die Zunge raus und dann sowas! Wie kann der Kerl nur so respektlos sein?! Dieses kleine goldige Baby, das ich vor 10 Jahren in den Armen gehalten hatte, war zum unverschämten Provokateur mutiert!

Ich musste hier raus, um alle Beteiligten vor einer Eruption zu bewahren, die der des Vesuvs gleich gekommen wäre.

Als ich drei Stunden später wieder nach Hause kam, fand ich die korrigierte Version des Zettels vor. Immerhin. Eine persönliche Entschuldigung hätte ich mir gewünscht. Ein reumütiges der-Mama-in-den-Arm-gekrochen-kommen. Egal, ich würde mich auf ihn zu bewegen, denn ich wollte Frieden.

In der Zwischenzeit hatte ich genug Ruhe gehabt, um zu reflektieren, was da eigentlich geschehen war. Vordergründig war der Streit aufgrund des nicht gereinigten Vogelkäfigs nebst ausstehender Zimmerreinigung – entgegen seines Versprechens - entstanden. Doch worum ging es eigentlich wirklich?

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Konflikte mit Kindern lösen

Streitgespräche tragen nie konstruktiv zur Klärung bei. Jeder versucht, seinen eigenen unguten Emotionen Luft zu verschaffen, indem er dem anderen die Schuld in die Schuhe schiebt.

Doch manchmal tut es einfach gut Dampf abzulassen.

Für einen kurzen Moment genoss ich es, meinen angestauten Frust rauszubrüllen. Schreien stärkt ja bekanntlich die Lungen und ich bin mit meinem Ausdauersportprogramm eh hinterher!

Manchmal frage ich mich, wie das die ganzen gewaltfreien Kommunikationsexperten hinkriegen. Schreien die wirklich nie? Ich schreie manchmal. Selten und nicht gerne, aber ich finde, es gehört auch irgendwie dazu. Und obwohl Schreien keine Lösung bringt, ist es trotzdem ein probates Mittel, unseren Kindern zu zeigen, dass Gefühle dazu gehören und jeder an sich arbeiten muss, adäquat damit umzugehen. Außerdem müssen die negativen Gefühle doch irgendwo hin!

Diese Meinung vertreten übrigens viele Psychologen der „neuen Schule“. Sie bewerten Streit als normalen und wichtigen Teil des Alltags. Schließlich müssen nicht nur Eltern und Kinder, sondern auch Mitschüler, Nachbarn, Kollegen und Partner Konflikte austragen. So zu tun, als gäbe es keine Konflikte, indem wir sie unterdrücken, ist auf Dauer nicht gesund.
In jedem menschlichen Miteinander muss es möglich sein, dem anderen zu signalisieren, wenn man gekränkt ist – es sollte nur nicht auf verletzende Art und Weise sein.

Besser Streiten - 11 Lösungsstrategien für Konflikte mit Kindern 1

Bild: PublicDomainPictures auf Pixabay

Trotzdem: Gutes Streiten will gelernt sein

Das eine Lager der Streitexperten vertritt die „gewaltfreie Kommunikation“ nach Marshall Rosenberg. Bei dieser Kommunikationsmethode werden Ich-Botschaften auf der Sachebene gesendet. Hier wird nicht geschrien.

Das klingt in der Theorie sehr gut, denn statt des Satzes: „Oh Mann, es war ja so klar, dass du den Vogelkäfig nicht regelmäßig sauber machen würdest, so faul wie du bist!“ würde der gewaltfreie Kommunikationsexperte sagen: „Es kränkt mich, dass du unsere Abmachung nicht einhältst.“ – und das in einem ganz ruhigen und sachlichen Tonfall.

Das andere Lager, nämlich die Verfechter des autoritären Erziehungsstils, würden hingegen sagen: „Jawohl, richtig so! Der Kerl hat sich nicht an die Abmachung gehalten und dann muss er die Konsequenzen zu spüren bekommen. Geht ja nicht, dass uns unsere Kinder auf der Nase rumtanzen, wo kommen wir denn da hin!“

Ich favorisiere den Mittelweg. Nicht, weil er keine Farbe bekennt, sondern, weil er nicht idealisiert und nicht dogmatisch ist, sondern bedürfnisorientiert - bedürfnisorientiert nicht nur im Hinblick auf den Empfänger (also der, der nicht angeschrien werden soll), sondern auch auf den Sender (der auch mal Dampf ablassen dürfen muss!).

Das heißt also, dass es OK ist zu schreien? Die Antwort ist ein klares „Njain“.

Wie schlimm ist es, sein Kind anzuschreien?

Schreien, die mit Beleidigungen und Beschimpfungen einhergehen bedeuten psychische Schläge für das Kind. Das hatten amerikanische Forscher der University of Pittsburgh in einer Studie untersucht. Wenn Kinder immer wieder von ihren Eltern angebrüllt, herabgesetzt oder beleidigt werden, ist das emotionaler Missbrauch. Sie verhalten sich auffällig und neigen im späteren Leben häufig zu Depressionen und diversen anderen psychischen Problemen. Es können ähnliche Schäden zurück bleiben wie bei körperlichem Missbrauch.

Häufig entsteht aus diesem Verhalten ein Teufelskreis. Ungewünschtes Verhalten von Kindern verleitet manche Eltern dazu, hart verbal zu strafen. Aber diese Disziplinierung kann Heranwachsende dazu bringen, dieselben problematischen Verhaltensweisen zu übernehmen.

Dennoch sind wir keine schlechten Eltern, wenn wir mal brüllen. Ob das Schreien Schaden anrichtet, liegt nicht so sehr daran, dass wir schreien, sondern was wir schreien (und natürlich macht die Dosis das Gift).

Um nicht bei jedem Unmut loszubrüllen und überemotional zu reagieren, muss das Gehirn trainiert werden, wenn es sich gerade wohl fühlt. Nur dann ist es bereit zu lernen. In diesem Zustand müssen wir trainieren, damit wir im Ernstfall ruhig bleiben können.

Warum das so wichtig ist, erklärt sich, wenn wir uns anschauen, wie unser Gehirn bei Stress reagiert.

So funktioniert unser Gehirn unter Stress

In hoch emotionalen Situationen werden wir kopflos. Das ist von der Natur so gewollt. Wenn wir dem großen Schwarzbär im Wald begegnen, macht es keinen Sinn, erst lange darüber zu sinnieren, ob der Bär wohl schon gegessen hat oder gerade Kohldampf hat, ob dieser dunklere Bär möglicherweise kuscheliger ist als der etwas hellere Bär oder was auch immer.
Während dieser Gedanken hat der Bär nämlich schon längst seinen Hunger an uns gestillt und leckt sich genüsslich das Maul sauber.

Stattdessen erhält unser Gehirn über die Sinneswahrnehmung „Sehen“ die Information „Bär“. Das Gehirn hat gelernt, dass „Bär“ gleich Gefahr bedeutet und möchte, dass der Körper schnell reagiert („fight and flight syndrom“).
Stresshormone werden ausgeschüttet und entkoppeln die Großhirnrinde vom restlichen Gehirn. Logisches Denken ist nicht mehr möglich.

In einer gefährlichen Situation kann es uns das Leben kosten, wenn wir zu langsam sind, weil wir erst denken, statt zu kämpfen, flüchten oder uns tot zu stellen (das Totstellen entspricht übrigens in Prüfungssituationen dem Blackout).

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Was hat Streit in der Familie mit Stress zu tun?

Streit bedeutet für den Körper Stress. Physiologisch betrachtet läuft das gleiche Programm ab wie wenn wir einem Bär begegnen.

In der hoch emotionalen Stress-Situation können wir tatsächlich nicht mehr „klar denken“ – der Cortex (Großhirnrinde) ist ja entkoppelt.

Wir haben dann nur noch „den Bär“ vor Augen, der in meinem Fall den nicht geputzten Vogelkäfig und die Unzulänglichkeit meines Sohnes verkörpert.

Erst, wenn sich die Stresshormone im Körper abgebaut und wir uns beruhigt haben, können wir wieder klar denken.

Aus diesem Grund hatte ich mich weggedreht und war gegangen. Ich wollte mich zu keiner „unüberlegten Handlung“ hinreißen lassen. Alles, was ich jedoch in der akuten Streitsituation (=Stress) getan hätte, wäre unüberlegt gewesen, weil ich ja gar nicht klar hätte denken können.

Als ich mich wieder etwas beruhigt hatte, dachte ich in Ruhe darüber nach, worum es eigentlich wirklich ging.

Die Analyse: Was war bei unserem Streit TATSÄCHLICH passiert?

Besser Streiten - 11 Lösungsstrategien für Konflikte mit Kindern 2

Das war offensichtlich in meinem Sohn vor sich gegangen:

  • Er hatte es nicht geschafft, seinen inneren Schweinehund zu überwinden und den Vogelkäfig zu reinigen. Also redete er das Problem klein, weil er nicht bereit war, die Anstrengung auf sich zu nehmen seine Komfortzone zu verlassen.
  • Durch mein wiederholtes Nachfragen, ob er schon sauber gemacht habe, fühlte er sich bevormundet und kritisiert nervige Mutter!
  • Dennoch ärgerte er sich, dass es ihm so schwer fiel, seine Abmachung einzuhalten Unzufriedenheit und Ärger über sich selbst.
  • Er suchte einen Sündenbock Mama ist doof, hat keine Ahnung von nichts und nervt!

 

 

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Die folgenden Punkte haben zu meinem Ärger geführt:

  • Ich war genervt, weil wir Streit bekamen wegen einer Sache, die sich hätte vermeiden lassen (keine Vögel ins Haus) selbst schuld, denn ich hatte zugestimmt.
  • Ich musste ihn motivieren und Energie in eine Sache investieren, für die ich keine zusätzliche Energie aufbringen wollte denn ich hatte schon genug, um das ich mich kümmern musste.
  • Er hatte mich beleidigt und respektlos behandelt ich fühlte mich nicht wertgeschätzt und hilflos in der akuten Situation.
  • Meine Arbeit saß mir im Nacken völlige Fehlplanung meinerseits denn ich hätte wissen müssen, dass ich nicht in Ruhe arbeiten kann, wenn ich mit den drei Kindern alleine zu Hause bin, Unzufriedenheit.
  • Mein Sohn und ich hatten alles vorher besprochen und er hatte mir versichert, alles gewissenhaft zu erledigen es ging mir weniger darum, dass er es aufschob, als um meine persönliche Enttäuschung. Ich nahm es wirklich persönlich, dass er sich gegen die Abmachung hielt.

Nachdem ich mir darüber klar geworden war, konnte ich in aller Ruhe abends im Bett mit ihm reden. Dabei ging es dann gar nicht mehr darum, ihm zu erklären, was ER alles falsch gemacht hatte, sondern ich hatte genügend Punkte auf meiner Agenda, die ich mit ihm teilen konnte. Ich sprach mit ihm über meine Gefühle – auch über meine eigene Unzulänglichkeit und Unzufriedenheit.

Es tat ihm richtig gut zu hören, dass ich mich auch über mich geärgert hatte, so wie er sich über sich geärgert hatte. Das war verbindend und schuf einen Nährboden für unser gegenseitiges Verständnis. Beide hatten wir unseren Frust am anderen ausgelassen und uns beiden tat es leid. Tatsächlich ist das ja meistens so.

Ich hatte ihm gesagt, dass für mich der schlimmste Punkt die persönliche Enttäuschung darüber war, dass er sein Wort gebrochen hatte. Das konnte er nachempfinden, denn er erwartet schließlich auch von meinem Mann und mir, dass wir uns an unsere Abmachungen halten.

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Diese 11 Tipps und Regeln zum Streiten solltest du beachten

Lass dich zu keiner unüberlegten Handlung hinreißen, die du später bereust.

Nimm dich aus der Situation raus, bis du dich wieder beruhigt hast und ihr über alles in Ruhe sprechen könnt. Hinterfrage sehr kritisch, worum es bei dem Streit tatsächlich geht und was genau dich so aus der Fassung gebracht hat. Lag es wirklich nur am anderen?

Werde nicht zum Opfer deiner Brüll-Gelüste.

Einmal laut brüllen sollte reichen, um Dampf abzulassen und deinem Kind deinen Gefühlszustand mitzuteilen.

Werde nie und gar nie nicht beleidigend, diskriminierend oder persönlich.

An diesem Punkt ist die Methode der Ich-Botschaften wirklich hilfreich.

Sprich keine „wenn .... dann“ Drohungen aus.

Und erst recht keine, die du selbst nicht wahrmachen möchtest oder kannst. Du machst dich dadurch auf Dauer sehr unglaubwürdig und lächerlich. Trotzdem verunsichert es dein Kind, weil immerhin die Möglichkeit bestünde, dass du deine Androhung doch irgendwann einmal realisieren könntest.

Merke dir: Kränkende Worte hinterlassen Narben.

Verinnerliche immer wieder in ruhigen Situationen, dass du kein gesagtes Wort jemals wieder zurück nehmen kannst.

Mache dir eine Liste mit allen Eigenschaften, die dein Kind für dich so wertvoll machen.

Erstelle die Liste in deinem Kopf oder schreibe sie in dein Journal. Du kannst sie immer wieder ergänzen. Lies dir diese Liste immer wieder durch, dass du sie dir im akuten Streit vorsagen kannst. Das wird dir dabei helfen, nichts Kränkendes zu schreien und ruhig zu bleiben.

Frage dich, ob wirklich einzig und alleine dein Kind für euren Streit verantwortlich ist.

Meistens gingen wir schon gestresst in den Streit hinein. Das bedeutet physiologisch, dass schon eine hohe Konzentration an Stresshormonen im Blut war. Durch diese Vorbelastung rasten wir noch schneller aus.

Krame doch mal ein bisschen in deiner eigenen Vergangenheit.

Möglicherweise gibt es bestimmte Trigger / Auslöser, die dich jedes Mal auf die Palme bringen oder negative Gefühle in dir auslösen. Das solltest du auflösen. Hol dir Hilfe, falls du es nicht alleine schaffst. Das ist keine Schande – im Gegenteil!

Frag dich, ob du dein Kind wirklich verletzen möchtest.

Soll sich ein Kind klein, hilflos und unterlegen fühlen? Solltest du nicht besser deinem Kind Halt geben?

Bleibe fair und sichere dir dadurch das Vertrauen deines Kindes.

Werde nicht unfair und erwarte dann in der Pubertät, dass sich dein Kind vertrauensvoll an dich wendet um dir zu erzählen, dass es heute nach der Schule einen Joint mit seinen neuen Kumpels geraucht hat!

Dränge dein Kind in keine Sackgasse, indem du deine Machtposition ausspielst.

Das ist unfair und gemein. 
Dein Kind kann dann nur noch in Angriff übergehen, weil es sich zu recht ungerecht behandelt fühlt.

Meine Tipps zum Weiterlesen

Buchempfehlungen

Wenn die Giraffe mit dem Wolf tanzt: Vier Schritte zu einer einfühlsamen Kommunikation
von Serena Rust | 01.10.2006
Leseprobe (Link zur Verlagsseite)

Konflikte lösen durch gewaltfreie Kommunikation
von Marshall B. Rosenberg | 17. Juni 2004
Leseprobe (Link zur Verlagsseite)

Bindungsstörungen: Von der Bindungstheorie zur Therapie
von Karl Heinz Brisch | 18. Februar 2020
Leseprobe (Link zur Verlagsseite).

Artikel im Netz

Richtig Streiten (Zeit Online)

Wie schlimm ist es, sein Kind anzuschreien? (familie.de)

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Ich bin Silke Krämer.

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Willst du die Beziehung zu deinem Kind mit nur einem charmanten Lösungsansatz verbessern?

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Kommunikation

von Silke Krämer | 02-2020

Wir wünschen uns alle eine gute Beziehung zu unserem Kind. Dabei erwarten wir einen wertschätzenden Umgang und gute Kommunikation von unserem Gegenüber. Unsere Gedanken und Worte sollen bitte schön ernsthaft wahrgenommen werden. Wir erwarten ein aktives Zuhören und das noch viel mehr von Menschen, die uns nahe stehen und wichtig sind, wie Freunde oder Familie. Doch sind wir tatsächlich ebenso in der Lage, jederzeit das zu geben, was wir von anderen einfordern? Wie beeinflusst unser Vehalten unsere Bindung zu unseren Kindern?

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Wir sind gerade im Urlaub in der Bretagne und laufen einen wunderschönen endlos langen Sandstrand entlang. Auf den tosenden Atlantikwellen tummeln sich Wellenreiter, es liegen wunderschöne Steine am Strand und schreiende Möwen fliegen übers Wasser. Der salzige Wind bläst uns um die Ohren.

Doch für all das scheint mein Kind keine Wahrnehmung zu haben. Mein Sohn redet ohne Punkt und Komma auf mich ein und erklärt mir mit schon fast manischer Begeisterung zum wiederholten Male alle Verwandtschaftsverhältnisse der Star Wars Figuren. Irgendwie ist unsere Kommunikation gerade eine Einbahnstraße.

Dann sinniert er, welche der unzähligen Laser- und Lichtwaffen die besten sind und wie man eine Laserwaffe am besten nachbauen könnte. Das alles, obwohl wir ihm bisher nur erlaubt haben, den ältesten Star Wars Film anzuschauen, da die anderen erst ab zwölf Jahren freigegeben sind. Mein Sohn ist neun Jahre alt.

Einseitige Kommunikation: Die Beziehung ist keine Einbahnstraße

Ich versuche das wunderschöne Naturschauspiel und die immer tiefer am Horizont stehende rote Abendsonne zu genießen, möchte aber auch nicht unhöflich sein. So nicke ich ab und zu und werfe ein möglichst interessiert klingendes „aha“ und „wirklich?“ in das Gespräch. Bald ist der Urlaub vorbei und ich muss lange darauf warten, bis ich so etwas Schönes wieder sehen kann.

Ich merke, wie ich innerlich unruhig werde und frage mich, wie mein Kind nur so ignorant sein kann und sich in diesem wunderschönen friedlichen Moment gedanklich mit Laserwaffen auseinander setzen kann?

Viel lieber würde ich mich mit ihm über das, was hier in der Gegenwart um uns herum passiert austauschen und unsere Kommunikation wieder in beide Richtungen verlaufen lassen. Gemeinsam würden wir uns auf all das Schöne um uns herum aufmerksam machen: „Schau mal hier“ und „guck mal da, ist das nicht schön?!“

Hat die Jugend denn wirklich so gar keinen Blick für die Natur mehr?

Ich laufe weiter, als mir die alte Pädagogen-Weisheit wieder einfällt. Sinngemäß lautet sie: „Hole dein Gegenüber dort ab, wo es steht“. Während meines Referendariats habe ich diesen Satz noch gar nicht so richtig verstanden, weil ich nicht dachte, dass wir Menschen tatsächlich an so unterschiedlichen Stellen stehen können.

Doch es ist wirklich so. Jeder hat individuelle Voraussetzungen, ist von einer anderen Lebenswelt umgeben und interessiert sich für unterschiedliche Dinge. Ebenso spielen das Alter und die Auffassungsgabe eine wichtige Rolle wie noch viele andere Aspekte. Dann wird mir bewusst, dass meine Gedanken ungerecht und egoistisch sind und ich versuche, unsere momentane Lage gedanklich zu relativieren.

Perspektivwechsel: Die Interessen und Gedanken deines Kindes respektieren

Mein Sohn hat sehr wohl einen Blick für die Natur und deren Bewohner. Er kann 30 Vogelarten unterscheiden, hat erfolgreich ein Meisenküken aufgezogen und ausgewildert, interessiert sich sehr für Wale und Delfine und würde nie einem Tier etwas zu Leide tun. Durchaus ist er also in der Lage, die Schönheit und Einzigartigkeit der Natur wahrzunehmen und zu schätzen.

Nur genau in diesem Augenblick eben nicht – da geht ihm Star Wars durch den Kopf. Es ist nicht so, dass er exzessiv mit diesem Thema verbandelt ist. Wie gesagt, es gibt genügend andere Dinge, die ihn interessieren, aber genau jetzt ist ihm eben das in den Sinn gekommen.

Im umgekehrten Fall hätte es ja auch genauso gut sein können, dass ich gedankenverloren in ein anderes Thema versunken wäre. Natürlich nicht an so etwas Brutales wie Star Wars, sondern an etwas Sinnvolles! Zumindest hätte ich das rein subjektiv aus meiner Perspektive so bewertet.

Für mein Kind ist das Star Wars Thema sehr komplex. Für viele andere Menschen vermutlich auch. Ich gehöre eben nur nicht zu den Menschen, die von Science Fiction fasziniert sind. Mich interessieren andere Dinge und so wünsche ich mir, dass meine Kinder sich auch für die Sachen interessieren, die ich wichtig finde, wie Natur, Geschichte, Wissenschaft, Kultur, Musik und so weiter.

Die Beziehung zu deinem Kind ist eine Chance zu lernen

Hätte mein Mann mich mit einem Thema konfrontiert, das ihn gerade beschäftigt, hätte ich ja auch nicht gesagt: “Du, Liebster, sei mir nicht böse, aber ich sauge gerade dieses atemberaubende Naturschauspiel tief in mir auf und habe deshalb im Moment keine Kapazitäten für deine Gedanken!“

Eigentlich gar nichts außer, dass ich in diesem Moment in einer anderen Stimmung war als mein Sohn und er aus seiner Stimmung heraus ein Gespräch mit mir gesucht hat.

Ich hatte wohl den Dingen, die mich beschäftigten eine andere Wertigkeit beigemessen als den Gedanken meines Sohnes. Er hat ganz selbstverständlich vorausgesetzt, dass ich mich für seine Gedanken und Themen interessiere.

Er wollte einfach nur seine Gedanken mit mir teilen. Ist das nicht eigentlich wunderschön?!?

Als mir das bewusst geworden war, konnte ich mich darüber freuen und ließ mich auf das Gespräch mit ihm ein. Wieder einmal erfuhr ich vom komplexen Aufbau der Star Wars Welt und wieder einmal konnte ich mir bestimmt nicht alles merken. So wird auch unser nächstes Gespräch über Star Wars bestimmt wieder spannend, weil ich jedes Mal dazu lerne! Und das Allerschönste ist, dass es mir mein Sohn immer wieder aufs Neue geduldig erklärt, wenn ich mich auf das Gespräch einlasse und ernsthaft nachfrage.

Was macht dies mit der Beziehung zu meinem Kind im Alltag?

Leider geht es den Meisten von uns so, dass wir uns im Alltag gehetzt fühlen und die vielen Pflichten und Aufgaben an unseren Kräften zehren. Da haben wir nicht so viel Zeit und Muse zu reflektieren, wie ich damals am Strand in der Bretagne.

Vielleicht reagieren wir dann nicht immer feinfühlig auf eine Kontaktaufnahme unserer Kinder. Und mal ganz ehrlich, wer von uns interessiert sich denn „wirklich“ für die Lego-Welt unserer Jungs oder den Zoff im Puppenhaus unserer Töchter?

Dennoch lohnt es sich, darüber nachzudenken. Was geschieht in der Beziehung zu unseren Kindern, wenn wir sie im Alltag viel zu oft beiseite schieben und überwiegend die Pflichten mit ihnen kommunizieren? Welche versteckten Botschaften senden wir ihnen?

Sind sie es uns nicht wert, dass wir uns wirklich für sie und ihre Lebenswelt interessieren und nicht nur dafür, ob sie ihre Aufgaben schon erledigt haben und die Vesperdose aus dem Ranzen geräumt wurde?

Stell dir vor, dein Mann kommt nach Hause und das zweite, was er dich fragt sind Dinge wie „na, hast du den Einkauf heute erledigt, hast du mit Lisa Mathe gelernt und endlich Wäsche gewaschen?“. Na super! Kein Wunder wären wir von unserem Mann genervt.

Wie kann ich die Beziehung zu meinem Kind verbessern?

Sucht dein Kind das nächste Mal Kontakt zu dir und möchte dir von etwas erzählen, dann geh darauf ein und nimm es ernst. Begib dich in seine Lebenswelt und wechsle die Perspektive. Zeige ehrliches Interesse und stelle Nachfragen. Dabei ist es gar nicht so wichtig, über WAS ihr sprecht, sondern DASS ihr miteinander redet. Im gemeinsamen Austausch und mit echter Kommunikation kannst du viel über dein Kind erfahren.

Ist unser Kind erst mal in der Pubertät, sind wir bestimmt froh darüber, wenn es überhaupt noch mit uns spricht 😉

Durch ehrliche Gespräche festigt ihr eure Bindung. Es sind die Dinge, die unsere Kinder beschäftigen, über die sie sich definieren und die ihnen wichtig sind. Schließlich möchten wir doch auch, dass unser Partner und unsere Freunde uns mit Interesse begegnen und an unserem Leben Anteil nehmen.

Es ist das Gleiche. Dessen sollten wir uns bewusst sein.

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